
Trainerdiskussion beim FCK: Trares ein Kandidat?
Beim 1. FC Kaiserslautern läuft schon zum Saisonstart eine Trainerdiskussion, und zwar nicht ausgehend von den Fans, sondern von Funktionären und Investoren. Über die "Bild" wird sogar bereits ein möglicher Nachfolger für den noch im Amt befindlichen Boris Schommers (41) lanciert.
Einem aktuellen Bericht der "Bild" zufolge, die in den letzten Wochen wieder stärker mit Informationen gefüttert wird als zuvor, soll Bernhard Trares (55) ein "aussichtsreicher Kandidat" beim FCK sein, und: "Im Hintergrund sollen bereits Trainergespräche laufen." Genaueres zur Personalie Trares nennt die Boulevardzeitung allerdings nicht.
Diskussionen innerhalb der Vereinsführung und bei den Investoren
Bernhard Trares wurde schon letzten Freitag beim FCK-Heimspiel gegen Dynamo Dresden im Fritz-Walter-Stadion gesichtet, was aber nicht zwingend auf Vertragsgespräche hindeuten muss. Zuletzt arbeitete er bis Sommer bei Waldhof Mannheim, konnte sich dort nach einer sportlich guten Saison mit dem Aufsteiger aber nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen.
Klar ist nach ergänzenden DBB-Informationen aber auch: Die Trainerdiskussion ist nach der Sommerpause nicht nur bei den Fans neu entfacht, sondern auch auf wesentlich einflussreicherer Ebene bei den Funktionären und den Investoren der Roten Teufel. Vorgestern erklärte FCK-Beiratsmitglied Martin Wagner seinen vorzeitigen Rücktritt - unter anderem wegen schon länger anhaltender Meinungsverschiedenheiten bei der Trainerfrage, auch wenn in der offiziellen Pressemitteilung nur private und berufliche Gründe benannt wurden. Auf der Seite von Boris Schommers steht hingegen noch Soeren Oliver Voigt, der als FCK-Geschäftsführer das entscheidende letzte Wort in der Trainerfrage behält. Auch der FCK-Beiratsvorsitzende Markus Merk soll zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für einen Trainerwechsel sein. Schließlich wurde um das Konzept von Schommers herum gerade erst eine neue, von vielen auch als sportlich vielversprechend erachtete Mannschaft zusammengestellt.
Schommers braucht dringend Siege, möglichst schon in München
Pikant wird das Thema durch eine zusätzliche Perspektive: Wie stehen die fünf neuen Investoren des FCK zu dieser wichtigen Personalfrage? Klar ist, dass die Gruppe um die Unternehmer Giuseppe Nardi und Klaus Dienes sich offiziell nicht in den sportlichen Bereich einmischen will, aber gleichzeitig auch ihr Investment in Höhe von 8,3 Millionen Euro für 25 Prozent der FCK-Anteile schützen möchte. Der schnellstmögliche Aufstieg ist intern das klare Ziel, am liebsten natürlich mit Schommers, ansonsten müsste im nächsten Jahr wieder massiv Geld nachgeschossen werden. Der aus dem Beirat zurückgetretene Wagner soll gefordert haben, schon im Falle einer weiteren Niederlage bei Türkgücü München (Sonntag, 14:00 Uhr) den Trainerwechsel vorzunehmen. Sollte der FCK tatsächlich verlieren, könnte diese interne Forderung noch lauter werden. Ob es dann wirklich derartig schnell gehen würde, ist aber aufgrund der unterschiedlichen Meinungen in der Vereinsführung noch völlig offen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 25.09.2020:

Notzon: "Wir stehen hinter Boris Schommers"
Boris Notzon, der Sportdirektor des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern, äußert im RHEINPFALZ-Gespräch Unverständnis über die Heftigkeit der öffentlichen Diskussion über Trainer Boris Schommers. "Wir stehen hinter Boris Schommers, dem Trainerteam und der Mannschaft. Wir sind täglich im engen Austausch, und wie in jedem Fußballverein diskutieren wir auch kritisch", sagt Notzon. (…)
Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz
Ergänzung, 28.09.2020:

Besorgniserregender Trend: Schommers auf der Kippe
Was muss alles schieflaufen, damit ein Trainer schon nach dem 2. Spieltag vor dem Aus steht? Die Bruchlandung des 1. FC Kaiserslautern und Coach Boris Schommers war am Sonntag in München der (vorläufige) Tiefpunkt eines Prozesses, dessen Dynamik in dieser Form nicht absehbar war. Für den 41-Jährigen Fußball-Lehrer wird es jetzt aber eng.
Selbst für die Verhältnisse des pfälzischen Traditionsvereins ist eine Trainerdebatte schon nach dem 1. Spieltag etwas Außergewöhnliches. Zumal der FCK unter Schommers die abgelaufene Saison mit drei Siegen und zwei Remis beendete. Ein Festhalten im Sommer war also auf den ersten Blick nachvollziehbar, erst Recht unter dem Licht des laufenden Insolvenzverfahrens. Zudem war der Fehlstart alles andere als absehbar. Doch in der Debatte in Kaiserslautern geht es aktuell nicht nur um die null Punkte, 0:4 Tore und den letzten Tabellenplatz in der 3.Liga, auch die Begleitereignisse spielen eine Rolle.
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Die branchenüblichen Bekenntnisse zum Trainer, die unter der Woche noch unter anderem von Sportdirektor Boris Notzon zu hören waren, blieben am Sonntag aus. Nach kicker-Informationen steht an diesem Montag eine intensive Analyse der Geschehnisse auf dem Programm. So oder so: Noch wäre Zeit, das Ruder rumzureißen, zumal der Kader von der individuellen Qualität her einen Spitzenplatz hergibt. Ob Schommers dies jedoch noch zugetraut wird und er auch am kommenden Montag beim Auswärtsspiel in Wiesbaden die Aufstiegsmission der Roten Teufel leiten darf, bleibt abzuwarten. Schommers selbst bezeichnete die Debatte um seine Position noch am Sonntag als "Schwachsinn". Auch in diesem Punkt haben seine Vorgesetzten offenbar eine andere Meinung. (…)
Quelle und kompletter Text: Kicker
