
Stürmer Richmond Tachie wechselt von Paderborn zum FCK
Der 1. FC Kaiserslautern hat einen weiteren Neuzugang verpflichtet: Richmond Tachie verstärkt ab sofort die Roten Teufel. Der 24-jährige Angreifer wechselt vom Zweitligakonkurrenten SC Paderborn zum FCK.
Der gebürtige Berliner begann in den Nachwuchsmannschaften von Tennis Borussia Berlin mit dem Fußballspielen, ehe er ins Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten VfL Wolfsburg wechselte. Dort durchlief er alle Mannschaften bis hin zur U23. Weitere Stationen in seiner Laufbahn waren Viktoria Köln und Borussia Dortmund II. Beim BVB feierte Richmond Tachie als Leistungsträger die Regionalligameisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga. In zwei Spielzeiten in der Regionalliga West und in der 3. Liga lief der Stürmer in insgesamt 73 Ligaspielen für den BVB auf und konnte dabei 35 Scorerpunkte sammeln (17 Tore, 18 Vorlagen). Danach folgte der Wechsel zum SC Paderborn. Bei den Ostwestfalen kam er 17-mal in der Zweiten Liga und zweimal im DFB-Pokal zum Einsatz.
"Richmond ist ein sehr gut ausgebildeter Stürmer, der offensiv alle Positionen besetzen kann. Wir wollen ihn bei seinen nächsten Entwicklungsschritten begleiten. Er ist ein absoluter Teamplayer und gibt uns mehr Variabilität in der Offensive", kommentiert FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen die Verpflichtung des vierten Neuzugangs dieses Sommers.
"Der 1. FC Kaiserslautern ist ein unglaublicher Klub mit richtig geilen Fans. Ich durfte schon zweimal auf dem Betze spielen und freue mich schon, ab sofort als Roter Teufel aufzulaufen. Mein Ziel ist es, der Mannschaft weiterzuhelfen und eine erfolgreiche Saison zu spielen", sagte Richmond Tachie zu seinem Wechsel.
Spielerdaten
Name: Richmond Tachie
Position: Angriff
Geboren: 21.04.1999 in Berlin
Nationalität: Deutsch/Ghanaisch
Größe: 1,77m
Frühere Vereine: SC Paderborn, Borussia Dortmund, Viktoria Köln, VfL Wolfsburg,
Tennis Borussia Berlin
Quelle: Pressemeldung FCK
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Ergänzung, 08.07.2023:
Wirbelwind für den Sturm: Richmond Tachie im DBB-Porträt
Der 1. FC Kaiserslautern hat mit Richmond Tachie den ersten Neuzugang für die Sturmreihe präsentiert. Neben Geschwindigkeit bringt der 24-Jährige, der die Zweite Liga im zweiten Anlauf packen will, vor allem großes Entwicklungspotenzial mit.
Als der FCK um 15:21 Uhr auf seinem Twitter-Kanal einen Orkan-Emoji postete, da war schon klar, der nächste Neuzugang würde in Kürze "herbeigeweht" werden. Denn: Richmond Tachie (gesprochen: "Tätschy") stand da am Fröhnerhof mit seinen zukünftigen Mannschaftskollegen bereits auf dem Platz. Tachie? Ihn hatten sicher nur die wenigsten Fans und Experten auf dem Zettel. Doch so überraschend und in Windeseile der Transfer über die Bühne ging, so charakteristisch könnte der Orkan-Emoji auch für den Stürmer selbst stehen. Denn die FCK-Offensive kann sich in Zukunft vor allem auf eines einstellen: Geschwindigkeit und technische Klasse. Das wurde auch schon in der ersten Trainingseinheit am Freitagnachmittag sichtbar. Tachie war gleich eine beliebte Anspielstation, suchte als Mittelstürmer immer wieder freie Räume - und ja, er netzte auch das ein oder andere Mal.
Die Torquote ist dennoch etwas, woran er noch arbeiten muss. In der Regionalliga stehen für Borussia Dortmund II in 66 Spielen 20 Treffer zu Buche, in der 3. Liga netzte er in 37 Partien sieben Mal. Und in der 2. Bundesliga ist Tachie in 17 Spielen für den SC Paderborn torlos geblieben - meist stand er aber auch nur über wenige Minuten auf dem Feld. Doch Tachie ist noch entwicklungsfähig. Und dass er einen Torriecher besitzt, hat er im Juniorenbereich eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Etwa als er mit dem VfL Wolfsburg Leipzig mit einem Fünferpack (!) quasi im Alleingang aus dem Stadion schoss.
» Zum Video: Tachies Fünferpack im U19-Spiel gegen Leipzig
"Variabilität in der Offensive": Warum nicht Tachie und Boyd?
"Richmond ist ein sehr gut ausgebildeter Stürmer, der offensiv alle Positionen besetzen kann. Wir wollen ihn bei seinen nächsten Entwicklungsschritten begleiten. Er ist ein absoluter Teamplayer und gibt uns mehr Variabilität in der Offensive." So kommentierte Sportchef Thomas Hengen die Verpflichtung. Der FCK kann sich also vor allem darauf freuen, in Zukunft in der Offensive etwas unberechenbarer und variabler aufgestellt zu sein. Als gleichwertiger Ersatz für Terrence Boyd taugt der 1,77 Meter große Tachie auf Anhieb allerdings nicht. Damit täte man dem Jungen auch unrecht. Aber als sinnvolle Ergänzung, die den Konkurrenzkampf anfeuert, darf er gesehen werden. Zudem wäre es auch denkbar, dass es mit der Verpflichtung von Tachie realistischer wird, die Roten Teufel fortan öfter in einem 3-5-2-System zu sehen. Mit dem Deutsch-Ghanaer hätte Boyd einen technisch versierten Nebenmann, der die Gegenspieler "durchwirbeln" und so wiederum Platz für ihn selbst schaffen könnte. Über eben so einen Mitstreiter würde Boyd sich freuen - das machte er im Mediengespräch beim Trainingsauftakt deutlich.
Kreativität, Beweglichkeit, gutes Passspiel. Das wird von dem Paderborner Neuzugang erwartet. Vor allem letzteres dürfte Dirk Schuster gefallen. Verbesserungspotenzial - und das dürfte seinem neuen Chef weniger munden - hat er im Spiel nach hinten. Aber daran lässt sich ja bekanntlich arbeiten.
Alte Bekannte aus Dortmund: Tachies Wiedersehen mit Raschl
Was ebenfalls ein Pluspunkt sein könnte: Beim FCK trifft Tachie mit Tobias Raschl nicht nur auf einen weiteren Lautrer Neuzugang, sondern auch auf einen alten Bekannten aus Dortmunder Zeiten. Raschl und Tachie gewannen 2021 gemeinsam mit der "kleinen Borussia" die Meisterschaft der Regionalliga West. Damals harmonierten sie prächtig. Raschl schoss im offensiven Mittelfeld in jener Saison in 29 Partien neun Tore, Tachie in 40 Partien elf. Ein Duo, das sich kennt und nun bestenfalls auch in der 2. Bundesliga funktionieren soll.
Der neue Stürmer der Roten Teufel hat zugegebenermaßen ein schweres Jahr hinter sich, will den Sprung in die Zweite Liga nun im zweiten Anlauf schaffen. Nach seinen zwei erfolgreichen Spielzeiten beim BVB II - wo er beim denkwürdigen 1:3 auf dem Betze im April 2022 auch die FCK-Abwehr durcheinander wirbelte - wechselte er mit großen Erwartungen nach Paderborn, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Doch er bewies Nervenstärke: In der 2. Runde des DFB-Pokals hatten es seine Paderborner gegen Werder Bremen bis ins Elfmeterschießen geschafft. Und Tachie war es, der zum entscheidenden Elfmeter antrat - und schließlich eiskalt verwandelte.
» Zum Video: Tachie verwandelt den entscheidenden Elfmeter im DFB-Pokal
Geschwindigkeit auch abseits des Platzes - Fußball bleibt seine Nummer 1
Dass es Tachie auch abseits des Platzes gerne schnell mag, das wurde im Februar bekannt. Dort hatte der Angreifer wahrlich einen Schutzengel, als er sich mit seinem BMW auf der Autobahn gleich dreimal überschlug - und wie durch ein Wunder unverletzt blieb. Doch eigentlich sucht Tachie auch abseits des Platzes den Bezug zum Fußball. In einem Interview mit dem DFB sagte er 2022: "Ich bin dann häufig bei meiner Familie in Berlin. Während der Saison bleibt dafür nicht ganz so oft Zeit. Wenn ich ehrlich bin, ist der Fußball aber auch oft ein Thema, wenn ich nicht selbst auf dem Platz stehe. Da die neue Version erst kürzlich rausgekommen ist, spiele ich gerne an der Videokonsole Fifa 22. Nach unserem Aufstieg in die 3. Liga war ich gespannt, wie es ist, mein 'virtuelles Ich' zu steuern."
Und dass sich das auszahlt, zeigt etwa sein Treffer für den BVB II im Drittliga-Spiel gegen Freiburg 2021. Das hat schon "Tor des Monats"-Qualität. Die darf er nun gerne auch mit nach Kaiserslautern bringen.
» Zum Video: Tachies sehenswerter Treffer gegen Freiburg II
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 13.07.2023:
Neuzugang Tachie: "Spiele am liebsten als zweite Spitze"
Uff e Wort: Richmond Tachie soll das Offensivspiel des 1. FC Kaiserslautern unberechenbarer machen. Wir haben mit dem Neuzugang über seine ersten Tage in Lautern und seine Lieblingsposition gesprochen.
Was lange währt, wird endlich gut. Richmond Tachie ist in Kaiserslautern gelandet. Der 24-Jährige wollte schon in der vergangenen Winterpause gerne von Paderborn nach Kaiserslautern wechseln. Eigentlich stand dem Transfer auch nichts mehr im Wege. Doch dann legten die Ostwestfalen ihr Veto ein. "Der Kontakt im Winter war bereits sehr eng, und es ist weder an mir noch an Kaiserslautern gescheitert. Aber am Ende gehören immer drei Parteien dazu, weswegen es mit dem Wechsel dann leider nicht geklappt hat. Umso mehr freut es mich, dass ich jetzt hier sein kann", berichtet Tachie im DBB-Kurzinterview. Nach nichtmal einer Woche ist der gebürtige Berliner schon dabei, in Lautern richtig heimisch zu werden. "Ich habe mir vorgestern bereits eine Wohnung angeschaut, die ich auch nehmen werde. An einem der nächsten freien Tage geht dann hoffentlich der Umzug über die Bühne", erzählt Tachie mit einem Schmunzeln auf den Lippen und verrät darüber hinaus, was er sich für seine Zeit in der Pfalz vorgenommen hat.
Drei Fragen und drei Antworten mit Richmond Tachie:
Der Betze brennt: Richmond Tachie, Du bist nun seit knapp einer Woche in Kaiserslautern. Wie sind Deine ersten Eindrücke von der Stadt, dem Verein und der Mannschaft?
Richmond Tachie (24): Ich hatte schon etwas Zeit, um kurz in die Stadt zu gehen. Für mich als Berliner ist sie relativ gemütlich (lacht). Aber ich habe mich bereits gut eingelebt, auch wenn ich noch nicht lange hier bin. Die Mannschaft macht es einem auch einfach. Es sind alles gute Typen, die mich top aufgenommen haben.
Der Betze brennt: Sportchef Thomas Hengen hat nach Deiner Verpflichtung davon gesprochen, dass Du mehr Variabilität ins Offensivspiel bringen sollst. Als welchen Stürmertyp würdest Du Dich denn beschreiben und wo und in welchem System siehst Du Dich am liebsten?
Tachie: Das System hängt immer von mehreren Faktoren ab. Ich sehe mich aber am ehesten als zweite oder hängende Spitze, wo ich über das Tempo komme, tiefe Laufwege machen und meine Abschlussstärke zeigen kann. Eine meiner Stärken ist die Intensität, mit der ich spiele. Ich mache viele Läufe und Sprints, ich versuche viel hinter die Kette zu kommen und viele Lücken in der letzten Kette zu reißen. Außerdem bin ich ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler. An erster Stelle steht für mich immer der Erfolg der Mannschaft.
Der Betze brennt: Schon im vergangenen Winter warst du in Kaiserslautern im Gespräch, kurz vor Schluss scheiterte Dein Wechsel aber doch noch. Warum wolltest Du unbedingt in die Pfalz wechseln und was hast Du Dir mit dem FCK vorgenommen?
Tachie: Wenn man den Verein betrachtet, dann braucht man nicht lange überlegen. Wenn du siehst, was für Fans und was für eine Kulisse du hier hast, dann ist das schon überragend. Dazu komme ich in eine geile Mannschaft. Es ist im Fußball immer einfacher und schöner, wenn du erfolgreich bist. Und ich glaube, hier finde ich sehr gute Bedingungen vor, um das zu erreichen. Ich werde jetzt nicht verraten, wie viele Scorer ich mir vornehme zu machen (lacht). Aber ich bin sehr selbstkritisch. Von daher kann man sich denken, dass mein Plan ist, einige Tore zu schießen. Außerdem möchte ich so viel Spielzeit wie möglich erhalten und am Ende des Tages natürlich mit dem FCK erfolgreich sein und in der Liga bleiben.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 07.09.2023:
Podcast: Richmond Tachie über Tore und Konkurrenzkampf
Mit seinem Treffer zur 1:0 Führung gegen den 1. FC Nürnberg leitete FCK-Neuzugang Richmond Tachie den dritten Ligasieg in Serie ein. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" erzählt er, wie schnell er sich in Kaiserslautern eingelebt hat.
Selbst in seinen Träumen hätte Richmond Tachie sich wahrscheinlich nicht ausmalen könne, wie schön sein erster Treffer im FCK-Trikot werden würde. Mit einem Volleykracher Marke "Tor des Monats" ließ der Offensivspieler beim 3:1-Heimsieg gegen Nürnberg den Betze beben. "Dass ich den so getroffen habe, war optimal. Entweder er geht da rein - oder er fliegt halt in die Wolken", beschreibt Tachie seinen Treffer im SWR Sport Podcast "Nur der FCK". (...)
Harter Konkurrenzkampf um die Plätze im FCK-Kader
Auch wenn die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft und rund um den Betzenberg gerade förmlich spürbar ist, gibt es dennoch einen Wermutstropfen. Einige Spieler, die in der vergangenen Saison noch gefragt waren, schaffen es teilweise am Spieltag nicht mehr in den Kader. Darunter zum Beispiel Philipp Klement, Philipp Hercher oder Lex-Tyger Lobinger.
"Das ist immer eine Trainerentscheidung, die wollen die Qualität in der Mannschaft sehr hoch halten" kommentiert Tachie den Kampf um die Plätze im Kader. "Das spricht aber auch für die Mannschaft, wenn Spieler mit Qualität mal nicht im Kader sind. Ich glaube, das ist für jeden Anreiz genug, zu wissen, dass man jede Woche Gas geben muss, um am Wochenende nominiert zu werden. Das macht die Mannschaft besser und da steigt die Qualität."
» Zum SWR-Podcast: "Nur der FCK" mit FCK-Spieler Richmond Tachie (ca. 32 Min.)
(…)
Quelle und kompletter Text: SWR

