Olamaschafubago hat geschrieben:Dieser Kreilinger-Kommentar, der dem FCK jetzt das große Mimimi unterstellt, ist schon sehr tendenziös. Über die rote Karte gegen Redondo lässt sich eben nicht diskutieren, das war eine klare Fehlentscheidung, die wiederum das nachfolgende Spielgeschehen (inkl. der Senger-Grätsche) erst in dieser Art möglich gemacht hat. Über die Rote gegen Senger kann man sehr wohl diskutieren, die kann man geben oder nicht. Das angebliche Handspiel konnte ich am Bildschirm schwer erkennen, aber da fand ich die Erläuterung von MA auf der PK schon einleuchtend und nun melden sich hier Leute, die bessere Sicht hatten und die absichtliche Bewegung des Oberarms gesehen haben wollen. Also alles andere als "eindeutig" wie von Kreilinger dargestellt. Auch das Verhalten von Hengen und Antwerpen mit der total Eskalation von Kientz gleichzusetzen, halte ich für problematisch. Und auch dass man die Anzahl der Spieltage, wo sich Antwerpen nicht über den Schiri beschwert hat, an einer Hand abzählen kann (also <5), sollte man mal faktenchecken.
Fakt ist doch - und da sind sich selbst viele Schiedsrichter einig - dass der FCK überdurchschnittlich oft Leidtragender von Schiedsrichterfehlentscheidungen ist (ich erinnere an die Auswertungen von Babak Rafati auf liga3-online). Und da ist Antwerpen nun mal der erste Trainer, der das auch offen anspricht und argumentativ untermauert.
Natürlich stimmt auch, dass MA den Bogen da manchmal überspannt und die Kritik benutzt, um von schwacher Leistung der Mannschaft abzulenken oder sie in Schutz zu nehmen. Aber eben nicht nur. Das Narrativ bei "neutralen" Portalen wie liga-3 und dem Kicker ist doch längst, dass der FCK sportlich nur von Unfähigen geführt wird, dabei hemmungslos Geld verbrennt und dann die Schuld ständig beim armen Schiedsrichter sucht. Bei Kreilinger wird da nun ganz populistisch wegen des Knall-Effekts diese schwarz-weiß Polemik bedient, der sich die zahlreichen FCK-Hasser im Internet dann anschließen können. Wenn ich mich recht erinnere, gab es schon im Februar kurz vor der JHV einen ziemlich polemischen Kreilinger-Artikel, indem es um das Kompetenzgewirr im AR ging und Markus Merk als Alleinherrscher, der aufgrund seiner Schiedsrichterlaufbahn gewohnt sei, dass "alles nach seiner Pfeife tanzt", dargestellt wurde - was beim damaligen Informationsstand (vor dem Notzon-Brief) schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt oder zumindest einseitig berichtet war.
Prinzipiell ist es gut, den Finger in die Wunde zu legen und Probleme kritisch anzusprechen, aber dann sollte man schon bei den Fakten bleiben und nicht stumpf irgendein gefestigtes Image bedienen. Ohne Zweifel läuft beim FCK vieles schief und es wird sich zu viel mit sich selbst beschäftigt. Aber das auf die Formel "der FCK steht sich nur selbst im Weg" zu verkürzen, lässt die externen Einflussfaktoren, die ja durchaus existieren, völlig außer Acht. Warum steht wird z.B. in keinem Artikel mal erwähnt, dass dieses mediale Image von Antwerpen als sturer Querulant selbst schon Einfluss die auf Schiedsrichter ausübt? Dass da der Schiri dann eben leichter mal die gelbe Karte gegen Antwerpen als gegen andere Trainer zuckt, weil er ja schließlich der Meckerer ist, dem man schnell Einhalt gebieten muss. Stattdessen wird jetzt der Schiedsrichter, der im selben Blatt mit 5,5 benotet wird, in Schutz genommen und dem Verhalten der FCK-Verantwortlich überproportional der schwarze Peter zugeschoben. Da kommt schon der Eindruck auf, dass der Kreilinger Lust daran empfindet, auf den FCK einzudreschen, weil es gut für die Klickzahlen/Auflage ist...
Klasse Kommentar. Damit ist alles gesagt!
Wenn Kreilinger, der ja definitiv den FCK im Herzen trägt, dieses Spiel mit seinen skandalösen Schiri-Entscheidungen dazu nutzt, um Antwerpen auf die Lichtung zu stellen und dessen Charakter zu kritisieren, dann ist das ziemlich mies. Zur "Generalabrechnung" hätten andere Spiele getaugt, aber nicht das Waldhof-Spiel. Ich will auf gar keine Karten mehr eingehen, wer aber meint, er könnte den verbalen und körperlichen Amoklauf von Kientz mit irgendeinem anderen Verhalten von FCK-Beteiligten gleichsetzen, der hat seine journalistische Objektivität eingebüßt und seine Sorgfaltspflicht grob verletzt. Ich mag Emotionen und Derbystimmung, aber dass Kientz' Verhalten scheinbar medial keine besondere Aufmerksamkeit bekommt, ist nicht nachzuvollziehen.