
Vorbericht: Fortuna Düsseldorf - 1. FC Kaiserslautern
Fortuna für alle, aber die Punkte für uns
Top-Duell am Samstagabend. Wenn der 1. FC Kaiserslautern bei Fortuna Düsseldorf antritt, steht nicht nur das Spiel, sondern auch ein Projekt abseits des Feldes im Fokus.
Es ist ein wohl einzigartiges Vorhaben im deutschen Fußball. Die Fortuna lässt am Samstagabend gegen den FCK alle Zuschauer kostenlos in sein Stadion. Ende April hatten die Klub-Verantwortlichen um Alexander Jobst und Klaus Allofs das Konzept vorgestellt und bekamen viel Aufmerksamkeit und weltweite Presse. Die Aktion "Fortuna für alle" ploppte in den vergangenen Tagen naturgemäß wieder vermehrt in den Medien auf. Neben den Fans der Roten Teufel, die natürlich auch keinen Eintritt bezahlen müssen, dürfen sich im Saisonverlauf auch die Anhänger von St. Pauli und Braunschweig über ein kostenloses Zweitliga-Spiel ihres Lieblingsvereins freuen. Finanziert werden soll das Projekt durch Sponsoren, die die fehlenden Ticketeinnahmen ausgleichen. Man darf über die weitere Entwicklung des Projekts gespannt sein. Eins ist der Fortuna am Wochenende aber auf jeden Fall sicher: Viele Augen in Fußball-Deutschland werden an diesem Spieltag auf Düsseldorf gerichtet sein. Dazu kommt, dass die Partie auch sportlich ein absolutes Top-Spiel ist, weil der Sechste den Dritten empfängt. Beide Klubs stehen nur hauchdünn hinter den Aufstiegsplätzen. Anpfiff ist um 20:30 Uhr.
Was muss man zum 10. Spieltag wissen? Hier sind die wichtigsten Vorab-Informationen zum Spiel in Düsseldorf:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Na? Wie oft habt ihr in den vergangenen zwei Wochen auf die Tabelle geschaut? Ja, es war so. Der 1. FC Kaiserslautern stand in der Länderspielpause auf Tabellenplatz 3. Ohne Frage eine sehr schöne Momentaufnahme, aber auch mit mehr Kampf als Glanz hart erarbeitet. Die kommenden zwei Wochen dürften noch mehr Aufschluss darüber geben, wo es in dieser Saison hingehen könnte. Nach dem stimmungsvollen Auswärtsspiel in Düsseldorf folgt dann nämlich eine englische Heimspielwoche mit den schon ausverkauften Partien gegen den HSV (28. Oktober) und Köln im DFB-Pokal (31. Oktober), am 04. November kommt es dann noch zum Duell mit Fürth. Auf die FCK-Fans warten also ein paar geile Fußballtage.
In Düsseldorf fällt Afeez Aremu wegen seiner Oberschenkelverletzung weiter aus. Auch Erik Durm fehlt noch im Kader. Der Abwehrspieler steht zwar wieder im Mannschaftstraining, hat aber noch zu viel Rückstand. Hinter Tymo Puchaczs Einsatz steht nach seiner gegen Hannover erlittenen Adduktorenverletzung noch ein dickes Fragezeichen. Als möglicher Ersatz für den Polen steht Hendrick Zuck bereit.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Fußball ist zwar ein Mannschaftssport, aber in jedem Team gibt es auch Spieler, die eine Zeit lang herausragen. Bei Fortuna Düsseldorf trifft dieses Attribut auf den Griechen Christos Tziolis zu. In sieben Einsätzen gelangen dem Neuzugang bislang fünf Tore. Durchschnittlich alle 86 Minuten schießt der 21-Jährige den Ball bislang ins gegnerische Gehäuse. Also Vorsicht. Doch nicht nur offensiv hat die Fortuna Potential, auch hinten zeigte man sich diese Saison bislang als Bollwerk. Nur sieben Gegentreffer kassierte man bisher, einzig Tabellenführer St. Pauli ist in der Defensive noch besser.
Ins Duell mit dem FCK gehen die Düsseldorfer als Tabellensechster, auch weil gegen Abstiegskandidat Osnabrück vor zwei Wochen zuhause nur ein 1:1 gelang. Fortuna-Trainer Daniel Thioune kann am Samstag fast auf sein gesamtes Personal bauen. Einzig Kapitän Andre Hoffmann fällt bis zum Jahreswechsel wegen einer Schulterverletzung aus.
Frühere Duelle
Schon 60 Mal standen sich die Fortuna und der FCK gegenüber. Kaiserslautern gewann 27 Begegnungen, die Düsseldorfer siegten 21 Mal. Zuletzt auch am 28. Mai dieses Jahres, als es in der damals für beide relativ bedeutungslosen letzten Saisonpartie am Ende 0:3 aus Sicht des FCK hieß. Das letzte Spiel in Düsseldorf war jedoch ein denkwürdiges: Philipp Klement verwandelte tief in der Nachspielzeit einen von Tyger Lobinger herausgeholten Foulelfmeter zum 2:1-Auswärtssieg vor 9.000 mitgereisten Betze-Fans.
Fan-Infos
Die Arena wird mit rund 52.000 Zuschauern offiziell voll besetzt sein, wobei man gespannt sein darf, wie viele Personen ihre Freikarten verfallen und ihre Plätze somit frei lassen. Immerhin gibt es selbst bei normalen Spielen stets eine "No-Show-Rate" von um die zehn Prozent. 5.200 Fans werden die Roten Teufel im Gästeblock unterstützen. Aber auch in den angrenzenden Blöcken sind Pfälzer Schlachtenbummler an Tickets gekommen, sodass man sicher mit 7.000 oder mehr Lautrer Anhängern rechnen kann. Alle Infos zur Anreise und sonstige organisatorische Hinweise haben der FCK und die Fortuna auf ihren Websites veröffentlichtet.
Wer noch dabei sein will, kann es in der DBB-Kartenbörse oder im Ticket-Zweitmarkt der Fortuna probieren. Hier sind unter der Woche noch viele Suchende fündig geworden. Die Partie ist ansonsten auch live im Free-TV bei "Sport1" zu sehen.
Vor Spielbeginn wird es eine Schweigeminute in Gedenken an die vielen unschuldigen Opfer im Nahostkonflikt geben. Nach dem Abpfiff verkauft die Generation Luzifer auf dem Gästeparkplatz einen Kalender für das Jahr 2024. Die Erlöse werden zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen gespendet.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Wir müssen uns auch in Zukunft die Punkte hart erarbeiten. Das Attribut 'Spitzenmannschaft' sehe ich bei uns nicht. Wir müssen viele Kleinigkeiten verbessern. Die Fortuna wird alles daran setzen, uns in der Tabelle zu überholen. Aber auch wir fahren mit sehr viel Selbstvertrauen und einer breiten Brust nach Düsseldorf."
Fortuna-Vorstand Klaus Allofs: "Es ist eine sportlich sehr wichtige Partie gegen einen tollen Gegner. Und es ist das erste Freispiel im Rahmen von 'Fortuna für alle'. Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht. So einen Weg ist noch niemand gegangen. Wir als Verein sind alle unheimlich gespannt und voller Vorfreude."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier - Zimmermann, Siebert, de Wijs, Iyoha - Sobottka - Klaus, Johannesson, Appelkamp, Tzolis - Vermeij
Es fehlen: Hoffmann (Schulterluxation)
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Soldo, Tomiak - Zimmer, Niehues, Raschl, Zuck (Puchacz) - Ritter - Tachie, Ache
Es fehlen: Aremu (Prellung), Durm (Trainingsrückstand), evtl. Puchacz (Adduktorenverletzung)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 16.10.2023:

Samstag, 20:30 Uhr: Die Roten Teufel zu Gast am Rhein
Zum ersten von drei ausverkauften Spielen in Serie gastiert der 1. FC Kaiserslautern am Samstagabend bei Fortuna Düsseldorf. Hinter dem einen oder anderen Roten Teufel steht noch ein Fragezeichen.
Über 150.000 Zuschauer: So viele Menschen werden zusammengerechnet die kommenden drei Partien des FCK auswärts in Düsseldorf sowie zuhause gegen den Hamburger SV und den 1. FC Köln (DFB-Pokal) live im Stadion verfolgen. Und bei allen Duellen ist Tradition garantiert. 60 Mal trafen etwa die Fortuna und der FCK bisher aufeinander, 27 Mal behielten die Pfälzer die Oberhand, 21 Mal die Jungs aus der Altbier-Stadt. Doch allzu weit in die Vergangenheit muss man als FCK-Fan gar nicht blicken, um sich an Highlights im Rheinstadion zu erinnern: Am 11.11. des vergangenen Jahres feierten rund mitgereiste 9.000 FCK-Fans auf eine etwas andere Art und Weise den Beginn der fünften Jahreszeit. In der sechsten Minute der Nachspielzeit verwandelte Philipp Klement einen Elfmeter, den kurz zuvor Tyger Lobinger herausgeholt hatte, zum 2:1-Auswärtssieg, der einem glorreichen Jahr für die Roten Teufel das i-Tüpfelchen setzte.
"Fortuna für alle": Los-Verfahren verhindert großen Auswärtssupport
Knapp ein Jahr später stehen die Lautrer in der Tabelle sogar noch besser da als damals: Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt blieb die Elf von Dirk Schuster in den letzten sieben Partien ungeschlagen und schob sich mit dem 3:1 gegen Hannover auf Platz 3 (17 Punkte). Die Düsseldorfer stehen mit 15 Zählern auf einem ebenfalls guten sechsten Platz, suchen aber aktuell etwas ihre Form. Die vergangenen drei Ligaspiele konnten nicht gewonnen werden, insbesondere das 1:1 zuhause gegen Osnabrück und die 0:1-Niederlage eine Woche zuvor beim Mitkonkurrenten HSV hat Trainer Daniel Thioune und seine Mannen geärgert. Prunkstück bleibt die Defensive: Erst sieben Gegentore bekam F95, nach Spitzenreiter St. Pauli der beste Wert der Liga. Allerdings: Fünf davon kassierten Fortunen zuhause. Der FCK sollte also auch am Rhein wieder mutig agieren.
Die Kulisse wird auch diesmal wieder prächtig sein, allerdings können keine 9.000 Gästefans wie vor einem Jahr vor Ort sein. Düsseldorf startet gegen den FCK sein Pilotprojekt "Fortuna für Alle". Bei drei Zweitliga-Partien können alle Fans kostenlos das Rheinstadion besuchen. Die Karten hierfür wurden zu großen Teilen ausgelost. 130.000 Ticket-Anfragen hatte es für die WM-Arena an diesem Tag gegeben, die 54.600 Menschen Platz bietet.
Fünf Spieler angeschlagen: Einige Fragezeichen beim FCK
Während Düsseldorf die Länderspielpause ohne Testspiel verbrachte, verlor der FCK mit 2:3 gegen den französischen Erstligisten FC Metz. Nach einer läuferischen Einheit am Samstag bekamen die Spieler zwei freie Tage gewährt, ehe am Dienstag die intensive Vorbereitung auf das Topspiel unter Flutlicht startet. Ragnar Ache (Oberschenkelprobleme) soll dann auf jeden Fall wieder auf dem Platz stehen. Auch die schon länger lädierten Erik Durm (muskuläre Probleme) und Afeez Aremu (Oberschenkelverletzung) sollen in der kommenden Woche zumindest wieder reduziert ins Training einsteigen. Hoffnung besteht auch bei Tymo Puchacz, der trotz eines Adduktoren-Faserrisses aus der Partie gegen Hannover zur polnischen Nationalmannschaft gereist war. Dortige Untersuchungen haben laut FCK-Trainer Schuster ergeben, dass die Verletzung nicht so schlimm sei, wie zunächst befürchtet. Noch keine genaue Diagnose gibt es bei Julian Niehues, der wegen Muskelbeschwerden kurz vor Ende des Tests gegen Metz ausgewechselt wurde. Doch auch bei ihm geht Schuster von "nichts dramatischem" aus. Bei der Fortuna kehrt Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann nach seiner verbüßten Gelb-Rot-Sperre vermutlich wieder in die Startelf zurück.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 17.10.2023:
Gegner-Check F95: Fortuna fehlt's an Abschlussglück
Es ist angerichtet: Der erste Zweitligakick mit freiem Eintritt. Eine große Stadionkulisse ist garantiert, im TV die Prime Time reserviert. Und den 1. FC Kaiserslautern erwartet mit Fortuna Düsseldorf ein Gegner, der einem sich andeutenden Abwärtstrend trotzen muss.
Anspruch und Wirklichkeit: Grundsätzlich muss es im Sport ja immer darum gehen, besser zu werden. Und wenn eine Saison auf Rang 4 abgeschlossen worden ist, kann das Ziel für die nächste eigentlich nur lauten: mindestens einen Schritt weiter kommen, also Relegationsrang. Noch besser: direkter Aufstieg. Dagegen hätte der Düsseldorfer Anhang sicher auch nichts. Doch ob solche Ambitionen berechtigt sind? Daran scheiden sich die Geister. Mit Dawid Kownacki und Rouwen Hennings haben die Fortunen im Sommer gleich zwei Torjäger verloren. Der starke Linksverteidiger Mihal Karbownik, vergangenes Jahr aus Brighton geliehen, kickt nun bei Hertha BSC, Innenverteidiger Christoph Klarer beim Erstligisten Darmstadt. Dennoch verlief der Saisonstart traumhaft. Nach vier Siegen in sechs Partien stand die Elf von Trainer Daniel Thioune auf Rang 1. Doch nach drei sieglosen Spielen zuletzt ist die Euphorie abgeebbt. Die Stimmen der Skeptiker sind wieder lauter geworden, die schon im Sommer klagten, der Kader sei zu klein. Hinzu kommen Verletzungsausfälle wie der des Kapitäns und Abwehrchefs André Hoffmann. Der letzte Auftritt vor der Länderspielpause endete mit einem wenig erbaulichen 1:1 gegen Aufsteiger Osnabrück, bei dem die Düsseldorfer trotz 58 Prozent Ballbesitz vor Gegners Tor kaum was zustande brachten.
Die Neuen: Eine nennenswerte Ablöse haben die Fortunen lediglich in Yannik Engelhardt investiert. Den Sechser eiste Sport-Vorstand Klaus Allofs für kolportierte 600.000 Euro vom SC Freiburg los. Der 22-Jährige schaffte es direkt in die Stammelf und offenbart Potenzial nach oben. Bereits etabliert haben sich auch der linke Flügelstürmer Christos Tzolis und Achter Ísak Jóhannesson, Leihgaben aus Norwich und Kopenhagen. Mit fünf Treffern ist Tsolis bislang auch bester Torschütze des Teams, allerdings traf er zwei Mal per Elfmeter. Der Lautrer Fans noch aus Drittliga-Zeiten bei Duisburg und Freiburg II gut bekannte Vincent Vermeij dagegen pendelt bislang lediglich zwischen Starelf und Reservebank, zuletzt fehlte er krankheitsbedingt. Der ablösefrei aus Krakau verpflichtete Pole Dennis Jastrzembski zeigte bei Kurzauftritten gute Ansätze und ist trotz Gelb-Rot bei Düsseldorfs U23 am Samstagabend einsatzberechtigt.
Die Formation: F95-Coach Thioune setzt seit Saisonbeginn bevorzugt auf eine Vierer-Abwehrkette, nachdem er vergangene Saison öfter mit drei Mann in der hinteren Reihe variierte. Geführt wird die Verteidigung nach Hoffmanns Ausfall vom Niederländer Jordy de Wijs. Ihm zur Seite steht seit einigen Wochen der erst 21-jährige Jamil Siebert. Das Tor hütet seit Jahr und Tag Florian Kastenmeier. Der etatmäßige rechte Verteidiger Matthias Zimmermann fehlte gegen Osnabrück GelbRot-gesperrt und wurde vom Japaner Takashi Ushino ersetzt. Auf der linken Verteidigerseite erhält seit Saisonbeginn Emmanuel Iyoha den Vorzug vor dem Franzosen Nicolas Gavory. Iyoha ist von Haus aus offensiver Flügelspieler und entsprechend vorwärtsorientiert. Im zentralen Mittelfeld setzt Thioune auf ein Triangel. Meist komplettiert Feintechniker Shinta Appelkamp das Duo Engelhardt/Jóhannesson, Appelkamp ist mit vier Vorlagen auch bester Vorbereiter des Teams. Gegen Osnabrück schwächelte das Trio jedoch. Derweil hat sich in der Länderspielpause mit Vize-Kapitän Marcel Sobottka ein Leitwolf aus dem Krankenstand zurückgemeldet, da könnte sich ein Wechsel abzeichnen. Dagegen kommt Ao Tanaka, Kapitän der japanischen Nationalmannschaft und mit dieser auch unter der Woche unterwegs gewesen, in Düsseldorf nicht recht in die Gänge. So richtig abgeschrieben ist er aber noch nicht. Auf den Flügeln dürften Tsolis links und Felix Klaus recht gesetzt sein. Die zentrale Sturmposition bereitet den Fortuna derzeit am meisten Kummer: Der erfahrene Daniel Ginczek hat ebenso wie Vermeij erst einmal getroffen. Dafür hat Nachwuchsmann Jona Niemiec zuletzt in der U23 mit Treffern auf sich aufmerksam gemacht. Nicht auszuschließen, dass der 22-Jährige gegen den FCK erstmals von Beginn an ran darf.
Zahlenspiele: Thiounes Wille zufolge soll sein Team Dominanz und Kontrolle ausüben. 52 Prozent Ballbesitz im Schnitt bedeuten den vierthöchsten Wert der Liga, die Passquote ist mit 85,8 Prozent die zweithöchste der Klasse. Jordi de Wijs zählt mit 91,3 Prozent Passquote zu den ballsichersten Defensivspezialisten des Unterhauses. Felix Klaus hat diese Saison schon 30 Mal aufs Tor geschossen, nur der Hamburger Robert Glatzel und der Lauter Ragnar Ache versuchen es öfter. Allerdings: Ache hat schon sechsmal getroffen, Glatzel fünfmal - und Klaus nur einmal. Ein kleines, aber feines Indiz, das aufs große Manko des Teams hinweist:. Aufwand und Ertrag stehen bei der Fortuna - noch - in keinem guten Verhältnis. In den schwächeren Spielen zeigte sich das Team zudem anfällig bei Kontern und nach Ecken. Unterm Strich aber stellt Düsseldorf mit erst sieben Gegentreffern nach neun Spielen nach St. Pauli die zweitbeste Hintermannschaft der Zweiten Liga.
Fazit: Es ist das erste von drei Saisonspielen im Rahmen des Projekts "Fortuna für alle", das dank des Invests verschiedener Sponsoren allen Stadionsbesuchern freien Eintritt ermöglicht. Über dessen Pro und Contra müssen wir hier nicht diskutieren. Sicher ist: Den 1. FC Kaiserslautern erwartet unter diesen Vorzeichen eine große Kulisse, das Rheinstadion ist mit 54.600 verfügbaren Plätzen sogar noch größer als das Fritz-Walter-Stadion. Und ein Gegner, der beweisen muss, dass die drei sieglosen Spiele zuletzt nicht mehr als eine Ergebnisdelle markieren - und eben nicht den Beginn einer Abwärtsspirale. Für einen Gast heißt es da: Nerven behalten und die anderen nervös werden lassen. Und auf die eigene Stärke vertrauen. Ein Gegner, der an sich selbst hohe Ansprüche in Sachen Dominanz und Kontrolle stellt, sich aber schwer tut, diese umzusetzen - der könnte ein gefundenes Fressen sein für "Umschalt"-Spezialisten wie Ache, Tachie, Ritter und Co. Die Osnabrücker haben die Düsseldorfer sich vor ihrem Strafraum austoben lassen und dann ihre Konter gesetzt, überwunden wurden sie letztlich nur durch einen Rückraumgeschoss Iyohas. Wenn die Roten Teufel diesen Stil kopieren, dabei aber ihre höhere individuelle Qualität in die Waagschale werfen, sollte einiges drin sein.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.10.2023:
Ache und Puchacz stehen wieder auf dem Trainingsplatz
Das Lazarett des Zweiligisten 1. FC Kaiserslautern lichtet sich. In den beiden Trainingseinheiten am Dienstag war fast der komplette Kader auf dem Platz - also auch Tymoteusz Puchacz und Erik Durm. Nur Afeez Aremu fehlte. (…)
Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz
Ergänzung, 19.10.2023:
Schuster sieht noch Potential und hofft weiter auf Puchacz
Ein Wettlauf gegen die Zeit und vor dem Gegner bleiben als Zielsetzung: Beim 1. FC Kaiserslautern freut man sich nach zwei intensiven Trainingswochen auf das Top-Spiel bei Fortuna Düsseldorf.
"Wir wollen nach diesem Spiel weiter vor Fortuna stehen", benennt Dirk Schuster das klipp und klare Ziel vor der Partie am Samstagabend (20:30 Uhr, Rheinstadion, auch live auf "Sport1"). Der FCK steht derzeit mit zwei Zählern Vorsprung auf Düsseldorf auf dem dritten Tabellenplatz. Um diese Momentaufnahme nach knapp einem Viertel der Saison zu festigen, haben die Roten Teufel in der Länderspielpause intensiv gearbeitet, wie der FCK-Trainer betont. Teilweise seien Doppelschichten gefahren worden, ein Laktattest wurde ebenso absolviert wie ein aufschlussreiches Testspiel gegen den französischen Erstligisten FC Metz (2:3). Denn trotz des guten Laufs mit 17 Punkten aus den letzten sieben Spielen sieht Schuster noch Verbesserungspotential und tritt damit auch ersten Medienberichten zum Thema Aufstieg entgegen: "Wir haben am Anfang der Saison sehr ordentlich gepunktet, aber nicht mit Hurra-Fußball, sondern mit harter Arbeit. Jetzt haben wir mit Düsseldorf und Hamburg zwei namhafte Gegner vor der Brust, bei denen ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie nächste Saison in der Ersten Liga spielen. Das Attribut 'Spitzenmannschaft' sehe ich bei uns nicht, weil wir Woche für Woche an unsere Leistungsgrenze gehen und viele Kleinigkeiten noch besser machen müssen. Wenn wir nicht hundert Prozent defensiv am Mann arbeiten, Flanken und Schüsse nicht verhindern, dann schlägt es hinten ein. Darauf haben wir in der Trainingswoche auch nochmal explizit hingewiesen: Wir müssen zuerst sauber verteidigen, wollen aber trotzdem mit Mut nach vorne spielen. Das ist die Balance, die wir finden müssen, und das haben wir in den letzten Spielen gut gemacht."
Ache und Niehues einsatzbereit - Aremu und Durm noch mit Rückstand
Personell gibt es gute und schlechte Nachrichten: Die vergangene Woche leicht lädierten Ragnar Ache und Julian Niehues sind einsatzbereit und können voraussichtlich in der Startelf stehen. Bei Tymo Puchacz hat sich der Adduktoren-Faserriss aus dem Heimspiel gegen Hannover zum Glück als nicht so schlimm herausgestellt, seine Einsatzbereitschaft in Düsseldorf werde allerdings ein "Wettlauf mit der Zeit". Definitiv ausfallen werden weiterhin Afeez Aremu (Oberschenkelverletzung), der diese Woche aber immerhin erste Schritte im Training machen konnte, und Erik Durm (Trainingsrückstand nach muskulären Problemen).
Das Rheinstadion ist zur Premiere der Aktion "Fortuna für alle" mit rund 52.000 Freikarten offiziell "ausverkauft". Der FCK hat knapp 5.200 kostenlose Tickets für den Gästeblock erhalten, hinzu kommen weitere Betze-Fans in den umliegenden Stadionbereichen.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Düsseldorf folgen am Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
