
Foto: FCK
Angreifer Lex Tyger Lobinger wird ein Roter Teufel
Der FCK-Kader im Trainingslager in Mals ist ab sofort um einen Spieler reicher: Lex Tyger Lobinger wechselt vom Zweitligakonkurrenten Fortuna Düsseldorf zu den Roten Teufeln und ist bereits in Südtirol eingetroffen, um sich mit der Mannschaft auf den anstehenden Saisonstart vorzubereiten.
Der Angreifer wurde in Bonn geboren und lernte dort das Fußballspielen. Nach Zwischenstationen in Leipzig, wo sein Vater - der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger - als Athletiktrainer arbeitete, kam er über u.a. den TSV 1860 München und die SG Wattenscheid 09 zur zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf, bei der er sich in der Regionalliga als Torjäger profilierte und folglich im vergangenen Sommer einen Profivertrag unterschrieb und in den Zweitligakader aufrückte. In den vergangenen beiden Spielzeiten erzielte der antrittsschnelle Stürmer in 44 Regionalligaspielen 20 Tore für die Fortuna. Insgesamt kann der 23-Jährige in seiner bisherigen Karriere für die SG Wattenscheid 09 und Fortuna Düsseldorf auf 89 Regionalliga-Spiele (23 Tore) und elf Zweitligaspiele zurückblicken.
FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen: "Wir freuen uns sehr, mit Tyger einen körperlich robusten Spieler verpflichten zu können, der noch nicht am Ende seiner Entwicklung steht. Durch seine Antrittsschnelligkeit bringt er den Tiefgang mit, den wir für unser Spiel brauchen. Bei Fortuna konnte er bereits etwas Zweitligaerfahrung sammeln und möchte nun den Weg mit uns weitergehen. Sein Charakter und seine Mentalität passen optimal zu den Attributen unseres Vereins."
"Der FCK ist ein Club, der mich sehr interessiert hat, mit einer riesigen Geschichte. Daher war ich direkt begeistert, als ich von der Möglichkeit, hierher zu wechseln, gehört habe. Ich möchte eine gute und erfolgreiche Zeit mit den Roten Teufeln haben und kann es kaum erwarten, am ersten Spieltag vor der Kulisse im Fritz-Walter-Stadion aufzulaufen", so Lex Tyger Lobinger.
Spielerdaten
Name: Lex Tyger Lobinger
Position: Angriff
Geboren: 22.02.1999 in Bonn
Nationalität: Deutsch
Größe: 1,92 m
Frühere Vereine: Fortuna Düsseldorf, SG Wattenscheid 09, Rot-Weiß Merl, TSV 1860 München, SSV Markranstädt, Rasenballsport Leipzig, DJK Blau-Weiß Friesdorf, VfL Rheinbach, VfL Meckenheim
Quelle: Pressemeldung FCK
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Ergänzung, 01.07.2022

Schnell, wuchtig, torhungrig: Tyger Lobinger im Porträt
Er ist groß, er ist schnell und er hat einen bekannten Nachnamen: Tyger Lobinger ist aber viel mehr als nur "der Sohn von". Wir stellen Euch den Neuzugang, der die Offensive des 1. FC Kaiserslautern beleben soll, genauer vor.
Wenn es ein Ranking außergewöhnlicher Namen gäbe, dann wäre Lex-Tyger Lobinger wohl jetzt schon der absolute Top-Mann beim FCK. Doch darauf will sich der 23-jährige Neuzugang der Roten Teufel natürlich nicht reduzieren lassen. "Lex sagt eigentlich nur noch mein Opa, alle anderen nennen mich Tyger", erzählte er 2018 mit einem Lächeln auf den Lippen in einem Interview, da war er gerade zu Wattenscheid 09 gewechselt. Schon damals lag hinter ihm eine Karriere mit Höhen und Tiefen. Nach Stationen im Jugendbereich war er in den Akademien bei Rasenballsport Leipzig und 1860 München nicht glücklich geworden. Doch der Wechsel zu Wattenscheid sollte sich als wichtiger Schritt herauskristallisieren. In der Saison 2018/19 erzielte Lobinger dort zwar auch "nur" drei Treffer in 26 Partien, doch er kam auf das Radar der Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf. Die verpflichteten den Stürmer, statteten ihn 2021 dann sogar mit seinem ersten Profivertrag aus. Im Zweitliga-Kader der Fortuna kam er insgesamt zu zehn Kurzeinsätzen über 79 Minuten. Hinter Rouwen Hennings, Daniel Ginczek und Dawid Kownacki hatte es das Talent aber auch sehr schwer, zu regelmäßigen Einsatzminuten zu kommen.
Zu was er aber im Stande ist, das deutete Lobinger in der zweiten Mannschaft der Fortuna in der Regionalliga West an. In der vergangenen Saison erzielte er in 16 Einsätzen neun Tore, im Jahr davor machte er in 29 Partien elf Buden. Und wer weiß, wie viele Einsätze bei den Profis noch gefolgt wären, hätte er sich nicht bei seinem Debüt in der 2. Bundesliga direkt das Nasenbein gebrochen - nur kurze Zeit, nachdem er sich die gleiche Verletzung schon einmal in einem Trainings-Zweikampf mit dem Ex-Lautrer Brandon Borrello zugezogen hatte. In der Zeit bei Fortunas Amateuren traf der Stürmer auch mit dem heutigen FCK-Verteidiger Boris Tomiak zusammen, der gegenüber Der Betze brennt lobende Worte über seinen neuen Mannschaftskollegen findet: "Tyger ist ein sehr athletischer Spieler, er bringt viel Wucht mit und wird unserer Mannschaft auch mit seiner Schnelligkeit sehr guttun."
» Zum Video: Tyger Lobinger über seinen bisherigen Werdegang vom Jugendspieler bis zum ersten Profivertrag
"Einfach Laufen und die Bude machen": Schnelligkeit und Wucht für die FCK-Offensive
Bei den Roten Teufeln passt Tyger Lobinger gleich aus mehreren Gründen perfekt ins Anforderungsprofil, das Thomas Hengen und Dirk Schuster ausgerufen haben: Zum einen waren sie auf der Suche nach einer Ergänzung für den gesetzten Terrence Boyd, um den Konkurrenzkampf zu erhöhen. Zum anderen betonen die Verantwortlichen immer wieder, dass sie dringend mehr Schnelligkeit ins Offensivspiel der Lautrer bekommen möchten. Zwar ist Lobinger kein Mann für die Flügel - allenfalls auf der rechten Seite hat er in seiner bisherigen Karriere schon ausgeholfen - aber er ist wie von Kollege Tomiak erwähnt tatsächlich ein Fußballer, der von seiner Spritzigkeit lebt. "Meine Stärke ist definitiv Schnelligkeit. Nicht viel mit dem Ball machen, einfach laufen und dann vor der Bude das Tor machen", so beschreibt der 23-Jährige sein Spiel selbst. 2021 ergänzt er bei seiner Vorstellung in Düsseldorf: "Ich bin ein schneller Stürmer mit Wucht im Abschluss." Von dieser Wucht kann man sich überzeugen, wenn man seinen Doppelpack aus dem Jahr 2021 gegen Schalke 04 II anschaut:
» Zum Video: Tyger Lobinger erzielt gegen Schalke 04 II einen Doppelpack
Ein berühmter Vater, aber keine Star-Allüren: Tyger kennt auch die Schattenseiten
Der junge Tyger hat dabei in seiner Karriere nicht nur die Aufmerksamkeit wegen seiner Tore und seines ungewöhnlichen Vornamens auf sich gezogen. Auch sein Nachname lässt aufhorchen. Er ist der Sohn des ehemaligen Stabhochspringers Tim Lobinger, der Weltmeister und Europameister in seiner Disziplin wurde. Auch seine Mutter Petra war Leichtathletin und als Dreispringerin erfolgreich. Tyger verschlug es aber nicht in die Leichtathletik, sondern er fokussierte schon immer den Fußball, wie er in mehreren Interviews betont. "Diese Einzelsportarten waren nichts für mich. Ich brauche das Mannschaftsgefühl und den Gedanken des Miteinanders. Ich bin ein absoluter Team-Player." Sein bekannter Nachname hat ihn dabei eigentlich nie gestört. Zu Vater Tim hat er kein klassisches Vater-Sohn-Verhältnis, eher sind sie zueinander wie sehr gute Freunde. Er machte ihn damals mit speziellen Fitnessprogrammen sogar fit für seinen Wechsel zu Wattenscheid. Umso schwerer war es für Tyger, als sein Vater 2017 die Diagnose Leukämie erhielt. Ein Einschnitt, der ihn bis heute prägt, wie er in einem Interview mit der "Bunte" verriet: "Der Tag der Diagnose, das war einer der schlimmsten Tage meines Lebens, bis da. Die Erkrankung hat mir gezeigt, dass man nur ein Leben hat, mit dem man sehr achtsam umgehen muss. Früher habe ich zum Beispiel zu viel Geld für Klamotten ausgegeben. Heute brauche ich das nicht mehr. Es sind andere Dinge, die wirklich zählen."
» Zum Video: Interview mit Tyger Lobinger bei Wattenscheid 09
Zweimal Ronaldo und einmal Ibrahimovic: Seine Vorbilder sind echte Tor-Maschinen
Beim FCK will er jetzt auch in der 2. Bundesliga Fuß fassen. Thomas Hengen freut sich auf einen "körperlich robusten Spieler verpflichten zu können, der noch nicht am Ende seiner Entwicklung steht" und Lobinger selbst verrät im Mediengespräch in Mals: "Ich freue mich auf die Zukunft. Ich will in der Zweiten Liga ankommen, mein erstes Zweitliga-Tor schießen und kann es kaum erwarten, am ersten Spieltag vor der Kulisse im Fritz-Walter-Stadion aufzulaufen". Als seine persönlichen Vorbilder nennt er drei absolute Weltstars: Brasiliens Ronaldo de Lima, den er für seine Fähigkeiten bewundert, Cristiano Ronaldo für seinen Ehrgeiz und Zlatan Ibrahimovic als Charakter. Was alle drei eint: Sie machten oder machen jede Menge Tore. Vielleicht tut es Tyger ihnen beim FCK ja gleich. So, wie er es bereits für Fortuna Düsseldorf getan hat:
» Zum Video: Alle Tore von Tyger Lobinger für Fortuna Düsseldorf II
Quelle: Der Betze brennt
