
Ache-Tor zu wenig: Lautern unterliegt St. Pauli mit 1:2
Der 1. FC Kaiserslautern startet mit einer Niederlage in die neue Saison. Gegen den FC St. Pauli verlieren die Roten Teufel auf dem Betzenberg mit 1:2 (0:0). Ragnar Ache trifft als Joker nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Im ersten Spiel der Spielzeit 2023/24 musste FCK-Trainer Dirk Schuster neben dem gesperrten Kapitän Jean Zimmer auch auf Torjäger Terrence Boyd verzichten, der es aufgrund seiner Knieprobleme nicht in den Kader schaffte. Für Boyd spielte Lex Tyger Lobinger von Beginn an, Neuzugang Ragnar Ache saß zunächst auf der Bank. Weil dort auch Kevin Kraus Platz nahm, deutete zunächst einiges auf eine 4-2-3-1-Grundformation hin, die sich beim Anpfiff dann aber doch als das erwartete 3-4-3 entpuppte. Julian Niehues agierte auf der zentralen Defensivposition, in der Mittelfeldzentrale begannen Marlon Ritter und Neuzugang Tobias Raschl.
Vor 44.079 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion kamen die als Aufstiegskandidat gehandelten Gäste besser in die Partie. Die Roten Teufel hatten zunächst Mühe, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien und mussten sich in der 12. Minute bei Andreas Luthe bedanken, der einen Schuss von Marcel Hartel gerade so zur Ecke klären konnte. In der Folge wurde das Spiel ausgeglichener und in der 24. Minute meldete sich auch der FCK im Strafraum an. Eine doppelte Schusschance von Hendrick Zuck wurde von den Gästen jeweils geblockt. Eine Gelegenheit auf beiden Seiten gab es bis zur Pause noch zu vermerken: In der 40. Minute brachte St. Paulis Elias Saad keinen Druck hinter einen Kopfball, auf Seiten der Lautrer traf Lobinger den Ball bei einem Versuch von der Strafraumgrenze ebenfalls nicht voll (45.).
Der zweite Durchgang begann schlecht für die Roten Teufel. In der 52. Minute bediente Jackson Irvine den startenden Saad mit einem Ball an die Strafraumgrenze. Der Hamburger kam vor Luthe an das Leder, umkurvte den Keeper und vollendete ohne Mühe zum 0:1. Dirk Schuster reagierte nach gut einer Stunde mit der Hereinnahme von Tymo Puchacz und Ragnar Ache, die beide unmittelbar nach ihrer Einwechslung zu einer Möglichkeit kamen. Noch besser wurde es wenig später. Eine Hereingabe von Aaron Opoku erwischte Kenny Redondo nicht richtig, doch am langen Pfosten lauerte Ache, der den Querschläger gleich zu seinem ersten Treffer im FCK-Trikot einköpfte - 1:1 in der 66. Minute. Die Freude über den Ausgleich währte allerdings nicht lange. Eine Viertelstunde vor Schluss verursachte Raschl gegen Hartel einen Foulelfmeter. Hartel trat selbst an und verwandelte sicher zum 1:2 (75.). Die Chance zum erneuten Ausgleich hatte wieder Ache, doch der Angreifer konnte St. Paulis Torwart Nikola Vasilj in der 83. Minute nicht überwinden.
Nach der Niederlage zum Saisonstart wartet auf die Lautrer am kommenden Samstag direkt die nächste große Aufgabe. Im Topspiel um 20:30 Uhr ist die Mannschaft dann beim FC Schalke 04 zu Gast.
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Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - FC St. Pauli 1:2
Ergänzung, 16:36 Uhr:

Raschl: "Das war dumm und geht voll auf meine Kappe"
Nach der 1:2-Pleite gegen den FC St. Pauli überwiegt beim 1. FC Kaiserslautern die Enttäuschung. Lob gibt es unter anderem für Ragnar Ache und eine kämpferische Mannschaftsleistung.
"Heute tut es weh", leitete FCK-Trainer Dirk Schuster sein Fazit ein. "Wir haben gegen eine spielstarke Mannschaft ein relativ gutes Spiel gemacht. Wir haben in der ersten Halbzeit nur einen Schuss zugelassen. Bei eigener Balleroberung waren wir aber zu unpräzise. Bei den Gegentoren haben wir kräftig mitgeholfen. Das waren Fehler, die St. Pauli eiskalt ausgenutzt hat. Taktisch kann ich der Mannschaft aber nichts vorwerfen. Kämpferisch können wir auf die Partie aufbauen, haben dabei gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Wir müssen uns jetzt einmal kurz schütteln, weil sich das Ergebnis brutal schlecht anfühlt nach einer guten Leistung."
Ache mit "geilem Debüt" und keiner schlimmeren Verletzung
Es hätte ein perfekter Einstand werden können. In der 61. Minute eingewechselt, traf Neuzugang Ragnar Ache nur drei Minuten später vor der Westkurve per Kopf zum viel umjubelten zwischenzeitlichen Ausgleich. Doch durch die Niederlage am Ende wurde die Premiere des 25-Jährigen natürlich getrübt, zumal er noch die Chance auf das 2:1 vergab. Schuster lobte ihn dennoch: "Ich glaube, Ragnar hat ein geiles Debüt hingelegt. Er hat sich für seinen Kampf und seine bisherige Trainingsleistung belohnt. Bis auf das Ergebnis war es für ihn ein Einstand nach Maß."
Kurz vor Schluss verhinderte Ache mit einem Sprint über 30 Meter zudem eine höhere Niederlage, verletzte sich aber dabei, weswegen er nach Abpfiff in der Kabine behandelt werden musste und nicht vor die Mikrofone treten konnte. Eine genaue Diagnose steht noch aus, Schuster gab aber bereits leichte Entwarnung. Eine schlimmere Verletzung könne nach ersten Untersuchungen ausgeschlossen werden.
Luthe: "Ein Spiel, das man nicht verlieren muss"
Die Freude über den Ausgleich währte nicht lange. In der 75. Minute ging Tobias Raschl zu ungestüm in den Zweikampf, sodass es Elfmeter für die Kiezkicker gab, den sie eiskalt verwandelten. "Ich fühle mich leer, weil ich mitverantwortlich bin für diese Niederlage. So ein Fehler darf mir auf diesem Niveau nicht passieren. So verteidige ich nie im Zentrum. Das war einfach dumm und geht voll auf meine Kappe. Es tut mir leid für die Fans und das Team, weil wir uns gut reingehauen haben und sicher etwas verdient gehabt hätten", erzählte ein sichtlich geknickter Raschl nach Spielende. Von seinen Mannschaftskollegen sowie seinem Trainer wurde er dafür aber in Schutz genommen. Fußball sei schließlich Mannschaftssport, so der übereinstimmende Tenor.
Dieser Meinung war auch Keeper Andreas Luthe. Der Schlussmann ärgerte sich vor allem, weil auch er ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen hatte: "Ich finde, wir waren gut im Spiel. Man weiß vor der Saison ja nicht so richtig, wo man steht. Aber wir waren absolut konkurrenzfähig mit St. Pauli, die ich auch zu den besseren Teams in der Liga zählen würde. Das waren zwei Tore, die man nicht kriegen muss. Das Spiel muss man nicht unbedingt verlieren." Doch auch der 36-Jährige blickt schon nach vorne: "Jetzt haben wir Schalke vor der Brust. Das sind halt zwei Bretter zum Start. Aber wir sind auf Augenhöhe. St. Pauli war ja nicht viel besser als wir."
Niehues: "Es war ein sehr tempoarmes Spiel"
Auf etwas ungewohnter Position war Julian Niehues unterwegs, der im Zentrum der Dreier-Abwehrkette agierte, seine Sache aber ordentlich machte. Doch nach der Niederlage rückte das in den Hintergrund: "Es hat mir Spaß gemacht, aber es ist natürlich ärgerlich, dass wir das Spiel verloren haben. Wir haben erstmal probiert, kompakt zu stehen. In der ersten Hälfte war es ein sehr tempoarmes Spiel. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein paar Chancen. Ich glaube, wir haben einen guten Kampf geliefert. Wir wissen, dass St. Pauli eine bärenstarke Mannschaft ist. Die machen ihre Chancen eiskalt weg. Klar machen wir auch ein paar Fehler. Die müssen wir uns anschauen und dann machen wir es auf Schalke besser."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19:18 Uhr:

Blick in die Kurve
44.000 Zuschauer: FCK-Fans haben weiter Bock auf Betze
Neue Saison, gewohnt starker Support: Beim ersten Auftritt des 1. FC Kaiserslautern gegen den FC St. Pauli ist das Fritz-Walter-Stadion wieder prächtig gefüllt. Die Ultras läuten die Spielzeit mit einer weiteren sehenswerten Choreo ein.
"25 Jahre Aufsteigermeister" - mit einem riesigen Spruchband und einer im Herzen der Westkurve nach oben gezogenen und von der Jahreszahl 1998 eingerahmten Meisterschale erinnern die Ultras der Generation Luzifer ein weiteres Mal an das Fußballmärchen, als der FCK vor einem Vierteljahrhundert als Aufsteiger zu seinem vierten deutschen Meistertitel stürmte. Da auch die GL in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum feiert, darf man sich bei den kommenden Spielen möglicherweise auf weitere Aktionen im ähnlichen Stil freuen.

Heute stehen die Lautrer vor ihrer zweiten Saison in der 2. Bundesliga, nachdem sie im Vorjahr endlich den Sprung zurück aus der Drittklassigkeit geschafft hatten. Mindestens erstklassig ist schon seit Monaten der Support. Mehr als 40.000 Fans strömten in der vergangenen Spielzeit im Schnitt ins Fritz-Walter-Stadion. Und auch zum Auftakt gegen die hoch gehandelten Kiezkicker sind es 44.079 Zuschauer, die beim ersten FCK-Match in der neuen Spielzeit dabei sein wollen. Zum Vergleich: Im Eröffnungsspiel im Vorjahr waren es am Freitagabend gegen Hannover "nur" 40.579.

Bevor der Ball rollt, heizen die "Anonyme Giddarischde" den Anhängern mit ihrem "Palzlied" ein, das längst zum festen Repertoire eines jeden Spiels im Fritz-Walter-Stadion gehört. Zum zweiten Mal ist die Band aus Frankenthal live vor Ort und gibt in der Ecke Nord-West des Stadions ihren Klassiker zum Besten. Zehntausende nach oben gereckte FCK-Schals und mitsingende Zuschauer sorgen für ein sehr eindrucksvolles Gesamtbild.
Bei aller Begeisterung über die überragenden Zuschauerzahlen auf dem Betze gingen damit in jüngerer Vergangenheit auch einige negative Aspekte einher. Während die sogenannte Sektorentrennung im Umlauf des Stadions zwischen den einzelnen Tribünen aus Sicht des Vereins die erhoffte Wirkung erzielt und man in der Westkurve nicht mehr so gequetscht steht, sorgt das Sicherheitskonzept der Polizei für reichlich Ärger und Diskussionen. Auch vor der Partie gegen St. Pauli appellierten die Sicherheitskräfte an die Besucher, besser etwas mehr Zeit für den Besuch auf dem Betze einzuplanen. Die Ultras reagieren mit einem an die Polizei und den Lautrer Einsatzleiter gerichteten Spruchband: "Neue Saison, altes Problem: Ralf Klein und sein 'Einsatzkonzept'". In der Pressemitteilung der Polizei ist nach der Partie von einem Saisonauftakt ohne besondere Zwischenfälle die Rede. Auch von Seiten der Fans gibt es zunächst keine ganz krassen Berichte, wenn man von Kleinigkeiten mal absieht.

Die Gäste aus Hamburg werden im Fritz-Walter-Stadion von rund 3.000 Anhängern angefeuert, wobei sich der Stimmungskern auf den Sitzplätzen des Gästebereichs breit macht. Passend zum Spielverlauf sind die Hamburger akustisch während der 90 Minuten immer mal wieder zu hören. Optische Highlights gibt es dagegen keine zu sehen. Am Ende feiern die neben vielen Umlandfans auch - laut Zaunfahnenbild - von befreundeten Anhängern von AEK Athen, Hapoel Tel-Aviv, Olympique Marseille, Bayern München und Standard Lüttich unterstützten Gästefans einen erfolgreichen Start in die Saison 2023/24.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen den FC St. Pauli:
- Fotogalerie | 01. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - FC St. Pauli
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 30.07.2023:

Lichtblick Ache: Die Noten zum 1:2 gegen St. Pauli
Der 1. FC Kaiserslautern zeigt beim 1:2 gegen den FC St. Pauli eine vor allem offensiv schwache Leistung, was sich auch in den Spielernoten niederschlägt. Hoffnung auf Besserung macht Ragnar Ache.
Es war mehr drin als diese Niederlage zum Auftakt der Saison 2023/24. Darin waren sich die Roten Teufel in der ersten Spielanalyse einig. Erst recht nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Joker Ragner Ache, der erst drei Minuten zuvor zu seinem Debüt im FCK-Trikot gekommen war. Bei knapp 3.000 Einzelbewertungen in unserer auch diese Saison wieder angebotenen Spielerbenotung auf Der Betze brennt mit 1,7 die mit Abstand beste Durchschnittsnote von Seiten der FCK-Fans. Auch die Journalisten der "Rheinpfalz" sehen den 25-Jährigen als besten Lautrer. Mit dem ebenfalls eingewechselten Tymo Puchacz (DBB: 2,8 / Rheinpfalz: 3,5) sowie Startelf-Spieler Jan Elvedi (2,9 / 2,5) gehören zwei weitere Neuzugänge zu den notenbesten Spielern.
Neuzugänge noch am besten - Lobinger und Zolinski abgestraft
Die restlichen Teufel ernten ziemlich ernüchternde Bewertungen. Insbesondere die Leistung von Stürmer Tyger Lobinger (5,2 / 5,0) wird sehr kritisch gesehen. Dies gilt auch für Ben Zolinski, der von den Fans ebenfalls als "mangelhaft" eingestuft wird (4,9). Allerdings muss dabei angemerkt werden, dass der 31-Jährige lediglich etwas mehr als 20 Minuten auf dem Platz stand. Auch der in der Regel gut abschneidende Marlon Ritter konnte nicht die gewünschten Offensiv-Akzente setzen und erhält von Anhängern und schreibender Zunft nur eine Vier vor dem Komma (4,1 / 4,0). Die meisten anderen Akteure müssen sich mit Durchschnittsnoten zwischen 3,2 und 3,8 abfinden.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen St. Pauli können noch bis heute, 14:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-FCSP. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt

