Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon Kohlmeyer » 30.03.2021, 11:00


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Im Blickpunkt
Wie sehr fehlt der FCK-Elf die "West"? Ein Zahlenspiel


Geisterspielen fehlt das Feuer, das der Funke von den Rängen entzündet. Exklusiv für DBB hat "Createfootball" Daten erhoben, die dies für die 3. Liga durch objektive Zahlen bestätigen. Allerdings: Der 1. FC Kaiserslautern tickt auch in dieser Beziehung anders.

Für die Bundesliga hat der Fußball-Autor Christoph Biermann es bereits in der März-Ausgabe von "11 Freunde" nachgewiesen: In dem Jahr, in dem Deutschlands Oberhaus coronabedingt fast durchgehend ohne Live-Publikum kickte, ist es zu einem "messbaren Druckabfall" gekommen. Soll heißen: Aus dem laufenden Spiel heraus wird in den Spielen der Ersten Liga der Gegner nicht mehr so früh attackiert wie in den Spielzeiten zuvor, auch insgesamt wird weniger aggressiv gespielt. Das weist Biermann nicht nur anhand simpler Faktoren nach: So ist etwa die Zahl der Gelben Karten, die die Akteure zu sehen bekamen, gegenüber den Spieltagen der Vorsaison, die noch vor Publikum ausgetragen wurden, um 30 Prozent gesunken.

Bundesliga: Weniger "Pressures", weniger "Aggressive Actions"

Der Autor zieht auch Spielanalyse-Daten heran. Beispielsweise die "Pressures", die Drucksituationen, die ein Team pro Spiel erzeugt. Von einer solchen wird gesprochen, wenn sich ein gegen den Ball agierender Spieler dem Ballführenden näher als 3,5 Meter nähert. Bis zum 18. Spieltag der Spielzeit 2019/20 erzeugte eine Bundesliga-Elf im Schnitt 167 "Pressures" pro Spiel. Nach einem Jahr Geisterfußball sind es nur noch 144.

Ebenso bezeichnend sind die "Aggressive Actions", die Defensivaktionen innerhalb von zwei Sekunden nach der Ballannahme des Gegners. 120 Aktionen pro Team und Spiel waren es vor Corona, 106 sind es nur noch seit Beginn der Pandemie-Bedingungen. Dabei berücksichtigt Biermann auch stilistische Änderungen bei einzelnen Klubs, die die Durchschnittswerte beeinflussen. So bevorzugen etwa Rasenballsport Leipzig und Union Berlin in dieser Saison ein wesentlich weniger auf schnelle Balleroberung und Umschalten ausgerichtetes Spiel als zuvor.

Unterm Strich jedoch ist der Schluss erlaubt: "Ohne Publikum fehlt ein sehr großer Faktor, der die Spieler ins Spiel gegen den Ball peitscht und in Pressingsituationen zwingt", zitiert der Autor René Maric, den Co-Trainer von Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach.

3. Liga: Blick auf "PPDAs", Fouls und Gelbe Karten

Soweit, so interessant. Aber lassen sich diese Erkenntnisse auch für die Liga verifizieren, in der der 1. FC Kaiserslautern gegenwärtig ums nackte Überleben kämpft? In der dritten Klasse werden bekanntlich weit weniger Daten erhoben als in der ersten. "Createfootball" hat es dennoch geschafft, einige aufzubereiten, die aufschlussreich sind.

Dabei betrachteten Mats Beckmann und Quirin Sterr etwa die "Passes per Defensive Action" (PPDA) über einen Zeitraum von vier Jahren. Diese geben an, wie viele Pässe ein Team dem Gegner erlaubt, ehe es den Ballführenden attackiert.

Und siehe da: Gegenüber den beiden Spieljahren zuvor ist es ab 2019/20, wo bereits elf Spieltage ohne Publikum ausgetragen wurden, zu Zunahmen gekommen. Durften sich die Gegner 2017/18 im Schnitt nur 8,59-mal den Ball zuschieben, bevor sie angegriffen wurden, sind es heuer im Mittel 11,16 Kontakte, bis es kracht.

Der vergleichsweise simple Blick auf Fouls und Gelbe Karten pro Spiel bestätigt den Eindruck. Beides hat abgenommen. 2017/18 wurde im Schnitt 14,52-mal pro Kick und Team gefoult, 2020/21 nur noch 12,34-mal. Und den gelben Karton gab es vor vier Jahren 2,11-mal pro Spiel zu sehen, 2020/21 nur noch 1,62-mal.

Die "Pressingeffizienz" dagegen scheint dazu auf den ersten Blick im Widerspruch zu stehen. Die ist im Betrachtungszeitraum von 40 auf 45 Prozent gestiegen. Mit ein wenig Überlegung leuchtet jedoch auch dies ein: Weiter hinten auf dem Feld kann ein Team sich kompakter formieren, ein erst 40 Meter vorm eigenen Tor organisiertes Pressing ist daher in der Regel erfolgreicher.

Und beim FCK? Unterschiede zwischen Saibene und Antwerpen

Und wie sieht dies aus, wenn man diese Betrachtungen allein für den 1. FC Kaiserslautern anstellt? Liegt in der fehlenden Anfeuerung durch die "West" vielleicht eine - und vielleicht gar nicht mal so unbeträchtliche - Ursache für den erbärmlichen Tabellenstand der Mannschaft? Von den gerade mal vier Siegen dieser Saison glückte schließlich nur einer zuhause, allein das könnte doch schon ein Indiz sein.

Ist es aber nicht. Und das ganz abgesehen davon, dass der sogenannte "Heimvorteil" schon durch Corona zunehmend an Bedeutung verloren hat, und das nicht nur auf dem Betze, sondern überall.

Dabei hat "Createfootball" unseren Wunsch berücksichtigt, die Amtszeiten Jeff Saibenes und Marco Antwerpens getrennt voneinander zu betrachten. Denn augenscheinlich steht der FCK ja höher, seit Antwerpen auf der Trainerbank sitzt. Die Elf attackiert früher und spielt aggressiver: Allein zuletzt gegen Magdeburg hagelte es sechs Gelbe Karten.

Die von "Createfootball" erhobenen Daten bestätigen dies: Die "PPDA" haben sich unter Antwerpen mehr als halbiert, nachdem die Mannschaft unter Saibene im Mittel bis zur Attacke 3,3 Pässe des Gegners mehr zuließ als der Liga-Durchschnitt. Und sie begeht im Schnitt pro Spiel vier Fouls mehr. Die Zahl der Gelben Karten ist pro Spiel von 2,4 auf 2,83 geklettert. Die nur 2,5 Prozentpunkte, um welche die Pressingeffizienz gesunken ist, muten da vergleichsweise akzeptabel an.

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Aggression allein schießt keine Tore

Wir sehen: Das FCK-Team kann auch ohne die "West" im Rücken einen ansehnlichen Aggressionslevel erreichen. Nur erzielt es damit nicht die nötigen Ergebnisse. Leider.

In den bislang sechs Spielen unter Antwerpen schaffte der FCK bislang lediglich einen Punkteschnitt von 0,83 pro Spiel, Saibene kam in 21 Partien immerhin auf einen Schnitt von 1,14. Betrachtet man die "expected Goals", also die anhand der qualitativ bewerteten Torchancen zu erwartenden Resultate, hatte Saibene in seiner Amtszeit sogar ziemlich Pech gehabt. Demnach hätte er vier Spiele mehr gewinnen müssen, als es tatsächlich der Fall war.

Antwerpen dagegen hätte den "xG’s" zufolge nicht einmal das Derby in Mannheim gewinnen dürfen - sein bislang einziger Sieg. Saibenes zurückhaltender Stil war demnach nicht nur erfolgreicher, sondern auch Erfolg versprechender. So sieht es jedenfalls bislang aus.

Jetzt ist der gute, alte "Betze"-Spirit gefragt

Doch Zahlen sagen eben doch nicht alles. Wer es mit eigenen Augen gesehen hat, weiß: In Mannheim gewann der FCK verdient. Gegen den FC Bayern München war ein Sieg möglich, in Ingolstadt und Rostock spielte die Mannschaft über weite Strecken richtig stark auf und das 2:2 gegen Meppen war zumindest phasenweise ordentlich geführt. Wirklich grauslich anzuschauen war in der Antwerpenschen Amtszeit bislang lediglich der jüngste Auftritt in Magdeburg.

Und: Sechs Spiele im Vergleich zu 21 sind statistisch von nur bescheidener Relevanz. Es bleiben noch zehn, um dieses Bild zurecht zu rücken. Und auf 38 Spiele hochgerechnet, wäre es auch mit dem Saibene-Schnitt von 1,14 knapp in Sachen Klassenverbleib geworden. Angesichts von nunmehr sieben Punkten Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz - bei einem Spiel weniger - müssen jetzt "Dreier" her. Und die sind ohne Mut zum Risiko nicht zu holen. Der Blick zurück hilft da ohnehin nicht mehr. Der gute, alte "Betze"-Spirit muss wieder erwachen, auch ohne lautstarke Unterstützung der Westkurve.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer



Beitragvon RoterTeufel93 » 30.03.2021, 12:59


Die aktuell höhere Anzahl an gelben Karten kommt meiner Meinung eher davon, dass man sich alibi-mäßig mit dem Schiri anlegt und so den Willen vortäuscht!



Beitragvon Master of Puppets » 30.03.2021, 15:06


Sorry, aber dafür brauche ich keine Statistiken, um zu merken, das die West schon lange nicht mehr ihr Feuer auf den Platz bringt. Weil:

1) Die West nicht mehr die Power hat, die sie früher hatte.
2) Wir nicht mehr die Spieler haben, die davon gepusht werden.
3) Wir schon seit gefühlten Jahren keine Heimmacht mehr sind
4) Wann haben wir das letzte mal mit 0:2 hinten gelegen und das Ding noch gedreht, wie es früher oft der Fall war, weil eben der Funke von den Rängen auf den Platz übergesprungen ist...Glaub gg 1860 mit Lakic und Hofmann..

Also schon ewig her...

Der letzte Funke ist erloschen, nicht nur wegen Corona sondern hauptsächlich wegen dem Grützenfussball, den man sich Woche für Woche anschauen muss.



Beitragvon Prinz Pilaw » 30.03.2021, 18:12


RoterTeufel93 hat geschrieben:Die aktuell höhere Anzahl an gelben Karten kommt meiner Meinung eher davon, dass man sich alibi-mäßig mit dem Schiri anlegt und so den Willen vortäuscht!


Könnte gut sein. Siehe Rudelbildungen gegen Magdeburg.
Eine Abwehr aus Granit.



Beitragvon oskarwend » 30.03.2021, 22:31


Heute auf SKY den historischen Bericht über unseren 7:4 Sieg gegen die favorisierten Bayern-Stars gesehen. Was da von den FCK-Fans, insbesondere der West aufs Feld schwappte, war unglaublich. Die Bayern waren psychisch K.O.

Und das fehlt.



Beitragvon Carsten2707 » 31.03.2021, 08:34


Master of Puppets hat geschrieben:Sorry, aber dafür brauche ich keine Statistiken, um zu merken, das die West schon lange nicht mehr ihr Feuer auf den Platz bringt. Weil:

1) Die West nicht mehr die Power hat, die sie früher hatte.
2) Wir nicht mehr die Spieler haben, die davon gepusht werden.
3) Wir schon seit gefühlten Jahren keine Heimmacht mehr sind
4) Wann haben wir das letzte mal mit 0:2 hinten gelegen und das Ding noch gedreht, wie es früher oft der Fall war, weil eben der Funke von den Rängen auf den Platz übergesprungen ist...Glaub gg 1860 mit Lakic und Hofmann..

Also schon ewig her...

Der letzte Funke ist erloschen, nicht nur wegen Corona sondern hauptsächlich wegen dem Grützenfussball, den man sich Woche für Woche anschauen muss.


Dem stimme ich on großen Teilen zu. So etwas wie "Betze-Stimmung" kam in Wiesbaden auf, als das Team noch das 0:2 in ein Unentschieden verwandelte. Es ginge also, wenn mehr vom Spielfeld käme. Irgendwann passt dann auch nicht mehr die Unterstützung von der Tribüne zu dem Gegurke auf dem Rasen. Mir kommt das dann vor wie Headbangen in der Oper :teufel2: .
Eine Erste Bundesliga ohne den 1. FC Kaiserslautern ist möglich aber sinnlos. - frei nach Loriot



Beitragvon Teufel51 » 07.04.2021, 16:27


Wenn man im Stadion ist und Du das Gefühl hast die Mannschaft will GEWINNEN,tut alles dafür,aber es klappt nicht.Dann versuchte die WEST es immer noch zu DREHEN.
Aber letzte Zeit war man mehr damit beschäftigt jeden Fehler der eigenen Mannschaft auszupfeifen,als Sie anzutreiben.
Ich hatte manchmal das Gefühl die Spieler hatten ANGST etwas verkehrt zumachen,da kommt dann ein Alibi Pass,weil Sie dann wieder von der Kurve NIEDERGEMACHT wurden.
Unter Anfeuern verstehe ich etwas anderes.
Die eigene Mannschaft bis zum Abpfiff anfeuern,wenn Sie schlecht waren kann man es dann Kundtun.



Beitragvon Lautern-Fahne » 08.04.2021, 09:20


oskarwend hat geschrieben:Heute auf SKY den historischen Bericht über unseren 7:4 Sieg gegen die favorisierten Bayern-Stars gesehen. Was da von den FCK-Fans, insbesondere der West aufs Feld schwappte, war unglaublich. Die Bayern waren psychisch K.O.

Und das fehlt.


Mittlerweile richtet sich der Zorn der Heimfans mehr gegen die eigene Mannschaft anstatt den Gegner. Ich glaube es war der Trainer von Ingolstadt der sagte, dass mittlerweile unter den Gegnern bekannt ist, dass die Stimmung nach 15 Minuten defensivem Spiel gegen die Lautrer kippt. Genauso wird der Schiri nur noch angegangen, wenn er 30-40 Minuten wirklich grob gegen uns pfeift.

Keinesfalls haben die Fans eine Schuld am sportlichen Niedergang. Aber ein Vorteil sind wir auch nicht mehr. Nicht aus bösem Willen oder weil wir "scheiße" geworden sind. Nur ist die Pälzer Mentalität nicht für den heutigen Rasenschach gemacht und wird einfach ungeduldig. Dazu ist das Bier zu teuer, um es sich schönzusaufen. Richtig auf Touren kommen wir, wenn der Gegner mitspielt und es wild hin und her geht. Der Pälzer will halt Action. Unabhängig von Ergebnis.




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