
Nach Rückstand: Lautern mit 1:1 gegen Braunschweig
Die Ungeschlagen-Serie hält, die Unentschieden-Serie aber auch. Der 1. FC Kaiserslautern trennt sich von Eintracht Braunschweig nach Rückstand mit einem 1:1 (0:0) und teilt zum fünften Mal in Folge die Punkte.
Die Roten Teufel gingen wir erwartet ohne große Umstellungen in das wichtige Heimspiel gegen den Mitaufsteiger aus Niedersachsen. Nur im Tor musste Trainer Dirk Schuster wegen der Rotsperre für Andreas Luthe umstellen und beorderte Avdo Spahic als Luthe-Vertreter zwischen die Pfosten. 36.332 Zuschauer waren gekommen und sahen trotz Dauerregens und einem entsprechend schwer zu bespielenden Rasen eine muntere erste Halbzeit mit Torchancen auf beiden Seiten.
Den Auftakt machte schon in der 4. Minute Philipp Klement mit einem Schuss knapp am Torwinkel vorbei. Terrence Boyd scheiterte wenig später nach Zusammenspiel mit Jean Zimmer aus spitzem Winkel an Eintracht-Schlussmann Jasmin Fejzic (8.), der jeweils aufgerückte Boris Tomiak hatte mit zwei Kopfbällen dann die dicksten FCK-Chancen des ersten Durchgangs. Tomiaks ersten Versuch nach einer Ecke von Klement klärten die Braunschweiger unmittelbar vor der Torlinie (9.). Bei der zweiten ebenfalls nach Klement-Flanke war wieder ein blau-gelbes Abwehrbein dazwischen (23.). Auch der direkt folgende Versuch von Boyd wurde von den Braunschweigern geblockt.
Der FCK hatte die Mehrzahl und auch die besseren Chancen, aber auch die Gäste kamen das ein oder andere Mal gefährlich vor das Tor von Spahic. In der 17. Minute traf Anthony Ujah nach einem Eckball per Kopf ins Netz. Weil er sich dabei gegen Hendrick Zuck regelwidrig aufstützte, zählte der Treffer nicht.
Die zweiten 45 Minuten begannen aus Lautrer Sicht gar nicht gut. Nach einem Freistoß aus der Braunschweiger Hälfte war die Defensive unsortiert. Lion Lauberbach wurde freigespielt und überwand Spahic zum 0:1 (52.). Die Roten Teufel reagierten aber prompt. Bei einer Volleyabnahme von Zuck verhinderten die Gäste wieder kurz vor der Linie noch den Einschlag (54.). Kurz darauf traf Tomiak nach einer Ecke per Kopf zum verdienten 1:1 (55.). In der 63. Minute hätte Boyd die Partie um ein Haar komplett gedreht, scheiterte aber alleine vor dem Tor an Fejzic.
In der Schlussphase wurde die Partie zunehmend hektisch, vor allem als Schiedsrichter Schröder in der 71. Minute Klement die Rote Karte zeigte. Der Lautrer hatte gegen Ujah zuerst den Ball gespielt und dann den Gegner auch am Knöchel erwischt. Nach Überprüfung der Videobilder nahm der Referee den Platzverweis zurück und zeigte Klement stattdessen Gelb. Ganz am Ende schafften es die Lautrer noch einmal, den Gegner hinten einzuschnüren. Der erlösende Führungstreffer wollte aber nicht mehr gelingen. Den allerletzten Schuss in der Nachspielzeit parierte Fejzic mit den Fingerspitzen (90.+3).
Nach dem fünften Unentschieden in Folge bleiben die Roten Teufel in der Tabelle weiter im oberen Mittelfeld und halten den Mitaufsteiger punktemäßig auf Distanz. Am kommenden Samstagabend sind die Lautrer zu Gast im Liga-Topspiel beim Hamburger SV.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig 1:1
Ergänzung, 16:57 Uhr:

Stimmen zum Spiel
Boyds Fazit: "Wieder ein Punkt für den Klassenerhalt"
Zehn Spiele, nur eine Niederlage. Beim 1. FC Kaiserslautern ist man nach dem 1:1 gegen Eintracht Braunschweig insgesamt zufrieden, auch wenn der eine oder andere Spieler nach dem fünften Remis in Folge etwas hadert.
Wieder nicht verloren. Wieder einen Rückstand aufgeholt. Aber auch wieder nicht gewonnen. Für die Roten Teufel war das 1:1 gegen Braunschweig das nunmehr sechste Spiel in Folge ohne Niederlage. Aber eben auch das fünfte Remis in Serie. Damit ist der eigene Vereinsrekord eingestellt: Schon 1996/97 und 2014/15 gab es in der 2. Bundesliga jeweils fünf Punkteteilungen nacheinander. Cheftrainer Dirk Schuster zog dennoch ein überwiegend positives Fazit: "Es war ein sehr kampfintensives Spiel. Ich glaube, dass wir die etwas besseren Chancen hatten. Ich kann meiner Mannschaft bis auf die Chancenverwertung keinen großen Vorwurf machen. Sie haben sich an die taktischen Vorgaben gehalten und dem Gegner alles abverlangt. Nach dem Rückstand kamen wir schnell zurück und haben versucht, das Spiel für uns zu entscheiden. Es sollte nicht sein. Es hätte uns gut zu Gesicht gestanden, aber es wäre vielleicht etwas zu viel des Guten gewesen. Wir konnten unsere Serie weiter ausbauen und können nun mit breiter Brust nach Hamburg fahren."
Schuster: "Wir können mit breiter Brust nach Hamburg fahren"
Einige Chancen, den dritten Heimsieg der Saison einzufahren, hatte auch heute wieder Terrence Boyd. Der 31-jährige Stürmer verbrachte nach der Partie aber keine Zeit, um zu hadern, sondern unterstrich einmal mehr, dass der FCK als Aufsteiger über jeden Punkt glücklich sein könne: "Wir haben gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt gepunktet. Wir wollten das Momentum mitnehmen und haben wieder gemerkt, wie magisch dieses Stadion in solchen Situationen ist. Auch wenn es uns nicht gelungen ist, ist das Glas immer halbvoll. Es ist immer wieder ein Punkt für den Klassenerhalt, das darf man nicht vergessen. Es war ein hart umkämpftes Spiel, wir hätten gern den totalen Turnaround im Spiel geschafft, aber wir haben wieder gezeigt, dass nach einem Rückstand die Messe noch lange nicht gelesen ist. Mit diesem Gefühl fahren wir jetzt auch nach Hamburg." Beim souveränen Tabellenführer HSV steht kommenden Samstag das Topspiel am Abend an, rund 10.000 FCK-Fans reisen mit in den hohen Norden.
"Rotsünder" Klement: "Ich habe mich gewundert"
Trotz des stark regnerischen Wetters sorgte Philipp Klement insbesondere in der ersten Hälfte für den einen oder anderen spielerischen Höhepunkt. Nach 71 Minuten wäre er jedoch fast zum Pechvogel geworden, nachdem Schiedsrichter Schröder nach einem Foul Klement zunächst die Rote Karte zeigte, diese nach Konsultation des Video-Schiedsrichters aber richtigerweise zurücknahm. "Ich habe im Spiel gemerkt, dass ich den Ball getroffen habe. Deshalb hat es mich im ersten Moment gewundert, dass es die Rote Karte gab. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich ihn getroffen habe. Es war aber keine böse Absicht. Für mich war das keine Rote Karte. Ich habe dann aber schon gezittert, da sich der Schiedsrichter relativ sicher war", beschreibt der 30-Jährige die Situation. Mit Blick auf das Ergebnis ist Klement nicht wirklich zufrieden: "Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Auf dem schlechten Platz war das ein ansehnliches Spiel. Beide Mannschaften haben den Weg nach vorne gesucht. Aber ich hatte das Gefühl, dass wir dem Siegtor näher waren. Durch das einfache Gegentor bringen wir uns ein bisschen um den Lohn der Arbeit." Positiver gestimmt war der Spielmacher mit Blick auf das kommende Wochenende: "Ich freue mich auf jedes Spiel. Aber das am Samstag wird schon nochmal ein etwas anderer Rahmen als andere Auswärtsspiele."
Zuck nicht zufrieden, aber: "Es läuft eigentlich alles"
Für gefährliche Momente über die linke Seite sorgte auch immer wieder Hendrick Zuck, der den Nachmittag wie folgt resümierte: "Es war zwar kein optimales Wetter, aber es war ein intensives Fußballspiel mit Chancen auf beiden Seiten. Mit dem Punkt bin ich aber natürlich nicht zufrieden. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Alleine in der ersten Hälfte hat Braunschweig den Ball mehrfach auf der Linie geklärt. Normalerweise gehen diese Dinger rein. Wir stehen dennoch ganz ordentlich in der Tabelle. Mit Sicherheit hätten wir ein, zwei Siege mehr einfahren können. Wir haben bisher ein Spiel verloren, es läuft also eigentlich alles. Wenn wir die Chancen machen, dann gewinnen wir heute. Nächste Woche kommt ein Brett, aber auch da gehen wir hin und da wollen etwas mitnehmen."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19:47 Uhr:

Blick in die Kurve
Nur Lucky Punch fehlt: 36.000 peitschen FCK nach vorne
Trotz Dauerregens strömen auch gegen Braunschweig über 36.000 Fans ins Fritz-Walter-Stadion. Die Westkurve erinnert in der ersten Hälfte an den verstorbenen Karsten und versucht am Ende den erlösenden Siegtreffer herbeizuschreien - leider ohne Happy End.
"Wir haben Fritz-Walter-Wetter": In Kaiserslautern und auf dem Betzenberg sieht man bei Dauerregen traditionell das Positive und erinnert lautstark an die größte FCK-Legende und deren Vorliebe für eher nasse äußere Bedingungen beim Fußballspiel. Der äußerst ergiebige Niederschlag, der beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Braunschweig seit der Nacht niedergeht, wäre aber wohl auch für den Geschmack von Fritz Walter des Guten zu viel gewesen, sorgt er doch auch für einen tiefen und entsprechend schwer zu bespielenden Rasen.
36.332 Zuschauer lassen sich dennoch nicht davon abhalten, in dem wichtigen Duell mit dem zuletzt eine gute Form zeigenden Mitaufsteiger ihren Roten Teufeln den Rücken zu stärken. Vor allem in der hektischen Schlussphase wird es wieder richtig laut und es liegt ähnlich wie bei den spektakulären Heimauftritten der letzten Wochen ein kollektiver Urschrei in der Luft, der nur von den Fingerspitzen des Braunschweiger Torwarts Jasmin Feijzic am Ausbruch gehindert wird.

Die Westkurve gedenkt im Spiel gegen Braunschweig wie jedes Jahr Anfang Oktober dem vor sechs Jahren verstorbenen FCK-Fan Karsten. “Karsten unvergessen”, steht auf einer schwarzen Zaunfahne, die über die komplette erste Halbzeit die üblichen Zaunfahnen der Lautrer Ultra-Gruppen überdeckt. Zu sehen ist zudem eine neue Schwenkfahne mit dem Porträt von Karsten. In der zweiten Halbzeit wird die Fahne neben der identisch gestalteten Fahne für den in diesem Jahr verstorbenen Vorsänger Hasemann geschwenkt.
Darüber hinaus sind in der Westkurve während der 90 Minuten folgende Spruchbänder zu sehen:
- "Fuck PMG!"
- "Boycott Qatar!"
- "Stark bleiben Paul!"
- "Ein König ist nie allein. Stabil bleiben F!"


Aus Niedersachsen sind rund 1.000 Eintracht-Fans mit nach Kaiserslautern gereist, wobei die Ultras erst relativ kurz vor dem Anpfiff in den Block kommen und diesen mit diversen blau-gelben Zaunfahnen sowie einem kleinen Banner des befreundeten "Inferno Basel" beflaggen. In der 67. Minute erinnern die Braunschweiger mit einer Schalparade traditionell an die Deutsche Meisterschaft des Vereins aus dem Jahr 1967.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Braunschweig:
- Fotogalerie | 10. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 03.10.2022:

Tomiak sticht heraus: Die FCK-Noten gegen Braunschweig
Beim 1:1 des 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Braunschweig zeigt sich ein Innenverteidiger wieder einmal von seiner torgefährlichen Seite. Insgesamt ist das Notenbild aber eher durchwachsen.
Zum bereits sechsten Mal in dieser Saison zeigten die Roten Teufel Comeback-Qualitäten und holten einen Rückstand auf. Nur drei Minuten nach dem 0:1 von Lion Lauberbach (52.) traf Boris Tomiak per Kopf zum 1:1 (55.). Das zweite Saisontor sowie seine insgesamt gute Abwehrleistung bringen dem 24-Jährigen bei über 1.900 Einzelbewertungen auf Der Betze brennt mit einer Durchschnittsbewertung von 1,7 das Prädikat "Teufel des Tages" ein. Tomiak ist der einzige Spieler, der im Schnitt eine Eins vor dem Komma erhält. Auch die Journalisten der "Rheinpfalz" vergeben an ihn die beste Note (2,0).
Tomiak trifft und überzeugt - Geteilte Meinungen bei Durm
Hinter Tomiak schneiden Avdo Spahic (DBB: 2,4 / Rheinpfalz: 3,0), der den gesperrten Andreas Luthe vertrat, und Hendrick Zuck (DBB: 2,6 / Rheinpfalz: 2,5) noch am besten ab. Auch Terrence Boyd bekommt von den Anhängern mit einer 2,9 noch eine passable Bewertung (Rheinpfalz: 3,5). Insgesamt zeigt aber ein zum regnerischen Wetter passendes, typisches Notenbild eines fünften Unentschieden in Folge: Viel Mittelmaß mit wenig Ausreißern nach oben oder unten. Dabei herrscht auch weitgehend Einigkeit zwischen Fans und Journalisten. Lediglich die Einschätzungen der Leistung von Erik Durm unterscheiden sich ein wenig. Während der Außenbahnspieler der vierte Spieler ist, der von den Fans im Mittel eine knappe Zwei vor dem Komma bekommt (2,9), vergibt die Tageszeitung an ihn nur eine glatte Vier.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Braunschweig können noch bis heute, 15:15 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-BTSV. Die Noten des "Kicker" folgen am Dienstag.
Quelle: Der Betze brennt
