@wkv:
Das mag ja alles als Maxime stimmen. Aber mal zur Praxis: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass beispielsweise ein Simon Zoller mehr gegen den Ball tut als Fortounis?!?
Ich persönlich finde das Argument "der tut nix nach hinten" im Fall Fortounis eh etwas überstrapaziert...
@wai:
Wir haben bei den Amateurspielern mittlerweile eine bessere Quote als manch anderer deutscher Profiverein. Es gibt Erstligisten die haben weniger eigenen Nachwuchs im Kader
Dafür, dass wir 2008 praktisch keine Nachwuchsförderung auf Profi-Niveau hatten und seitdem finanziell nie aus dem Vollen schöpfen konnten hat sich das durchaus positiv entwickelt. Der Fünfstück hat sich ja auch nicht selbst verpflichtet.
Unser Konzept? Aus Scheiße Gold machen.
Du redest immer von Aufwand und Ertrag. Man kann es auch anders formulieren: Im Gegensatz zu vielen unserer Konkurrenten - im unteren Drittel der Bundesliga wie im oberen der zweiten - schleppen wir eben insbesondere in Sachen Stadion (aktuell volle Miete, gestundete Summen, usw.) ein ganz schönes Päckchen aus Tagen der Großmannssucht mit uns herum. Und mit dem Finanzamt gab es da in den letzten Jahren ja so nebenbei auch noch was zu klären...
Die Mischung aus fehlendem finanziellen Fundament und hohen Kosten ist einfach verdammt gefährlich. Sie lässt keines der üblichen Hobby-Experten-Konzepte zu.
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Variante A (Braunschweig, Fürth, etc.): Personalkosten minimieren, nur noch auf den Nachwuchs sowie einen guten Ausbilder als Trainer setzen und langfristig Erfolg haben?
Gerne - nur heißt das bei uns, dass die Stadionkosten (die höher als bei manchem Bundesligisten sind) uns auffressen wenn die Lehrlingstruppe die Zeit kriegt die sie braucht.
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Variante B (Frankfurt, Hertha, etc.): Auf routinierte Altstars mit stattlichem Gehalt und geringem Wiederverkaufswert setzen, aufsteigen und mit Erstligaetat die Mannschaft umbauen?
Jo, kann man machen - nur dass das bei unseren nicht vorhandenen Rücklagen, dem geringen Umsatz (und der damit nicht vorhandenen Sicherheit für substantielle Kredite) schon in einer Saison klappen muss - sonst geht tatsächlich in Sachen Profifußball das Licht aus. Wo andere in Ballungsgebieten mit potenten Sponsoren großzügig das Geld der Banken investieren können (Schalke und der HSV sind im 3stelligen Millionenbereich verschuldet, da darfst Du mal mit Blick auf unsere Bilanz von Deinen geliebten "Peanuts" sprechen) steht bei uns gleich das Überleben auf dem Spiel. Ich will da ehrlich gesagt niemandem "am Ruder", der meint mit dem FCK "Alles oder Nichts" spielen zu müssen.
Und deshalb gehen wir halt den ungeliebten, ungelenken Mittelweg. Dann muss halt ein Trapp einen Tiffert finanzieren, ein Heintz, Zoller oder Fortounis einen Idrissou usw. (wobei bei uns in Sachen Altersschnitt der Akzent - mMn zum Glück - eher auf Talent/Wertsteigerung liegt). Wenn Du mal Deine persönlichen Animositäten außen vor lässt weißt Du es doch selbst:
Jeder Vorstandsvorsitzende des FCK nach dem großen Goldrausch von Friedrich und Konsorten, nach dem WM-Wahnsinn ist in der aktuellen sportlichen Situation mit Blick auf die Konkurrenz ein Boxer dem man eine Hand auf den Rücken bindet.
Versteh mich nicht falsch: Man kann Stefan Kuntz kritisieren (wir leben zum Glück in einer Demokratie). Es gibt sogar gute Ansatzpunkte für Kritik, gerade was die "personellen Aktiva" unserer Transferstrategie angeht sieht die Momentaufnahme überaus durchwachsen aus (wobei eben aber auch in Sachen Borysiuk oder Fortounis - potentielle "0 auf 100er" wie Heintz oder Zoller mal außen vor gelassen - eben noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist). Aber hör doch bitte mal auf, hier die Leute für dumm zu verkaufen und so zu tun als bedürfe es nur einer guten Idee und wir würden zurück in goldene Zeiten schippern. Die Millionen der glorreichen 90er sind längst für Beton, Spielerzusatzverträge und Strafzahlungen das Klo runter gegangen. Jetzt sind wir wieder der kleine Verein aus den 80ern, nur eben in einer durch Projekt- und Marketing-Vereine veränderten Fußballwelt und mit einem teuren Beton-Klotz am Bein. Also hör auf den Leuten zu erzählen, der FCK sei "der dümmste" Verein der Liga. Tatsache ist, dass kein Konzept der Welt den Verein allein wieder in die erste Liga bringen wird. Dafür braucht es gute Ideen, harte Arbeit - und das Glück, das in dem von den Rahmenbedingungen erzwungenen Patchwork alles passt.
Du bist doch nach eigenem Bekunden mit der "Realität" per Du: Dann schau Dir doch mal die Fakten an, ohne Dich permanent an saisonalen Extremfällen wie Sandhausen (die ohne das Duisburg-Dilemma mit der selben Führung jetzt Liga 3 spielen würden) und Co. aufzugeilen. Tatsache ist:
Wenn man unseren Etat im Vergleich zur Konkurrenz sieht, unsere fast einmaligen (bzw. einmalig schlechten) Vorraussetzungen in Sachen Einnahmen / laufende Kosten dazu nimmt, dann schlagen wir uns eigentlich recht gut. Und Du solltest das doch eigentlich genauso sehen? Schließlich haben wir seit dem Abstieg 2012 jede einzelne Deiner sportlichen Prognosen um Längen übertroffen...
