
Spielbericht: 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 2:1
Déja-vu in Franken
Der FCK verliert durch ein Last-Minute-Gegentor in Nürnberg – schon wieder. Somit endet das Jahr nach einer ernüchternden Hinrunde mit einer bitteren Note.
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Es war kalt, um nicht zu sagen: saukalt. Im weiten Nürnberger Frankenstadion, das mit offiziell 24.406 Besuchern leider mehr leer als besetzt war, griff die Kälte um sich. Rund 1.500 Fans des 1. FC Kaiserslautern hatten sich im Gästeblock der Südkurve zusammengefunden. Sie unterstützten ihr Team laut, unermüdlich, energisch – und wurden doch enttäuscht. Denn wie schon neun Monate zuvor in der vergangenen Rückrunde gewann der 1. FC Nürnberg durch einen Treffer kurz vor Schluss mit 2:1.
Die Reaktion auf das Ergebnis, mit dem eine durchwachsene Hinrunde auf einer äußerst bitteren Note endete, fiel gemischt aus. Die einen klatschten, die anderen sangen, einige pfiffen und nicht wenige kehrten dem Spielfeld schnell den Rücken, das Weite suchend. Die Mannschaft stand währenddessen bedröppelt vor dem Gästeblock und bedankte sich für die Unterstützung in der letzten Partie des Jahres 2016.
Burgstaller zeigt: Ein Knipser macht den Unterschied
Das Spiel führte dem Lautrer Anhang noch einmal die Probleme der Hinrunde vor Augen: (zu) große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, ein Mittelfeld, das offensiv so gut wie gar nicht existiert, zwei Stürmer, die sich aufreiben, aber irgendwann auch die Lust verlieren, und eine Abwehr, die sich durch Unaufmerksamkeiten und Fehler um den Lohn bringt.
Auf die Stimmung wirkte sich das mit fortlaufender Spieldauer aus. Erst durch den ersten richtig gefährlichen Torabschluss durch den eingewechselten Max Dittgen meldete sich der rot-weiße Anhang, der sich einmal mehr hinter dem breiten "We don’t like Mondays"-Banner versammelt hatte, stimmgewaltig zurück. Als der Ausgleich durch Jacques Zoua gefallen war (78.), bestimmten die FCK-Fans das Geschehen auf den Rängen. Aufseiten der heimischen Nordkurve, die im ersten Durchgang vor allem durch ich lautgebrülltes "F-C-N" aufgefallen war, herrschte banges Abwarten – bis zur kalten Dusche für die Gäste kurz vor Schluss, als Guido Burgstaller mit seinem 14. Saisontreffer (!) eine Fehlerverkettung der Lautrer Defensive ausnutzte.
Im Übrigen der Beleg dafür, wie ein echter Knipser den Unterschied ausmachen kann. Denn auch der FCN präsentierte sich keineswegs stark und zielstrebig. Eine Punktteilung wäre wohl gerecht gewesen. Doch genau in solchen Momenten braucht eine Mannschaft einen echten Torjäger. Nürnberg hatte ihn, Kaiserslautern nicht.
Korkuts Hinrunden-Ziel ist verfehlt
Null Punkte in Franken also und ein verpatzter Jahresabschluss, durch den der FCK auch Tayfun Korkuts gesetztes Hinrunden-Ziel von mindestens 20 Punkten verfehlte. Entsprechend angesäuert resümierte der FCK-Trainer das Spiel, machte aber auch klar: "Wir sehen eine Entwicklung in der Mannschaft. Die jungen Spieler sind nun einige Spiele weiter." Auch Sportdirektor Stöver machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, stellte aber ebenfalls unmissverständlich klar: "Wir wollen unser Ziel erreichen: Das ist ein einstelliger Tabellenplatz." Dafür werden in der Rückrunde aber deutlich mehr als 19 oder 20 Punkte nötig sein.
Und jetzt? Das fragten sich nicht nur die vielen FCK-Anhänger, die sich am Montagabend enttäuscht auf die Heimreise begaben. In den Autos und Bussen machte sich ebenso wie in den Internetforen Ernüchterung breit, oft verbunden mit großer Enttäuschung.
Einmal mehr wird klar: Es ist ein verdammt weiter Weg, den der 1. FC Kaiserslautern zu gehen hat. Nach der Serie von sieben ungeschlagenen Spielen war der Niederlage ein echter Rückschlag. Ein sportlich oft enttäuschendes, nicht selten auch turbulentes Jahr endete damit kalt und ernüchtert.
Quelle: Der Betze brennt

Stimmen zum Spiel
Korkut: "Das verteidigen wir schlecht"
Wie schon in der Vorsaison verliert der FCK durch ein spätes Tor in Nürnberg. Tayfun Korkut und Sportdirektor Uwe Stöver haderten mit dem 1:2-Gegentreffer. Vorsichtige Entwarnung gab es indes bei Ewerton.
Die entscheidende Szene ereignete sich kurz vor Schluss: Aus einem Einwurf resultierte das späte Siegtor des 1. FC Nürnberg durch Guido Burgstaller. "Das verteidigen wir schlecht", befand Tayfun Korkut. Die Ernüchterung beim Trainer des 1. FC Kaiserslautern war groß, denn nach dem Ausgleichstor durch Jacques Zoua zwölf Minuten vor Schluss hatte er seine Elf eigentlich "am Drücker" gesehen. "Die Mannschaft hat gut auf den Rückstand reagiert. Wir waren dann dem 2:1 näher."
So sah das auch Sportdirektor Stöver. "Aber dann haben wir fahrlässig verteidigt", kritisierte er. Beim späten Gegentor nahm der 49-Jährige auch FCK-Schlussmann Julian Pollersbeck in die Pflicht. "Ich habe eben mit Julian gesprochen – normal hält er den, das weiß und sieht er auch so."
Trotzdem wollte Stöver auch das Positive hervorheben. Bis zum 0:1 habe der FCK gut verteidigt und sicher gestanden. "Was für mich wichtig ist, dass die Mannschaft nach dem Rückstand - was im Übrigen nicht Ecke, sondern Abstoß hätte sein müssen - die richtige Reaktion gezeigt hat. Sie hat sich ins Spiel gebissen und signalisiert, dass sie es drehen und ihm eine Wende geben wollte."
Zoua verärgert – Vorsichtige Entwarnung bei Ewerton
Umso größer war der Ärger, dass die Roten Teufel nicht einmal einen Punkt mit nach Hause nehmen konnten. "Wir haben das 1:1 geschossen, dann kannst du nicht in der letzten Minute so ein Tor bekommen. Das ist nicht möglich. Wir müssen mehr machen. Ich, das Team, alle müssen mehr kämpfen, das ganze Spiel", sagte ein wütender Jacques Zoua. "Wir müssen daraus lernen."
Vorsichtige Entwarnung gab es indes bei Innenverteidiger Ewerton, der im zweiten Durchgang verletzt vom Feld gehen musste. "Er hat einen Schlag auf das Knie bekommen. Es wird ein paar Tage wehtun. Aber Stand Jetzt ist es nicht Schlimmeres", so Stöver.
Quelle: Der Betze brennt
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