Aktuelles und Historisches zur Heimstätte der Roten Teufel.

Beitragvon advocatus diaboli » 08.02.2020, 18:50


also für mich ist das die wichtigste Info:

"...
Seitens der FCK-Verantwortlichen, die ebenfalls an den Gesprächen am Donnerstag und am Freitag teilnahmen, sei eine Übertragung von Aktien an die Stadt aber weiterhin abgelehnt worden. Der Grund laut "Rheinpfalz": In diesem Fall müssten die Aktien zuvor bewertet werden, also der Vereinswert von einem neutralen Gutachter berechnet werden. Darin steckt für den FCK ein großes wirtschaftliches Risiko. Denn sollte bei dieser Bewertung ein deutlich niedrigerer Wert als die zuletzt im Gespräch stehenden 45 Millionen Euro rauskommen, könnte daraus eine Insolvenzgefahr entstehen. Dies hatte der FCK bereits in seiner Stellungnahme von vergangenem Montag angedeutet, in der es wörtlich hieß: "Am gestrigen Sonntag wurde in einem Gespräch auf der Basis eines Gutachtens einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgehalten, dass die Hingabe von Aktien für den FCK und in Konsequenz auch für die städtische Stadiongesellschaft nur mit Insolvenzrisiken umsetzbar ist."
..."

Das bedeutet für mich vereinfacht ausgedrückt, dass es die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als wahrscheinlich ansieht, dass der Wert der FCK GmbH & Co. KGaA geringer als 45 Mio € ist, und dass man da besser nicht genauer nachprüfen sollte. D.h., der FCK braucht Investoren, die Geld geben, ohne dass vorher berechnet werden "darf", ob dem ein vergleichbarer Gegenwert gegenübersteht. D.h, xy gibt z.B. 4,5 Mio und bekommt 10% der Anteile, obwohl eine Bewertung ergeben würde, dass er nur beispielsweise 2,5 Mio für 10% investieren müsste, weil der Wert der FCK-Gesellschaft nur 25 Mio€ beträgt (das sind jetzt nur mal Beispielswerte).

Das passt für mich zusammen mit dem Vorbehalt der BaFin ggü. der Öffnung der Fansäule, weil die BaFIn auch ein Verlustrisiko für den privaten Anleger wegen des Insolvenzrisikos sieht. Deshalb braucht der FCK ja laut eigener Aussage zunächst einen Ankerinvestor zur Absicherung, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich frage mich, welcher Ankerinvestor da investieren will, wenn der FCK nicht neutral geprüft haben will, wie hoch der Wert der FCK-Gesellschaft ist?

Ich kann Herrn Dr. Weichel sehr gut verstehen, dass er diese Info nicht in der öffentlichen Sitzung kommunizieren wollte. Das war alleine deshalb schon richtig, weil dies nicht in seinen Verantwortungsbereich fällt. Er spricht für die Stadt, nicht für den FCK. Der FCK könnte eigentlich Herrn Weichel dankbar sei, dass er den FCK hier schützen wollte. Es sei denn, sie haben ihm vorher gesagt, dass er das ruhig öffentlich erzählen kann...



Beitragvon Ke07111978 » 09.02.2020, 12:10


advocatus diaboli hat geschrieben:also für mich ist das die wichtigste Info:

"...
Seitens der FCK-Verantwortlichen, die ebenfalls an den Gesprächen am Donnerstag und am Freitag teilnahmen, sei eine Übertragung von Aktien an die Stadt aber weiterhin abgelehnt worden. Der Grund laut "Rheinpfalz": In diesem Fall müssten die Aktien zuvor bewertet werden, also der Vereinswert von einem neutralen Gutachter berechnet werden. Darin steckt für den FCK ein großes wirtschaftliches Risiko. Denn sollte bei dieser Bewertung ein deutlich niedrigerer Wert als die zuletzt im Gespräch stehenden 45 Millionen Euro rauskommen, könnte daraus eine Insolvenzgefahr entstehen. Dies hatte der FCK bereits in seiner Stellungnahme von vergangenem Montag angedeutet, in der es wörtlich hieß: "Am gestrigen Sonntag wurde in einem Gespräch auf der Basis eines Gutachtens einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgehalten, dass die Hingabe von Aktien für den FCK und in Konsequenz auch für die städtische Stadiongesellschaft nur mit Insolvenzrisiken umsetzbar ist."
..."

Das bedeutet für mich vereinfacht ausgedrückt, dass es die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als wahrscheinlich ansieht, dass der Wert der FCK GmbH & Co. KGaA geringer als 45 Mio € ist, und dass man da besser nicht genauer nachprüfen sollte. D.h., der FCK braucht Investoren, die Geld geben, ohne dass vorher berechnet werden "darf", ob dem ein vergleichbarer Gegenwert gegenübersteht. D.h, xy gibt z.B. 4,5 Mio und bekommt 10% der Anteile, obwohl eine Bewertung ergeben würde, dass er nur beispielsweise 2,5 Mio für 10% investieren müsste, weil der Wert der FCK-Gesellschaft nur 25 Mio€ beträgt (das sind jetzt nur mal Beispielswerte).

Das passt für mich zusammen mit dem Vorbehalt der BaFin ggü. der Öffnung der Fansäule, weil die BaFIn auch ein Verlustrisiko für den privaten Anleger wegen des Insolvenzrisikos sieht. Deshalb braucht der FCK ja laut eigener Aussage zunächst einen Ankerinvestor zur Absicherung, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich frage mich, welcher Ankerinvestor da investieren will, wenn der FCK nicht neutral geprüft haben will, wie hoch der Wert der FCK-Gesellschaft ist?

Ich kann Herrn Dr. Weichel sehr gut verstehen, dass er diese Info nicht in der öffentlichen Sitzung kommunizieren wollte. Das war alleine deshalb schon richtig, weil dies nicht in seinen Verantwortungsbereich fällt. Er spricht für die Stadt, nicht für den FCK. Der FCK könnte eigentlich Herrn Weichel dankbar sei, dass er den FCK hier schützen wollte. Es sei denn, sie haben ihm vorher gesagt, dass er das ruhig öffentlich erzählen kann...


Also jetzt mal losgelöst von der Frage, wer wen schützen wollte oder was wer wie hätte kommunizieren müssen:

Der Bewertungsanlass ist die Einbringung einer Forderung durch die Stadt. Würde die Stadt Aktien gegen Bargeld kaufen, also beim FCK eine Bar- und keine Sachkapitalerhöhung machen, gäbe es das Problem gar nicht. Von daher stellt sich die Frage wem hier die Werthaltigkeit von was bescheinigt wird. Deshalb m.E. auch der Hinweis des FCK auf das Insolvenzrisiko für die Stadiongesellschaft. Denn wenn dir jemand formell bescheinigt, dass deine Pachtforderung ggf. nicht werthaltig ist, dann musst Du ggf. auch deinen Vermögensgegenstand im Wert korrigieren, sprich abschreiben. Das Problem wiederum könnte auch der e.V. haben, wenn jemand hinter die „Luftbuchungen“ der Ausgliederung schaut.

Wie schon mehrfach gesagt wäre es schön, wenn endlich alle beteiligten Parteien anfangen zu verstehen, dass sie im selben Boot sitzen. Und alleine die öffentliche Diskussion darüber schädlich für alle ist. Angefangen mit den völlig unabgestimmten Äußerungen im Oberbürgermeisterblatt.

Die BAFIN und die Fansäule haben damit auch überhaupt nichts zu tun. Die BAFIN macht keine inhaltliche sondern eine formelle Prüfung des Wertpapierprospekt. Das heißt sie schaut lediglich ob alle notwendigen Angaben in der richtigen Reihenfolge im Prospekt aufgeführt sind. Ob die Aktien später EUR 1, EUR 10 oder EUR 100 kosten, ist der BAFIN herzlich egal. Ganz im Gegenteil du wirst im Prospekt keine einzige Zukunftszahl finden, weil du dann für die Richtigkeit als Emittent haften würdest.



Beitragvon luzifer86 » 09.02.2020, 13:34


Ich bin bei der Recherche im Internet mehr oder weniger zufällig auf die vollständige Publikation der empirischen Studie der Uni Mainz zum wirtschaftlichen Gewinn für Stadt und Land durch den FCK in der Zweitligasaison 2008/09 gestoßen.

Diese wurde im Magazin "Sciamus - Sport und Management" in der Ausgabe 4-2013 auf den Seiten 24ff. abgedruckt.
Die Ausgabe kann im pdf-Format unter dem folgenden Link kostenlos heruntergeladen werden:

http://www.sport-und-management.de/index.php/archiv/19-2013-4


Dies dürfte den ein oder anderen hier vielleicht interessieren, auch wenn der Primärimpuls des FCK für Stadt und Land aktuell in der 3. Liga sicher geringer ausfallen dürfte als in der 2. Liga zur Zeit der Studienerstellung, leugnen kann man diesen Impuls aber mit Sicherheit auch in der aktuellen Situation nicht.



Beitragvon luzifer86 » 09.02.2020, 14:47


@Ken: Danke für deine detaillierten Ausführungen!
Ich möchte hierzu einige Schlussfolgerungen ziehen, bitte korrigiere mich, falls ich in einem oder mehreren Punkten falsch liegen sollte:

Das Problem ist also die Sachkapitalerhöhung, die bei einer Gabe von Aktien an die Stadt bzw. Stadiongesellschaft beim FCK erfolgen würde.
Diese Sachkapitalerhöhung erfordert im Gegensatz zu einer Barkapitalerhöhung zwingend ein unabhängiges Wertgutachten zur Festlegung der Bewertungsgrundlage der Aktien bevor diese ausgegeben werden.
Dieser unabhängig ermittelte Unternehmenswert wäre dann aktuell zwingend auch bei allen Barkapitalerhöhungen (EK gegen Anteile) zu Grunde zu legen.

Solch ein Wertgutachten würde aktuell den Wert der FCK GmbH & CO KGaA wahrscheinlich eher auf ca. 30 Mio. statt auf 45 Mio. schätzen.
Gibt ein Investor nun aktuell z.b. 9 Mio. EK auf Bewertungsbasis 45 Mio. dann erhält er dafür 20 % der Kommanditaktien.

Sobald der FCK aber auch Aktien an die Stadiongesellschaft (Stadt) geben würde, als Ausgleich für die Pachtreduktion (Sachkapitalerhöhung) und ein o.g. Wertgutachten würde den momentanen Unternehmenswert des FCK tatsächlich nur auf 30 Mio. festlegen, dann müsste der FCK dem im o.g. Beispielfall genannten Investor zusätzlich im Nachgang noch 10% mehr Aktienanteile geben, ohne auch nur 1 Euro weiteres EK zu bekommen (9 Mio. EK entsprechen bei einem Unternehmenswert von 30 Mio gleich 30 %).

Somit könnte der FCK theoretisch aktuell ohne unabhängiges Wertgutachten auf einer bilateral mit Investoren vereinbarten Bewertungsgrundlage von 45 Mio. Euro eben auch bis zu 45 Mio. EK für 100% der Kommanditaktien einsammeln.
Sobald der FCK aber als Ausgleich für die Pachtreduktion Aktien an die Stadiongesellschaft geben würde und durch das unabhängige Wertgutachten der Unternehmenswert des FCK auf 30 Mio. verreingert werden würde, dann könnte der FCK insgesamt nur noch ca. 27 Mio. EK von Investoren einsammeln, da ca. 3 Mio. an die Stadiongesellschaft gehen würden als Ausgleich der Pachtreduktion bei einem Gesamtunternehmenswert von 30 Mio. Euro.

Folglich würde eine Aktiengabe an die Stadiongesellschaft den FCK aktuell bis zu 15 Mio. mögliches EK kosten, wodurch sich das Insolvenzrisiko logischerweise signifikant erhöht.
Dass in der momentanen Situation des FCK ohnehin EK schon nicht sprichwörtlich auf der Straße liegt, sondern bereits jetzt hart erarbeitet und mit Investoren (v)erhandelt werden muss, versteht sich logischerweise von selbst.

Ist das von mir Geschriebene soweit korrekt?!



Beitragvon Betze_FUX » 09.02.2020, 16:11


Das ganze gleicht mehr und mehr einem grausamen gekicke seiner lieblingsmannschaft.
Man sieht zu was da für ein Stuss gespielt wird, sieht wie die Mannschaft sich redlich Mühe gibt aber im Hamsterrad der "Finanzmächte" rennt.
Verdammt dazu hilflos zuzusehen und nur durch vereinzelte anfeuerungsrufe in der Lage dich Hoffnung zu machen...

Mittlerweile befürchte ich echt das schlimmste!

Ein klitzekleines Fünkchen hab ich, dass es nach dem undenkbarn Aus noch weitergeht. Es gibt "nur" den Zwangsabstieg, der Klotz FWS löst sich dadurch vom FCK und fällt der Stadt/SG vor die Füße, es finden sich ein paar "verrückte" Investoren die in den Regionalligaclub FCK investieren und man kann die jetzigen Akteure um MM motivieren weiter zu machen.
Dann könnte es evtl mit einem dezenten Schrecken von statten gehen...Satzungsänderung, Fröhnerhof als Spielstätte (wobei das in der Regionalliga generell Probleme gibt wenn der FCK mit 3.500 Zuschauern kommt ;) ), dann Mal anfragen wie es aussieht bei der Stadt...man hätte Interesse evtl im FWS zu spielen. Wie wären denn da so die Konditionen....

Aber ob das mit dem Stadion alles so "einfach" geht weiss ich nicht.
Momentan ist mir ein Überleben des FCK wichtiger als dass der FCK auf dem Betze bleibt!!!
denn Wahrheit ist am Schluß allemal Wahrheit.



Beitragvon advocatus diaboli » 09.02.2020, 22:38


@ken auch von mir vielen Dank für deine Ausführungen. Ich bin kein Ökonom, deshalb ist das sehr hilfreich.

Du schreibst zum einen, dass die Stadt beim FCK eine "Forderung" einbringen, dann aber, dass sie eine "Sachkapitalerhöhung" machen will. Für mich als ökonomischen Laien widerspricht sich das.

Einbringung von "Sachkapital" (was hier nur Anteile am Stadion sein können) würde für mich bedeuten, dass die Stadt der Höhe der Pachtforderung entsprechende Anteile am Stadion, die ihre Stadion GmbH hält, der FCK GmbH & Co. KG aA übertragen würde. D.h., die Stadt würde Anteile des Stadions in Höhe ihrer Pachtforderung an die FCK KG aA geben. Ich verstehe dich weiter so, dass dafür der Wert des Stadions bewertet werden muss, um zu ermitteln, wieviel Anteile am Stadion das dann wären. Denn du schreibst, es geht darum, zu prüfen, ob die Höhe der Pachtforderung werthaltig ist. Mit anderen Worten würde also geprüft, ob die Stadt etwa zuviel an Pacht verlangt, weil das Stadion weniger wert ist, als man bislang veranschlagt hat? Und wenn das der Fall wäre, dann verringerte sich auch der Wert der FCK AG, was zum Insolvenzrisiko führen würde? Diese "Kettenreaktion" wäre aber doch nur dann möglich, wenn der Wert des Stadions Bestandteil des derzeit auf 45 Mio€ veranschlagten Werts der FCK KG aA. ist.

Habe ich das so richtig verstanden? Wie gesagt, ich bin kein Ökonom, deshalb verstehe ich das nicht so recht. Denn kann das sein, dass der Wert des Stadions, das nicht (mehr) im Eigentum des FCK ist, zur Berechnung des Werts der FCK GmbH & Co KG aA herangezogen werden kann? Außerdem ergibt sich die Höhe der Pachtforderung aus dem Pachtvertrag, ist also vertraglich vereinbart. Wie sollte da eine Werthaltigkeitsprüfung der Pachtforderung aussehen?

In der FCK-Meldung wird doch auch von der Übertragung von FCK-Aktien an die Stadt und nicht von Anteilen am Stadion von der Stadion GmbH an die FCK KG aA gesprochen. Und hierfür müsse der "Vereinswert", also der Wert der FCK KG aA ermittelt werden. Mit meinem laienhaften Verständnis meine ich, dass es hier also nur um den Erwerb von Aktien des FCK durch die Stadt iHd. Pachtforderung (oder eines Teils, je nachdem, was die Stadt akzeptiert) gehen kann und nicht um Einbringung von Sachkapital. Und hierfür muss der Wert der AG offenbar "neutral" ermittelt werden (nicht der Wert der Pachtforderung), offenbar, weil die öffentliche Hand erwirbt. Eine solche Ermittlung scheint nicht erforderlich (oder ist Verhandlungssache), wenn Anteile privat erworben werden, ansonsten könnte der FCK ohne Insolvenzrisiko überhaupt keine Anteile veräußern.

Und deshalb kam ich auch auf die BaFIn, weil hier im Forum geschrieben worden ist - ich meine, das wurde auch einmal von Seiten des FCK erläutert (bin mir aber nicht sicher) -, dass die BaFin einer Öffnung der Säule für private Anleger nicht zustimmen würde, da Insolvenzgefahr der Gesellschaft bestehe, solange der FCK nicht zuvor Geld von einem Ankerinvestor eingesammelt hat. Dies aber wie gesagt mit Vorbehalt, weil ich die Fundstelle nicht mehr finde.

Aber spätestens seit der FCK-Mitteilung weiß nun jeder "potentielle" (Anker)investor, dass der FCK vermutlich weniger als 45 Mio€ wert ist, unabhängig davon, wie die Pachtproblematik gelöst wird.

Deshalb ist diese Erklärung des FCK für mich die wichtigste (und Besorgnis erregenste), und deshalb kann ich verstehen, dass Herr Dr. Weichel sich diesbezüglich - im Sinne des FCK - bedeckt gehalten hatte. Und deshalb finde ich es nicht in Ordnung, wie hier im Forum überwiegend über Herrn Weichel hergezogen wird.

Aber @ken, korrigiere mich gerne, wenn ich da etwas missverstanden habe!



Beitragvon Thomas » 10.02.2020, 02:21


Es ging zwar auch noch um andere Themen, aber der Schwerpunkt bei "SWR Sport" heute war doch die Stadion-Frage und die laufende Debatte darum. Deshalb schieben wir diese Newsmeldung auch hier in diesen Diskussionsthread:

Bild

Merk und Voigt äußern sich zur Stadiondiskussion

Markus Merk und Soeren Oliver Voigt haben sich am Sonntagabend in "SWR Sport" zur Lage beim 1. FC Kaiserslautern geäußert. Dabei ging es natürlich vor allem um die finanziellen Fragen, aber auch die sportliche Situation war ein Thema.

"Natürlich haben wir uns nach der Winterpause eine größere Punkteausbeute gewünscht", sagte der Beiratsvorsitzende Merk im Gespräch mit SWR-Moderator Holger Wienpahl. "Aber wir sehen in der Mannschaft ein größeres Potential und darauf gilt es aufzubauen für unsere nahen Ziele, die höher aussehen: In den nächsten ein bis zwei Jahren wollen wir natürlich angreifen und sind nicht zufrieden, in der 3. Liga zu spielen."

Geschäftsführer Voigt pflichtete dem bei und verwies auf die entwicklungsfähige Mannschaft, die auch über diese Saison hinaus möglichst zusammengehalten werden soll: "Wenn wir alle Probleme so lösen können, wie wir das vorhaben, dann müssen wir keinen Leistungsträger aus finanziellen Gründen verkaufen." In diesem Zusammenhang zeigte sich Voigt auch verhalten optimistisch, was die Lizenz für die kommende Saison angeht. Auf wieviele Millionen sich der "Betrag X" beläuft, den der Verein hierfür noch benötigt, wollte der seit Dezember tätige Geschäftsführer allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt verraten.

Neben diesen beiden Themen ging es in dem rund 25-minütigen Gespräch vor allem um die aktuell laufenden Debatten rund um die Stadionpacht und die Investoren. Wir haben die wichtigsten Aussagen sinngemäß zusammengefasst und unten das komplette SWR-Gespräch als Video angehängt.

Markus Merk und Soeren Oliver Voigt über...

… die abgelehnte Aktien-Forderung des Bürgermeisters: "Es gibt zwei Aspekte: Die regionalen Investoren haben ganz klar gesagt, dass wenn der FCK Aktien im Wert von 2,8 Millionen Euro an die Stadt geben sollte, dann wäre die Stadionpacht von 3,2 Millionen Euro in Stein gemeißelt - dadurch würde der Wert des Vereins geschmälert und das wäre nicht zu tolerieren. Der zweite Punkt ist, dass Wirtschaftsprüfer und Steuerberater diesen Prozess alle als sehr kompliziert und risikobehaftet bewertet haben, der dann ausgelöst würde. Wir haben diese beiden Punkte mehrfach abgewogen und es ist für uns völlig indiskutabel, da zustimmen zu können." (Soeren Oliver Voigt)

… das Entgegenkommen des FCK an die Stadt: "Vor zwei Jahren gab es bei der Neuregelung des Pachtvertrags den Paragraph 3, der hieß "Zukünftige Gespräche". Punkt 1 davon war eine neue Diskussion über den Pachtzins, diese führen wir gerade und haben - um der Stadt entgegenzukommen - zusätzliche Einnahmen aus dem DFB-Pokal angeboten. Punkt 2 war am 19. Dezember in Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister der Rückzug unseres Antrags auf Beteiligung der Stadt an den Instandhaltungskosten des Stadions. Hier trägt der FCK jedes Jahr einen Millionenbetrag. Und Punkt 3 ist die Frage nach den Liegenschaften, wo wir bereit sind, die von uns ohnehin nicht genutzten Stadionflächen für die Stadt oder für interessierte Investoren freizugeben." (Markus Merk)

… einen möglichen Stadionrückkauf durch den FCK: "Die Diskussion um die Stadionpacht verhindert im Moment auch den Fortgang unserer Gespräche mit Investoren. Wir müssen jetzt akut diese Situation lösen, das ist die nahe Zukunft. Aber die Frage, wie das Stadion wieder dahin zurückkommen kann, wo es hingehört - nämlich in den Besitz des Vereins - lässt sich natürlich nicht von einer auf die andere Woche lösen. Das ist ein großes Ziel, das es gesamtgesellschaftlich zu lösen gibt und für das es verschiedene Investoren-Modelle gibt. Aber jetzt geht es zunächst mal um die Situation für die nächsten zwei Jahre." (Markus Merk)

… den Stand der Investoren-Gespräche: "Mit der regionalen Investorengruppe sind wir in einem tollen Einvernehmen. Das Lösen der Stadionfrage ist hier Zielpunkt Nummer Eins. Wenn wir das gelöst haben, sehen wir uns in einer sehr positiven Zukunft. Auch mit Flavio Becca sind wir im Gespräch, zuletzt im Januar. Alle Türen sind offen, wir verschließen keine Tür und uns wurde in den vergangenen Wochen auch noch keine Tür verschlossen." (Markus Merk)

… die allgemeine Bedeutung des FCK: "Für mich und für uns ist es unvorstellbar, dass der FCK einmal nicht mehr zu Kaiserslautern gehört. Der Klub ist ein Wirtschaftsfaktor, liefert im Primärimpuls zweistellige Millionenbeträge für die Stadt an Steuereinnahmen. Aber was für mich noch viel wichtiger ist, ist die soziale und die gesellschaftliche Verantwortung. Gestern gegen Münster hatten wir wieder 18.000 Zuschauer im Stadion - und für diese Menschen lohnt sich jeder Einsatz." (Markus Merk)

» Zum kompletten Video: Markus Merk und Soeren Oliver Voigt bei "SWR Sport"

Quelle: Der Betze brennt / SWR Sport

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: FCK beantragt Mietminderung - Stadtrat berät im Februar
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Betze_FUX » 10.02.2020, 02:52


Da klingt aber ein ordentlicher Batzen Optimismus mit. hoffen wir, das hier die Verhandlungsführer klug weiterarbeiten.
sOV hat hier den Standpunkt bzgl. Aktien nochmal untermauert. Passt aber so garnicht zu der Aussage vom Weichel, der ja gut vernetzte infos von Investoren hat(te)...
denn Wahrheit ist am Schluß allemal Wahrheit.



Beitragvon Betziteufel49 » 10.02.2020, 08:36


Die Aussage vom OB Weichel zum Stadion hört sich doch von seiner Sicht aus gar nicht so schlecht an.
Er gibt ja auch nur weiter was der Stadtrad beschließt.

Der Plan von Team Merk ist ein anderer und das Angebot an die Stadt muss jetzt halt am Samstag dem Stadtrad vorgelegt und erörtert werden.

Ich denke schon, das man da eine Entscheidung finden kann, die das Problem mit dem Stadion auch gegen über den Investoren beheben wird.

Beide haben einen Plan. SOV möchte aber noch nicht alles
öffentlich bekannt geben, was ja auch verständlich ist.
Also abwarten und Tee trinken oder Schorle :teufel2:oder :prost:



Beitragvon ExilDeiwl » 10.02.2020, 08:51


Ich finde, ein guter Auftritt der Beiden beim SWR. Etwas deutlicher hätte ich mir die Aussage zum Primärimpuls des FCK für die Steuereinnahmen der Stadt in zweistelliger Millionenhöhe gewünscht. Das muss stärker in die Köpfe der Bevölkerung und der Stadtratsmitglieder. Wobei ein Händler (oder war‘s ein Bäcker?) das ja bei der Umfrage des SWR getont hatte, dass der FCK nach wie vor eine große (positive) Wirkung auf den Einzelhandel hat.

Voigts klare Absage zur Aktienausgabe und seine Verschlossenheit bzgl. weiterer Optionen sind gut bei mir angekommen und mit den regionalen Investoren scheint man sich grundlegend einig zu sein, wenn die Stadionfrage für die kommenden beiden Spielzeiten gelöst ist. Wird ein spannender Samstag und ich hoffe, die Ratsmitglieder gehen gut informiert in diese Sondersitzung.



Beitragvon wernerg1958 » 10.02.2020, 09:13


So Samstag ist D-Day, da müßen wir nun Geduld haben was diese Sitzung am Ende beschließt, etwas positiv fand ich,daß man ohne daß es benannt wurde auch einen Plan B zuhaben scheint, oder wollte ich das so verstehen :nachdenklich:



Beitragvon MikeTom » 10.02.2020, 09:32


wernerg1958 hat geschrieben:So Samstag ist D-Day, da müßen wir nun Geduld haben was diese Sitzung am Ende beschließt, etwas positiv fand ich,daß man ohne daß es benannt wurde auch einen Plan B zuhaben scheint, oder wollte ich das so verstehen :nachdenklich:

Das habe ich genau so raus gehört und das stimmt mich vorsichtig optimistisch



Beitragvon Odenwälder69 » 10.02.2020, 09:49


Gerade das Interview gesehen.
Possitiv ist immer diese ruhige und diese "wir wissen was wir tun" Tonart die bei mir persönlich sehr gut ankommt :daumen:
Keine Lautsprecher und Schaumschläger sondern nach der Devise:

Net schwetze, mache!!

Das insgesamt stimmt mich dann auch für Samstag possitiv.
Auch ein Stadtrat muß (sollte) begreifen: wir brauchen einander :!:

Mit gutem Bauchgefühl schöne Woche



HdE



Beitragvon wernerg1958 » 10.02.2020, 09:56


Der OB-Weichel grätscht aber via Rheinpfalz am Sonntag wieder richtig dazwischen wenn ich die paar Worte in RP-Online ( hinterWall) richtig deute. Was will der TYP?



Beitragvon BernddasBrot2 » 10.02.2020, 10:06


@Werner1958
vielleicht will er sich mit seiner grätscherei sich für einen Vertrag in der Innenverteidigung empfehlen.
Was mir gefallen hat bei dem Interview, es ist nicht der Eindruck entstanden, daß man von Vereinsseite ein Defizit an Durchblick hat.
Voigt ruhig, sachlich aber knallhart in seinen Aussagen.
Merk dagegen etwas emotionaler aber immer wieder knallhart auf den Punkt.
Erschreckend wie bescheiden die Situation ist, obwohl wir es schon lange geahnt / wissen.
Die Seele des Vereins ist verkauft.
Der FCK reiht sich ein in das Konzert der käuflichen Liebe.
Dazu kommt, daß seit Jahren, die meisten Spieler das Trikot des Vereins überhaupt nicht tragen dürften!



Beitragvon wernerg1958 » 10.02.2020, 10:31


@BernddasBrot,
aber in der IV sind Grätschen mindest genauso riskant :teufel2:



Beitragvon De Sandhofer » 10.02.2020, 10:37


BernddasBrot2 hat geschrieben:@Werner1958
vielleicht will er sich mit seiner grätscherei sich für einen Vertrag in der Innenverteidigung empfehlen.
Was mir gefallen hat bei dem Interview, es ist nicht der Eindruck entstanden, daß man von Vereinsseite ein Defizit an Durchblick hat.
Voigt ruhig, sachlich aber knallhart in seinen Aussagen.
Merk dagegen etwas emotionaler aber immer wieder knallhart auf den Punkt.
Erschreckend wie bescheiden die Situation ist, obwohl wir es schon lange geahnt / wissen.

Genau diesen Eindruck hatte ich auch von den Beiden und das lässt mich mit einem positiven Gefühl auf Samstag warten.
Eine Frage muß ich an euch stellen hat der SWR gestern Abend die Antwort auf Hartz aber herzlich als Trailer vorgestellt. Titel Määnz hod Fääns. Hab erst gedacht Badesalz spielen einen Gag, aber die Beiden waren real. :lol: :lol: :lol:



Beitragvon WohntImFeindesland » 10.02.2020, 10:48


Vieleileicht ist ja Plan B den die beiden in der Tasche haben, einfach ein neues Stadion zu bauen und aus dem FWS rauszugehen. Wenn es die einzigste Möglichkeit ist den Verein am Leben zu halten, why not.

Ob du jedes Jahr 5- 10 Mio in das FWS steckst oder Neubaust und dann DEIN Stadion abzahlst, ist eben eine Rechenaufgabe bzw. was die Investoren dazugeben.



Beitragvon carpe-diabolos » 10.02.2020, 10:50


Elementar wichtig wird sein, dass der Stadtrat über einen von FCK und Weichel gemeinsam abgestimmte Beschlussvorlage abstimmt.

Weichels "Pressesprecher" Redzimski bereitet auf Seite 1 m.M. in der Art der Darstellung gemeinsam mit dem OB den Boden für den strategischen Rückzug von der Forderung nach Aktien vor.

Nach außen wird Weichel natürlich weiterhin als "gut vorbereitet und hart in der Sache" dargestellt. Das in Auftrag gegebene Gutachten könnte für Weichel und seinen Wiederkäuer Redz. den Türöffner bilden, sofern dieser Gutachter tatsächlich objektives und ergebnisoffen arbeiten darf.

Wilhelm müsste soviel Kompetenz mitbringen, dass die Position des FCK wasserdicht ist bzw. es konsensuale Lösungswege öffnet.

PS: Interessant am Auftritt im SWR war die akzentuierte Betonung der Spielstätte - ob hier ein möglicher Plan B oder gar C schlummert?

Eine gemeinsame Abstimmungsvorlage wird dann der wahre BEFREIUNGSSCHLAG sein.
Qui diabolos odit, odit homines is
Wer die Roten Teufel hasst, hasst die Menschen
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem
Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende



Beitragvon wernerg1958 » 10.02.2020, 10:54


Also noch mal kurz, einen Neubau sieht der FCK sicher nicht vor einen Umzug für ein Jahr in ein anderes Stadion könnte ich mir da ehr vorstellen, dann liegen die schwarzen Peter alle bei der Stadt. Aber ich glaube nicht, daß die Räte dieses Szenario in Kauf nehmen weil es der Supergau wäre.



Beitragvon Betzegeist » 10.02.2020, 11:06


Ich bin mal vorsichtig optimistisch, dass der Dominostein Stadionmiete am Samstag im Stadtrat fällt.

Wenn dann die Regionalen einsteigen, und ich denke das werden sie, gibt's zumindest mal wieder eine Perspektive für nächste Saison.
Unwahr und falsch ist, dass man euch diese Intrigen und Klüngeleien durchgehen lässt.



Beitragvon Odenwälder69 » 10.02.2020, 11:10


An die 'lauterer Insider:

Wie steht denn der Stadtrat zum FCK?
Jeder einzelne für sich, gibt's da Tendenzen?
Mal ohne Parteibuch, wenn möglich
Zumindest jetzt, bei dieser doch weitreichenden Entscheidung.
Wer ist da bereit über seinen Schatten zu springen??


Plan B mit neuem eigenem Stadion?
Naja, andere haben auch schon eine neue Heimat für den Verein gebaut.
Aber ob das bei uns funktioniert bzw allen zu verkaufen ist/wäre :?: :?:



HdE



Beitragvon GerryTarzan1979 » 10.02.2020, 11:55


Ein gelungener Auftritt von Voigt und Merk. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Besetzung einfach passt. (gerade im Vergleich zu deren Vorgänger) Voigt als ruhiger sachlicher, "harter" Analytiker, der absolut weiss, von was er spricht. Dazu Merk, der die Lauterer Emotionen verkörpert und dennoch nicht auf Schaumschläger macht.
Alles Gesagte hatte Hand und Fuß und man kann folgen was sie meinen, bzw. warum es schwierig ist. Natürlich würde ich gerne mehr Details wissen, aber ich denke, dass im Hintergrund schon die nötigen Fäden gezogen werden. Und hier habe ich auch das gute Gefühl, dass langfristig gedacht wird. (Im Gegensatz zu den letzten Jahren...)
Es ist zu hoffen, dass der FCK wirtschaftlich auf gesunde Beinen gestellt wird und wir zudem sportlich wieder erfolgreicher werden. Der FCK besitzt immer noch genug Potenzial. Hoffentlich entzündet sich der Funke wieder und geht nicht ganz aus.

Wobei... dann werden wir halt Bayern Fan, so wie einer in dem Beitrag gesagt hat, geht ja auch... :lol: :lol:
Seh´ ich aus wie einer, der immer ´nen Plan hat?! Joker aus The Dark Knight
Es lebe K-Town!



Beitragvon oleola » 10.02.2020, 12:47


GerryTarzan1979 hat geschrieben:Wobei... dann werden wir halt Bayern Fan, so wie einer in dem Beitrag gesagt hat, geht ja auch... :lol: :lol:


never ever :lol:
"Ich grüße meine Mutter, meinen Vater, und ganz besonders meine Eltern!"

(Mario Basler)



Beitragvon Lonly Devil » 10.02.2020, 12:51


oleola hat geschrieben:
GerryTarzan1979 hat geschrieben:Wobei... dann werden wir halt Bayern Fan, so wie einer in dem Beitrag gesagt hat, geht ja auch... :lol: :lol:


never ever :lol:

Wer? Wo? Wann? :lol: :nachdenklich: :lol:


Habs gfunnäääää. :lol: :lol:
Zuletzt geändert von Lonly Devil am 10.02.2020, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.
Hat die Demontage von Team Merk schon begonnen?
Gott mag gewissen Individuen eventuell vergeben, ICH NICHT!




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