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„Show Racism the Red Card“ in Kaiserslautern (TheRedCard)

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

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Flo ausm Norden
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Beitrag von Flo ausm Norden »

schrottpresse hat geschrieben: Also das mit den Klamotten find ich persönlich Schwachsinn,ist doch gut wenn ich auf 20 Meter erkennen kann mit wem ich es zu tun habe,verschafft einem in jeder Hinsicht Vorteile.
Ich sehe es eher anders. Mit deiner Argumentation wäre es dann ja auch zu rechtfertigen, dass die Dummbatzen mit nem Hakenkreuz offen auf der Straße rumlaufen dürfen, die Reichskriegsflagge offen gehisst werden darf oder der Hitlergruß angewendet werden darf. Schließlich weß man dann ja, mit wem man es zu tun hat.
Nein, so geht es nicht. Man muss ein Zeichen setzen, dass man dagegen ist und sowas verboten gehört. Das ist alles schlicht und ergreifend verfassungsfeindlich. Es ist auch kein Argument, wenn man dann mit dem Finger auf "die Linken" (nicht zwingend die Partei) zeigt. Linksradikale sind auch verfassungfeindlich. D'accord.
Es ist aber schlicht und ergreifend empörend und schockierend, dass die Bundesregierung z.B. keinen Verbotsantrag gegen die NPD stellt. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass es durch ein Verbot keine Nazis mehr gibt. Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass man ein Zeichen gegen diese Arschgeigen setzen muss. Egal, ob danach die Nachfolgepartei NPD 2.0 gegründet wird. Aber ich schweife ab...
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Hellboy
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Beitrag von Hellboy »

@schrottpresse:

Jetzt wirfst du aber einiges durcheinander. Es geht ja wohl kaum darum, diese Klamotten grunsätzlich zu verbieten. Wenn aber immer wieder gefördert wird, diese aus dem Stadion zu verbannen, damit WIR uns von diesem Pack abgrenzen, hat das nichts mit Abschaffung der Demokratie zu tun. Im Gegenteil: Das IST Demokratie. Oder wie stellst du es das vor? Das Thema mit jedem, der solche Kleidung trägt, einzeln auszudiskutieren...?

Was mich interessieren würde, sind deine Ansätze zum Thema "Einwanderungsland". Was genau sollten wir uns deiner Meinung nach von wem abgucken?
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daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

schrottpresse hat geschrieben:...,ist doch gut wenn ich auf 20 Meter erkennen kann mit wem ich es zu tun habe,verschafft einem in jeder Hinsicht Vorteile.
Als "Bürger" auf der Straße: Ja
Im "privaten" Stadion gilt die Stadionordnung des Vereins (s.§5.5) . Da sind WIR keine "Bürger" sondern nur noch "Konsumenten".
In manchen Diskotheken gibt es ja auch Einlasskontrolle und Klamottencheck.
schrottpresse hat geschrieben:Verbote,Verbote,Verbote. Leute ihr werdet noch die Demokratie gänzlich abschaffen vor lauter Verbotsforderungen und Prävention.
Demokratie ist ja nicht Anarchie. Ganz OHNE Ge- und Verbote geht es nicht. Aber ich gebe dir recht, daß es Überhand nimmt mit den Verboten.
Flo ausm Norden hat geschrieben:Es ist aber schlicht und ergreifend empörend und schockierend, dass die Bundesregierung z.B. keinen Verbotsantrag gegen die NPD stellt.
Die BR ist sich eben ziemlich sicher, daß ein Verbotsantrag - wenn nicht schon vom BVG, dann spätestens beim Europäischen Gerichtshof einkassiert wird. Diesen "Triumph" möchte man der NPD ersparen ;)
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Fighthard-diegentle
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Beitrag von Fighthard-diegentle »

Auch wenn viele politikverdrossen sind, es lohnt sich das Positive unserer rechtstaatlichen Demokratie nicht aus den Augen zu verlieren.
Es ist gut, heutzutage nicht Angst davor zu haben dass es nachts um 3 Uhr an der Wohnungstür klingeln könnte.


Geb ich dir recht die Ostblockbanden, klingeln nicht um 3 Uhr :
Die kommen einfach!!!!!
In diesem Sinne, es ist nicht alles Gold was glänzt!

Und jetzt zerreißt mich, und steckt mich in die braune Schublade,
Das ich euch beweisen kann, das ihr euch wieder irrt!!!
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Hellboy
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Beitrag von Hellboy »

@schrottpresse:

Du musst aber Zugeben, dass die von dir genannten Länder auch andere Voraussetzungen haben als Deutschland, um zu regulieren, wer reinkommt und warum. Das fängt ja bereits bei geografischen Faktoren an. Alle diese Länder haben maximal 2 Landesgrenzen zu aderen Staaten, da ist die Grenzkontrolle schonmal um vieles leichter. Wobei man auch bedenken muss, dass vor allem die USA die illegale Zuwanderung an ihrer einzig relevanten Grenze mit Kilometern an Stacheldraht und massiver Militärpräsenz auch nicht wirklich im Griff hat. Bei Neuseeland zweifele ich übrigens daran, dass sie kein Zuwanderungsproblem haben, wenn auch (noch) nicht so massiv wie wir. Aber Die Ströme aus Ostasien werden dort kommen.

Deutschland dagegen hat nicht nur eine fast nicht umfassend kontrollierbare Grenze im Osten, sondern auch noch im Westen mit Belgien ein Nachbarland, das die Problematik von Brüssel als eine der Haupteinflugschneisen für illegale Einwanderer eher mit zwei geschlossenen Augen handhabt. Dazu sind wir auch noch die Durchgangsstation zum "gelobten Land" Skandinavien und ganz nebenbei auch noch eins der wirtschaftlich gesündesten Länder der EU. Damit sind wir ein attraktives Ziel quasi für alle.

Deutschland ist mit dieser Problematik völlig überfordert und reagiert vor allem auf Abschreckungsbasis mit völlig unübersichtlicher und teilweise willkürlicher Ausländerpolitik, erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt, menschenverachtenden Asylbewerberleistungen etc.

Und dann sind wir natürlich schnell bei den Pariser Vororten. Da geb ich dir recht, so kann es nicht laufen. Nur eine Lösung dazu sehe ich derzeit nicht. Strengere Gesetze, oder besser differenziertere Entscheidungen,... Auf jeden Fall. Nur wie...?
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daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

@Hellboy
Zuwanderung im Schengen-Raum wird über die EU geregelt. Ein Instrument dazu ist FRONTEX. Das führt dazu, daß Deutschland nicht wieder Mauern und Zäune errichten muß, sondern dafür "bezahlt", daß z.B. Griechenland diese Mauern und Zäune an der EU Außengrenze baut (ähnlich der USA-Südgrenze oder Israels Mauer zu den Palästinensergebieten). D.h. wir haben das einfach weiter weg verlagert und in der Presse gibt es kaum Fotos von Deutschen Zöllnern, die (wie in Italien) Einwanderer zurückhalten und in Lager sperren.
Ein weiteres "Instrument" für Deutschland ist das politische Veto, wer in den Schengen-Raum aufgenommen wird.
Lösungen für das "Problem" der Globalisierung wird es mE so schnell nicht geben, da wenig Interesse an fairem Handel mit und fairen Löhnen in 3. Welt Ländern gibt (sonst könnten WIR ja keine Klamotten mehr bei KIK und H&M kaufen und Adidas und Nike profitieren nur zu gerne von den asiatischen Arbeiterinnen, die deren Plaste zu Sportschuhen zusammen kleben ;)).
Aber das wird hier jetzt immer weiter OT ...
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Beitrag von Flo ausm Norden »

@ schrottpresse:
Nein, mir geht es darum: ich habe deinen Post so empfunden, dass du das nicht schlimm findest, wenn jemand nen TS-Pulli anhat, weil dieser welche dann allen wenigstens seine Gesinnung zeigt und man selber entsprechend "sicher" sein kann mit wem man es zu tun hat. Wenn ich das falsch verstanden habe: upps. Wenn ich das richtig verstanden habe: wenn man diese Logik weiterspinnt, dann kann man durchaus meine Ausführungen mit dieser Argumentation so weiterführen. Schließlich weiß man dann auch entsprechend mit wem man es dann zu tun hat.

ABER: ich behaupte NICHT, dass du meine Weiterführung genauso meinst bzw. das so siehst. Es war lediglich eine Weiterführung deiner Argumentation von mir. Ich sehe eben diesen Punkt anders als du. Mehr wollte ich damit gar nicht sagen und dich auch nicht persönlich angreifen oder dir etwas in den Mund legen. Kam falsch rüber. Da hätte ich mich besser ausdrücken müssen.

On Topic: ich finde es i.O., wenn die Ordner jemanden mit einem solchen Pulli o.ä. NICHT ins Stadion lassen und finde es wiederum NICHT i.O., wenn das denen am A.... vorbeigeht. Letzlich sind die Ordner während eines Heimspiels eines der Aushängeschilder unseres Vereins und somit mitverantwortich für die Außendarstellung. Als Außendarstellung kommt bei Duldung rüber, dass der FCK (indirekt durch die Ordner) diese politische Gesinnung dultet. Das kann doch weder in unserem Sinne noch im Sinne des Vereins sein. Ergo: raus mit den Typen bzw. den Pullis. So blöd sich das anhört. Wenn die Typen ihren Quark nur denken und keinen TS tragen, wird dadurch die Welt nicht i.O., aber die Außendarstellung des FCK ist besser. Klingt komisch, ist aber so.
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Beitrag von Yves »

FCK-Hessen hat geschrieben:Gewalt gegen Ausländer ist sehr schlimm. Gewalt gegen Deutsche ausgeübt von Ausländern empfinde ich als genauso schlimm. Ist dieser Punkt auch Thema bei der Veranstaltung?
Nein, war sicher nicht das Thema bei dieser Aktion. Warum? Weil es ein anderes Thema ist!
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Beitrag von BTZNBRG »

Ich glaube nicht dass jeder der Thor Steinar trägt auch eine rechte bzw. rechtsradikale Gesinnung hat. Ich denke es gibt sogar Leute die nicht wissen das Thor Steinar eine rechts-angehauchte Marke ist.
Die Marke verschleiert das auch irgendwie geschickt mit ihrer nordischen und germanischen Ausrichtung

Ein Verbot von TS im Stadion halte ich für nicht sinnvoll, da TS keine eindeutige Nazimarke wie z.B. Consdaple (Buchstabenkombination) ist bzw. noch zurückhaltend gestaltet ist und diese Marke auch von Nicht-Nazis als Szeneklamotte getragen wird.

Das Zutrittsverbot bei eindeutiger Nazikleidung muss aber auch erst mal durchgesetzt werden.
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Beitrag von daachdieb »

BTZNBRG hat geschrieben:Ich denke es gibt sogar Leute die nicht wissen das Thor Steinar eine rechts-angehauchte Marke ist.
Das dürfte eine Minderheit sein.
Die meisten würden beim Anblick von TS Klamotten zusammen mit FCK-Logo (im TV oder Zeitung) gleich FCK=Verein für NeoNazis denken.
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Beitrag von BTZNBRG »

daachdieb hat geschrieben:
BTZNBRG hat geschrieben:Ich denke es gibt sogar Leute die nicht wissen das Thor Steinar eine rechts-angehauchte Marke ist.
Das dürfte eine Minderheit sein.
Die meisten würden beim Anblick von TS Klamotten zusammen mit FCK-Logo (im TV oder Zeitung) gleich FCK=Verein für NeoNazis denken.
Auch mit einem TS-Verbot wird es Neonazis beim FCK und anderswo in Deutschland geben. Gleiches übrigens auch bei einem NPD-Verbot.
Der Vorschreiber hier hat recht damit wenn er sagt dass man solche Leute dann wenigstens schon von Weitem erkennen kann.

Die Gesellschaft muss damit klarkommen, dass ein bestimmter Bevölkerungsanteil immer rechtsradikal und oder rassistisch sein wird.
daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

BTZNBRG hat geschrieben:Auch mit einem TS-Verbot wird es Neonazis beim FCK und anderswo in Deutschland geben. Gleiches übrigens auch bei einem NPD-Verbot.
Der Vorschreiber hier hat recht damit wenn er sagt dass man solche Leute dann wenigstens schon von Weitem erkennen kann.

Die Gesellschaft muss damit klarkommen, dass ein bestimmter Bevölkerungsanteil immer rechtsradikal und oder rassistisch sein wird.
Alles richtig, aber es geht rein um die Außendarstellung des Vereins.
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Beitrag von K-Town-über-alles »

BTZNBRG hat geschrieben:
daachdieb hat geschrieben:
Das dürfte eine Minderheit sein.
Die meisten würden beim Anblick von TS Klamotten zusammen mit FCK-Logo (im TV oder Zeitung) gleich FCK=Verein für NeoNazis denken.
Auch mit einem TS-Verbot wird es Neonazis beim FCK und anderswo in Deutschland geben. Gleiches übrigens auch bei einem NPD-Verbot.
Der Vorschreiber hier hat recht damit wenn er sagt dass man solche Leute dann wenigstens schon von Weitem erkennen kann.

Die Gesellschaft muss damit klarkommen, dass ein bestimmter Bevölkerungsanteil immer rechtsradikal und oder rassistisch sein wird.
Und verbietet man etwas, wird es etwas neues geben. Bringt doch eh nichts. Leider.
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Beitrag von daachdieb »

K-Town-über-alles hat geschrieben:Und verbietet man etwas, wird es etwas neues geben. Bringt doch eh nichts. Leider.
Aufgeben gilt nicht.
Man muß manchmal auch einfach Zeichen setzen ohne gleich die ganze Welt zu retten.
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