Sport: 1. FCK
''Noch viel Luft nach oben''
Interview: Mit Trainer Marco Kurz über das erste halbe Jahr beim 1. FC Kaiserslautern, über Erfolge, Ziele und Perspektiven seiner jungen Mannschaft
Von Horst Konzok
FCK-Trainer Marco Kurz steht für eine deutliche Ansprache und einen klaren Kurs. Bisher ist der sehr erfolgreich. Foto: Kunz
Herr Kurz, Ihre Mannschaft hat eine grandiose Hinrunde gespielt. Wie schwerwiegend ist es, jetzt mit einer 1:4-Packung in die kurze Weihnachts- und Winterpause zu gehen?
Klar ist, dass jetzt erst einmal diese klare Niederlage im Vordergrund steht und auf uns wirkt. Grundlegend muss man aber beides sehr differenziert sehen. Man darf dieses eine Spiel jetzt nicht mit der gesamten Vorrunde in Bezug setzen. Wir haben eine sehr gute, eine hervorragende Vorrunde gespielt, auf die wir stolz sein können. Wir wissen aber auch, dass wir uns in allen Bereichen steigern können und müssen. Diese Mannschaft hat noch viel Luft nach oben. In Augsburg waren wir trotz des 1:4 nicht die schlechtere Mannschaft, wir waren die aktivere, hatten mehr und bessere Chancen. Aber wir waren auch die schlampigere Mannschaft. Wir hatten mehr Aktionen, aber die Flanken kamen schlecht. Die Möglichkeiten waren da, aber in den entscheidenden Augenblicken fehlte die Konzentration. Ich verliere nicht gern, ich bin auch kein guter Verlierer, aber vielleicht hat diese Niederlage auch ein Gutes, dass jeder erkennt, dass er hart weiterarbeiten muss und dass das Ganze kein Selbstläufer ist.
In unserer Saisonprognose haben wir 40 plus X als realistisches Ziel nach einer neuerlichen Zäsur gesehen: sechs Neuzugänge, ein personeller Umbruch, ein neues System, ein neuer Trainer. Haben Sie damit gerechnet, dass das so schnell geht und greift? 39 Punkte.
Die Art und Weise, wie wir auftreten, ist wichtig. Wir haben eine Grundordnung entwickelt, die Spiele kontrolliert. Wir haben uns als Mannschaft gefunden. Dafür haben wir sehr hart gearbeitet. Die Inhalte der Vorbereitung waren wichtig für diese Entwicklung. Ein Großteil der Mannschaft hat die komplette Vorbereitung ja auch mitgemacht. Verletzte Spieler wie Erik Jendrisek sind relativ schnell dazu gestoßen. Sidney Sam und Georges Mandjeck, die später dazukamen, hatten den Vorteil, schon vorher hier gespielt zu haben. Sie kannten den Verein, sie kannten das Umfeld. Sie mussten nicht wirklich neu integriert werden. Rodnei kam dazu - ein Glücksgriff. Dass er so einschlägt, konnte niemand erwarten. Wir hatten bei Transfers aber auch Geduld. Sie haben es ja selbst miterlebt, was wir im Sturm probiert und wen wir da getestet haben. (...)
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Edith: Rheinpfalzartikel vom 28. Dezember 2009 hinzugefügt.
Sport: 1. FCK
Acht Mann immer in der Startelf
Hintergrund: Die fabelhafte Hinrunde des FCK - Sippel und Rodnei Notenbeste beim Herbstmeister
Von Horst Konzok
Torwart Tobias Sippel ist nach Noten bester FCK-Spieler. Foto: Kunz
Kaiserslautern. 39 Punkte, 27:13-Tore - Herbstmeister. Der 1. FC Kaiserslautern hat eine fabelhafte Hinrunde in der Zweiten Fußball-Bundesliga gespielt. Eine Bilanz in Fakten und in Zahlen.
Gleich acht Spieler standen in allen 17 Spielen in der Startelf. Die Vierer-Abwehrkette (mit Dick, Amedick, Rodnei und Bugera) plus Torwart Sippel spielte 1530 Minuten durch. Auch Sam (fünfmal ausgetauscht), Mandjeck (sechsmal ausgewechselt) und Nemec (achtmal früher raus) gehören zu den Dauerbrennern.
Bester FCK-Spieler nach Noten ist Torwart Sippel mit einem Schnitt von 2,23. Bester Feldspieler nach dem RHEINPFALZ-Notenspiegel ist Rodnei (2,44), der knapp vor Kapitän Martin Amedick (2,55) rangiert. Danach folgt - Indiz der Abwehrstärke - Alexander Bugera (2,79). Dicht darauf folgt der stark verbesserte Sidney Sam (2,84). Bugera mit elf und Sam mit fünf sind die besten Torvorlagengeber der jungen Mannschaft, deren Torquote dem betriebenen Aufwand nicht gerecht wird. (...)
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Sport: 1. FCK
Kommentar: Frisch und frech
Von Oliver Sperk
39 Punkte nach 17 Spielen sind eine stolze Zahl und für sich betrachtet schon überzeugend. Noch überzeugender aber ist die Art und Weise gewesen, wie der souveräne Zweitliga-Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern in fast allen Saisonspielen bisher aufgetreten ist.
Trainer Marco Kurz hat sich binnen eines halben Jahres in der Pfalz einen exzellenten Ruf erarbeitet und viel anerkennendes Erstaunen geerntet für sein Werk. Der 40 Jahre alte Fußball-Lehrer, auf den die Wahl des FCK-Vorstandsvorsitzenden und umsichtigen Mannschafts-Architekten Stefan Kuntz bei der schwierigen Suche eines Nachfolgers für Milan Sasic schließlich fiel, hat dem jüngsten Team der Liga ein erkennbares taktisches Konzept gegeben. Und Selbstvertrauen. (...)
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