Satanische Ferse hat geschrieben:Hatte anfangs so meine Bedenken, ob Marco Kurz mit seiner ruhigen und eher in sich gekehrten Art beim Lautrer Publikum ankommen würde. Aber alsbald hat einjeder gemerkt, wie dieser Kerl tickt. Brodelt langsam vor sich hin, macht seine Arbeit, ohne in der Öffentlichkeit große Töne zu spucken und kommt zum gegebenen Zeitpunkt zum emotionalen Ausbruch. Ein Vulkan, der zum Betzenberg und den Roten Teufeln passt.
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Um vorzubauen: Ich war anfangs nicht gegen die Verpflichtung von M.K. eingestellt. Vom Typ Trainer passte er zu Stefan Kuntz und ich setzte mein Vertrauen in Stefans Philosophie. Bei Heiko Herrlich, der bekanntlich ebenfalls angedacht war, hätte ich große Bedenken gehabt und habe sie noch immer. Aber hier nicht das Thema.
Ich hatte am Anfang mehr als nur Bedenken bei der Personalie Marco Kurz, dazu stehe ich! Das Herumgeeiere bei der Trainersuche, die allzulange Erklärung, warum dann auf den letzten Drücker dieser Herr Kurz, die Meister und Schüler Pressekonferenz, in der Marco Kurz vor lauter Respekt garnicht richtig zu Wort kam.
Auch die ersten Auftritte, gerade im Testspiel gegen die Eintracht (übrigens der größte Kritiker war da Stefan selbst), stärkten nicht gerade sein Standing.
„Ich will nicht von missglückt sprechen, aber wir haben uns die Mannschaft schon anders vorgestellt. Auf einigen Positionen waren wir zu leblos", konstatierte Stefan Kuntz, der einen verbalen Warnschuss absetzte: „Einige dürfen sich nicht wundern, wenn sie nicht mehr mitspielen dürfen." „Bei uns haben heute nur sehr wenige ihren Platz untermauert", stellte Trainer Kurz ernüchtert fest, der den Blick zum DFB-Pokalspiel nächsten Freitag lenkte: „Bewertet werden wir in Braunschweig." Es sieht nicht gut aus!
Quelle: Rheinpfalz, 26. Juli 2009, Seite 12, Sport
Doch im Gegensatz zu vielen anderen Trainern, die mit hohem Lob gekommen waren und dann doch recht schnell abbauten, vollzog sich bei Marco Kurz eine Wende zum Positiven. Spätestens mit seiner Faust in München, ließ er mal den emotionalen Panzer aufspringen und zeigte das Feuer, das er offensichtlich in der Mannschaft entzündet. Auch hat er sich im Laufe der Zeit von einigen geliebten Spielern, mehr oder minder freiwillig getrennt, die meiner Meinung nach mehr Schein als Sein sind und ihm von oben aufgeredet wurden, und gibt dem Team immer mehr sein Gesicht. Da stört mich auch nicht seine von Spiel zu Spiel Floskel, denn für Zielvorgaben ist der Boss zuständig,
Stefan Kuntz und der hat das Ziel Aufstieg einfach übersprungen, der will das Ziel nicht mehr, der nimmt ihn einfach wenn er kommt.
Es wäre schön, wenn diese Entwicklung, insbesondere der Erfolg, auch in der ersten Liga so weitergehen würde. Aber der sichere Mittelfeldplatz ist als Ziel sicher nicht einfach und vorallem langfristig in den Erwartungen vieler einfach nicht sexy genug. Hier wird irgendwann der Grummelpälzer wach.
Ein anderer Schwachpunkt gilt es aber noch viel eher auszumerzen, das ist die Entwicklung des Nachwuchses. Sicher, in dieser Saison gibt es andere Prioritäten, aber wie an anderer Stelle geschrieben wurde, geht die notwendige finanzielle Sanierung nur mit Transfererlösen. Dazu müssen junge Spieler entwickelt und auch präsentiert werden. Bisher sieht man da noch nicht viel in der Qualität und der 2. Anzug hat kaum Gelegenheit sich zu zeigen. (Ausnahme Gerry Ehrmann, aber dessen Qualität ist unbestritten) Hier muss Kurz seine Rolle als Cheftrainer noch stärker aufnehmen und sein Team mit Teammanger, Mannschaftsbetreuer und Jugendkoordinator mehr fordern. Hier sollte er mit dem Aufstieg mehr Standing gegenüber dem Vorstand entwickeln können. Insbesondere Lutz macht hier nicht die beste Figur und dessen Vertrag ist wohl vakant..