
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - 1. FC Köln
Den Geißböcken einen Fight liefern
Auf geht's Betze! Der 1. FC Kaiserslautern will am Dienstagabend im ausverkauften Hexenkessel Fritz-Walter-Stadion gegen Bundesligist 1. FC Köln für eine Überraschung im DFB-Pokal sorgen.
Der 31. Oktober ist wahrlich schon so ein besonderes Datum für den FCK: Der Geburtstag von Fritz Walter. Das Lautrer Fußball-Idol wäre am Dienstag 103 Jahre alt geworden. Nun kommt es an diesem Tag auch noch zu einem Pokal-Heimspiel unter der Woche bei vollem Haus und Flutlicht gegen einen klassenhöheren Klub. Ohne ins Archiv geschaut zu haben, kam das bei den Roten Teufeln in den vergangenen Jahren nicht oft vor. Die genannte Konstellation alleine sollte aber für Gänsehaut sorgen und Ansporn genug sein, um auf und neben dem Platz alles rauszufeuern. Ins Traditionsduell mit Köln geht der FCK auf dem Papier zwar als Außenseiter. Nach den Ergebnissen der vergangenen Wochen werden die Gäste aber nicht mit dem größten Selbstvertrauen anreisen, was eine entsprechende Chance für die Schuster-Elf birgt. Noch mehr als beim 3:3 gegen den HSV wird es dabei auf den 12. Mann ankommen. Das Stadion muss über die gesamte Spielzeit ein wahrer Hexenkessel sein. Gemeinsam zur Pokal-Überraschung! Anpfiff der Partie ist um 20:45 Uhr.
Was muss man zur 2. Runde im DFB-Pokal wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Hoher Aufwand, viel Spektakel, aber irgendwie auch zu wenig Ertrag. So kann man die beiden Auftritte des 1. FC Kaiserslautern nach der Länderspielpause zusammenfassen, das 3:4 in Düsseldorf sowie das 3:3 gegen Hamburg. Vorne zeigt man sich durchaus gnadenlos effektiv, in der Defensive unterlaufen der Schuster-Elf aber noch jede Menge (individuelle) Fehler. Viel Zeit zum Nachdenken blieb aber nicht, denn nur wenige Minuten nach der Partie am Samstagabend gegen den HSV begann die Vorbereitungsphase für Dienstag.
Experimente in der Startelf sind nicht zu erwarten. Auch im Tor wird es keinen Wechsel geben, Julian Krahl bleibt auch im Pokal die Nummer 1 und bekommt nach seinem Patzer gegen Hamburg die direkte Bewährungschance. Ob Tymo Puchacz und Hendrick Zuck schon wieder zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig. Beide Akteure sind am Sonntag ins Training zurückgekehrt, Schuster will aber nochmal Rücksprache halten, ob ein Einsatz schon Sinn macht. Zumindest einer von beiden sollte die Position hinten links ausfüllen können, ansonsten stünden wieder Kenny Redondo oder Erik Durm als Notlösungen bereit. Definitiv fehlen nur die Langzeitverletzten Afeez Aremu und Ragnar Ache.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Neun Spiele, nur ein Sieg, sieben Niederlagen, die wenigsten Tore der Liga erzielt, Tabellenplatz 17. Keine Frage, der 1. FC Köln reist krisengeschüttelt nach Kaiserslautern. Nach dem 3:1-Sieg im Derby gegen Gladbach vor zwei Wochen gab es am Samstag einen herben Rückschlag. Der FC verlor 0:6 in Leipzig, Trainer Steffen Baumgart bemängelte dabei vor allem die Körpersprache seiner Spieler. In der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel zeigte sich der 51-Jährige extrem angefressen, holte zu einer Brandrede aus und dokumentierte so die Situation der Kölner in Wort und Bild.
Zu den Ausfällen hat sich für Dienstag auch noch Rasmus Carstensen gesellt. Der Abwehrspieler ist krank. Aufgrund des miserablen Auftritts in Leipzig kündigte Baumgart aber ohnehin einige Änderungen in der Startelf an, betonte aber auch ausdrücklich die "bestmögliche verfügbare" Aufstellung - also keine Schonung oder ähnliches gegen den Zweitligisten. Möglich ist, dass der ehemalige Lautrer Dominique Heintz in der Abwehr eine Chance von Beginn an erhält.
Frühere Duelle
Ein Jubiläum steht an, denn beide Vereine treffen zum 100. Mal aufeinander. Das letzte Duell liegt aber bereits über neun Jahre zurück. Am 17. März 2014 trennte man sich im Fritz-Walter-Stadion 0:0. Die Gesamtbilanz ist für den FCK positiv, denn 42 der bisher 99 Spiele konnte man gewinnen. Im DFB-Pokal trafen FCK und FC bislang vier Mal aufeinander. Drei Mal kamen die Roten Teufel weiter, ein Mal die Kölner.
Fan-Infos
Auch das Pokalspiel gegen Köln ist mit 49.327 Zuschauern ausverkauft. Etwa 5.000 bis 6.000 FC-Fans werden ihr Team im und um den Gästeblock unterstützen. Wer kurzfristig noch dabei sein will, findet in der DBB-Kartenbörse noch ein paar Angebote. Die Partie ist ansonsten auch live im Free-TV im ZDF zu sehen, wo dem FCK ein zusätzliches Millionenpublikum winkt. Passend dazu noch eine Info für die Stadionbesucher: Der Videobeweis kommt im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz.
Mit dem Auto anreisende Fans sollten beachten, dass der Messeplatz auch am Dienstag aufgrund der Oktober-Kerwe als Parkmöglichkeit nicht zur Verfügung steht. Zum Spiel setzt die Bahn verschiedene Zusatzzüge ein. Im Falle von Verlängerung oder Elfmeterschießen werden diese entsprechend nach Spielende fahren. Alle weiteren organisatorischen Hinweise hat der FCK auf seiner Website veröffentlicht. Bitte beachtet auch, dass laut diesen Angaben nach Spielende erneut der Abgang über die Treppe "Löwenburg" nicht nutzbar ist. Fans, die Richtung Hauptbahnhof gelangen wollen, müssen außenrum über die Straße "Zum Betzenberg" laufen. Nach jetzigem Stand ist für Fußgänger weder vor noch nach dem Spiel eine Schließung des Elf-Freunde-Kreisels geplant. Lediglich für Fahrzeuge wird der Kreisel in der Hauptanreise- und -abreisezeit vorübergehend gesperrt.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Die Kölner sind ein Bundesligist und haben unheimlich viel Qualität in der Mannschaft. Wir rechnen nicht mit einer Mannschaft, die nicht auf Sendung ist. Sie werden keinen Zentimeter preisgeben und gewillt sein, die Partie für sich zu entscheiden, um sich auch Selbstvertrauen für die Bundesliga zu holen. Aufgrund unserer zuletzt gezeigten Leistungen rechnen wir uns aber natürlich Chancen aus, das Spiel offen zu gestalten und wollen alles geben, um den Kölnern weh zu tun."
FC-Trainer Steffen Baumgart: "Es geht um Körpersprache, Einstellung, Mentalität – darum geht es immer im Fußball. Wenn ich die nicht auf dem Platz sehe, habe ich ein Problem. Ich mache alles mit: Unterlegenheit, Defizite, auch, dass wir nicht alles richtig machen. Aber was ich nicht mitmache, ist, wenn keiner weiß, worum es geht. Hier geht es um eine ganze Menge. Wir haben jedes Spiel zu 100 Prozent anzugehen. Wenn wir das nicht hinbekommen, ist das der falsche Weg. Und diesen Weg will ich nicht einschlagen."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi (Soldo), Kraus, Tomiak - Zimmer, Niehues, Raschl, Zuck - Ritter - Tachie, Boyd
Es fehlen: Ache (Bänderriss), Aremu (Oberschenkelverletzung), evtl. Puchacz (Adduktoren-Faserriss), evtl. Zuck (Risswunde am Fuß)
1. FC Köln: Schwäbe - Schmitz, Kilian, Heintz, Paqarada - Ljubicic, Martel - Maina, Uth, Kainz - Selke
Es fehlen: Christensen, Katterbach, Pentke, Wäschenbach (alle Trainingsrückstand), Carstensen (erkrankt)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 14:12 Uhr:

Schuster: "Wollen den Kölnern einen heißen Tanz bereiten"
1. FC Kaiserslautern gegen 1. FC Köln. Die zweite Runde im DFB-Pokal bietet ein weiteres echtes Highlight für alle Roten Teufel. Trainer Schuster will die Außenseiter-Chance nutzen und hat personell wohl wieder mehr Optionen.
"Es macht uns unheimlich stolz, dass unsere Spiele so begehrt sind. Diese Resonanz hier in der Pfalz, aber auch deutschlandweit ist eine Anerkennung für die Leistungen, die die Mannschaft in den letzten Monaten abgerufen hat. Das ist ein unheimlicher Motivationsschub und gibt Ansporn zu Höchstleistungen, aber auch die Verpflichtung, an die körperlichen Grenzen zu gehen", sagt Dirk Schuster vor dem Duell mit dem Bundesliga-Vorletzten Köln (Dienstag, 20:45 Uhr, Fritz-Walter-Stadion, auch live im ZDF), das nicht nur vor ausverkauften Tribünen, sondern auch einem Millionenpublikum an den TV-Bildschirmen stattfindet. Der FCK-Trainer lässt keinen Zweifel daran, dass er den erstmals seit neuneinhalb Jahren wieder auf dem Betze gastierenden "Effzeh" trotz des jüngsten 0:6 in Leipzig als Favorit einstuft - dennoch ist der Einzug ins Achtelfinale natürlich das Ziel der Roten Teufel: "Wir haben vor den Kölnern eine gehörige Portion Respekt, aber wir haben auch eine große Portion Selbstvertrauen aufgrund unserer eigenen Leistungen. Und wir rechnen uns definitiv Chancen aus, die Partie offen und hoffentlich mit einem besseren Ende für uns gestalten zu können. Wir wollen den Kölnern einen heißen Tanz bereiten, dafür wollen wir fighten und alles geben."
Personallage entspannt sich: Puchacz und Zuck wieder auf dem Platz
Die beiden Linksverteidiger Tymo Puchacz (Adduktoren-Faserriss) und Hendrick Zuck (Risswunde am Fuß) standen am gestrigen Sonntag erstmals wieder auf dem Trainingsplatz. Ob einer oder sogar beide gegen Köln wieder einsatzbereit sind, ist 31 Stunden vor dem Anpfiff aber noch offen - laut Schuster müssen hierfür die weiteren Trainingseindrücke und die Selbsteinschätzung der Spieler abgewartet werden. Definitiv weiter fehlen werden Mittelstürmer Ragnar Ache (Bänderriss im Sprunggelenk) und Mittelfeldspieler Afeez Aremu (Oberschenkelverletzung). Ansonsten gibt es aus dem zurückliegenden Spiel gegen Hamburg keine neuen Verletzungen zu beklagen. Das Trainerteam legte mit Blick auf die Englische Woche ein besonderes Augenmerk auf die Regeneration und das Auffüllen der Akkus, womit bereits am Samstag nach dem Schlusspfiff begonnen wurde: Ausradeln, Kraftraum und Kohlenhydrate zuführen war kurz vor Mitternacht noch angesagt.
Das Fritz-Walter-Stadion ist mit 49.327 Zuschauern zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen ausverkauft, 4.750 Karten gingen an den Gastverein. Schiedsrichter der Partie ist der 33-jährige Bankkaufmann Sven Jablonski vom Blumenthaler SV (Bremen).
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen den 1. FC Köln
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Köln folgen heute Abend im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 31.10.2023:

Foto: Imago Images
Gegner-Check Köln: Der FC zwischen Derbysieg und 0:6
Waren die vergangenen Wochen für den 1. FC Köln nicht gruselig genug? Offenbar nicht: Zu Halloween geht’s auf den Betzenberg. Drauf verlassen, dass der Geißbock sich vor ihm einköttelt, sollte sich der 1. FC Kaiserslautern aber nicht.
Anspruch und Wirklichkeit: Sportlich lief es bestens, seit Steffen Baumgart den 1. FC Köln coacht. Mit Saisonabschlüssen auf den Plätzen 7 und 11 hat sich der FC souverän in der Bundesliga behauptet. Und nicht nur das: Es hagelte auch reichlich Lob für die attraktive Spielweise, die der Mann mit der Mütze seinem Team verordnete. Ist schließlich nicht selbstverständlich für ein Team, das notorisch als Kellerkind angesehen wird. Aber: In den zurückliegenden Spielzeiten verlor sein Kader immer wieder Leistungsträger. Jhon Cordoba, Sebastiaan Bornauw, Anthony Modeste und Salih Özcan sind nur einige Beispiele. Reinvestiert wurde stets bescheiden, auch, weil viele ablösefrei gingen. Im Sommer verabschiedeten sich Leader Jonas Hector und Läufer Ellyes Skhiri, ohne dass was in die Kasse floß. In dieser Spielzeit nun könnte sich der Absturz anbahnen, den die selbsternannten Mahner schon länger kommen sehen. Nach sieben Spieltagen hatten die Kölner grade mal einen lausigen Punkt auf dem Konto. Aber: Trainer und Team genießen nach wie vor ein gutes Standing im Umfeld, eher wird Sport-Geschäftsführer Christian Keller vorgeworfen, er spare den Verein kaputt. Nach der Länderspielpause ließen die Geißböcke mit einem 3:1 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach aufhorchen - und den Anhang wieder hoffen. Zuletzt aber brachte ein 0:6 in Leipzig den Emotionsvulkan Baumgart zum Ausbruch. In der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Auftritt in Kaiserslautern outete er sich als ernsthaft "angepisst" und kündigte an: "Bis dahin und nicht weiter! Irgendwann ist auch mal Feierabend!"
Die Neuen: Im Sommer steckte der FC das meiste Geld in die Verpflichtung des Innenverteidigers Jeff Chabot von Sampdoria Genua. Und der ist nicht wirklich neu, sondern war bereits in der Vorsaison ausgeliehen. Ablösefrei kam der Zweitliga-Guckern bestens bekannte Leat Paqarada von St. Pauli, der sich als linker Verteidiger ebenso schnell einen Stammplatz sicherte wie auf der anderen Seite der aus dem belgischen Genk geliehene Däne Rasmus Carstensen. Den plagt aktuell aber eine Erkältung und er hat die Reise nach Lautern nicht mit angetreten. Regelmäßig zum Einsatz kam bislang auch die Wolfsburger Leihgabe Luca Waldschmidt, richtig stark trumpfte sie aber nur beim 3:1 gegen Gladbach auf. Andere Neue spielten bislang entweder gar keine Rolle oder lediglich als Einwechselspieler, wie der aus Frankfurt geleaste Faride Alidou. Der Ex-Lautrer Dominique Heintz, den so viele schon in diesem Sommer gerne wieder auf dem Betzenberg gesehen hätten, kommt bislang nur auf 14 Einsatzminuten.
Die Formation: Steffen Baumgart bevorzugt normalerweise ein 4-2-3-1 und ließ bislang selbst gegen haushoch favorisierte Gegner forsch nach vorne verteidigen. Ein gewisser Peter Neururer hat seinem einstigen Kollegen am Sonntag am TV-Stammtisch "Doppelpass" empfohlen, künftig weniger Risiko zu gehen. Doch ob der den Rat des vorlauten Fußballweisen beherzigt? Wir wären uns da nicht so sicher und sind es auch nicht, was die Besetzung der Kölner Startelf geht. "Es könnte schon Wechsel geben. Ich war mit einigen Leistungen nicht zufrieden", kündigte Baumgart auf besagter PK an." Doch wen hat auf der Bank, der neue Impulse setzen könnte? Der zuletzt verletzte Offensivallrounder Jan Thielmann hat gerade in der Zweiten Mannschaft wieder Spielpraxis gesammelt, der Trainer bezeichnet ihn als "Option". Ebenfalls nach langer Pause zurückgemeldet hat sich Routinier Mark Uth, doch auch bei dem 32-Jährigen dürfte es noch nicht für die Startelf reichen. Und was sollte es bringen, die eingespielte Innenverteidigung Jeff Chabot/Timo Hübers zu sprengen, um etwa einen Dominique Heintz zu bringen, der kaum Spielpraxis hat? Gegen Gladbach stand der FC schließlich gut, und an der Formation wird Baumgart sich wohl orientieren. Da bot Kapitän Florian Kainz offensiv links eine gute Partie, nachdem er zuletzt zentral eingesetzt war und weniger überzeugte. Und hinter Waldschmidt auf der Zehn fand Dejan Ljubicic auf der Sechs zu gewohnter Souveränität zurück. An seiner Seite gilt der erst 21-Jährige Eric Martel als Top-Talent. Und Marvin Schwäbe im Tor gilt nach wie vor als unumstritten.
Zahlenspiele: Die für uns aufschlussreichste Zahl vor diesem Vergleich Zweite gegen Erste Liga betrifft den FC nicht direkt. Im Oberhaus vermochte bislang kein Team auf den Tabellenplätzen 10 bis 18 einen Gegner besiegen, der auf den Rängen 1 bis 8 steht, hat der "Kicker" in der Länderspielpause entdeckt. Das dokumentiert, wie das Leistungsgefälle in der so genannten Beletage immer weiter auseinanderdriftet - und wie geil es im Grunde ist, "nur" Zweite Liga verfolgen zu dürfen. Diese Erkenntnis relativiert auch den vorletzten Tabellenplatz des 1. FC Köln. Denn mit Gladbach und Bremen begegnete er bislang erst zweimal Mannschaften auf der so gerne zitierten "Augenhöhe". Unter den kommenden fünf Gegnern des FC befinden sich Augsburg, Bochum, Darmstadt und Mainz. Erst danach wird sich sagen lassen, wie schlimm es um die Geißböcke wirklich bestellt ist. Nichtsdestotrotz haben sie in der Liga erst siebenmal getroffen, sogar Schlusslicht Mainz hat öfter genetzt. Mittelstürmer Davie Selke verzeichnet erst zwei Buden, und das, obwohl der FC nach wie vor die meisten Flanken aus dem Spiel heraus schlägt. Die fleißigsten Flankengeber heißen Kainz, Rasmussen und, na klar, Paqarada. Sturm-Alternative Steffen Tigges kommt ebenfalls erst langsam aus einer Verletzungspause zurück.
Fazit: Wir wollen jetzt nicht die Phrase vom angeschlagenen Boxer bemühen, der besonders gefährlich ist. Sondern fragen: Wer will bei einem Typ wie Steffen Baumgart ernsthaft und dauerhaft in Verschiss geraten? Genau das droht FC-Profis, wenn sie heute Abend noch einmal so auftreten wie in Leipzig. Drum ist davon auszugehen, dass die Kölner Elf im Fritz-Walter-Stadion engagierter zur Sache geht - wie immer die Startelf auch aussehen mag. Für Dirk Schuster und sein Team sollte dies ohnehin zweitrangig sein. Nach sieben Gegentreffern in den beiden jüngsten Zweitliga-Partien heißt es für die Roten Teufel erstmal: Die eigene Abwehr stabilisieren, konkret, die Flügelverteidigung. Die konsequenteste Lösung wäre, wieder zur Viererkette der Vorsaison zurückzukehren und die Außenbahnen doppelt zu besetzen. Mit Hendrick Zuck und Tymo Puchacz befinden sich zwei potenzielle Linksverteidiger, die zuletzt fehlten, ja zumindest auf dem Weg zum Comeback. Andererseits: Dadurch könnte was von dem mitreißendem Vertikalspiel verloren gehen, das die Lautrer zuletzt im 3-4-1-2 mit und 3-4-3 ohne Ball zeigten. Und auch wenn die drei Gegentreffer gegen den Hamburger SV nicht unbedingt dafür sprechen - über weite Strecken funktionierte die Formation mit Kevin Kraus zentral in der Dreierkette und Boris Tomiak auf der Sechs gar nicht so schlecht. Drum halten wir es für die bessere Idee, sie weiter einzuspielen. Über allem aber sollte der Gedanke stehen: Fritz Walter wäre heute 103 Jahre alt geworden. Ein Tag, an dem der "Betze" eigentlich nicht verlieren darf.
Quelle: Der Betze brennt

