
Ache mit Dreierpack: Lautern gewinnt in Rostock mit 3:0
Es geht doch! Der 1. FC Kaiserslautern zeigt bei Hansa Rostock eine starke Leistung und gewinnt das Kellerduell hochverdient mit 3:0 (1:0). Matchwinner ist einmal mehr Torjäger Ragnar Ache.
Mit Tymo Puchacz, Julian Niehues und Aaron Opoku begannen die Roten Teufel das so wichtige Duell beim punktgleichen Tabellennachbarn FC Hansa. Die Grundformation beließ Trainer Friedhelm Funkel aber unverändert: Während Boris Tomiak nach hinten in die Innenverteidigung rückte, übernahm Niehues dessen Position im zentralen Mittelfeld. Opoku begann anstelle von Richmond Tachie auf der rechten Außenbahn.
Opoku war am ersten Höhepunkt der Partie direkt beteiligt. Nach einer Flanke von Kenny Redondo spielte er den Ball zentral vor den Rostocker Kasten, Marlon Ritter traf die Kugel nicht, aber dahinter hielt Ragnar Ache den Fuß rein und vollstreckte zur frühen Führung für den FCK (6.). Die rund 1.500 mitgereisten Fans durften früh jubeln - und die Lautrer blieben weiter dran. Das vermeintliche 2:0 zählte nicht, weil Schiedsrichter Badstübner zuvor ein Foul von Ache an Torwart Kolke gesehen hatte (13.). Sekunden später scheiterte Redondo alleine vor dem Hansa-Schlussmann (14.). Die Roten Teufel waren das klar bessere Team. Was noch fehlte, war ein zweiter Treffer, zumal die Kogge nach einer Gelb-Roten Karte gegen Oliver Hüsing ab der 37. Minute mit einem Mann weniger auf dem Platz waren. Schon verwarnt hatte der Abwehrchef Redondo kurz vor dem Strafraum heftig gefoult.
Beim Stand von 1:0 blieb Hansa trotz der klaren Unterlegenheit weiter im Spiel und mit Wiederbeginn gestalteten die Gastgeber das Spiel auch etwas offener. Die ganz klaren Chancen hatten weiter die Lautrer durch Ache (57.) und den eingewechselten Tachie (66.), die jeweils am starken Kolke scheiterten. Dazwischen näherten sich aber auch die Rostocker durch einen Schuss von Nils Fröling ans Außennetz erstmals an (64.). Zwei Minuten später sorgte wieder Ache dann aber doch für eine größere Beruhigung im Lager der Roten Teufel. Einen Schuss von Filip Kaloc ließ Kolke nach vorne prallen, der Angreifer schoss den zweiten Ball ein zum 2:0 (66.). In der 75. Minute machte Ache mit seinem dritten Treffer im Anschluss an eine Ecke alles klar, wobei beim Torjubel vor dem Gästeblock ein Hansa-Anhänger auf den Rasen gelangte. Die Ordner konnten den Fan relativ schnell abführen. In den Schlussminuten wäre der Auswärtssieg im sich leerenden Ostseestadion um ein Haar sogar noch höher ausgefallen, gleich zweimal scheiterten die Lautrer aber an der Latte (81., 86.).
Am Ende stand aber auch so das erste zu-Null-Spiel der Roten Teufel in dieser Zweitliga-Saison sowie drei ganz wichtige Zähler bei einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. In der Tabelle verbessert sich die Mannschaft um einen Rang auf Platz 15. Am kommenden Sonntag kommt es auf dem Betzenberg gegen den VfL Osnabrück (13:30 Uhr) zum nächsten ganz wichtigen Duell.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: Hansa Rostock - 1. FC Kaiserslautern 0:3
Ergänzung, 17:40 Uhr:

Foto: Imago Images
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Ache trifft und verspricht: "Es wird jetzt nur noch besser"
Der 1. FC Kaiserslautern hat den Befreiungsschlag geschafft und und sich neues Selbstvertrauen erarbeitet. Nach dem 3:0 im Big-Point-Spiel bei Hansa Rostock ist das zurückliegende Derby nochmal kurz Thema - und es gibt ein Versprechen für die Restsaison.
"Wenn man ein Derby so verliert wie wir letzte Woche, das darf eigentlich nie passieren, aber es ist eben passiert. Dann muss man hier eine gute Antwort zeigen. Darüber haben wir diese Woche viel geredet mit der Mannschaft, mit den Fans, mit allen drumherum", gab Ragnar Ache am SWR-Mikrofon einen Einblick in die Spielvorbereitung. Tatsächlich hatte es nach dem 0:4 gegen Karlsruhe und vor dem Abstiegskrimi bei den punktgleichen Rostockern ein internes Treffen gegeben. Dabei machten Vertreter der aktiven Fanszene den FCK-Spielern den Ernst der Lage klar und schworen sich gemeinschaftlich auf die anstehenden Aufgaben ein. Knapp 1.500 Fans begleiteten die Roten Teufel zum weitest entfernten Auswärtsspiel der Saison und hatten ebenfalls ihren Anteil am Sieg vor insgesamt 26.500 Zuschauern im Ostseestadion. "Das war die korrekte Antwort, die wir heute gezeigt haben. So müssen wir weitermachen", konstatierte Ache, der mit seinen drei Treffern (6., 66., 75.) nach Vorbereitung von Aaron Opoku, Julian Niehues und Filip Kaloc ohne jeden Zweifel der Mann des Tages war und sich auf Platz 4 der Torschützenliste vorballerte. Und der 25-Jährige gab in seiner Euphorie ein Versprechen ab: "Es wird jetzt nur noch besser."
Krisengespräche: Funkel und die Fans schaffen's in die Köpfe der Spieler
Zufrieden war auch Friedhelm Funkel, der ähnlich wie die Fans in die psychologische Trickkiste gegriffen hatte. Seine Worte von noch nicht gefundenen Führungsspielern und einer insgesamt zu braven Truppe, der die Ellbogen fehlen, zeigten sichtbar Wirkung. "Es freut mich vor allen Dingen, dass die Mannschaft die richtige Reaktion gezeigt hat. Sie ist kompakt und geschlossen aufgetreten, hatte das notwendige Glück und durch das frühe Führungstor Sicherheit bekommen. Wir hatten noch weitere gute Chancen, aber auch Hansa hätte dem Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Wende bringen können - trotz der Gelb-Roten Karte. Da war ich nicht zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir waren nicht konzentriert und hatten in diesen Momenten Glück", resümierte der FCK-Trainer das Spiel inklusive der einzigen kurzen Phase, in der die Roten Teufel zittern mussten. Doch nicht nur der Platzverweis gegen Rostocks Oliver Hüsing (37.) war entscheidend, sondern vor allem das komplett bissige, aber auch konzentrierte Auftreten seiner Mannschaft, die locker hätte noch höher gewinnen können - unter anderem gab es noch zwei Lattentreffer durch Tymo Puchacz und Jan Elvedi sowie mehrere Glanzparaden von FCH-Keeper Markus Kolke. Während Rostocks Ultras enttäuscht die Tribüne räumten, brachten die Roten Teufel das Spiel souverän über die Ziellinie. Funkels Taktik ging voll auf: "Wir haben drauf gesetzt, dass bei Hansa wegen der Unterzahl die Kräfte nachlassen, und so war es dann auch. Das haben wir für zwei weitere Tore ausgenutzt und am Ende verdient gewonnen."
Funkel: "Es scheint sich was in der Mannschaft zu tun"
Durch den Sieg hat der FCK nicht nur Rostock um drei Punkte distanziert, sondern ist auch an Eintracht Braunschweig vorbei wieder "über den Strich" auf Platz 15 geklettert. Während Braunschweig und Rostock nächste Woche im direkten Duell aufeinandertreffen, tritt Lautern im Fritz-Walter-Stadion gegen Schlusslicht VfL Osnabrück an. Das nächste große Big-Point-Spiel im Kampf um den Klassenerhalt - und dafür wurde heute viel Selbstvertrauen getankt. Abschließend nochmals Trainer Funkel beim SWR: "Es scheint sich was in der Mannschaft zu tun, so wie ich es gefordert hatte. Und das muss sich in den nächsten Wochen fortsetzen."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel bei Hansa Rostock
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 21:36 Uhr:
Hansa entschuldigt sich bei Lautern wegen Fan-Attacke
Bei unserem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (02. März 2024) ist es einem Zuschauer nach dem 3:0-Führungstreffer der Gäste (76. Spielminute) gelungen, von der Ost-Tribüne aus in den Innenraum auf das Spielfeld zu gelangen und er versuchte die Spieler des 1. FC Kaiserslautern zu erreichen, die vor dem Gästeblock ihr Tor bejubelt hatten.
Der Zuschauer konnte durch den Ordnungsdienst zeitnah überwältigt und aus dem Innenraum gebracht werden, sodass die Partie nach einer kurzen Unterbrechung wieder fortgesetzt wurde.
Der F.C. Hansa Rostock entschuldigt sich beim 1. FC Kaiserslautern und seinen Spielern für diesen inakzeptablen Übergriff in aller Form und bedauert diesen Zwischenfall sehr. (…)
Quelle und kompletter Text: Hansa Rostock
Ergänzung, 03.03.2024:
Note 1,1 für Ache: Die Roten Teufel in der Einzelkritik
Was ein Auftritt! Ragnar Ache erhält nach dem 3:0 seines 1. FC Kaiserslautern bei Hansa Rostock die beste Betze-Note der bisherigen Saison. Aber auch seine Mitspieler schneiden kollektiv "gut" ab.
Die FCK-Fans auf Der Betze brennt haben bislang knapp 3.000 Einzelnoten zur Partie in Rostock abgegeben und Ragnar Ache kommt auf eine sagenhafte Durchschnittsbewertung von 1,1. So gut wurde in der Saison 2023/24 noch kein Roter Teufel bewertet. Kein Wunder, denn der mit nun zwölf Treffern viertbeste Torjäger der 2. Bundesliga sorgte mit seinen drei Buden fast im Alleingang für das Lebenszeichen im Abstiegskampf. Aber dies wäre auch Ache nicht ohne seine zehn Mitspieler gelungen, die gegen verzweifelte Rostocker hinten dicht hielten und vorne ihre Sturmspitze mit Vorlagen fütterten, aber auch selbst viele Chancen generierten. Alle Startelf-Spieler neben Ache bekommen dafür Noten im Bereich von 2,0 bis 2,6 - eine klasse Mannschaftsleistung also! Etwas auseinander gehen die Meinungen bei Julian Niehues, der von der "Rheinpfalz" eine 1,5 erhält, von den Fans hingegen "nur" eine 2,5. Ansonsten benoten eigentlich die Zeitungsjournalisten mit gleich sieben Dreiern etwas strenger, während die Anhänger den Auswärtssieg mit durchweg guten Noten honorieren.
» Zur kompletten Notenübersicht: Hansa Rostock - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Rostock können noch bis heute, 14:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCH-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz / Kicker
Ergänzung, 05.03.2024:
Rostock verhängt Stadionverbot und stellt Strafantrag
Nach seinem Heimspiel am vergangenen Sonnabend (02.03.2024) gegen den 1. FC Kaiserlautern hat der F.C. Hansa Rostock gegen zwei Zuschauer Strafanträge gestellt und Stadionverbotsverfahren eingeleitet. Bei beiden handelt es sich um jene Personen, die sich unerlaubt Zugang zum Spielfeld verschafft und dort Spieler bedrängt hatten.
So war es einem der Zuschauer in der 76. Spielminute gelungen, auf das Spielfeld zu gelangen und die Spieler der Gast-Mannschaft zu attackieren. Nach dem Schlusspfiff war eine weitere Person in den Innenraum gedrungen und versuchte zu Hansa-Kapitän Markus Kolke zu gelangen.
Der F.C. Hansa Rostock hat in beiden Fällen Strafanträge gestellt und das Verfahren für ein bundesweites Stadionverbot über drei Jahre - der Höchstdauer für Ersttäter - eingeleitet. Zusätzlich wird gegen einen der Täter noch wegen versuchter Körperverletzung ermittelt.
Zudem wird der Verein die vom DFB zu erwartende finanzielle Strafe auf die beiden Zuschauer umlegen.
Bei allem Verständnis für die absolut nachvollziehbare Enttäuschung und den Ärger über die erneute Heim-Niederlage sowie die Sorge um den F.C. Hansa in der aktuellen sportlichen Situation, sind Übergriffe auf andere Personen absolut inakzeptabel. Sie sind in keiner Weise hilfreich - weder für den Verein, noch für Fans, die diese Grenze überschreiten und mit den genannten Konsequenzen leben müssen.
Ohne Frage hat sich der F.C. Hansa Rostock aber auch selbstkritisch der Tatsache gestellt, dass die Sicherheitsmechanismen für das unerlaubte Eindringen in den Innenraum bei diesem Heimspiel nicht in ausreichendem Maße bzw. schnell genug gegriffen haben. Der Verein ist noch am Spieltag zu den Gründen in die interne Prüfung gegangen und hat entsprechende Rückschlüsse daraus gezogen, wie erneute Versuche künftig weiter erschwert bzw. verhindert werden können. Entsprechende Vorkehrungen werden bereits zum kommenden Heimspiel wirksam.
Quelle: Hansa Rostock
