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Interview des Monats: Ronnie Hellström, Teil 1/2
"Der FCK war ein absoluter Glücksfall für mich"
Die Woche der Torhüter-Legenden: Drei Tage nach Gerry Ehrmann (60) feiert Ronnie Hellström am Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Wir haben mit dem sympathischen Schweden über seine Zeit beim FCK, verlorene Endspiele und große Siege gesprochen.
Der Betze brennt: Ronnie Hellström, du bist beim 1. FC Kaiserslautern noch immer ein Publikumsliebling und das Idol vieler Fans. Hast du bei deinem Wechsel 1974 schon damit gerechnet, dass dich der Verein und die Region ein Leben lang begleiten werden?
Ronnie Hellström (69): Nein, das habe ich so nicht erwartet. Ich wusste nicht, ob mein Wechsel nach Kaiserslautern gut geht. Ich kam als Amateurfußballer, es war meine erste und einzige Station im Ausland und ich hatte zunächst für zwei Jahre unterschrieben. Hätte es nicht geklappt, wäre ich wohl wieder zurück nach Schweden gegangen. Doch es war ein absoluter Glücksfall. Von Beginn an hat es mit der Mannschaft und Trainer Erich Ribbeck sehr gut gepasst.
Der Betze brennt: Wie hast du dich in Kaiserslautern damals eingelebt, die Sprachbarriere war zunächst sicherlich ein Problem?
Hellström: Ich habe natürlich sofort angefangen, die deutsche Sprache zu lernen und bin damit auch recht schnell zurecht gekommen, ein bisschen Schuldeutsch konnte ich schon. Das mit dem Pfälzischen hat aber etwas längere Zeit gedauert (lacht). Erst nach drei bis vier Jahren habe ich dann auch das verstanden. Eine große Hilfe war natürlich mein Landsmann Roland Sandberg. Sportlich ist es für mich persönlich auch gleich gut gelaufen. Von den ersten sechs Heimspielen 1974 haben wir fünfmal zu Null gewonnen. Einen besseren Start kannst du dir als Torhüter nicht wünschen. Auf dem Betzenberg waren wir immer sehr stark, gegen die Bayern habe ich zum Beispiel in zehn Jahren nur mein erstes und mein letztes Heimspiel verloren. Ärgerlich war nur, dass wir auswärts zu selten gewonnen haben.
Angebote anderer Vereine? "Geld ist nicht alles"
Der Betze brennt: Roland Sandberg kanntest du ja bereits und hast mit ihm in der schwedischen Nationalmannschaft gespielt. Welche Rolle hat er bei deinem Wechsel gespielt?
Hellström: Er war ein ganz wichtiger Teil des Ganzen. Bevor wir mit der schwedischen Nationalmannschaft im November 1973 das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich hatten, waren wir in Kaiserslautern und haben gegen den FCK getestet. Wir haben 1:0 gewonnen und der Toppi (Ronnies späterer Mitspieler Klaus Toppmöller; Anm. d. Red.) ist an mir verzweifelt. Zwei Bälle von ihm habe ich damals aus dem Winkel geholt. Nach dem Spiel war ich auch bei Roland zuhause in Morlautern und habe die Stadt bereits etwas kennengelernt. So war ich schon vorbereitet, wusste etwas über die Mannschaft, die Region und wo ich wohnen möchte. Als der FCK dann auf mich zugekommen ist, hatte ich keine Zweifel mehr. Ich habe tatsächlich dann auch im selben Haus wie Roland gewohnt.
Der Betze brennt: Im Mai 1974 hast du dann den Vertrag in der Pfalz unterschrieben. Bei der WM im Sommer in Deutschland warst du eine der großen Entdeckungen. Hast du dich im Nachhinein gefragt, ob du nicht nach der Weltmeisterschaft ein möglicherweise interessanteres und finanziell lukrativeres Angebot hättest annehmen können?
Hellström: Nein, ich wollte unbedingt zu meinem Vertrag stehen und in Kaiserslautern spielen. Vielleicht hätte ich woanders auch mehr verdienen können, aber Geld ist nicht alles. Ich habe am FCK geschätzt, dass es zur damaligen Zeit ein recht ruhiges Umfeld gab, in dem ich mich entwickeln konnte. In München, Köln oder Hamburg war das nicht so. Es hat einfach alles gepasst. Ich hatte in meinen ersten Spielen auch viel zu tun und konnte mich auszeichnen. Das fand ich sehr schön.
Der Betze brennt: Wusstest du denn von Angeboten anderer Vereine?
Hellström: Direkt nach der WM 1974 nicht. Vier Jahre später wollte mich Cosmos New York aber in die USA holen, wo unter anderem Franz Beckenbauer gespielt hat. Ich habe das damals aber als eine Art Rentner-Liga gesehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich erst 29 Jahre alt und wollte meine Karriere bei weiten noch nicht ausklingen lassen.
"Wir waren oft nah dran an einem Titelgewinn"
Der Betze brennt: Sportlich warst du beim FCK eines der prägendsten Gesichter der ersten erfolgreichen Ära seit der Bundesliga-Gründung 1963. Ein Titel blieb dir jedoch verwehrt.
Hellström: Das ist tatsächlich mein Dilemma. Als Kaiserslautern in den 1990er Jahren je zweimal Meister und Pokalsieger wurde, hat mir meine eigene Titel-Bilanz nochmals etwas weh getan. Wir waren oft nah dran, haben es aber leider nie geschafft.
Der Betze brennt: Du spielst unter anderem auf die beiden verlorenen Pokalfinals 1976 gegen Hamburg, 1981 gegen Frankfurt und die dritten Plätze in der Meisterschaft 1979 und 1980 an.
Hellström: Ja, genau. Das ist mit das schlimmste als Fußballer, ein Pokalfinale zu verlieren oder auch in der Meisterschaft am Ende knapp zu unterliegen. Du hast den Titel ja schon zum Greifen nahe. Im Nachhinein war das sehr ärgerlich, aber beispielsweise in den beiden Finalspielen waren die Gegner leider jeweils besser. 1976 war es unheimlich heiß, gefühlte 50 Grad in der Sonne. Wir hatten ein paar Verletzte und eigentlich keine Chance. Hamburg war besser. Aber es war eine schöne Erfahrung damals im Frankfurter Waldstadion vor über 60.000 Zuschauern. Auch 1981 war Frankfurt das bessere Team beim Endspiel in Stuttgart. Bum-Kun Cha hat damals ein überragendes Spiel gemacht. 1978/79 waren wir in der Bundesliga 14 Spiele ungeschlagen und wurden Herbstmeister, hatten dann im entscheidenden Spiel beim HSV aber auch Pech. Hans-Günter Neues flog damals früh vom Platz und wir verloren anschließend mit 0:3.
Der Betze brennt: Dafür hast du mit dem 5:0-Erfolg über Real Madrid im Uefa-Cup-Viertelfinale 1982 eines der legendärsten Spiele der Vereinshistorie miterlebt.
Hellström: Das ist natürlich ein tolles Erlebnis gewesen und auch heute noch eine tolle Erinnerung. Zusammen mit dem 7:4 über Bayern München und dem 3:1 über den FC Barcelona geht es fast immer um dieses Spiel, wenn über die FCK-Historie gesprochen wird. Dabei war die Saison nicht einfach für mich, nach einer Verletzung hatte ich meinen Stammplatz zwischenzeitlich an Armin Reichel verloren. Zum Glück war ich bis zum Rückspiel gegen Madrid wieder fit. Es war aber unheimlich schade, dass wir diesen Erfolg nicht vergolden konnten und im Halbfinale ausgeschieden sind.
"Bei Elfmetern hatte ich einen speziellen Trick"
Der Betze brennt: Was hat gegen IFK Göteborg im Halbfinale damals gefehlt? Mit Real Madrid habt ihr schließlich zuvor ein größeres Kaliber ausschalten können.
Hellström: Wir wurden von der Taktik völlig überrascht. Göteborg hat schon im Hinspiel auf dem Betzenberg ganz früh angegriffen. Heute würde man von einem Offensivpressing sprechen. Ich musste dann alle Bälle von hinten weit herausschlagen, wir hatten gar keine Möglichkeit unser Spiel geordnet von hinten heraus aufzubauen. Im Rückspiel hatten wir dann etwas Pech, letztlich war es ein zweifelhafter Elfmeter in der Nachspielzeit, der uns das Finale gekostet hat.
Der Betze brennt: Dabei hat das Halten von Elfmetern zu einer deiner Spezialitäten gehört, unter anderem auch im Viertelfinale gegen Real. Hast du einen speziellen Trick gehabt?
Hellström: Ja, den hatte ich. Ich wollte, dass mich der Schütze vor dem Elfmeter anschaut, habe ihn zum Teil sogar bewusst angesprochen. Dabei habe ich ihm entweder gezeigt oder gesagt, in welche Ecke ich springen werde, um ihn zu täuschen. Natürlich bin ich dann genau in die andere Ecke abgetaucht, die der Schütze meist auch gewählt hat. So habe ich viele Bälle gehalten. Ich meine mich zu erinnern, insgesamt zwölf Elfmeter pariert zu haben. Leider war der gegen Göteborg nicht dabei.
Der Betze brennt: Ihr hattet damals eine wirklich gute Mannschaft zusammen: Hans-Peter Briegel, Klaus Toppmöller, der junge Andy Brehme, Hans-Günter Neues, Friedhelm Funkel, Hannes Bongartz - von vielen dieser Spieler wird auch heute noch auf dem Betzenberg geschwärmt. Habt ihr noch Kontakt zueinander?
Hellström: Das stimmt, wir waren eine tolle Truppe, ein eingeschworener Haufen. Wir haben viel zusammen erlebt, und das nicht nur auf dem Fußballplatz. Zu Peter Briegel, Werner Melzer und Sepp Stabel, aber auch zu einigen anderen habe ich auch heute noch viel Kontakt. Wenn ich in Kaiserslautern bin, treffen wir uns oder sehen uns nach den Spielen im Stadion, das ist immer wieder schön.
Morgen im zweiten Teil des großen DBB-Interviews: Ronnie Hellström über ein Kopfballtraining mit brummendem Schädel, seinen FCK-Nachfolger Gerry Ehrmann und seine im März auch in Deutschland erscheinende Biographie.
(Das Interview führten Moritz Kreilinger und Thomas Hilmes.)
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 21.02.2019:

Interview des Monats: Ronnie Hellström, Teil 2/2
"Die Situation des FCK geht mir nahe"
Heute feiert Torwart-Legende Ronnie Hellström seinen 70. Geburtstag. Im großen DBB-Interview spricht der Blondschopf mit dem Schnäuzer über das Torwartspiel damals und heute, Gerry Ehrmann und Lennart Grill sowie die aktuelle Situation des 1. FC Kaiserslautern.
Der Betze brennt: Ronnie Hellström, das Leben als Profifußballer war in den 1970er und 1980er Jahren noch ein anderes als in der heutigen Zeit. Das eine oder andere Bier konntet ihr damals sicherlich noch trinken, oder?
Ronnie Hellström (70): Ja, das ging schon (schmunzelt). Es gab am Rosenmontag mal einen Ball, bei dem die ganze Mannschaft da war und auch die Fans kommen konnten. Da wurde dann doch einiges getrunken. Kalli (FCK-Trainer Karl-Heinz Feldkamp; Anm. d. Red.) wollte am nächsten Tag aber immer richtig trainieren. Nach dem Motto: Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Als er merkte, dass die meisten noch Kopfweh vom Vorabend hatten, setzte er absichtlich ein Kopfballtraining an. Ein wirkliches Straftraining war das zwar nicht. Danach waren aber alle ziemlich fertig. Trotzdem wurde am Faschingsdienstag noch weiter gefeiert. Danach galt die Konzentration aber wieder dem Spiel am Wochenende - und wenn ich mich recht erinnere, haben wir das dann auch gewonnen.
Der Betze brennt: Stimmt es, dass du in den ersten Jahren deiner Karriere noch ohne Torwarthandschuhe gespielt hast?
Hellström: Ja, das stimmt. In Schweden und in den ersten beiden Jahren in Kaiserslautern war das so. Wenn es trocken war, ging das problemlos. Doch wenn es geregnet hat, habe ich Handschuhe angezogen. Weil es im Winter oft kalt war und das Spielen ohne Handschuhe so nicht möglich war, habe ich mich dann aber generell umgestellt und ab 1976 immer Torwarthandschuhe getragen.
Der Betze brennt: Später hast du sogar deine eigene Kollektion an Torwarthandschuhen entworfen. In Kaiserslautern und später in Idar-Oberstein hattest Du eigene Modegeschäfte.
Hellström: Der Fußball stand zwar immer im Fokus, ich hatte aber Spaß daran, mich noch anderweitig abseits des Platzes zu beschäftigen. Aber nur weil es sportlich so gut gelaufen ist, konnte ich nebenbei noch andere Sachen machen. Wir haben zusammen mit der Firma Reusch gearbeitet, in Deutschland Handschuhe hergestellt und diese unter anderem nach Schweden exportiert.
"Als Torwart kannst du heute viel mehr mitspielen"
Der Betze brennt: Wenn du das Torhüterspiel von damals mit der heutigen Zeit vergleichst. Wo liegen die größten Veränderungen?
Hellström: Es hat sich viel verändert durch die Regel, dass der Ball bei einem Rückpass nicht mehr mit der Hand aufgenommen werden darf. Die heutigen Torhüter müssen viel mehr mit den Füßen machen und fußballerisch besser sein. Das macht das Spiel wesentlich attraktiver.
Der Betze brennt: Man hört heraus, diese Regel hättest du zu deiner Zeit auch gerne bereits gesehen?
Hellström: Auf jeden Fall. Diese Veränderung des Spiels ist durchweg positiv. Als Torwart kannst du heute viel mehr mitspielen, das macht deutlich mehr Spaß. Es ist schade, dass es damals noch nicht so war. Aber auch wir haben früher viel mit dem Ball am Fuß trainiert. Brenzlige Situationen im Spiel waren aber vermeintlich leicht geklärt, in dem der Ball einfach in die Hand genommen worden ist.
Der Betze brennt: Heutzutage werden die Keeper individuell betreut, haben zum Teil einen ganzen Stab an eigenen Trainern und Betreuern. Wie war das bei euch?
Hellström: Leider hatten wir das noch nicht. Ob es mein Kollege Sepp Stabel oder Armin Reichel war, wir haben uns quasi selbst trainiert. Einen eigenen Torwarttrainer hatten wir nicht. Wir haben so enorm viel voneinander gelernt. Ich muss auch gestehen, wenn ich zur Nationalmannschaft gefahren bin, hatte ich immer auch etwas Angst um meinen Stammplatz. Sepp und Armin haben gut gespielt, wenn ich nicht da war. Aber Konkurrenz ist immer gut und spornt einander an. Wir haben uns trotzdem sehr gut verstanden.
Der Betze brennt: Dein Nachfolger in Kaiserslautern war Gerry Ehrmann, später Deutscher Meister mit dem FCK und heute einer der bekanntesten Torwarttrainer Deutschlands. Habt ihr euch damals schon kennen gelernt?
Hellström: Wir haben uns erst einige Jahre später persönlich kennengelernt. Der Kontakt wurde dann mehr, als er Torwarttrainer wurde. Wenn ich zu den FCK-Spielen komme, unterhalten wir uns oft. Das ist für den Verein ein riesiger Trumpf, einen solchen Trainer zu haben. Es ist fantastisch, wie viele gute Torhüter er ausgebildet hat. Mein Sohn, der 1980 in Kaiserslautern geboren wurde, spielte später auch als Torhüter und absolvierte auch mal ein Probetraining in Kaiserslautern unter Gerry. Das war damals in der A-Jugend gemeinsam mit Roman Weidenfeller. Wegen einer schweren Knieverletzung musste er seine Karriere aber früh beenden.
Der Betze brennt: Auch du hast eine Zeit lang als Torwarttrainer bei Malmö FF und Hammarby IF gearbeitet.
Hellström: Gerade die Zeit in Malmö war sehr interessant. Der junge Zlatan Ibrahimovic hat damals für uns gespielt und er meinte zu dieser Zeit schon, viel zu sagen zu haben. Er hat mich mal gefragt, in welchem Land er am besten spielen sollte. Ich empfahl im Italien, wo er unter anderem in seiner großen Karriere später ja auch spielte. Ich hätte ihm den FCK empfehlen sollen, aktuell könnten sie ihn gut gebrauchen (lacht).
"Ich bin mir sicher, Lennart Grill wird seinen Weg gehen"
Der Betze brennt: Das stimmt. Zur Zeit läuft es beim FCK nicht rund. Vor allem in der Offensive hakt es enorm. Wie intensiv verfolgst du das Geschehen auf dem Betzenberg noch?
Hellström: Jede Woche natürlich. Die Situation geht mir auch nahe. Mit Sebastian Andersson (2017/18 bester FCK-Stürmer; Anm. d. Red.) stehe ich regelmäßig in Kontakt und hatte auch versucht, ihn im Sommer zum Bleiben zu bewegen. Er wollte nach längerem Überlegen aber weg. So ein Spieler würde dem Verein in diesem Jahr gut zu Gesicht stehen. Die Erfahrung und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor hätte sehr gut getan.
Der Betze brennt: Dafür steht mit dem erst 20-jährigen Lennart Grill seit der Winterpause ein großes Talent im Tor. Was würdest du ihm in der jetzigen Lage des Vereins mit auf den Weg geben?
Hellström: Bei meinem letzten Besuch in Kaiserslautern hat noch Wolfgang Hesl gespielt. Ich freue mich schon drauf, ihn live zu erleben. Für seine ersten Spiele hat er ja sehr gute Kritiken bekommen. Das ist natürlich für einen jungen Torhüter eine schwierige Situation. Ich habe in meiner Anfangszeit in Kaiserslautern zwar auch eine schwierige Situation erlebt und gegen den Abstieg spielen müssen, war da aber schon Mitte 20. Er muss einfach so weiter machen, ruhig bleiben, keine übertriebenen Sachen machen, dann bin ich mir sicher, dass er seinen Weg gehen wird.
Der Betze brennt: Zum Abschluss gehen wir noch mal weg vom FCK und kommen zu dir: Am heutigen Donnerstag darfst du deinen 70. Geburtstag feiern. Wird es ein großes Fest geben?
Hellström: Ja, da freue ich mich schon sehr darauf. Mein Haus steht offen und es kommen viele Leute, die ich schon eine Zeit lang nicht mehr gesehen habe. An die Zahl 70 denke ich aber gar nicht, ich fühle mich noch nicht so alt. Am Samstag feiern wir dann noch mal mit dem engeren Familienkreis.
"Vor dem Heimspiel gegen Osnabrück bin ich wieder in Kaiserslautern"
Der Betze brennt: Auch in diesem Alter bist du noch viel beschäftigt. Wie verbringst du deine Zeit aktuell?
Hellström: Wenn das Wetter gut ist, spiele ich gerne Golf und besuche natürlich immer noch viele Fußballspiele. Zuletzt war ich etwa beim Europa-League-Spiel von Malmö FF gegen den FC Chelsea. Momentan habe ich außerdem viel zu tun mit dem Buch, das ich über meine Karriere geschrieben habe...
Der Betze brennt: ... welches bald auch in Deutschland erscheint. Wann dürfen deine Fans in Kaiserslautern in den Genuss kommen?
Hellström: Das Buch wird im März in Deutschland erscheinen. In der Woche vor dem FCK-Heimspiel gegen Osnabrück am 24. März werde ich dafür auch in Kaiserslautern sein. Ich versuche, jedes Jahr mindestens zweimal zurück in die Pfalz zu kommen. Dabei fühle ich mich immer noch so, als wäre ich nie wirklich weg gewesen. Es ist auch fantastisch, wie gut mich die jüngere Generation kennt, die mich nie hat Fußball spielen sehen. Daran haben die Eltern und Großeltern einen immensen Anteil, weil sie viel über unsere damalige Zeit erzählt haben.
Der Betze brennt: Vielen Dank für das Gespräch und alles erdenklich Gute zum 70. Geburtstag, Ronnie Hellström!
(Das Interview führten Moritz Kreilinger und Thomas Hilmes.)
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 13:15 Uhr:
Hellström wird 70: Die FCK-Gemeinde gratuliert
Zu seinem 70. Geburtstag würdigen Fans, Medien und Weggefährten aus aller Welt der Torwartlegende des 1. FC Kaiserslautern: Ronnie Hellström. Dabei gibt es auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen. Eine Übersicht.
Der "SWR" hat Ronnies Freund Sepp Stabel zur Gratulation ins Studio gebeten und präsentiert dazu ein tolles Karriere-Video: "Ronnie Hellström ist nun 70 Jahre alt. Und sein Freund und einstiger Konkurrent Sepp Stabel war einer der ersten Gratulanten. Über WhatsApp schickte Sepp Stabel seinem alten Weggefährten im SWR-Studio-Kaiserslautern vor laufenden Kameras von Angesicht zu Angesicht die besten Wünsche nach Stockholm. Und der "alte Schwede" Ronnie war sichtlich gerührt, freundlich wie immer, und fand in dem 15 Minuten langen Gespräch auch ganz schnell sein typisches Lachen wieder. (...)"
» SWR | "Alter Schwede - FCK-Torhüter Ronnie Hellström wird 70 Jahre alt"
Eric Scherer vom "Block 4.2" bricht eine eiserne Journalisten-Regel und huldigt seinem FCK-Idol in der Ich-Form: "Wie aber soll ich Ronnie Hellström gegenüber journalistische Distanz wahren? Kein anderer hat meine frühen Fanjahre so sehr geprägt wie der fliegende Schwede. Ich kann nicht über ihn erzählen, ohne auch über mich zu erzählen. (...) Wir hatten Ronnie Hellström, der Mann, der uns zeigte, was für phantastische Pfälzer Schweden sein können. Fritz Walter hat meine Generation ja nie spielen sehen, er existiert für uns nur auf Schwarzweißfotos und in kurzen Filmchen, ist für uns Mythos und Synonym für unseren Spirit. Die Ikone zum Anfassen, live und in Farbe, die war für uns Ronnie Hellström. In diesem Sinne ist Ronnie Hellström der Fritz Walter meiner Generation - und Kalli Feldkamp unser Sepp Herberger."
» Block 4.2 | "Alles Gute zum 70ten, Ronnie Hellström!"
In der "Rheinpfalz" schwärmt Hans-Peter Briegel von seinem früheren Mitspieler: "’Ronnie war und ist ein super Typ. Dem konnte man überhaupt nicht böse sein, auch wenn er mal einen Fehler gemacht hat, was ja selten genug vorkam. Ronnie war ein Weltklasse-Torwart!’ Hans-Peter Briegel, die Walz aus der Pfalz, schwärmt noch heute, kommt er auf seinen früheren Mannschaftskameraden aus glorreichen FCK-Zeiten zu sprechen. (...)"
» Rheinpfalz | "Hellström wird 70 - FCK bleibt Herzenssache"
Derweil erinnert das "Wochenblatt" an ein Kult-Ritual: "Ein besonderes Ritual fand kurz vor dem Anpfiff jedes Heimspiels statt. Während Hellström auf dem Weg zu seinem Tor war, begannen die Fans seinen Vornamen zu rufen, mit einem langgezogenen "O". Nach einer gewissen Zeit winkte der Goalkeeper in die Westkurve. 'Damit habe ich mir früher immer viel Zeit gelassen', verriet er bei dem Erzählabend vor einigen Jahren. Hellström genoss diese Wertschätzung. (...)"
» Wochenblatt | Ronnie Hellström wird 70
Hans Walter von der "Initiative Leidenschaft" schwärmt von Ronnie Hellström als außerordentlichem Glücksfall für den FCK: "Es war ein glücklicher Tag für den 1. FC Kaiserslautern, als wenige Wochen vor Beginn des Weltmeisterschaftsturniers 1974 FCK-Präsident Willi Müller den Torhüter der schwedischen Nationalmannschaft, Ronnie Hellström, mit einem eigenhändig verfassten Vertrag für den 1. FC Kaiserslautern verpflichten konnte. Nach der Weltmeisterschaft in Deutschland, vor allem nach dem denkwürdigen Spiel zwischen Deutschland und Schweden (4:2) in Düsseldorf, wussten alle Anhänger des FCK, was für ein Weltklassekeeper in der neuen Saison zwischen den Pfosten des FCK-Tores stehen würde. (...)"
» FCK.de | Ein Glücksfall für den 1. FC Kaiserslautern
Und natürlich lassen sich auch Ronnie Hellströms Fans und Wegbegleiter in den Sozialen Netzwerken nicht zweimal um eine herzliche Gratulation bitten:
» Zu den Glückwünschen auf Social Media
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 13.03.2019:
Zweite Heimat: Ronnie Hellström in der Pfalz
Ronnie Hellström ist mal wieder in Kaiserslautern zu Besuch. Die schwedische Torwartlegende ist stets willkommen - viele FCK-Fans träumen noch immer von seinen grandiosen Paraden.
Er war einer der sympathischsten Fußball-Profis, der jemals das Trikot des 1. FC Kaiserslautern trug. Das sagen viele. Und er war der beste Torwart, der jemals für die roten Teufel spielte. Das sagen fast alle. Torwart-Legende Ronnie Hellström ist gerade auf Besuch in seiner zweiten Heimat Kaiserslautern. (…)
Quelle und kompletter Text: SWR


