Zweitligisten im kicker-Test: 1. FC Kaiserslautern
Aufstieg - für Wolf ein Muss
Der 1.FCK geht volles Risiko, hat personell kräftig nachgelegt - mit Auer, Meißner, Vignal, Opara und Werner erhöht sich der Druck noch einmal.
Die Neuen
Der (fast) totale Umbruch nach dem Abstieg wurde erst Anfang 2007 mit fünf weiteren Neuzugängen nach schon zwölf zu Saisonbeginn abgeschlossen. Mit Ausnahme von Stürmertalent Werner (20/SV Bernbach) bringen Auer (26/Bochum), Meißner (33/VfB Stuttgart), Vignal (25/RC Lens) und Opara (22/ES du Sahel Sousse) allesamt Erstligaerfahrung mit. Linksverteidiger Vignal, Meißner auf der "6" und Auer im Angriff sollen den neuen FCK stabilisieren. Von Trainer Wolfs Sommereinkäufen übertraf Hajnal als Lenker und Denker alle Erwartungen, entwickelten sich Müller, Demai (bis zum Kreuzbandriss) und Daham auf Anhieb zu Leistungsträgern. Bouzid, Ouattara und Lexa waren bisher lediglich Mitläufer,Karadas, Simpson und Villar eine Enttäuschung. Wie auch Pavlovich, der nach Mexiko weiterzog. Routinier Riihilahti fiel früh verletzt (Waden-OP) aus.
Gewinner und Verlierer
Aus dem Talentschuppen setzte sich allein Sebastian Reinert (19) durch, war Steffen Bohl (23) die Entdeckung der Vorrunde. Axel Bellinghausen entpuppte sich im Mittelfeld als Bereicherung, links hinten in der Viererkette als Schwachpunkt. Jürgen Macho rechtfertigte Wolfs Wahl in der Torwartfrage. Stürmer Azar Karadas ist zukünftig nur noch als Abwehrspieler eine Alternative. Ernüchternd lief es für zwei Eigengewächse, die als neue Identifikationsfiguren galten. Fabian Schönheim (19/Knieoperation) muss einen Karriereknick wegstecken, fällt bis Saisonende aus. Nicht nur verletzungsbedingtmusste sich Daniel Halfar (18) meist mit der ungeliebten Jokerrolle begnügen.
Stärken und Schwächen
Neunmal zu null - mit 16 Gegentoren ist die vom starken Beda organisierte Abwehr mit Unterhaching die drittbeste der Liga nach Rostock (11) und Augsburg (15). Das Mittelfeldspiel steht und fällt mit Tamas Hajnal, der als Spielgestalter, als Mann für die Standards und als Schütze wichtiger Tore das Herzstück des 1.FCK ist. Der Sturm indes schwächelte, die Winter-Zugänge Opara und Auer sollen Abhilfe schaffen. Zudem mangelte es dem Team an Verantwortungsträgern, wenn es nicht lief. Und mitunter an Disziplin: fünf Platzverweise (Ouattara/Rot, Demai, Beda, Borbely, Karadas/alle Gelb-Rot).
Trainer und Umfeld
Wolfgang Wolf ist der starke Mann auf dem Betzenberg: Hoffnungsträger, Sportdirektor, Trainer. Der Personalkurs des 49-Jährigen ist nicht unumstritten, wird von den Verantwortungsträgern aber uneingeschränkt gebilligt. Alles ist Wolf und dem Ziel Wiederaufstieguntergeordnet. Die Begeisterung der Fans (Zuschauerschnitt 30682)ist auch in der Zweiten Liga ungebrochen. Dass nach turbulenten Jahren Ruhe eingekehrt ist, tut dem 1.FCK gut.
Fazit und Prognose
Wolfgang Wolf besserte in der Winterpause auf allen Schwachstellen erstklassig nach. Das finanzielle Risiko, das der Klub eingeht, sollte sich auszahlen. Der Kader besitzt nun auf jeden Fall genügend Potenzial für den Aufstieg.
Uli Gerke
Quelle:
http://kicker.de/fussball/2bundesliga/s ... kel/360008