RedFear hat geschrieben:
Ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich wird in die 1. Mannschaft integriert. Dass damit allerdings bei Einigen direkt die Feierlichkeiten zum Wiederaufstieg eingeleitet zu sein scheinen, finde ich höchst befremdlich. Auch der Ruf nach einem Konzept, dass vor allem auf junge Nachwuchsspieler setzt, ist in meinen Augen mehr als fragwürdig. Zumal vor dem Hintergrund, dass genau dieses, ach so "geniale", Konzept schon vor einigen Jahren hoffnungslos gescheitert ist.
Schönheim, Halfar, Reinert, Bohl, Fromlowitz...und wie sie alle hießen. Was ist bloß aus denen geworden? Vorschusslorbeeren ohne Ende hatten sie erhalten und galten als Retter des rumreichen 1. FC Kaiserslautern. Den Nachweis ihrer Klasse sind die Meisten bis heute schuldig geblieben. Stattdessen haben sie dem FCK, zumeist recht zügig, den Rücken gekehrt und sind allesamt in der Versenkung verschwunden. [/b]
Das (nachhaltige) Konzept einer erfolgreichen und bedeutsamen Jugendarbeit beim FCK als gescheitert anzusehen und auszuweisen, wird der Sache nicht gerecht.
Natürlich sind die aufgelisteten Spieler in der Versenkung verschwunden. Allerdings wurden sie 2005/2006 im Abstiegskampf verheizt. Anstatt Spieler aus der jahrelang erfolgreichen A-Jugend nach und nach ins Profiteam zu integrieren, wurden hier junge und ihrem Alter entsprechend gut ausgebildete Fußballer in einen schier hoffnungslosen Abstiegskampf geschickt. Eine stabile Achse aus Torhüter, Abwehr- und Mittelfeldspieler sowie einem Stürmer könnte als Skelett für den sukzessiven Einbau von Spielern aus der eigenen Jugend oder Region sein. Sie könnten das Fleisch und Blut der Mannschaft bilden, gestützt eben von diesem Skelett.
Ein Blick zurück in die 80er oder aktuell nach Bilbao zeigt, dass man im Profifußball durchaus mit einheimischen, regional verwurzelten Spielern bestehen kann. Spielern, die um die Bedeutung des Vereins für viele Menschen in ihrem Umfeld wissen. Selbstredend ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt. Aber unterm Strich wäre mir es lieber, den Nachkommen von Briegel, Roos, Lelle, Hoos, Friedmann, Sommer, Serr, Hengen usw. ergänzt durch PROFIS wie Hellström und Ehrmann in der 2. Liga zuzusehen als irgendwelchen Spielern, deren Wiege nicht in der Pfalz stand.
Der Blick zum (ungeliebten?) Mannheim könnte ebenso helfen: Die Adler Mannheim haben in dieser Saison großartig gespielt und hatten in der Finalserie um die Deutsche Eishockeymeisterschaft schon eineinhalb Hände am Cup, bevor die Eisbären den Titel im 5. Spiel geholt haben. Viele werden jetzt denken und (oder) schreiben, dass Mannheim Scheiße sei, dass Eishockey eine andere Sportart ist, und und und ... Beim Blick auf den Kader könnte man bemerken, dass die Hälfte der Spieler im Laufe ihrer Karriere für die Jungadler gespielt haben. Warum sollte so etwas beim FCK nicht möglich sein? Hier geht nicht nur um Lokalpatriotismus, sonder vor allem auch um Wirtschaftlichkeit.
Gestern war ich, wie über 1100! auch, beim Pokalspiel SC Hauenstein - FK Pirmasens. Bei solch einer Partie hat in der Regel jeder Zuschauer irgendeinen Spieler, zu dem er ein persönliches Verhältnis pflegt. So etwas macht, gepaart mit der Nähe zum Spielfeld, den Fußball und die durch ihn ausgelöste Leidenschaft im ursprünglichsten Sinne aus. Das ist der Fußball, der mich interessiert: sportlich auf ansprechendem Niveau und doch persönlich.
In diesem Sinne und im Andenken an den ursprünglichsten aller Lautrer,
fritzwalter8