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Kolumne: Der FCK auf Sparflamme (Der Betze brennt)

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
flammendes Inferno
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Beitrag von flammendes Inferno »

" Mein Bild von Franco Foda ist - diplomatisch gesagt - profillos. Phrasen reihen sich an Phrasen. Ich spüre da kein Herzblut - nicht das, was den FCK ausmacht. "
undiplomatisch : planlos ,phlegmatisch , fast gleichgültig wirkend , ohne Inspiration ,lahm und
verschlafen etc ...
wie wirkte das auf seine Spieler ?
wie kann man aus so einer Mannschaft so wenig machen , bzw sie langsam derart schlechter werden lassen ?
Von einem Mainzer ,der mit 23 Jahren freiwillig zu Bayer Leverkusen wollte hatte ich auch nicht viel mehr erwartet ,aber er darf wohl noch einige Spiele dilettieren.
chou

Beitrag von chou »

wkv hat geschrieben:
Aber wir hatten ein Alleinstellungsmerkmal, eine Identität. Wir haben nicht jedes Spiel Bombenstimmung, beileibe nicht, aber wir hatten es zumindest oft. Die Mannschaft hat gekämpft. Sie hat gebissen. Ich war stolz wie Bolle, als dein zitierter Hoeneß uns als Tiere bezeichnete.

Man musste keine Stimmung diktieren, wenn die Bayern kamen oder der Waldhof, war in KL wochenlang nix anderes Thema, die Leute waren heiß auf den FCK, und die Spieler heiß auf den Gegner.

Kampf, Leidenschaft, Biss. War das da, waren wir da. War es das nicht, schallte auch mal was Böses durch das Stadion. Heute die Mannschaft auspfeifen, weil sie nicht kämpft? :nachdenklich: Die Inquisition käme über uns. Aber man konnte eben nicht im Internet seinen Frust rausschreiben, man brachte ihn dorthin, wo er entstand.

Pur, unverfälscht und ehrlich. So manche Mannschaft hat ein derbes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen müssen? Und? Wer Applaus will, muss mit Pfiffen rechnen. So ist das nun einmal im Leben.

Wir waren aggressiv. Auch untereinander....so Dinge wie "das ist mein Platz, da hängt unsere Fahne" hätte derbes Futter gegeben.

16jährige, die meinen einem erklären zu müssen, dass dies oder jenes beim FCK schon immer so oder so war, und dass dies nun so oder so abzulaufen hat?
Ich hätte den Versuch gerne gesehen.....

Und wir reden immer nur von der West....völliger Blödsinn. Die Stimmung entstand, weil das ganze Stadion rockte. Bis hin zu den Rentnern, die auf der Haupttribüne in Reihe 1 sitzen wollten, um den LR zu piesacken, oder der Mannschaft beim Gang in die Kabine noch was "mitgeben" wollten.


Das alles gibt es nicht mehr. Der FCK hat kein Alleinstellungsmerkmal mehr, wir sind auf dem Weg zu einer grauen Maus.

Der FCK ist beliebig geworden. Es gibt in D mittlerweile eine ganze Anzahl an Stadien und Fanszenen, die mehr das darstellen, was wir einmal waren, als wir selbst.

Hier sind doch nur noch Leute, die seit Jahren da sind, um sich dann von anderen anzuhören, man soll sich hinterfragen, ob man alles gibt.... :nachdenklich:

Wer seit 30 Jahren und mehr beim FCK ist, die alte Zeit miterlebt hat, und immer noch hier ist, braucht keine guten Ratschläge.

Der braucht eine Dosis FCK, aber old-fashioned.

Kampf, Leidenschaft, Ehrlichkeit. Pure FCK Dinge. Ebenso wie der von dir gedisste Stammtisch. Das waren die Internetforen deines Vaters und Großvaters, dort hat man sich ausgetauscht.
Wenn ich das lese, kommen mir die Toten Hosen mit "Wort zum Sonntag" in den Sinn. Früher war alles besser...

Ich kann bei fast jedem der Punkte mit dem Kopf nicken und kurz danach den Kopf schütteln.

Seit den 80gern, die für mich meine schönste Betzezeit waren, hat sich so dermassen viel verändert, dass man diesen Betze/FCK realistischerweise einfach nicht mehr erwarten kann. Das ist schade, aber wird sich nicht mehr umkehren lassen.

Die Spieler sind heute kleine ICH-AGs, die das Maximale aus Ihrer Karriere rausholen müssen. Ich habe aufgehört mir da alle Namen einzuprägen. In der nächsten Saison sind eh wieder 20 neue Gesichter da.

Die Fans sind heute von einem ganz anderen Schlag. Ultras haben die Kutten ersetzt und die Opas von der alten Nord sind schon lange unter der Erde. Fußball ist ein Event für die ganze Familie und nicht mehr nur für Vater und Sohn.

Das ist zwar nicht mehr meine Fußballwelt, aber auch ich bin nicht mehr der, der ich in den 80gern war - da hatte ich nämlich noch Haare auf dem Kopf :-)
paet_fck
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Beitrag von paet_fck »

WernerL hat geschrieben:
Hier mal ein Kommentar eines Kollegen aus Berlin zum Thema gerade, bitte schön, immer interessant wenn ein außenstehender sowas mal äußert:

Mmmh, seh ich als "Aussenstehender - Neutraler" ein bissel anders.

Für mich sind die Lauterer "Fans" nicht anders als andere, der Mythos, von dem immer gesprochen wird, wird natürlich hochgehalten und es ist auch was dran, aber letztlich ist da auch mehr Schein als Sein. Sind wir doch ALLE mal ehrlich, ist in Dresden, in Nürnberg, in Hannover, in Bremen oder beim HSV mehr oder weniger Emotionalität, Verbundenheit mit dem Verein, usw…als in Lautern?!?!

Der Text nennt Dortmund und Schalke, klar. Brauchen wir nicht drüber reden. Aber danach Lautern?!?! Aus welchem Grund denn…er schreibt es doch selbst, im Erfolg kommen sie alle. Sieg gegen Bayern, Sieg gegen Kusen im Pokal. Ich sehe da keinen Unterschied zu einem "normalen Fußballverein" mit gewisser Tradition und mit Erfolgen, in der Vergangenheit oder auch aktuell.

Beim Spiel zuhause gg. Aalen war es leise wie bei einem Trainingsspiel (Aussage FCK-Spieler)…klar es steht noch 12:12 an usw. Aber dennoch, der Zuschauerschnitt in der 2. Liga spricht Bände. Selbst in der 1. Liga war die Bude selten wirklich voll. Wo sind diese Fans denn einzigartig?!?!

Dynamo bspw. hat als Reaktion auf den Ausschluss auf den DFB Pokal beim letzten A-Spiel 90 Minuten gefeiert, gesprungen. Hat einen Banner mit FDGB-Pkal 2013 hochgehalten.
Soll ich jetzt sagen…WAS FÜR FANS!!! Überregional bekannt und gefürchtet, der Verein jahrelang GANZ AM BODEN und sie waren und sind IMMER DA!!! IMMER!!!!

Lautern kommt aus einer ganz anderen Ecke - und jetzt, wo seit ein paar Jahren seit dem Zusammenbruch nix mehr wirklich geht (was Dt. Meisterschaft usw anbetrifft, also im Geschäft der Großen mitzuspielen = eigener Anspruch) wenden sich nicht nur die "Event-Fans" sondern auch andere ab…

Lautern iss nen cooler Club, keine Frage, mit dem Stadion, der Lage, dem "Mythos". Und auch der Tradition.

Aber ich kann dir zig-Andere nennen, die dem in Nichts nachstehen in Schland.
Ich glaube, dass man den Kommentaren von sowelchen Aussenstehenden Beachtung schenken sollte. Auch da steckt sehr viel Wahrheit drin. Ist aber kein Grund, den Boden in den Sand zu stecken. Viel mehr ein Warnschuss. Das Potential ist da, es muss nur wieder angefacht werden. Und da ist nicht nur das Management gefragt, sondern jeder Einzelne, der sich hinterfragen muss. Diese Diskussion hier ist der richtige Ansatz dafür!!
paet_fck
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Beitrag von paet_fck »

Hab ich tatsächlich "den Boden in den Sand stecken" geschrieben? :D
Ich hole mir ersma n Kaffee
wkv
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Beitrag von wkv »

Riedberg hat geschrieben:Bitte um Aufklärung.
Wann entstand das Betze Lied ?
Ist jetzt keine FCK - Superfan Frage ... aber interessieren würde es mich schon.
Auf der SCHALLPLATTE, SINGLE, die bei mir steht, steht was von 1976.... so weit ich weiß, ist das die Originalausgabe, die der FCK seinerzeit verkaufte.
Hans-Peter Brehme
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Beitrag von Hans-Peter Brehme »

chou hat geschrieben:...

Seit den 80gern, die für mich meine schönste Betzezeit waren...

... habe aufgehört mir da alle Namen einzuprägen. In der nächsten Saison sind eh wieder 20 neue Gesichter da.

... auch ich bin nicht mehr der, der ich in den 80gern war - da hatte ich nämlich noch Haare auf dem Kopf :-)
Bei aller Übereinstimmung: Nein, ich habe mir keinen Zweitaccount zugelegt. 8-)
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)
Bubebacher
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Beitrag von Bubebacher »

dein beitrag fasst zusammen, was ich seit vielen jahren empfinde: schleichende konturenlosigkeit beim fck, mit "kurzen" ausnahmen, die hoffnung machten, sprich, der aufstieg und das erste jahr 1. liga.dabei dachte ich, mit sk würde alles besser, jetzt hätte man die perfekte mischung aus nötiger professionalität plus alter betzetugenden, die die fck-familie mit einbezieht. pustekuchen. für das ganze elend steht symptomatisch die gegenwärtige mannschaft, sie ist nicht fisch noch fleisch. wer keinen kampfgeist hat, sollte gegner wie aalen oder regensburg zuhause wenigstens spielerisch filetieren können, wenn das der anspruch ist. stattdessen lautet das motto kugel richtung bäumchen, dieser dreht eine pirouette, fällt dabei hin oder passt in die tiefe leere. das soll kein baumjohann-bashing sein, sondern nur ein beispiel für die misere.
auch wir als fans haben über die jahre stark abgebaut, keine frage, doch welches quäntchen leidenschaft soll man noch aus sich herauskitzeln, wenn diese nicht, wenigstens manchmal, vom rasen her genährt wird? ein kumpel, dem ich schon oft vom charisma des fck erzählte, kam mit zum kick nach paderborn und meinte in der halbzeit:" bei euch aufm betze ist bestimmt mehr feuer auf dem platz..." diese feststellung mit "ja" zu beantworten, wäre glatt gelogen gewesen.
harryyy
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Beitrag von harryyy »

Ktown2Xberg hat geschrieben:Alles richtig und wichtig.

Mit Blick auf Markys letzten, etwas anderen, Spielbericht ("dann nehmen wir uns zwei Dosen als Pfosten...") möchte ich jedoch hinzufügen:

WIR sind doch der FCK, mindestens genauso wie das die Vereinsführung, Pressestelle und Trainer sind. Wenn paet_fck zu so einem ernüchternden Fazit kommt (a la "was soll ich meinen Kindern/Enkeln erzählen"), dann bin ich doch geneigt zu fragen:

Warum macht der FCK als Gemeinschaft keinen Spaß mehr? Allein weil "von oben" in die Suppe gespuckt wird? Weil die Vorbilder fehlen? Oder vielleicht auch ein bisschen, weil auch unter uns mehr und mehr zerbricht, mehr und mehr Lebensgeist entweicht, die Beschäftigung mit- und untereinander zunehmend dem "Wir gegen den Rest der Welt"-Gefühl den Boden unter den Füßen wegzieht.

Mein FCK ist kein materielles Gebilde, keine Verwaltungsstruktur, kein erfolgsorientiertes Unternehmen - und letztlich nicht mal wirklich ein Fußballteam. Letzteres ist der Anker, der alles zusammenhält. Aber nicht das Ganze. Nein, mein FCK ist eine über Jahrzehnte gewachsene Kultur, eine innere Einstellung die niemand in der ersten Person formulieren kann, die allein auf der Ebene des "Wir" existiert.

Ich teile mit paet_fck und allen Vorschreibern die Sorge um diese Kultur. Aber auch wenn das grad vielleicht nicht mehrheitsfähig ist möchte ich doch meiner persönlichen Überzeugung - ach was sag ich: einem Bauchgefühl, dass insistierender als jeder Kopfschmerz daherkommt - Ausdruck verleihen, dass wir mit den Rufen nach einer "institutionellen Lösung", dem oftmals romantisch verklärten Kneten von Wunsch-Trainern und Spielern, die Entwicklung eher beschleunigen als verhindern. Alles was paet_fck oben angesprochen hat kann und muss mMn innerhalb einer Gemeinschaft angesprochen werden. Aber wenn uns das am Ende des Tages das Alibi liefert, uns vom Verein abzuwenden ist das sicher nicht im Sinne des Verfassers. Wir haben schlimmeres überstanden. Ich weiß, von 2008 will keiner mehr was hören. Ich komm auch nicht häufig damit - allerdings nicht, weil ich es als Totschlagargument gegen Unzufriedenheit ablehne, sondern weil es mir heilig ist. Es ist das wertvollste Stück in meinem kleinen imaginären FCK-Schrein. Wenn ich an diesen verheulten Nachmittag im Mai denke, dieses unglaubliche Gefühl von "wenn wir das schaffen, was soll uns dann noch umbringen?" - und mir dann angucke, wie nun, in einer sportlich wie wirtschaftlich weniger prekären Situation überall der Gedanke blüht: "Das Ende ist ganz anders als wir gedacht haben; kein Knall, kein dramatischer Untergang - nur schleichendes Desinteresse, bis keiner mehr hingeht.." - dann brennt mir die Seele.

Was so katastrophale Pressemeldungen wie die oben zitierte umgekehrt vergessen: Gemeinschaft und Zusammenhalt verordnet man nicht, die sind etwas was sich nur über die Gemeinschaft als solche herstellt. Bottom-up, niemals top-down. Da wären etwas Demut und Sensibilität in der Kommunikationsabteilung angebracht. Stefans Worte in Frankfurt werden leider durch die Realität unserer Kommunikationskultur konterkariert.

Aber, ein letztes Mal: Wir können jetzt im nächsten Schritt des Verfalls mit dem Finger auf solche Underperformer zeigen und damit erklären, dass der FCK den Bach runtergeht. Oder wir können - 2 Schritte vom Abgrund entfernt - mal einen Moment innehalten und paet_fck's Artikel als Aufhänger nehmen, uns mal offen darüber auszutauschen, was denn für jeden von uns eigentlich emotional hinter den drei Buchstaben "FCK" steht. Dann könnte man vielleicht auch mal differenzierter darüber sprechen, was davon in Büros auf dem Berg oder in Frankfurt "abgewickelt" wird - und was vielleicht mit anderen Entwicklungen (Generationswechsel, Veränderung des Spiels, Veränderung des "Business" usw.) zu tun hat. Und wenn denn das gelänge, dann könnte man vielleicht auch mal darüber reden, wie denn unsere Tugenden in der heutigen Zeit praktisch mit Leben erfüllt werden können.

Ich hatte es wo anders schon einmal geschrieben:

Werte, die ihre Gestalt, ihre Erscheinungsform, nicht ändern sind dem Tod geweiht. Die zwei Meta-Ängste unserer Spezies sind "Veränderung" und "Stillstand" - keines von beiden eignet sich entsprechend als "Ultima Ratio". Wenn wir unsere Tugenden behalten wollen, dann müssen wir sie im hier und jetzt als Gruppengefühle erhalten. Heiß, nicht kalt. Und in neuen Zeiten werden diese Tugenden auch in neuen Formen ausgelebt.

Sorge macht mir nur, dass wir nun anfangen zu beobachten, wie die Basis dieser Tugenden - das "Wir" - erodiert. Wenn wir das nicht mehr halten können - und es liegt an jedem einzelnen von uns -, dann ist auch mein FCK Vergangenheit...
Die perfekte Ergänzung, Erweiterung zu der auch schon guten zutreffenden Bestandsaufnahme des Gastkommentators. Aber genau das, was du hier jetzt hervorhebst, ist eben auch bzw. gerade existenziell: Wir alle verkörpern den FCK. Wenn wir uns jetzt frustriert, resginiert auf unsere Schuldzuweisungen (die wie geagt durchaus oft berechtigt sind), dann tragen auch wir zum Verfall bei. Und das werde ich nicht tun.
So schwer es fällt, aber es gilt den Betze-Geist hochzuhalten, gerade und erst recht, wenn wir ihn durch Spieler, Trainer, Verbände, Vereinsführungen, Zeitgeist... gefährdet sehen.

Jeder kann dazu beitragen, den Trend umzukehren. Den Mythos am Leben zu halten, wieder aufzuerwecken. Keiner sollte sich da rausreden.
chou

Beitrag von chou »

Hans-Peter Brehme hat geschrieben:
Bei aller Übereinstimmung: Nein, ich habe mir keinen Zweitaccount zugelegt. 8-)
Ich bin Dein Alter Ego :teufel2:
Tyosuabka
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Beitrag von Tyosuabka »

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fu ... 73502.html

:D Na das wird eine lustige Relegation falls wir es schaffen. Falls Hopfelheim mit dem Blender nicht weiter abstürzt :lol:
wkv
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Beitrag von wkv »

Ich möchte nicht wissen, wie oft Foda es bereute, dass er uns verließ damals, um "auch mal deutscher Meister zu werden"....

Gott, kann das Leben austeilen.... :?
wkv
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Beitrag von wkv »

chou hat geschrieben:
Hans-Peter Brehme hat geschrieben:
Bei aller Übereinstimmung: Nein, ich habe mir keinen Zweitaccount zugelegt. 8-)
Ich bin Dein Alter Ego :teufel2:
Normalerweise heißt des beim Peter:

"Hat der ein Ego, Alter"...... :D
OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

Eine interessante Bestandsaufnahme, an den Reaktionen kann man sehen, dass es vielen anderen so geht wie beschrieben - und auch mir ergeht es ähnlich.

Ich empfinde es so, dass der Verein so weit weg ist wie noch nie. Nach einem zwischenzeitlichen Zusammenrücken um 2008 herum driftet der Verein immer weiter von der Basis weg.

Zumindest kann ich von mir behaupten, dass ich um 2008 herum so viele Menschen rund um den FCK kennengelernt habe, welche mir unendlich viel bedeuten. es sind feste Freundschaften entstanden, die auch ein lustloser und "zukunftsorientierter" FCK nicht zerstören kann.

Selbst wenn der Verein aufgrund nachhaltiger Selbstdemontage noch weiter in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, die Freundschaften werden bleiben. Und eben diese Freunde werden mich immer mal wieder nach Kaiserslautern ziehen.
Vergangenen Freitag bin ich angereist und habe in Kaiserslautern die 90 Minuten des Spiels an vertrauter Stelle verbracht, aber nicht im Stadion, der einzige Kontakt zum rund 200 m entfernten Fritz-Walter-Stadion war ein Liveticker auf einem Smartphone. Das vollkommen Bekloppte daran ist, dass dies wirklich die vermutlich einzigen 90 Minuten Spielzeit der laufenden Saison bleiben dürften, an die ich mich auch in 10 Jahren no0ch erinnere.

Wir sind in einer Zeit angekommen, in der die Tradition verblasst und in den Schatten der Vereine tritt, die sich Profifußball noch leisten können.

Mir fallen derzeit nur zwei Lieder ein, die meine Gefühlslage ganz gut umschreiben:
"We shall overcome", u.a. von Joan Baez und
"Das weiche Wasser bricht den Stein" von Bots.
Hans-Peter Brehme
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Beitrag von Hans-Peter Brehme »

harryyy hat geschrieben:... es gilt den Betze-Geist hochzuhalten, gerade und erst recht, wenn wir ihn durch Spieler, Trainer, Verbände, Vereinsführungen, Zeitgeist... gefährdet sehen.

Jeder kann dazu beitragen, den Trend umzukehren. Den Mythos am Leben zu halten, wieder aufzuerwecken...
Ein mehr als ehrenwertes, mehr als löbliches Unterfangen. Bloß in der Tat für uns kleine, einfache Vereinsmitglieder, Dauerkartenbesitzer und Auswärtsfahrer mehr als schwierig umzusetzen, wenn eben Vorstand, Geschäftsführung, Leitung PR und Mehrheit des Aufsichtsrats genau das ganz offensichtlich gar nicht wollen.
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)
Pug
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Beitrag von Pug »

@wkv

Ich könnte heulen, wenn ich Deine Texte lese.

Treffender kann man die Situation, die schon seit geraumer Zeit auf dem Betzenberg, egal ob auf der Tribüne, dem Platz oder in der Chef-Etage nicht erläutern.

Wir sind kurz davor, zu einem 08/15-Verein zu mutieren, von denen es inzwischen genügend in Deutschland gibt.

Kann mich selbst noch gut an die Rentner erinnern, die mit dem Schirm von der 1. Reihe aus nach dem Linienrichter angelten, um dem die Regeln auf dem Betzenberg zu erklären.

Ist halt vorbei und das ist das Schlimme an der Sache. Kommt nicht wieder, die Zeit, dafür werden die Verantwortlichen an der Lage schon sorgen.
wkv
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Beitrag von wkv »

Pug, das Schlimme daran ist, dass ich mich und meine Generation frage, was wir falsch gemacht haben, dass unser "Feuer", dass wir von den Alten erhalten haben, so nicht weitergeben konnten...
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

... jetzt möchte ich noch eines loswerden: Bei aller berechtigten oder unberechtigten Kritik und Wehmut, wie schön die frühere Zeit war: Man sollte nicht vergessen, dass der Betze damals auch um einiges erfolgreicher spielte, als er das heute tut. Der Fußball und das Geschäft drumherum hat sich unbestritten verändert, aber vielleicht lässt sich das alles besser ertragen, wenn der Verein wenigstens in den sportlichen Regionen spielt, wo er mal war und nach Auffassung vieler (auch meiner) noch hingehört.

Wenn ich dann immer wieder lese "Diese Zeiten sind unwiederbringlich vorbei", dann stimme ich ja zu und maße mir erst recht nicht an über die Leute, die seit Jahren und Jahrzehnten dort oben stehen und standen zu urteilen. Aber zeitgleich kann doch die Quintessenz daraus nicht sein, alles fallen zu lassen und nach Hause zu gehen oder gleich dort zu bleiben.

Das sage ich als Jahrgang '89, mit einer Dauerkarte erst ab der Saison '09, also jemand, der den FCK sportlich, finanziell und selbst vom Stadion her nur so kennt, wie er jetzt ist. Und die alten Zeiten sind mir höchstens aus youtube - Videos und Erzählungen bekannt. Ich weiß ja nicht, was das für ein Gefühl sein muss, wenn der FCK immer mehr von dem abrückt, was er mal war. Anderseits (und jetzt wirds philosophisch) ist es doch nur natürlich, dass sich alles verändert und wandelt. Umso wichtiger ist es, das beste daraus zu machen.
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Tyosuabka
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Beitrag von Tyosuabka »

wkv hat geschrieben:Pug, das Schlimme daran ist, dass ich mich und meine Generation frage, was wir falsch gemacht haben, dass unser "Feuer", dass wir von den Alten erhalten haben, so nicht weitergeben konnten...
Schau dir das doch an was die Mannschaft seit Jahren abliefert. Ich bin zwar kein ganz alter aber sei 1990 bin ich dabei. Es ist schwer andere für diesen "Fußball" was auf dem Betzenberg mittlerweile gebolzt wird jemanden zu begeistern. Damals war es was besonderes weil die Spieler gekämpft haben bis sie Blut gekotzt haben. Heute siehst du Divas wie Baumi und co über den Platz stolzieren. Und die Festung Betzenberg ist zu einem Selbstbedienungsladen verkommen wo selbst Aalen 3 Punkte mitnimmt ohne das sie voller Wut überrannt werden.
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Beitrag von wkv »

Paul, nein, außer der Tatsache, dass wir in Liga 1 waren, hat der FCK eben nicht großartig erfolgreicher gespielt.

Die Jahre waren fast immer von Abstiegskampf geprägt, die goldene Zeit von Kalli mal abgesehen, bis hin zu Göteborg.

Die grauen Jahre eines Thomas Allofs... nein....erfolgreich waren sie nicht.
OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

paulgeht hat geschrieben: Umso wichtiger ist es, das beste daraus zu machen.
Das ist das Problem: Wir können nur noch zusehen, was daraus gemacht WIRD. Und das nicht nur im Verein, sondern auch vereinsübergreifend.

Mein persönliches Maß ist nun voll. Wie ich die ganze Sache nun zukünftig angehe, muss ich mir überlegen, daher kommt die Winterpause ganz gelegen.
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Beitrag von werauchimmer »

OWL-Teufel hat geschrieben:
paulgeht hat geschrieben: Umso wichtiger ist es, das beste daraus zu machen.
Das ist das Problem: Wir können nur noch zusehen, was daraus gemacht WIRD. Und das nicht nur im Verein, sondern auch vereinsübergreifend.

Mein persönliches Maß ist nun voll. Wie ich die ganze Sache nun zukünftig angehe, muss ich mir überlegen, daher kommt die Winterpause ganz gelegen.
Was mich wundert, ist, wie Leute wie Du jetzt, so schnell an diesen Punkt kommen? Das interessiert mich jetzt mal wirklich ganz im Ernst? Korrigiere mich bitte, aber ich habe Dich als glühenden Fan in Erinnerung, aber nicht als Kritiker vor dem Herrn?
Warum hast Du nie den Mund aufgemacht und mal was kritisches geäußert?
Jetzt fast (eventuell) schon die Brocken hinzuwerfen ist für mich doch schon verwunderlich.

In diesem Thread tun sich für mich Abgründe auf, wenn man die Statements so liest.

Ich dachte immer, dass nur ich Untergangstheorien verbreite (gelle Ktown2 8-) ) - stattdessen wird hier von einigen der Untergang gerade postuliert, viel konkreter, als ich das gedacht habe.
Zuletzt geändert von werauchimmer am 18.12.2012, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von jürgen.rische1998 »

wkv hat geschrieben:Paul, nein, außer der Tatsache, dass wir in Liga 1 waren, hat der FCK eben nicht großartig erfolgreicher gespielt.

Die Jahre waren fast immer von Abstiegskampf geprägt, die goldene Zeit von Kalli mal abgesehen, bis hin zu Göteborg.

Die grauen Jahre eines Thomas Allofs... nein....erfolgreich waren sie nicht.
Wir haben es aber immer geschafft drin zu bleiben. Und hatten jedes Jahr aufs Neue die Duelle gegen Bayern, Stuttgart, Dortmund, Frankfurt und Co. Und natürlich mit einer Mannschaft die zwar auswärts oft
Schiessbude spielte, aber sich zu Hause zerissen hat.

Jetzt als (bestenfalls) Fahrstuhlmannschaft mit in knapp 6 1/2 Jahren mehr Gegnern der Marke Aalen als Kaliber wie die Bayern und Co., da fällt es schwer Feuer zu erhalten. Grade weil auf dem Platz meist Mädchenfussball gespielt wird.


Die WM 2006 hat nicht nur fast unseren Verein kaputt gemacht, sie hat auch den Fussball nachhaltig verändert. Würde immer noch nur "der Pöbel" ins Stadion gehen und wäre der Sport durch dieses Turnier nicht in der Endzone der medialen Aufmerksamkeit gelandet, vllt. wäre es dann auch Heute noch möglich frühres Betzefieber an die folgenden Generationen weiterzugeben.
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Beitrag von mibuehl »

Tyosuabka hat geschrieben:http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-kurz-wird-neuer-trainer-in-hoffenheim-a-873502.html

:D Na das wird eine lustige Relegation falls wir es schaffen. Falls Hopfelheim mit dem Blender nicht weiter abstürzt :lol:
Erkläre mir mal warum Marco Kurz ein Blender ist???
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Beitrag von werauchimmer »

mibuehl hat geschrieben:
Tyosuabka hat geschrieben:http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-kurz-wird-neuer-trainer-in-hoffenheim-a-873502.html

:D Na das wird eine lustige Relegation falls wir es schaffen. Falls Hopfelheim mit dem Blender nicht weiter abstürzt :lol:
Erkläre mir mal warum Marco Kurz ein Blender ist???
Weil wir unter ihm so derart schlecht abgestiegen sind, dass nur noch Tasmania und ein, zwei schlechtere Mannschaften das von sich behaupten können.

Aber dazu mal einen interessanten Satz von Magath aus der heutigen Bild:

Magath: „Ich habe die Verantwortung für die sportliche Situation übernommen und wurde frei gestellt – als Trainer und Manager. Das war übrigens charmant für Wolfsburg. Für die Liga wäre es auch nicht so schlecht, wenn dies immer so gehandhabt würde.“

BILD: Wie meinen Sie das?

Magath: „Es wird fast ausschließlich immer nur der Trainer zur Verantwortung gezogen. Dabei ist die Trainerarbeit ja nur ein Teil der sportlichen Verantwortung. Der andere Teil betrifft Spieler-Transfers. Deshalb wundere ich mich, dass trotz gemeinsamer Entscheidungen bei Entlassungen die Verantwortung immer geteilt wird. Der Trainer muss gehen, Manager oder Sportdirektor bleibt. Deshalb ist es konsequent, wenn sportliche Entscheidungen in einer Hand liegen. Bei mir war das eine runde Sache – Trainer und Manager weg.“ (lacht)
wkv
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Beitrag von wkv »

Grade weil auf dem Platz meist Mädchenfussball gespielt wird.
Das aber ist der Punkt. Ich honoriere Einsatz, meine Kommentare zu Jessen sind der Beweis.

Ich fahre mit diesem Verein bis in die Kreisliga. Ich bin auf dem Betzenberg geboren, er gehört zu meinem Leben wie kaum etwas anderes. Ich hab dieses Trikot getragen, leider hat mein Talent nicht ausgereicht...und ich hasse jeden dafür, der das erleben darf, dass ich nie durfte, und nicht alles dafür gibt.

Ich würde meinen Arm ausreißen, einmal das Gefühl zu kennen.

Aber ich will "meinen FCK". Auf dem Platz. Ungeliebt von so vielen, verachtet.

Aber mit Stolz. Meine Farben.

Das versteht wohl keiner....und ist eigentlich auch schon zu sehr aus dem Nähkästchen geplaudert...
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