
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock
Dem Chef nachträglich ein Geschenk machen
Erstmals spielt der 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison an einem Sonntag. Mit einem Heimsieg gegen Hansa Rostock könnte die Schuster-Elf in der Tabelle nach oben schauen.
Am Freitag beging FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen seinen 49. Geburtstag. Ob und wie der gebürtige Landauer seinen Ehrentag verbrachte und gar eine kleine Party feierte, ist nicht überliefert. Vielleicht wurde ja aber einfach nur gekocht. OK, dieser kleine Insider für das Internet musste jetzt natürlich sein. Wer den akribischen Arbeiter Hengen aber kennt, den dürfte nicht verwundern, dass er sich mit am meisten sicher über einen Heimsieg gegen Tabellennachbar Rostock am Sonntag freuen würden. Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk sozusagen, das den FCK sogar in die obere Tabellenregion spülen würde. Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion ist um 13:30 Uhr.
Was muss man sonst noch wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum 7. Spieltag:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Ein Punkt bei einer Mannschaft, die seit Januar kein Heimspiel mehr verloren hat. Mit ein bisschen Abstand konnte man als FCK-Fan mit dem 1:1 am vergangenen Samstag in Karlsruhe dann doch zufrieden sein. Die kommenden beiden Gegner - nach dem Spiel gegen Rostock geht es für die Betze-Buben nach Osnabrück - dürften welche auf Augenhöhe sein und gewinnt der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag, sieht es in der Tabelle doch mal richtig gut aus.
Mittelfeld-Hoffnung Afeez Aremu fällt weiter mit einer Prellung aus. Aaron Opokus Mitwirken ist aufgrund einer Gesäßmuskelverhärtung noch fraglich. Erik Durm steht nach dreiwöchiger Verletzungspause zwar wieder im Mannschaftstraining, wird aber wohl noch nicht im Kader stehen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Hansa Rostock ist in dieser Saison so ein bisschen das Gegenspiel zum FCK. Nach zwei Siegen zum Auftakt gegen Nürnberg und Elversberg verlor die Mannschaft von Alois Schwartz drei der vergangenen vier Spiele. Allerdings ging es in diesem Zeitraum auch gegen die Aufstiegsanwärter wie Düsseldorf und den HSV. So findet sich die Kogge vor dem Spiel in Kaiserslautern im Tabellenmittelfeld wieder. Im Fritz-Walter-Stadion soll die kleine Negativserie beendet werden.
Ob Stürmer Nils Fröling bei diesem Vorhaben mithelfen kann, steht noch nicht fest. Der Schwede knickte im Training um, sein Einsatz ist fraglich. Der ehemalige FCK-Akteur Janik Bachmann, vor der Saison von Absteiger Sandhausen nach Rostock gewechselt, wird wohl von Anfang an spielen.
Frühere Duelle
Es ist in der Historie das 37. Aufeinandertreffen beider Vereine. Die Bilanz ist beinahe ausgeglichen. 16 Spiele gewann der FCK, 14 Mal ging Hansa als Sieger vom Platz. So auch beim letzten Duell im April dieses Jahres, als der FCK zwar einen Sturmlauf auf des Gegners Tor veranstaltete, durch einen Treffer von Kai Pröger kurz vor der Pause aber mit 0:1 verlor.
Fan-Infos
Bis Freitag waren knapp 39.000 Karten verkauft, die 40.000-Zuschauer-Marke wird also auch bei diesem Heimspiel wieder geknackt werden. Rund 2.000 Rostocker werden ihr Team im Gästeblock unterstützen. Im Online-Ticketshop sowie vor Anpfiff an den Tageskassen der Südtribüne gibt es noch (Sitzplatz-)Karten.
Die Bahn setzt wie üblich einige Entlastungszüge ein und am Elf-Freunde-Kreisel wird es voraussichtlich wieder zu Sperrungen kommen. Informationen dazu und alles Weitere rund um das Spiel findet ihr auf der FCK-Homepage.. Die Roten Teufel haben darüber hinaus aus leider gegebenem Anlass dazu aufgerufen, das Stadion sauber zu halten - das sollte im eigenen "Wohnzimmer" doch eigentlich einigermaßen möglich sein, also achtet bitte drauf.
Sowohl die Frenetic Youth als auch das Pfalz Inferno verkaufen T-Shirts mit FCK-Motiv zugunsten des Betze-Nachwuchses.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Wir liegen ganz gut im Soll. Klar war der Start ein bisschen holprig, ein bisschen unangenehm. Aber das gehört dazu, wenn man mit zwei Niederlagen beginnt. Wir können mit breiter Brust und mit Selbstbewusstsein auflaufen, ohne irgendwie ins Risiko zu verfallen."
Hansa-Trainer Alois Schwartz: "Es ist noch früh in der Saison, aber Kaiserslautern könnte eine Überraschung werden. Wenn das Stadion bebt, ist das ein Erlebnis, aber auch eine Herausforderung. Wir müssen schauen, dass wir die entscheidenden Dinge richtig machen und dann glaube ich, dass wir da was holen können."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Kraus, Tomiak - Zimmer, Niehues, Raschl, Puchacz - Ritter - Tachie, Ache
Es fehlen: Aremu (Prellung), evtl. Durm (Trainingsrückstand), evtl. Opoku (Gesäßmuskelverhärtung)
Hansa Rostock: Kolke - van der Werff, David, Rossipal - Neidhart, Dressel, Bachmann, Schumacher - Ingelsson - Pröger, Perea
Es fehlen: Brzozowski (Mittelfußbruch), Hüsing (Sehnenriss im Oberschenkel), Rhein (muskuläre Probleme), Scherff (Aufbautraining nach Wadenbeinbruch), evtl. Fröling (angeschlagen)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 19.09.2023:

Sonntag, 13:30 Uhr: Die Kogge segelt auf den Betze
Für den 1. FC Kaiserslautern geht es gegen Hansa Rostock um den dritten Heimsieg in Folge. Im Fritz-Walter-Stadion stehen mit den Hanseaten noch einige Rechnungen offen.
36 Mal trafen beide Vereine bislang aufeinander, die Bilanz ist nahezu ausgeglichen. 16 FCK-Siegen stehen 14 Rostock-Erfolge gegenüber, Punkteteilungen gab es nur sechsmal. Auf dem Betzenberg gilt es jedoch Revanche zu nehmen: In der vergangenen Saison verlor die Elf von Dirk Schuster trotz gutem Spiel unnötig mit 0:1. Der letzte Heimerfolg datiert aus dem November 2019. Damals gewannen die Roten Teufel durch Tore des heutigen Heidenheim-Duos Florian Pick und Christian Kühlwetter mit 2:0.
FCK-Formkurve zeigt nach oben, die von Rostock leicht nach unten
In Kaiserslautern sind die zwei Niederlagen zum Auftakt längst in Vergessenheit geraten. Es folgten drei Liga-Erfolge in Serie, plus das Weiterkommen im Pokal. Und auch im Südwestderby beim KSC haben sich die Betze-Buben gut verkauft und immerhin mit einem Punkt belohnt. Beim Gegner sieht das genau andersherum aus: Nach Siegen über Nürnberg und Elversberg folgte für Rostock eine Heimniederlage gegen Hannover, ein knapper Sieg gegen Schlusslicht Osnabrück, zuletzt aber wieder zwei Pleiten beim HSV und gegen Düsseldorf.
Tabellarisch ordnet sich die Elf des ehemaligen FCK-Trainers Alois Schwartz mit neun Punkten (Platz 8) knapp hinter den Lautrern ein, die zehn Zähler auf dem Konto haben (Platz 7). Am Sonntag kommt es zudem zum Duell zweier Trainer, die eine ähnliche Spielweise bevorzugen: Sowohl Schuster als auch Schwartz schätzen eine geordnete Defensive und würden sich sicher mal wieder über ein Spiel ohne Gegentor freuen. Rostock gelang das in der Liga erst einmal, dem FCK noch gar nicht.
Entwarnung bei Zimmer - Öffentliches Training am Mittwoch
Die Personalsituation ist bei den Männern in Rot weiterhin überwiegend entspannt. Kapitän Jean Zimmer war kurz vor Spielende in Karlsruhe wegen einer Überdehnung des Sprunggelenks ausgewechselt worden und trottete später mit einem dicken Eisbeutel um den Knöchel zum Fanblock. Gegenüber Der Betze brennt gab der 29-Jährige, der in Karlsruhe die Vorlage von Ragnar Aches Führung servierte und es zum zweiten Mal in Folge in die Elf des Tages beim "Kicker" schaffte, allerdings Entwarnung. Er möchte nach einem trainingsfreien Montag am Dienstag mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Platz stehen. Das Trainerteam hofft, dann auch wieder Erik Durm (Hüft-/Leistenprobleme) und Afeez Aremu (Prellung) zur Verfügung zu haben. Auf der anderen Seite muss Hansa-Trainer Schwartz auf Innenverteidiger Oliver Hüsing (Sehnenriss im Oberschenkel) verzichten.
Für alle interessierten Kiebitze findet am Mittwoch um 13:30 Uhr eine öffentliche Trainingseinheit auf Platz 4 neben dem Fritz-Walter-Stadion statt. Dann kann gecheckt werden, wer sich wie auf dem Trainingsplatz präsentiert. Zur gleichen Uhrzeit steigt am Sonntag das vierte Heimspiel dieser Saison, zu dem wohl wieder über 40.000 Zuschauer inklusive eines gut gefüllten Gästeblocks erwartet werden.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 20.09.2023:
Gegner-Check Hansa: Gut kämpfen statt schlecht passen
1. FC Kaiserslautern gegen Hansa Rostock. Siebter gegen Achter. Klingt nach Duell auf Augenhöhe. Wer gewinnt, darf nach oben gucken. Steht also so etwas wie eine "offene Feldschlacht" an? Eher nicht.
Anspruch und Wirklichkeit: Vergangene Saison drohte die Kogge zurück in die 3. Liga zu sinken, als Alois Schwartz das Ruder übernahm. An jenem Wochenende sollte bereits der 26. Spieltag angepfiffen werden, mit Jens Härtel und Patrick Glöckner hatte der Klub schon zwei Übungsleiter verschlissen, der Wind blies denkbar ungünstig. Doch Schwartz war es bis dato schon vier Mal gelungen, abstiegsbedrohte Teams im Unterhaus zu halten. Und siehe da: Nach drei Niederlagen in Folge sicherten sich die Rostocker mit 16 Punkten aus den verbleibenden sechs Partien den Klassenverbleib. Lautrer Fans ist insbesondere die schmerzhafte 0:1-Heimniederlage in Erinnerung, die Hansa dem FCK am 30. Spieltag beibrachte. Im Sommer bewegte sich einiges an Bord der Kogge. Etliche Stammkräfte gingen, und das auch noch ablösefrei: Die Defensivspezialisten Ryan Malone und Lukas Fröde wechselten nach Ingolstadt, die erfahrenen Stürmer John Verhoek und Pascal Breier nach Osnabrück und Lübeck. Abwehrhüne Rick van Drongelen kehrte zunächst zu Union Berlin zurück und zog mittlerweile in die Türkei weiter. Schwartz und dem neuen Sportdirektor Kristian Walter glückten jedoch Neuverpflichtungen, die die Abgänge nicht nur adäquat ersetzen, sondern auch den Konkurrenzdruck im Kader erhöhen könnten. Euphorische Saisonprognosen sind an der Ostsee allerdings nicht angesagt, "eine stabile Saison spielen" lautet der Tenor. Der Start mit drei Siegen in vier Spielen verlief vielversprechend. Zuletzt setzte es jedoch zwei Pleiten hintereinander, beim Hamburger SV (0:2) und zuhause gegen Düsseldorf (1:3).
Die Neuen: Er kam, sah und siegte. Unmittelbar nach seiner Leihe aus Stuttgart wurde Juan-José Perea bei Rostocks Gastspiel in Elversberg beim Stand von 0:1 eingewechselt. Prompt schoss er die Seinen noch zum Sieg - mit Treffern in der 10. und der 13. Minute der Nachspielzeit. Mit dem Kolumbianer, an dem im Sommer auch der FCK gebaggert haben soll, will die Kogge ihre notorische Sturmflaute beenden. Nur 32 Treffer markierten vergangene Saison den Liga-Tiefstwert. Dabei mithelfen soll auch die Last-Minute-Leihe des FC Midtjylland, der Brasilianer Júnior Brumado, der bislang aber nur einen 23 Minuten-Einsatz ohne Treffer verzeichnet. Ebenfalls nur zu Kurzeinsätzen kam bis jetzt Bayern-Zögling Sarpreet Singh, der zuletzt nach Regensburg ausgeliehen war. Er soll die fußballerische Qualität des Teams erhöhen. Mit Christian Kinsombi und Janik Bachmann hat sich Schwartz zwei ihm gut bekannte Stammkräfte seines ehemaligen Arbeitgebers Sandhausen an die Ostsee nachkommen lassen. Mit den Ex-Bielefeldern Oliver Hüsing und Sebastian Vasiliadis kam ebenfalls ordentlich Zweitliga-Erfahrung, dazu vom Waldhof Alexander Rossipal für die linke Abwehrseite. Die Leihgaben Jasper van der Werff (SC Paderborn) und Jonas David (Hamburger SV) vergrößern die Auswahl in der Defensive.
Die Formation: Alois Schwartz setzt in der Regel auf 3-5-2-Formationen, wechselt von Spiel zu Spiel allenfalls auf ein, zwei Positionen und variiert immer mal die Rollen der zentralen Mittelfeldspieler. Meist agiert der Schwede Svante Ingelsson auf der Zehn, mit Nils Fröling steht jedoch eine veritable Alternative bereit. Bachmann, den Schwartz in Sandhausen seinerzeit wirkungsvoll zum offensiven Mittelfeldspieler umfunktionierte, spielt nun wieder zurückgezogener. Fest auf der Sechs präsentiert sich Dennis Dressel. Als rechter Schienenspieler ist Nico Neidhart unterwegs, der auch als Innenverteidiger agieren kann. Gegen Düsseldorf startete der FCH mit Rossipal für den etatmäßigen linken Flügelspieler Kevin Schumacher auch auf der anderen Außenbahn mit einem Kicker, der ebenso gut ganz hinten eingesetzt werden kann. Nicht auszuschließen, dass diese defensivbetonte Variante auch auf dem Betzenberg bevorzugt wird. Für Rossipal könnte dann wie gegen Fortuna David in die Dreierkette rücken, die von van der Werff und der etablierten Stammkraft Damian Roßbach komplettiert wird. Das Tor der Kogge hütet seit Jahr und Tag Kapitän Markus Kolke. Perea ist seit seinem Traum-Einstand in Elversberg im Sturm gesetzt, obwohl er seither nur noch einmal traf. Ihm zur Seite steht in der Regel Kai Pröger, der Mann, der vor knapp fünf Monaten auf dem Betzenberg den Siegtreffer für die Gäste markierte.
Zahlenspiele: Dass Mannschaften des Maurersohnes Schwartz in erster Linie mit konzentrierter Abwehrarbeit punkten, dürfte wohl niemanden überraschen, der regelmäßig Zweite Liga guckt. So erfolgreich wie bei ihrem 16-Punkte-Finale der Vorsaison sind die Rostocker in dieser Runde jedoch noch nicht unterwegs. Damals haben sie nur zwei Gegentreffer zugelassen, heuer sind es nach sechs Partien bereits neun. Drei davon sogar, nach dem der Defensivverbund eigentlich genug Zeit hatte, sich zu ordnen. Kurios: Phil Neumanns Flatterball zum 0:1 bei Rostocks 1:2-Heimniederlage gegen Hannover. Das Gegentor aus dem Pokalspiel gegen den FSV Frankfurt mitgerechnet, haben die Rostocker bereits vier Treffer nach unsauber geklärten Eckbällen kassiert. Ansonsten erfüllen sie alle Klischees von Kampfmannschaften, die sich am liebsten in Abwehrschlachten austoben. Rostock führt die Rankings der Zweikämpfe insgesamt (451) und der defensiven Kopfballduelle (302) an, hat die meisten Gelben Karten (20) eingesammelt. Überdies weist die Kogge die schlechteste Passquote der Liga auf - nur 76,1 Prozent Präzision. Lautern ist auf diesem Tableau allerdings ebenfalls nur Vorletzter (80,1 Prozent). Bei Rostocks Offensivspiel ist zu beachten: Sie schlagen die drittmeisten Flanken aus dem Spiel heraus, im Schnitt 17,79. Vergangene Woche kickte der FCK beim Tabellenführer dieses Rankings, dem Karlsruher SC (24,11) und beherrschte den Himmel über dem eigenen Strafraum nicht gerade souverän. Also Obacht. (Quelle: Wyscout.)
Fazit: Optisch dürfte sich diese Partie nicht viel anders gestalten als im April. Der Gast wird die Betze-Buben zur Dominanz förmlich zwingen. Die Roten Teufel hatten bei der 0:1-Niederlage sage und schreibe 71 Prozent Ballbesitz - eine seit Beginn der Ära Dirk Schuster geradezu astronomisch anmutende Zahl. Diesmal soll der Ball nicht nur in den eigenen Reihen gehalten, sondern auch über die gegnerische Torlinie bugsiert werden. Wenn Jean Zimmer und Tymo Puchacz weiter so präzise Flanken schlagen wie bisher und Ragnar Ache weiter so gut trifft, stehen die Zeichen dafür besser als vor fünf Monaten. Vor Wochen erklärte Schuster, er könne sich vorstellen, Ache und Terrence Boyd auch mal als Doppelspitze zu bringen, sofern beide fit genug für 90 Minuten seien. Das wäre gerade für diese Partie vielleicht keine schlechte Idee. Zwei Kanten vorne, um Beton zu brechen, warum nicht.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 20.09.2023:
Dirk Schuster über die Stabilisierung der Defensive
Zehn Punkte, zehn Tore, zehn Gegentore. Die Bilanz des 1. FC Kaiserslautern könnte ausgeglichener nicht sein. In der Defensive müssen sich die Roten Teufel aber stabilisieren - und arbeiten daran im Training mit Feuereifer.
Insgesamt sahen mehrere hundert Kiebitze bei brütender Spätsommersonne am Mittwochmittag auf Platz 4 neben dem Fritz-Walter-Stadion eine sehr engagierte Trainingseinheit. Trainer Dirk Schuster schärfte zu Beginn im Spielerkreis noch einmal die Sinne und schwor seine Mannen mit einem kleinen Rückblick auf das Duell gegen Rostock in der vergangenen Saison auf die Begegnung am Wochenende ein (Anpfiff 13:30, Fritz-Walter-Stadion): "Ab jetzt volle Konzentration auf Sonntag", so der Coach. Neben sauberem Passspiel stand vor allem das Defensivverhalten auf dem Programm. "Es war richtig Feuer drin. Wir setzen in den Trainingseinheiten immer wieder da an, wo es auch darum geht, die Mannorientierung im Zentrum zu haben. Da versuchen wir den Spielern etwas mitzugeben. Oft wird nur nach dem Ball geschaut", resümiert der FCK-Trainer anschließend die Einheit.
"Mir fallen zu viele Gegentore": FCK hat die Defensive weiter im Blick
Offensiv schaut es bei den Roten Teufeln nämlich gar nicht schlecht aus. Mit Ausnahme der in doppelter Unterzahl kassierten 0:3-Niederlage auf Schalke erzielten die Betze-Buben bisher in jeder Liga-Partie eigene Treffer. In den Heimspielen gegen Elversberg und Nürnberg waren es sogar drei. Früchte der spielerischen Entwicklung, die das Trainerteam um Dirk Schuster in der vergangenen Rückrunde in Gang setzen wollte. Doch Schuster wie auch sein Gegenüber am kommenden Sonntag Alois Schwartz mögen es eigentlich, wenn hinten die Null steht. Während der Kogge dies in der laufenden Spielzeit wenigstens einmal gelang, mussten die FCK-Torhüter in jedem Ligaspiel hinter sich greifen. Und auch in der vergangenen Rückrunde glückte eine "Weiße Weste" lediglich zweimal: Beim Sieg über den HSV (2:0) und eine Woche später beim torlosen Unentschieden in Regensburg.
Das missfällt auch Schuster: "Mir persönlich fallen zu viele Gegentore, das ist eine Tatsache. In Paderborn haben wir es dem Gegner einmal zu leicht gemacht, gegen St. Pauli haben wir zwei einfache individuelle Fehler begangen, die zu Treffern geführt haben und gegen Schalke waren es wieder zwei. Das ist einfach der ein oder andere Fehler zu viel. Ich würde es aber nicht grundsätzlich am Defensivverhalten festmachen, weil wir sowohl in dieser als auch schon letzte Saison Mannschaften, die für brutalen Offensivfußball stehen, teilweise komplett vom eigenen Tor weggehalten haben. Es sind kleine Nuancen, die wir in der Kompaktheit im letzten Jahr besser gemacht haben, wo wir aber wieder hinkommen wollen", erklärt der 55-Jährige, worin seiner Ansicht nach vor allem noch Verbesserungsbedarf besteht.
Durm und Zimmer voll im Training, Opoku macht langsam, Aremu muss weiter passen
Ein Puzzlestück zur Stabilisierung der Defensive könnte der Einsatz von Neuzugang Afeez Aremu sein. Er soll vor allem das Zentrum dicht machen, durch das in der Vergangenheit oftmals Gegentore eingeleitet wurden. Wegen einer Prellung kam er bisher noch nicht im Einsatz, die heutige Mittwochseinheit konnte er nach wie vor nicht absolvieren. "Es wird besser, aber er hat noch nicht den Mut, ins Training einzusteigen", hofft Schuster, dass der 23-Jährige bald zurückkehrt. Etwas langsam machte Aaron Opoku, bei dem am Dienstag eine Problematik in der Gesäßmuskulatur aufgetreten war und der heute beim Abschlussspiel vorsichtshalber zuschaute, ansonsten aber normal mitwirken konnte. Erstmals unter voller Belastung konnte Außenverteidiger Erik Durm trainieren, der zuletzt wegen Hüft- und Leistenproblemen ausgefallen war. Auch Kapitän Jean Zimmer, der nach dem Derby in Karlsruhe mit einem überdehnten Sprunggelenk und einem dicken Eisbeutel um den Knöchel vom Platz schritt, stand wie angekündigt auf dem Platz. Beide sollten für das Wochenende einsatzbereit sein.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22.09.2023:
"Im Flow bleiben": Lautern will gegen Rostock nachlegen
Der 1. FC Kaiserslautern will gegen Hansa Rostock seine kleine Heimspiel-Serie ausbauen. Vor wohl erneut über 40.000 Zuschauern tun sich Trainer Schuster lediglich in der Kader-Besetzung kleinere Fragezeichen auf.
"Wir sind seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen, haben vier davon gewonnen, können mit breiter Brust auftreten - aber ohne den Hasardeur zu spielen. Wenn wir 100 Prozent an die Leistungsgrenze gehen, können wir auch Rostock schlagen", peilt Dirk Schuster nach den erfolgreichen Spielen gegen Elversberg (3:2) und Nürnberg (3:1) den dritten Heimsieg in Folge an. Gegen den Tabellennachbarn aus Rostock (Sonntag, 13:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) geht es auch um eine kleine Revanche für den letzten Vergleich vor fünf Monaten: "Wir haben in der Vorsaison das Heimspiel unglücklich mit 0:1 verloren. Das sollte uns eine Warnung sein. Wir wollen von unserer Seite mit Demut und Bodenständigkeit herangehen, aber unseren Flow fortsetzen."
Durm wohl nicht im Kader, Opoku fraglich, Aremu fehlt weiter
Personell kann der FCK-Coach erneut auf die Startelf der letzten zwei Partien setzen, dennoch tun sich ein paar kleinere Fragezeichen auf. Dies gilt nicht für die Torwartposition, wo Julian Krahl erneut den Vorzug vor Andreas Luthe bekommen wird. Außenverteidiger Erik Durm ist nach seiner Hüft-/Leistenblessur zwar wieder ins Training eingestiegen, allerdings wird der 31-Jährige wohl nicht im Kader stehen. "Stand jetzt kommt das zu früh. Das wäre auch ungerecht den anderen Spielern gegenüber. Es geht mittlerweile hart um Kaderplätze, die Konkurrenz ist groß", erklärt Schuster die Situation. Auch Aaron Opoku (Muskelverhärtung im Gesäß) ist noch fraglich. Afeez Aremu, der weiterhin an seiner vor zwei Wochen zugezogenen Prellung laboriert, wird definitiv ausfallen.
Das Fritz-Walter-Stadion wird gegen Hansa einmal mehr gut gefüllt sein. Bis Freitagmittag wurden für die Begegnung 38.877 Tickets verkauft, davon 1.700 an Fans der Gäste.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Rostock folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt


