Gazza hat geschrieben: 03.12.2025, 12:18
Es ist eine Frage der Herangehensweise: Ergebnisoffen - oder ideologisch.
Was nebulös/ abstrakt klingt, ist im konkreten Fall ein Endergebnis als gegeben festzustellen - und nun die Wege dorthin finden zu wollen.
Konstanz. Das ist das zu erzielende Ergebnis.
Begründung: Die vielen Trainerwechsel haben über die Jahre nichts gebracht - und nur Unmengen an Geld verbrannt. Überdies das Entstehenlassen von gefestigten Strukturen verhindert.
Das ist definitiv nicht falsch. Wobei die Trainerwechsel insofern nicht komplett unnötig waren, da ja, trotz aller Rückschläge, die Grundrichtung mehr als nur stimmt.
Die Sehnsucht nach Konstanz ist, so nachvollziehbar sie sein mag, ein schlechter Ratgeber - wenn es, wie oben umrissen, schlicht Ideologie ist.
Jede Trainerwechsel der letzten 10-15 Jahre gilt es für sich zu betrachten - komplett unterschiedliche Kader, größtenteils unterschiedliche Führungsfiguren wie gänzlich andere tabellarische Konstellationen und finanzielle Sachzwänge.
Es gibt keinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Rauswurf des einen und der Entlassung des anderen.
Wobei. Einen gibt es. Die Einstellung des einen, nahm die Verpflchtung des nächsten schon vorweg - weil unsere Trainer mangelhaft ausgewählt wurden und werden.
Das ist ein harter Vorwurf. Zumal bei derlei so unterschiedlichen Trainertypen.
Was sie (nahezu) alle eint: Es kam danach nichts - bzw. keine Weiterentwicklung. Gerne den weiteren Karriereverlauf im einzelnen durchgehen.
Wir verpflichten Auslaufmodelle. Die üblichen Verdächtigen - gerne mit Stallgeruch.
Oder so formuliert: Wir bekommen exakt das, was wir bestellt haben.
Demut wird eingefordert. Großmannssucht wird diagnostiziert - wenn man gerne „mehr“ hätte.
Dabei ist dieses „mehr“ gerade kein Selbstzweck.
Demut stünde gerade all den „ich bin mit der zweiten Liga zufrieden“-Schwätzern gut zu Gesicht.
Das würde sodann die Anerkenntnis wirtschaftlicher Notwendigkeiten beinhalten - die man so gerne verdrängt.
Man würde gerne wie ein Privatier in den Tag leben - man muss aber aufstehen. Jeden Morgen. Im Zweifelsfall früher als die anderen - um die Fixkosten zu stemmen. Nicht für Luxus.
Die veräußerlichen Anteile sind endlich.
So kann man sich, um im Bild zu bleiben, den Luxus von Gedankenarmut gerade nicht leisten - und mantraartig das Lied der Konstanz singen.
Wenn Lieberknecht intern überzeugende Lösungen vorzuweisen hat: Gut. Sehr gut.
Wenn dies nicht der Fall sein sollte - dann gilt es Konsequenzen zu ziehen. Gilt es diese Situation für sich zu beurteilen. Nur das.
Wahlweise die Arbeit von Klos/ Hengen zu loben, dann den Kader als untauglich zu bezeichnen; dann ist Lieberknecht derjenige, der die Spieler immer ins Laufen bringt - und wenn nicht, ist es auch nicht sein Fehler…
Nein. Es braucht klare Beurteilungsrichtlinien.
Das gestrige Spiel kann, als Ausrutscher, so absurd es klingen mag, für sich genommen immer passieren. Verdammt viele individuelle Fehler.
Die Frage die sich bei diesen Fehlern stellt:
Sind sie Ausdruck eines sich verstetigenden Unvermögens, die in trainierbaren Inhalten ihren Ursprung nehmen?
Und da bin ich ganz klar: Definitiv.
Wir reden die ganze Saison über mangelhaftes Pass- und Positionsspiel, einen eklatanten Mangel an Abläufen - und die führen zu individuellen Blackouts, da keine Rückfallebenen gegeben sind.
Darauf sollte Lieberknecht Antworten haben - oder ganz schnell finden.