Erst einmal in die Runde ein
"Frohes neues und hoffentlich erfolgreicheres Jahr 2013". Ich hoffe jeder und alles hat die Feierlichkeiten einigermaßen überstanden.
Mit Blick auf das Sportliche lese ich die Kritik von Kuntz an Sippel weniger, auch wenn natürlich der Begriff "Leistung" eigentlich eindeutig ist. Vielmehr meine ich darin genau die Kritik an fehlender Führung der Etablierten ausmachen zu können, die erstaunlicherweise des öfteren schon in den letzen Wochen um den Berg waberte.
Dass Stefan Kuntz inzwischen mindestens den dritten Platz ausruft, finde ich auf eine gewisse Art und Weise schon klasse. Denn natürlich, das so oft und öfter ausgegebene Ziel aufsteigen zu wollen ist momentan ohne einen ganz krassen Einbruch der Hertha und Braunschweig kaum oder eigentlich nicht mehr zu erreichen als über die Relegation.
Mindestens Dritter ist da der letzte Notanker. Das scheint wohl auch inzwischen Franco Foda erkannt zu haben, sonst hätte er nicht letzte Woche seine eigene Situation eigentlich nahezu infernal zugespitzt mit dem Ausspruch "Ja, wir steigen auf!". Ich weiß auch nicht, ich habe bei uns in den Interviews immer häufiger das Gefühl, die Akteure müssen sich selbst von dem, was sie da sagen, überzeugen.
Natürlich beweist Kuntz, dass er auch nicht den Blick für die Realität verliert, aber bitte - was bleibt ihm anderes übrig, wenn er nicht bald den einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausrufen möchte. Mich macht nur äußerst nachdenklich, dass man (mal wieder) zuerst die Spieler für ihren fehlenden Einsatz verantwortlich macht (zurecht!). Nur scheinen wir dieses Problem inzwischen öfter zu haben. Und - auch wenn das nicht jeder gerne hört - mit der Grund für die spielerische Unerotik auf dem Platz ist auch das taktische System, was wir ja im vergangenen Jahr mehr als ausführlich diskutiert haben.
Foda wird nicht drumrum kommen sich von seinem auf spielerische Mittel begrenzten System zu verabschieden. Damit machst du im wahrsten Sinne des Wortes Punkte in einer Liga, in der der Gegner mitspielt. Es ist nicht so lange her, da haben wir einen Trainer für seine taktische und meinetwegen spielphilosophische (was ein Wort) Sturheit (auch zurecht) kritisiert. Foda muss jetzt aufpassen, dass er mit seinem starren Festhalten an Baumjohann und den einstudierten Spielkombinationen nicht irgendwann den Faden verliert.
Ich glaube, wir sind in allen spielerischen und taktischen Bereichen noch nicht so recht für die zweite Liga aufgestellt. Und diese Feststellung im Januar, nach 19 absolvierten Spielen ist eigentlich fatal.
Wir müssen auf den Punkt genau im ersten Spiel nach der Pause da sein und bitte auch mal ein Spiel deutlich gewinnen und, wenn möglich, dann auch mal dominieren. So dass man mal auf und neben dem Platz sieht, dass man es kann und dass man auch Willens ist. Lutschen wir uns erst in die ersten paar Spielen langsam ein, dann wird es schwer, auch im stimmungsmäßigen Abwärtstrudel der dann einsetzt, ernsthaft in die Relegation und aus dieser erfolgreich zu kommen - und all die schönen Interviews und Aufstiegsabsichten werden nur ein Echo vergangener Tage sein.
Sätze wie
"Kuntz ist das beste was uns passieren konnte" und der damit verbundenen Kitikimmunität, finde ich eigentlich echt schlimm. Natürlich, schaut man von unten nach oben kann man mal wohl sagen, dass wir es deutlich schlechter hätten treffen können, aber Gründe zur Kritik sehe ich genug. Auch wenn Kuntz uns damals mit seinem Erscheinen und der unbestritten letzten Mobiliserungs- und Aufbruchsstimmung den Arsch (mit-)gerettet hat - das kann kein Grund sein ihm noch vier Jahre später blind die Füße zu waschen.
Trotz allem, und das gehört auch gesagt, hat er in einem Punkt recht und sich dabei hoffentlich nicht nur auf die Spieler bezogen:
Stefan Kuntz hat geschrieben:Es wurde zu viel geredet, und die Leistung auf dem Platz hat nicht immer gestimmt. Zwischen Reden und Handeln war eine zu große Diskrepanz.
In allen Bereichen hat der FCK viel Arbeit im Jahr 2013 vor sich. Da wir nicht mehr absteigen, kann es nur besser werden.