
Vorbericht: Carl Zeiss Jena - 1. FC Kaiserslautern
Immer mal was Neues
Es scheint in diesen Zeiten nichts mehr zu geben, was unmöglich ist: Auf dem Papier ist der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag bei Carl Zeiss Jena zu Gast. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Partie aber im Fritz-Walter-Stadion statt.
Nein, dieser Vorbericht ist kein Scherzartikel. Es stimmt wirklich. Carl Zeiss Jena wird sein "Heimspiel" gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Westpfalz austragen. Grund dafür sind die Corona-Auflagen in Thüringen, wo weiter kein Mannschaftssport erlaubt ist. Deshalb einigten sich beide Klubs im Laufe der Woche auf eine Verlegung der Partie nach Kaiserslautern, nachdem der FCC zuvor schon ein Heimspiel in Würzburg ausgetragen hatte. Jena bleibt offiziell der Heimverein, der FCK fungiert als Organisator und Ausrichter. Beispielsweise ziehen sich die Lautrer wie bei einem normalen Heimspiel in ihrer angestammten Kabine um. Der FCC beschrieb seinen momentanen Rhythmus auf der Vereinshomepage so: "Autobahn - Spiel - Autobahn - Regeneration - Autobahn." Ob das alles einer Profiliga, wie sie die 3. Liga sein will, gerecht wird, lassen wir hier mal dahingestellt.
Anstoß im Fritz-Walter-Stadion ist um 14:00 Uhr, auch weiterhin leider ohne Zuschauer. Im Free-TV gibt es diesmal keine Übertragung, so dass für interessierte Fans nur kostenpflichtige Ausstrahlung bei "Magenta Sport" bleibt - oder eine Fahrt in die Vorderpfalz, wo die Partien der Roten Teufel ab sofort auch im Autokino Frankenthal gezeigt werden.
Was muss man zum 30. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Weil Zwickau am Samstag das Kellerduell gegen Halle mit 5:1 gewann, könnten die Roten Teufel durch einen Sieg gegen Schlusslicht Jena den Vorsprung auf Platz 17 auf dann komfortable acht Punkte ausbauen.
Personell wird es sicherlich wieder Veränderungen in der Startelf geben - am Mittwoch hatte FCK-Trainer Boris Schommers auf drei Positionen umgestellt. Diesmal könnten Akteure wie Philipp Hercher, Carlo Sickinger, Janik Bachmann oder Christian Kühlwetter eine Verschnaufpause bekommen. Lucas Röser dürfte nach seinem ersten Saisontor ein weiterer Einsatz von Beginn an winken. Ob Lennart Grill nach verbüßter Gelb-Sperre ins Tor zurückkehrt oder Timmy Thiele wieder in die Startelf rückt, wollte FCK-Coach Boris Schommers noch nicht verraten. Simon Skarlatidis wird wegen Adduktorenproblemen auch für das dritte Spiel nach dem Re-Start ausfallen. Auch der Einsatz von Andri Bjarnason ist eher unwahrscheinlich.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Nach drei Spielzeiten in der 3. Liga droht dem FCC mehr denn je der Abstieg in die Regionalliga. Als Tabellenletzter ist der Rückstand zum rettenden Ufer durch die Ergebnisse vom Samstag auf sage und schreibe 18 Punkte angewachsen. Unter der Woche konnte der FCC allerdings ein Ausrufezeichen setzen: Bei Spitzenreiter MSV Duisburg gelang ein 1:1-Unentschieden.
Die Jenaer plagen derzeit nicht nur logistische, sondern auch personelle Probleme. So muss Coach René Klingbeil derzeit auf eine ganze Reihe Spieler verzichten, unter anderem auf Kapitän Dominic Volkmer. Vor der Abreise nach Kaiserslautern war noch nicht ganz klar, wer überhaupt für den 18er-Kader in Frage kommt.
Frühere Duelle
Auch wenn diese Statistik unter den gegebenen Umständen nicht ganz ernst zu nehmen ist: Noch nie konnte der FCK ein Gastspiel bei Carl Zeiss Jena gewinnen. In der vergangenen Saison trennten sich beide Teams 3:3. Elias Huth hatte die Lautrer kurz vor Schluss auf die Siegerstraße gebracht, doch einmal mehr gab der FCK den Triumph aus der Hand und kassierte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich.
O-Töne
FCK-Trainer Boris Schommers: "Es sind noch neun Spiele, noch 27 Punkte zu vergeben, und wir haben noch einige Etappenziele vor uns."
FCC-Trainer René Klingbeil: "Wir nehmen den Irrsinn an. Es gibt sich keiner von uns geschlagen. Wir kämpfen um jeden Meter. Die Jungs kämpfen um Verträge. Es geht um Existenzen, die da dran hängen. Es wird sich keiner von uns aufgeben."
Daten und Fakten
Schiedsrichter: Katrin Rafalski (Baunatal)
Voraussichtliche Aufstellungen
Carl Zeiss Jena: Coppens - Grösch, Sulu, Hammann - Kircher, Schau, Kübler, Obermair - Gabriele - Günther-Schmidt, Mickels
Es fehlen: Bock (Rückenbeschwerden), Kühne (Rückenbeschwerden), Maranda (Trainingsrückstand), Pagliuca (Trainingsrückstand), Volkmer (muskuläre Probleme im Oberschenkel)
1. FC Kaiserslautern: Grill - Schad, Kraus, Hainault, Nandzik - Ciftci, Sickinger (Bachmann), Starke - Pick, Röser, Thiele (Kühlwetter)
Es fehlen: Bjarnason, Skarlatidis (beide Adduktorenprobleme), Gottwalt (Sprunggelenksfraktur), Spalvis (Reha nach Knorpelschaden)
- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.
Quelle: Der Betze brennt
Vorherige Meldungen ab 04.06.2020:

Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis/Pool
Auswärtsspiel gegen Jena auf den Betze verlegt
Das Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern beim FC Carl Zeiss Jena am Sonntag, 07. Juni 2020, wird im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern ausgetragen.
Aufgrund der am Mittwoch, 3. Juni 2020, beschlossenen Verlängerung der aktuell geltenden Corona-Verordnung des Freistaats Thüringen bis zum 12. Juni 2020 und der damit verbundenen Konsequenz, dass das Spiel nicht in Jena stattfinden kann, einigten sich der DFB und die beiden Vereine auf ein Tausch des Heimrechts.
Bereits das vergangene Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den Chemnitzer FC konnte aufgrund der Vorgaben im Freistaat Thüringen, die professionellen Mannschaftssport untersagen, nicht im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld ausgetragen werden. Die Partie am zurückliegenden Wochenende war nach Würzburg verlegt worden.
Die Begegnung wird, wie im DFB-Hygienekonzept aktuell vorgeschrieben, ohne Zuschauer ausgetragen werden. Für den 1. FC Kaiserslautern bedeutet dies, dass nach dem Heimspiel gegen den TSV 1860 München am Mittwochabend auch die drei kommenden Drittligaspiele gegen Jena, Duisburg und Chemnitz auf dem heimischen Betzenberg stattfinden werden.
Quelle: Pressemeldung FCK
Ergänzung, 05.06.2020:

Sonntag, 14:00 Uhr: Auswärtsspiel auf dem Betze
Der 1. FC Kaiserslautern konnte noch nie ein Auswärtsspiel gegen Carl Zeiss Jena gewinnen - wird sich das am Sonntag ändern? Zusammen mit "Fussballdaten.de" blicken wir auf die Statistiken zum Geisterspiel, das wegen der Corona-Auflagen von Thüringen in die Pfalz verlegt wurde.
Schon seit dem 3. Spieltag steht Carl Zeiss Jena auf dem letzten Tabellenplatz und wird diesen wohl auch nicht mehr verlassen. Dass die Thüringer sich aber trotz des bevorstehenden Abstiegs nicht kampflos ergeben, zeigten sie am Mittwoch: Keinem geringeren als dem Tabellenführer Duisburg rang der FCC da auswärts ein 1:1-Unentschieden ab. Und Unentschieden ist eigentlich auch das Standardergebnis des FCK in Jena: Die vier Lautrer Liga-Spiele seit 1996 im Ernst-Abbe-Sportfeld endeten 2:2, 1:1, 2:2 und 3:3 (hinzu kommt eine 1:2-Niederlage im DFB-Pokal). Doch diesmal findet das Auswärtsspiel nicht im Jenaer Paradies statt, sondern in der Hölle Betzenberg - leider ohne Zuschauer.
Jena nimmt "den Irrsinn" an - Lautrer 3:1-Sieg im Hinspiel
Der immer noch mit einem Heimspielverbot wegen der Coronavirus-Pandemie belegte FCC hadert zwar weiter, hat sich aber doch irgendwie mit der Situation arrangiert. "Wir nehmen den Irrsinn an", sagt Teamchef René Klingbeil. Personell sind bei Jena noch einige Verletzungsfragen offen. Beim FCK hofft man auf die Rückkehr der verletzten Simon Skarlatidis und Andri Bjarnason (beide Adduktorenprobleme) in den Spieltagskader. Und auf den zweiten Saisonsieg gegen Jena im Fritz-Walter-Stadion: Beim Hinspiel im Oktober 2019 gewann das Schommers-Team mit 3:1 nach 0:1-Rückstand.
Quelle: Der Betze brennt / Fussballdaten.de
Ergänzung, 06.06.2020:

Schommers: "Gier und Galligkeit sind vorhanden"
Müsste der 1. FC Kaiserslautern sportlich noch ein paar Prozentpunkte mehr herauskitzeln? Während die Fans über diese Frage diskutieren, stellt sich Boris Schommers vor der Partie gegen Carl Zeiss Jena (Sonntag, 14:00 Uhr) demonstrativ vor seine Mannschaft.
"Für uns ist es natürlich ein Vorteil, jetzt wieder ein Heimspiel zu haben und so besser in die Regeneration zu kommen", bewertet FCK-Trainer Schommers die ungewöhnliche Situation vor dem zweiten von vier Heimspielen in Serie. Die im Umfeld aufkeimende Kritik, dass beim 1:1 gegen 1860 München ein paar entscheidende Prozentpunkte bei seiner Mannschaft gefehlt hätten, weist Schommers zurück: "Ich kann die Meinung nicht teilen, dass Gier und Galligkeit am Mittwoch gefehlt haben. Das hat die Mannschaft aus meiner Sicht zu hundert Prozent gezeigt - exemplarisch nenne ich nur die Entstehung unseres Führungstreffers mit der vorangegangenen Balleroberung von Jay Bachmann. Es sind noch neun Spiele, noch 27 Punkte zu vergeben, und wir haben noch einige Etappenziele vor uns."
Skarlatidis und wohl auch Bjarnason fallen weiterhin aus
In personeller Hinsicht muss das Trainerteam weiter auf Mittelfeldspieler Simon Skarlatidis und wohl auch auf Angreifer Andri Bjarnason verzichten, die immer noch an Adduktorenproblemen laborieren. Ins Tor wird aller Voraussicht nach Lennart Grill nach abgesessener Sperre zurückkehren - auch wenn Schommers bezüglich der Startelf noch keine genauere Auskunft geben will. Somit bleibt auch noch offen, ob Timmy Thiele nach einem Spiel auf der Ersatzbank wieder beginnen wird.
Wegen der Corona-Auflagen in Thüringen kann das Geisterspiel nicht wie geplant in Jena stattfinden. In Absprache beider Vereine und mit dem DFB wurde deshalb Kaiserslautern als Austragungsort festgelegt.
Alle weiteren Informationen zum Spiel gegen Jena folgen heute Nachmittag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Carl Zeiss Jena
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 06.06.2020:

Waldhof-Trainer Bernhard Trares bleibt auf Platz 2; Foto: Imago Images
Die Lage der Liga
3. Liga: Späte Siege für Duisburg und Mannheim
Verrückte 3. Liga: Erst in der Schlussphase gewinnen die Spitzenteams aus Duisburg und Mannheim ihre Heimspiele, während die Verfolger am heutigen Samstag allesamt Punkte liegen lassen. Das Unentschieden des 1. FC Kaiserslautern vom vergangenen Mittwoch wird dadurch noch schmerzhafter.
Tabellenführer MSV Duisburg (2:1 gegen den Chemnitzer FC) und Verfolger Waldhof Mannheim (2:1 nach 0:1 gegen Viktoria Köln) haben sich damit einen kleinen Vorsprung erarbeitet, zu dem am Sonntag allenfalls noch die SpVgg Unterhaching mit einem Sieg aufschließen könnte. Im Verfolgerduell trennten sich Eintracht Braunschweig und Bayern München II mit 1:1, während 1860 München beim 1:2 gegen die Würzburger Kickers sogar ganz ohne Punkte blieb. In der Schlacht um die Abstiegslinie konnte heute der FSV Zwickau mit dem 5:1 gegen den zuvor punktgleichen Halleschen FC einen Befreiungsschlag landen.
Die Lage des FCK: Zehn Punkte nach oben, fünf Punkte nach unten
Ein bisschen "Hätte, hätte, Fahrradkette" sei an dieser Stelle erlaubt: Hätte der 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch sein Heimspiel gegen 1860 München gewonnen, dann könnte das Schommers-Team morgen mit einem Sieg gegen Schlusslicht Carl Zeiss Jena den Rückstand auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte verkürzen. So kann es bestenfalls bis auf sieben Punkte rangehen und der Blick muss sich stattdessen weiterhin nach unten richten: Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt vor den Sonntagsspielen fünf Zähler.
Die bisherigen Ergebnisse des 30. Spieltages in der Übersicht:
1. FC Magdeburg - KFC Uerdingen 1:1 (Freitag)
SV Meppen - Hansa Rostock 0:3 (Samstag)
1860 München - Würzburger Kickers 1:2
FSV Zwickau - Hallescher FC 5:1
Waldhof Mannheim - Viktoria Köln 2:1
MSV Duisburg - Chemnitzer FC 2:1
Eintracht Braunschweig - Bayern München II 1:1
Preußen Münster - SpVgg Unterhaching (Sonntag)
Carl Zeiss Jena - 1. FC Kaiserslautern
FC Ingolstadt - Sonnenhof Großaspach
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Auf einen Blick: Die komplette Tabelle der 3. Liga
