Unabhängig davon, was Rudi Völler in der Vergangenheit sich geleistet hat an Negativem und für welche/n Verein/e er tätig war (war ja bei weitem nicht nur Bayer), da mag man persönlich von ihm halten, was man will, das bleibt jedem unbenommen.
ABER: er hat derzeit die wohl wichtigste Position inne im deutschen Fußball, mindestens mal im Bereich Prestige. Er steht im Rampenlicht wie kaum ein zweiter auf Bundesebene, weil er damit beauftragt ist, die heimische EM nicht zum vielerseits erwarteten Desaster werden zu lassen.
Wenn SO EINER dann eben diese (sicherlich auch von ihm persönlich so empfundenen, das unterstelle ich ihm einfach mal) Sätze öffentlich zu Protokoll gibt, dann ist das mindestens mal eins: ein dickes Kompliment und eine Bestätigung ALLER hier im Verein, vom kleinen Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle bis hin zu den Führungsstrukturen um Don Hengen, von der Jugendarbeit bis zum Profibereich inklusive Trainerteams auf allen Ebenen; vor allem jedoch von dem, was den Verein grade erst die letzten beiden Heimspiele mal wieder ausgemacht hat und nur allzu gravierend den Unterschied verdeutlicht gegenüber anderen Clubs: wir Fans!
Mir zeigt das jedenfalls vor allem eins, nämlich dass sich die Wahrnehmung von uns inzwischen deutlich zum Positiven hin verschoben hat. Und das ist gut so. Da ist es mir auch wurscht, welche Person das sagt, seine Position und Funktion machen hier den Wert der Aussage aus.
Von daher kann man auf den ollen Rudi eindreschen, wenn man das mag. Dabei muss man nur aufpassen, dass man auch davor das Glashaus verlassen hat, wenn man mit Steienn um sich wirft.
Man kann aber sich auch einfach mal freuen, dass die öffentliche Wahrnehmung unseres Vereins sich zunehmend dem annähert, was wir selbst für diesen Verein empfinden. Und der olle Rudi trägt hiermit seinen Teil dazu bei. Müsste er nicht, er hätte auch einfach gar nix sagen können. Oder wie ein Köllner zum 13. Mal auf unsere jahrelange Misswirtschaft verweisen können mit Nutzung des Insolvenzschlupflochs als Wettberwerbsvorteil. Hat er aber nicht.
Grüße, SuperMario
P.S.: Bayer Leverkusen wurde 1904 als Werksverein gegründet. Wie viele später erfolgreiche, heute aber nicht mehr so wahrgenommene Vereine eben auch. Insbesondere Ruhrpottvereine entstammen aus Bergwerkgesellschaften und Arbeiterverbünden.
Mag sein, dass Bayer als Hauptsponosr des namengebenden Werkvereins über Jahre Kohle in einen Club gepumpt hat, den keinen interessiert hat. Dass man Bayer 04, dann aber in einen Topf wirft mit VW Wolfsburg, RedBull Leipzig oder TSG Dietmar Hoppenheim, das ist dann auch wiederum der Arbeiterbewegung, die dem Entstehen des Clubs Bayer 04 zu Grunde liegt, nicht wirklich gerecht werdend.
Dass Vereine, wenn ihnen der Hauptsponsor abspringt, immer mal wieder in Schieflage geraten, das ist nix Neues. Ging auch anderen "Traditionsclubs" schon so. Mit dem Finger auf Bayer zu zeigen wegen Uerdingen, wo es damals im Management auch unzählige hanebüchene und haarsträubende Fehler gab (nicht anders als lange Zeit bei uns), die zum Ausstieg von Bayer beigetragen haben, kann man machen. Von Ahnung zeugt das aber nicht.