
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - SV Wehen Wiesbaden
90+x Minuten Vollgas für drei Punkte!
Über 40.000 Zuschauer wollen den 1. FC Kaiserslautern im Abstiegskampf nach vorne schreien, um im direkten Duell den SV Wehen Wiesbaden in der Tabelle zu überholen. Macht einen Hexenkessel aus dem Fritz-Walter-Stadion!
Sicher, am Ende einer solchen Saison mit all ihren Begleiterscheinungen ist es manchmal etwas schwer, optimistisch zu bleiben. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, noch sind fünf Spieltage zu absolvieren. Fünf Spieltage, in denen der FCK den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen kann. Fünf Spieltage, in denen die Fans alles geben müssen. Und natürlich auch werden. Fünf Spieltage, um zu zeigen, dass man die Roten Teufel niemals abschreiben darf.
Klar ist aber auch: Gegen den direkten Konkurrenten aus Wehen zählt im Klassenkampf aufgrund der für die Betze-Buben unbestritten prekären Tabellensituation nur ein Sieg, um zumindest mal kurz etwas durchatmen zu können. Die direkten Abstiegsplätze würde die Funkel-Truppe dann auf jeden Fall verlassen, vielleicht sogar ganz über den Strich klettern. Anpfiff der Partie ist am Samstag um 13:00 Uhr. Lasst uns mit Markys Motto dieser Woche in die restlichen Partien gehen: Lautrer geben niemals auf - WIR kämpfen!
Was muss man zum 30. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Drei Spiele, null Punkte. Die Saison 2023/24 bleibt eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle und man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass das wohl auch in den verbleibenden vier Wochen (oder noch etwas länger) so bleiben wird. Auch, wenn es keiner zugeben wird, dürften Friedhelm Funkel und sein Trainerteam in den Tagen nach dem Last-Minute-Tiefschlag von Fürth Aufbauarbeit geleistet haben. Gegen Wehen, das der 1. FC Kaiserslautern mit einem Sieg in der Tabelle erstmal hinter sich lassen kann, darf das aber alles nicht mehr zählen. Wie gesagt: Noch fünf Spieltage, um alles zu geben!
Julian Krahl hat seine Handverletzung aus dem Hannover-Spiel auskuriert und wird statt Robin Himmelmann wieder das FCK-Tor hüten. Für Julian Niehues, der in Fürth einen Kreuzbandriss erlitt, ist die Saison beendet. Erster Kandidat für seinen Platz dürfte Tobias Raschl sein, aber auch eine Rochade im Personal ist möglich. So könnte beispielsweise Marlon Ritter neben Filip Kaloc auf die Sechs gehen und seine offensive Position hinter Ragnar Ache könnten Kenny Redondo, Philipp Klement oder Daniel Hanslik übernehmen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Dem SV Wehen Wiesbaden scheint im Saisonendspurt die Luft auszugehen. Nur eine der vergangenen zehn Partien konnte die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski für sich entscheiden. Zuletzt hagelte es gar vier Niederlagen in Folge. Die beiden vergangenen Spiele musste der SVWW nach frühen Roten Karten lange Zeit in Unterzahl bestreiten. Mit 31 Punkten stehen die Wehener zwar noch über dem Strich, sind aber die schlechteste Rückrundenmannschaft. Der FCK ist noch die zweitschlechteste.
Am Samstag muss Kauczinski im zentralen Mittelfeld auf die rotgesperrten Bjarke Jacobsen und Hyunju Lee ersetzen. Jacobsen kam in bislang 22 Spielen dieser Saison, Lee sogar in 25 Begegnungen zum Einsatz. Der Ausfall dieser beiden Stammkräfte dürfte also als Schwächung für die Gäste zu werten sein. Zudem sind die Einsätze von Thijmen Goppel und Emanuel Taffertshofer (beide muskuläre Probleme) noch fraglich. Nassim El Ouarti (Sprunggelenksverletzung) und Nico Rieble (Muskelverletzung) fallen sicher aus.
Frühere Duelle
Im Hinspiel zeigte der FCK eines seiner Gesichter dieser Spielzeit: 1:0 geführt, aber trotzdem verloren. Auch oder gerade weil beim 1:2 beide Gegentore eher unglücklich zustande kamen, war es eine bittere Niederlage. Insgesamt trafen beide Klubs bisher 13 Mal aufeinander. Die Bilanz der Lautrer ist negativ, denn nur fünf dieser Spiele konnten sie gewinnen, Wehen ging sechs Mal als Sieger vom Rasen.
Fan-Infos
Obwohl nur rund 1.000 Gästefans anreisen werden, waren bis Donnerstagnachmittag schon über 41.000 Karten für das erste von drei Abstiegsendspielen gegen direkte Tabellennachbarn auf dem Betze verkauft. So dürften es gut und gerne um die 43.000 bis 44.000 Zuschauer werden. Im FCK-Ticketshop gibt es Stand Freitag nur noch wenige Plätze auf der Osttribüne. Die Tageskassen öffnen um 10:00 Uhr.
Die Bahn bietet für die Hin- und Rückfahrt wieder zusätzliche Züge an. Informationen dazu und weiteres rund um das Spiel findet ihr in den vom FCK veröffentlichten Fan-Infos. Stadionöffnung ist um 11:00 Uhr. Der FCK weist zudem darauf hin, dass es in letzter Zeit vermehrt zum Einsatz von K.o.-Tropfen in deutschen Fußballspielen gekommen ist und gibt Euch Handlungsempfehlungen mit, die Ihr bei entsprechenden Verdachtsfällen beachten solltet!
Am Samstag sowie bei den folgenden Heimspielen verkauft das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern rote Motto-T-Shirts für das am 25. Mai anstehende DFB-Pokal-Endspiel in Berlin. Diese gibt es bei den nächsten drei Heimspielen rund um das Fritz-Walter-Stadion für nur 15 Euro zu erwerben. An den Ständen findet ihr darüber hinaus Spendenboxen für die geplante große Final-Choreographie. Außerdem werden dafür auf allen Tribünen Geldspenden gesammelt.
Ab 11:30 Uhr ruft das Fanbündnis FCK zu einem Busspalier auf, um alle für das Sechs-Punkte-Spiel gegen Wehen nochmal heißzumachen. Los geht es am Elf-Freunde-Kreisel und dann den Betzenberg hinauf.
O-Töne
FCK-Trainer Friedhelm Funkel: "Ich bin mir sicher, dass wir hier eine brutale Unterstützung vom Publikum haben werden, wenn die Mannschaft die Leidenschaft wie in den genannten Partien zeigt. Wir müssen das eine oder andere Spiel gewinnen, das steht außer Frage. Gegen wen, ist mir eigentlich völlig egal - aber wir sollten am Samstag damit anfangen."
Wehen-Trainer Markus Kauczinski: "Wir haben im Laufe der Saison schon in einigen Hexenkesseln mit 40.000 bis 60.000 Zuschauern gespielt. Das gehört mittlerweile einfach dazu und kann für beide Mannschaften Fluch und Segen sein. Am Ende kommt es auf die eigene Leistung an, dass du fokussiert bleibst und zusammen mit deinen Jungs bei dir bist."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Zimmer, Tomiak, Elvedi, Puchacz - Raschl, Kaloc - Opoku, Ritter, Redondo (Tachie) - Ache
Es fehlen: Niehues, Zuck (beide Kreuzbandriss)
SV Wehen Wiesbaden: Stritzel - Mockenhaupt, Angha, Vukotic - Goppel (Bätzner), Heußer, Mathisen, Kade, Günther - Prtajin, Iredale
Es fehlen: El Ouarti (Sprunggelenkverletzung), Jacobsen, Lee (beide Rot-Sperre), Rieble (Muskelverletzung), evtl. Goppel, Taffertshofer (beide muskuläre Probleme)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 15.04.2024:

Samstag, 13:00 Uhr: Der Spieltag der Vorentscheidungen?
Der 30. Spieltag am kommenden Wochenende könnte Vorentscheidungen im Abstiegskampf mit sich bringen. Die Teams des letzten Tabellendrittels spielen komplett unter sich, der 1. FC Kaiserslautern empfängt den SV Wehen Wiesbaden.
Die Ausgangslage vor dem fünftletzten Spieltag ist wie folgt:
Platz 13: 1. FC Magdeburg / 33 Punkte / -6 Tore
Platz 14: SV Wehen Wiesbaden / 31 Punkte / -9 Tore
Platz 15: Eintracht Braunschweig / 31 Punkte / -11 Tore
Platz 16: Hansa Rostock / 31 Punkte / -21 Tore
Platz 17: 1. FC Kaiserslautern / 29 Punkte / -13 Tore
Platz 18: VfL Osnabrück / 24 Punkte / -30 Tore
Das FCK-Match gegen Wehen findet ebenso am Samstag um 13:00 Uhr statt wie das wohl Letzte-Hoffnung-Spiel von Osnabrück gegen Braunschweig. Am Sonntag um 13:30 Uhr empfängt dann noch Rostock Magdeburg. Wie wird die Tabelle wohl nach diesen direkten Duellen aussehen?
Die Roten Teufel haben Anfang März gegen Rostock (3:0) und Osnabrück (3:2) gezeigt, dass sie unter Druck gegen direkte Konkurrenten bestehen können. Danach gab es allerdings trotz weitgehend ordentlicher Auftritte nur noch einen Punkt aus vier Partien. Deshalb stehen jetzt die Wochen der Wahrheit an. Aufsteiger SVWW quittierte sogar vier Niederlagen am Stück, unter anderem gegen Rostock (1:3) und Osnabrück (0:1). Beim jüngsten 0:2 gegen Düsseldorf verbuchte Offensivspieler Hyun-ju Lee einen Platzverweis und wird auf dem Betze wie auch Abräumer Bjarke Jacobsen (ebenfalls Rote Karte) im zentralen Mittelfeld fehlen. Detailliertere Infos dazu folgen Mitte der Woche im Gegner-Check auf Der Betze brennt.
Wehen vier Mal in Folge punktlos - Wer ersetzt Niehues auf der Doppel-Sechs? - Wieder 45.000 Zuschauer uffem Betze
Beim FCK indes hat ebenso stark wie der späte Knockout in Fürth (1:2) die schwere Knieverletzung von Julian Niehues die Stimmung im Team getrübt. Wie Friedhelm Funkel den in die Bundesliga wechselnden Abräumer im Mittelfeld ersetzen wird, ist eine der schwierigsten Fragen dieser Trainingswoche. Immerhin: Stammkeeper Julian Krahl und wohl auch Spielmacher Philipp Klement stehen nach ihren Verletzungen vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Dass es schon für Samstag reicht, ist zwar unwahrscheinlich, aber noch offen. Kiebitze können bei einer öffentlichen Einheit am Dienstag, 11:00 Uhr im Sportpark Rote Teufel zusehen. Und egal, wie schwierig die Personalsituation ist oder wie weh die Niederlage in Fürth tut: Der Zwölfte Mann steht weiter hinter dem Team. Im Online-Ticketshop sind nur noch Restkarten erhältlich, so dass wohl um die 45.000 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion zu erwarten sein dürften.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 18.04.2024:
Gegner-Check SVWW: Flach spielen, irgendwie gewinnen
Die einen haben drei Spiele in Folge verloren, die anderen vier. Am Samstag wird mindestens einer punkten. Eine Punkte-Teilung aber hilft weder dem 1. FC Kaiserslautern noch dem SV Wehen Wiesbaden. Denn auf beide warten schwere Restprogramme.
So lief's seit dem Hinspiel: Am 12. Spieltag trafen beide als Tabellennachbarn aufeinander. Die Trends deuteten allerdings schon damals in unterschiedliche Richtungen. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen hatte sich der FCK aus dem oberen Tabellendrittel verabschiedet, die Wehener waren mit drei Siegen in Folge gerade zum besten Aufsteiger mutiert. In der Wiesbadender Arena bestätigten sich die Tendenzen: Die Gastgeber siegten 2:1. Die Lautrer hatten, wie es fortan noch öfter geschehen sollte, eine 1:0-Führung gespielt und Gegentore auf Gaga-Niveau kassiert: Das erste durch einen abgefälschten Schuss Thijmen Goppels, das zweite rammte Ivan Prtajin mit der Brust ins Netz. In den vier verbleibenden Spielen der Hinrunde holten die Hessen anschließend aber auch nur noch einen Punkt, durften jedoch auf einem noch beruhigenden Rang 11 überwintern. Nach einem 3:1-Sieg über Hertha BSC am 19. Spieltag schienen sie sich zunächst wieder zu konsolidieren. Kurz darauf folgte jedoch der Einbruch: In den vergangenen zehn Partien gelang dem Team von Trainer Markus Kauczinski nur noch ein 3:0-Sieg beim Mitaufsteiger Elversberg. Sechs Spiele gingen verloren, zuletzt vier in Folge. Damit stellen die Wehener die bis dato schlechteste Rückrundenmannschaft - und die Roten Teufel nach ihrer Niederlage in Fürth die zweitschlechteste.
Das hat sich geändert: Wie immer lässt sich ein solcher Absturz in wenigen Sätzen kaum befriedigend analysieren. Schon in der guten Hinrunde fielen beim SVWW die Qualitätsunterschiede zwischen Abwehr und Angriff auf. Mt 40 Gegentreffern platziert sich die Defensive nach wie vor in der besseren Hälfte der Liga, 31 selbst erzielte Treffer werden dagegen nur noch von Braunschweig, Rostock und Osnabrück unterboten. In der Rückserie scheint sich die Sturmschwäche stärker auszuwirken. In den jüngsten acht Partien stand viermal vorne die Null. Auch der in der Winterpause nachverpflichtete Nikolas Agrafiotis hat bislang noch nicht eingeschlagen. Hinzu kommen immer wieder temporäre Ausfälle. Sechser Bjarke Jacobsen und Offensivkraft Hyun-ju Lee sitzen zurzeit Rot-Sperren ab. Der sich gut entwickelnde Nachwuchsspieler Nick Bätzner musste zeitweise verletzungsbedingt passen, beim 0:2 gegen Düsseldorf zuletzt fehlte der rechte Außenbahnspieler Thijmen Goppel. Vorne wich Kauczinski zeitweilig von seinem gewohnten 3-4-2-1 ab und ließ eine Doppelspitze auflaufen. Gegen Düsseldorf formierte der Coach erstmals eine Vierer-Abwehrkette, wohl auch, weil der etatmäßige Abwehrchef Marcus Mathisen Jacobsen auf der Sechs ersetzen sollte. Da der Norweger auch in Lautern ausfällt, ist nicht auszuschließen, dass der Coach das Experiment am Samstag wiederholt. Dass mitten im Abstiegskampf der Sportliche Leiter Paul Fernie ausstieg, um sich Darmstadt 98 anzuschließen, trübte die Stimmung im Verein obendrein.
Gewinner und Verlierer: Vom Start weg bis zu diesem Spieltag voll überzeugt hat vor allem einer: Keeper Florian Stritzel. In der "Kicker"-Rangliste des Winterhalbjahrs ist der 30-Jährige als die Nummer 1 unter den Torhütern der Liga gelistet. Stürmer Ivan Prtajin, mit bislang zehn erzielten Buden bester Torschütze, soll mittlerweile Begehrlichkeiten besser zahlender Klubs geweckt haben. Von den jüngeren Spielern gut entwickelt hat sich neben Bätzner vor allem Mittelfeldspieler Robin Heußer. Gar nicht mehr in die Puschen kommt in dieser Saison [/b]Emanuel Taffertshofer[/b], der zu den Drittligazeiten des SVWW einer der Leistungsträger war. Durchwachsen läuft's dagegen für die Ex-Lautrer in der hessischen Landeshauptstadt. Dauerbrenner Sascha Mockenhaupt ist als Kapitän mittlerweile wieder gesetzt, nachdem er zwischenzeitlich auf der Bank Platz nehmen musste. Gino Fechner dagegen hat zuletzt seinen Startelf-Platz verloren, Antonio Jonjic spielt nach einigen Einsätzen in der Hinrunde nun gar keine Rolle mehr.
Zahlenspiele: Der FCK hat bislang so viele Kopfballtreffer wie kein anderes Team erzielt, zwölf insgesamt. Gegen die Wehener dürfte es allerdings schwer werden, aus der Luft zu treffen: Mathisen, Martin Angha und der 2,01 Meter große Aleksandar Vukotic haben erst vier Gegentreffer per Kopf zugelassen, da weisen nur Teams, die viel weiter oben in der Tabelle platziert sind, bessere Werte auf: St. Pauli, Hamburg und Hannover. Von den fünf Kopfballtoren, die der SVWW selbst erzielte, besorgte Prtajin allein vier, womit geklärt sein dürfte, auf wen bei Ecken und Freistoßflanken besonders zu achten ist. Was nicht heißen soll, dass der Kroate es nicht auch mit Füßen versucht: Außer St. Paulis Marcel Hartel schießt niemand so oft aufs Tor wie er. Falls er wieder auflaufen kann, ist weiterhin Vorsicht vor Goppel geboten, der die Lautrer Hintermannschaft bereits im Hinspiel schwer beschäftigte. Nur der Herthaner Fabian Reese schlägt mehr Flanken als der Niederländer. Bescheiden sind die Werte der Wiesbadener in den diversen Laufrankings. Bei "Sprints" und "intensiven Läufen" bilden sie sogar das Schlusslicht, nur in punktop "Laufleistung insgesamt" rangieren sie knapp vor den Betze-Buben, deren Leistungen in diesen Kategorien bekanntlich ebenfalls nicht berühmt sind.
Fazit: Angesichts der aktuellen Tabellenkonstellation gibt's eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Nur ein Sieg zählt, egal wie. Das gilt allerdings für beide Teams. Das Restprogramm der Hessen ist sogar noch tückischer als das der Pfälzer, denn der SVWW muss noch zuhause gegen die Spitzenreiter Kiel und St. Pauli ran - und stellt schon jetzt das zweitschwächste Heimteam. Wer nun jedoch einen "offenen Schlagabtausch" beider Teams erwartet, ist selbst schuld. Die Wehener waren schon in ihrer starken Phase während der Hinrunde ein Team, das lieber die anderen machen lässt und sich auf "Nadelstiche" fokussiert - das kennen wir doch von irgendwoher. Davon, dass Friedhelm Funkel seine Elf nicht ins offene Messer rennen lässt, ist ebensowenig auszugehen. Es wird also wieder mal ein Geduldsspiel werden, das starke Nerven erfordert, es sei denn, einem Team, vorzugsweise dem FCK, wird die Gnade eines frühen Tores zuteil. Angesichts der kopfballstarken Hintermannschaft der Gäste sind die Roten Teufel gut beraten, nicht nur mit Flanken auf Ragnar Ache ihr Glück zu versuchen, sondern sich auch mal im schnellen und präzisen Passspiel zu versuchen. Spannend wird sein, wie der FCK-Trainer auf den Ausfall von Julian Niehues reagiert. Da im Wehener Mittelfeld mit Bätzner und Heußer eher schmächtige, laufstarke Typen unterwegs sind, tippen wir mal, dass, wie schon während der zweiten Halbzeit in Fürth, Tobias Raschl den Platz neben Filip Kaloc einnimmt. In den nächsten Wochen aber wird der Trainer auch mal einen robusten Abräumer auf der Sechs benötigen. Boris Tomiak wäre die Premium-Lösung, würde dann aber in der Innenverteidigung neben Jan Elvedi fehlen, also doch nicht so premium. Oder schlägt endlich die Stunde von Afeez Aremu, der im vergangenen Herbst ja als Hoffnungsträger für die Sechser-Position geholt wurde? In den neun Pflichtspielen, die Funkel bislang als Cheftrainer verantwortet, war der 24-Jährige erst eine Minute im Einsatz, fünf Mal stand er gar nicht im Kader. Wenn der Junge eine Perspektive auf dem Betzenberg haben will, sollte er langsam mal zu Einsatzzeiten kommen.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer
Ergänzung, 18.04.2024:
Funkel: "Sollten am Samstag mit dem gewinnen anfangen"
Der 1. FC Kaiserslautern kann im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen den SV Wehen Wiesbaden auf die Rückkehr von drei potentiellen Stammspielern bauen. Für den Ersatz des verletzten Julian Niehues hat Friedhelm Funkel verschiedene Optionen im Kopf.
"Wir müssen an die Spiele gegen Rostock und Osnabrück zurückdenken. Da haben wir gegen unmittelbare Konkurrenten und Tabellennachbarn gewonnen, was jetzt auch Wehen Wiesbaden ist", erinnert Funkel an das 3:0 im Ostseestadion und das 3:2 auf dem Betze. Nach zuletzt drei unglücklichen Niederlagen in Folge stehen die Roten Teufel unter Druck - genau wie nach vier Pleiten auch ihr Gegner, der mit einem Heimsieg im Abstiegskampf überholt werden könnte. Der FCK-Trainer fordert vollen Einsatz von seinem Team und streitet nicht ab, dass bei noch fünf ausstehenden Liga-Partien und Tabellenplatz 17 jetzt dringend Punkte her müssen: "Ich bin mir sicher, dass wir hier eine brutale Unterstützung vom Publikum haben werden, wenn die Mannschaft die Leidenschaft wie in den genannten Partien zeigt. Wir müssen das eine oder andere Spiel gewinnen, das steht außer Frage. Gegen wen, ist mir eigentlich völlig egal - aber wir sollten am Samstag damit anfangen." Anstoß ist um 13:00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion.
Wer ersetzt Niehues? - Redondo und Klement zurück - Krahl gibt Comeback
Eine spannende Frage wird sein, wer Julian Niehues nach dessen Kreuzbandriss auf der Doppel-Sechs ersetzt. Funkel sagt er habe dazu drei, vier Gedankengänge, aber nur mit Spielern, die auf dieser zentralen Position schon aufgelaufen sind. Namen nannte der Trainer nicht, aber der Beschreibung zufolge könnten Tobias Raschl, Boris Tomiak oder Afeez Aremu in Frage kommen. Oder Philipp Klement? Lauterns Nummer 10 ist nach mehrwöchiger Verletzungspause jedenfalls ebenso wieder einsatzbereit wie Flügelstürmer Kenny Redondo, der die letzten zwei Spiele aussetzen musste. Das Tor wird nach einmonatiger Zwangspause wegen einer Handverletzung wieder Julian Krahl hüten, wie der Trainer bestätigte: "Julian hat in den letzten Tagen gut trainiert und keine Rückschläge erlitten. Er wird im Tor stehen."
Zwei Tage vor dem Spiel sind 41.315 Karten verkauft, von denen 864 an Gästefans gingen.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Wehen folgen am Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 18.04.2024:
Fans planen Busspalier vor dem Heimspiel gegen Wehen
Nächste große Fan-Aktion im Abstiegskampf: Das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern ruft zum Empfang des Mannschaftsbusses auf, um das Team vor dem Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden nochmal voll einzuschwören. Los geht es ab 11:30 Uhr vom Elf-Freunde-Kreisel den Betzenberg hinauf.
Quelle: Der Betze brennt / Fanbündnis FCK

