Unabhängig davon hat der Profi bis Saisonende nur ein Ziel: „Wir haben noch zwölf Spiele, und ich möchte so viel Einsätze wie möglich.“ Dann geht es wahrscheinlich wieder zurück nach Leverkusen. Und dort ist bekanntlich nun Tayfun Korkut Trainer. „Das ist unproblematisch. Er hat mich ja geholt und weiß, was er an mir hat“, sagt Marlon Frey, der in Leverkusen noch Vertrag bis Juni 2018 hat. Das ist jedoch Zukunftsmusik. „Ich konzentriere mich derzeit voll und ganz auf den FCK.“ Jetzt müssen nur noch mehr Einsatzzeiten kommen, dann hätte das Leihgeschäft seinen Zweck erfüllt.
Da zeigt sich so die ganze Misere unserer Mannschaft und damit unseres Vereins. Das Verfolgen individueller Ziele, völlig egal, was der Verein dadurch erleidet, steht im Vordergrund.
Ich mache Frey da keinen Vorwurf, aber die mit Leihgeschäften bezweckte Win-Win Situation für den Spieler und den Verein realisiert sich viel zu selten, beiderseits.
Ich sehe in den vielen Leihgeschäften einen wesentlichen Grund für unsere sportliche Talfahrt.
Die Spieler verfolgen nicht primär den (langfristigen) Erfolg des Vereins und damit sekundär auch ihren eigenen, sondern Mangels Bindung an den Verein primär nur ihre eigenen Zieleund das sind nicht immer die des Vereins.
Der katastrophale Fehlstart, die erbärmliche und schon peinliche Tordifferenz, das leere Stadion und der damit einhergehende existenzbedrohende finanzielle Verlust sind für Frey gar kein Thema. Wieso auch?
Wie er es sagt: noch zwölf Spiele und ich bin weg hier, hauptsache ich komme noch auf Einsätze - der Rest ist egal.
So kann man aber keine Höchstleistungen auf dem Platz bringen und es kommt genau das dabei heraus, was wir eleben: Seltsam teilnahmslose Spieler, die grinsend nach peinlichen Niederlagen Interviews geben und selbst schlechteste Leistungen schön reden.
Wie gesagt, kein persönlicher Vorwurf an Frey, sondern eine generelle Absage an die vielen Leihgeschäfte, insbesondere die über ein Jahr.
Das hat uns nicht weitergebracht und ganz im Gegenteil war das mit ein Grund für den sportlichen Niedergang.