Genau so sehe ich das auch. Es war streckenweise ein geiles Spiel gestern, aber das war bestimmt nicht, den taktischen Maßnahmen oder verbesserten Laufwegen geschuldet. Da war vieles wie immer. Doch die Einstellung stimmte diesmal von der ersten Minute, man ging drauf auf die Kölner, stellte Passwege zu, jeder half dem anderen, hohe Laufbereitschaft. Wenn das Fodas Motivationskunst zu verdanken ist, dann respektiere ich das, obwohl es mich dann schon interessieren würde, was er plötzlich geändert hat.Hellboy hat geschrieben:Bei aller Freude war natürlich auch gestern nicht alles Gold, was geglänzt hat. Ich fand unser Offensivspiel haüfig sehr unstrukturiert, man stand sich in der Mitte häufiger mal auf den Füßen rum. Das war wieder die krakelige Seite von Fodas Handschrift. Gestern haben wir das durch den unbedingten Siegeswillen kompensiert. Viele gewonnene Zweikämpfe, viele zweite Bälle, viel Ballbesitz. Und dann können wir unsere individuelle Klasse ausspielen. So waren auch die Tore eher Ergebnis guter Einzelleistungen
Seit langem der wohl beste Beitrag, den ich hier zum Thema Fans gelesen habe!!!kadlec hat geschrieben:Wenn man bedenkt, dass die Kölner in den letzten Jahren eine ähnliche Entwicklung durchmachen mussten wie wir ( viele Abstiege, teilweise extrem desolate Auftritte, hohe Schulden usw. ), dann ist das von dir beschriebene Phänomen schon verwunderlich.werauchimmer hat geschrieben: Noch ein Wort zu Fodas Lob an die Kölner: Berechtigt, die waren auch nach dem 3:0 und dem Schlusspfiff laut, die FCK Fans waren zufrieden und viele abwartend und mit verschränkten Armen im Stadion. Die letzten Monate und Spiele haben deutliche Spuren hinterlassen. Das Duell außerhalb des Platzes ging eindeutig an Köln - für mich aber auch nicht verwunderlich, sondern authentische Folge der Entwicklungen der letzten Monate, nein fast schon Jahre. hatten keinen Bock die Mannschaft zu feiern.
Und die Ursachen dafür sind vermutlich weit abseits von deinen Begründungsversuchen zu finden.
Überalterung der Fanszene ( Fanverhalten ändert sich mit zunehmenden Alter ); Aufblühen der Spass -Konsum - und Erlebniskultur; Infantilisierung und Debilisierung der Gesellschaft, um einmal paar Stichpunkte zu nennen.
Vor 10 - 15 war der FCK-Fan noch fanatisch und brüllte sich die Seele aus dem Leib, heute ist er "kritisch", ohne selbst Kritik zu vertragen und tummelt und räkelt sich in Foren und Satzungsausschüssen. Gemütliches und bequemes Schwadronieren in sozialen Netzwerken, Flucht in die Vereinsmeierei, sattes und selbstbezogenes Eventverhalten im Stadion gelten aber nicht unbedingt als die vornehmsten Ingredienzen einer funktionierenden Fanszene.
Vielleicht müssen wir den Begriff "Fan" in Bezug auf unseren Verein überhaupt neu definieren und wir sind vielleicht mental schon näher an den verklemmten Spasshochburgen in Mainz, Leverkusen und Hoffenheim als wir in den kühnsten Tagträumen uns vorzustellen wagten.

Die Aussage zeigt aber das ganze Dilemma. Das Tischtuch zu Foda ist zerschnitten, auch von seiner Seite. Wer nach so einem Spiel explizit die Fans des Gegners lobt, der hat abgeschlossen.Flusskind hat geschrieben:Die Aussage von Foda war unnötig und nervig. Wer nach den miesen Spielen der Rückrunde (und Ende der Hinrunde!!) nicht mit Kritik leben kann, sorry.
Ich glaube das sind nur wenige %. Aber immerhin ist das das Quentchen, das zwischen Erfolg und Scheitern entscheiden kann.salamander hat geschrieben:Was Mo angeht: Man erlebt doch immer wieder Neues im Fußball. Wenn ich die Zeichen richtig deute, dann bezieht er seine Motivation daraus, es den FCK-Fans so richtig besorgen zu wollen - mit Toren. (...)
Kommt das wirklich nur daher, weil er mal dezent ausgepfiffen wurde, weil er zum 30. Mal unbeteiligt im Abseits herum stand?
War zwar nicht vor Ort und kanns nicht direkt beurteilen, aber ein Trainer, der sowas von sich gibt, der hat nichts anderes als einen Maulkorb verdient.salamander hat geschrieben: Die Aussage zeigt aber das ganze Dilemma. Das Tischtuch zu Foda ist zerschnitten, auch von seiner Seite. Wer nach so einem Spiel explizit die Fans des Gegners lobt, der hat abgeschlossen.
Ich kann damit leben. Ist ein fairer und offen ausgesprochener Deal: Er schießt uns hoch, hat was für sein Ego getan, wir profitieren davon, dann ist er wahrscheinlich weg. Job erfüllt. Herzblut ist das nicht, eher gute Projektarbeit. Ist okay. Niemand hat Blümchen erwartet.daachdieb hat geschrieben:Ich glaube das sind nur wenige %. Aber immerhin ist das das Quentchen, das zwischen Erfolg und Scheitern entscheiden kann.salamander hat geschrieben:Was Mo angeht: Man erlebt doch immer wieder Neues im Fußball. Wenn ich die Zeichen richtig deute, dann bezieht er seine Motivation daraus, es den FCK-Fans so richtig besorgen zu wollen - mit Toren. (...)
Kommt das wirklich nur daher, weil er mal dezent ausgepfiffen wurde, weil er zum 30. Mal unbeteiligt im Abseits herum stand?
Mo sieht sich selbst als "Aufstiegsmacher". Daher kommt mE der Großteil seiner Motivation.
Das richtet sich aber nicht gegen Mo und das sollte er auch wissen. Im Übrigen gab es vorher mehrfach Idrissou-Rufe und Beifall auf offener Szene für seinen EinsatzBetze_Joe hat geschrieben:Idrissou macht ein Riesenspiel, wird in der neunzigsten ausgewechselt und statt ihm mal stehende Ovationen zu gönnen, grölt jeder wie blöd Jimmy
Ich nicht. Das ist schon irgendwie strange. Wenn jeder Spieler, der mal kritisiert wurde, so agieren würde....auch Dick wurde schoin ausgepfiffen, auch Geye, Bongarz, Wuttke, Sforza. Von lakic ganz zu schweigen. Das ist ein Stadion, keine Oper. Die Kritik an ihm war ja nicht völlig unberechtigt und auch nicht unwürdig.Betze_Joe hat geschrieben:Ich kann zu 100% nachvollziehen, dass Mo nicht mit uns feiern wollte.
Ja, das war peinlich, sehr sogar. Ich halte diese von den Ultras am Zaun choreographierten Jubelfeiern ohnehin für künstlich und irgendwie daneben, aber gestern das hat den Vogel abgeschossen. Da wird versucht, mit Gewalt irgendein Prozedere durchzusetzen, keine Sau versteht, was da eigentlich abgeht, die Spieler sitzen mit langen Gesichtern ratlos auf dem Rasen und in den Blöcken 8, 9 und 10 wird reihenweise abgewunken und die Leute verlassen kopfschüttelnd das Stadion. Null Stontaneität. Warum kann man nicht einbfach Klatschen, die Spieler hochleben lassen,k ein lautes Lied singen und gut ist? Viele Leute in der West haben überhaupt keinen Bock auf die nervtötenden "Hinsetzen-Trommeln-Aufspringen" Spielchen der Halbwüchsigen. Reine Selbstbespiegelung der selbsternannten Fanelite. Bloß weil die Teenies da das Mikro in ihre Gewalt gebracht haben, muss dann irgendein Scheiss durchgezogen werden, der an den Interessen der mehrheit in der West (würde ich mal behaupten) vorbei geht.Betze_Joe hat geschrieben:Er hat ja auch nichts verpasst, schlechter kann man einen Sieg nicht feiern.. Statt einem brachial lauten : "Lautern ist der geilste Club der Welt" sitzen wir erstmal 5 Minuten auf dem Boden... Ich hoffe dass sich keiner der Spieler erkältet hat....
120 % Zustimmung. Das mit Hoffer ist ein reines Event-Ding, betze-unwürdig. Da wird kein verdienter Spieler gewürdigt oder ein Urgestein wie Willy Landgraf oder ein Kämpfer wie Dieter Trunk,, sondern da wird nur der Name gerufen, weil er sich so gut rufen lässt. Das macht mich richtig fassungslos.Betze_Joe hat geschrieben:Ich verstehe einfach nicht, warum Jimmy Hoffer bei uns ein solches Standing hat... Er hat 2 wichtige Tore gemacht, das wars.... Dennoch ist er bei uns ein Held, steht über 14-Tore Mann Idrissou....
Ja, so denk ich auch.salamander hat geschrieben:
Die Aussage zeigt aber das ganze Dilemma. Das Tischtuch zu Foda ist zerschnitten, auch von seiner Seite. Wer nach so einem Spiel explizit die Fans des Gegners lobt, der hat abgeschlossen.
Gewinnen wir halt zu siebt. Dann ist die Demütigung größer
Was wir da mit dem Ball machen grenzt an Vergewaltigung
Unfassbar lächerlich!!! Mal schauen wie viele Spieler bei uns am Ende noch auf dem Platz sins
Das wäre Mo in Person...salamander hat geschrieben:Sein Traum dürfte es dann sein, in der letzten Minute der Relegation vor der West das entscheidende Tor zum Aufstieg zu schiessen und anschließend mit hinters Ohr gelegter Hand vor der Trribüne zu stehen mit eindeutiger Botschaft: "Na, wie hab ich Euch das Maul gestopft, Ihr Arschgeigen".

Woher denn sonst?salamander hat geschrieben: Kommt das wirklich nur daher, weil er mal dezent ausgepfiffen wurde, weil er zum 30. Mal unbeteiligt im Abseits herum stand?