
Serie gerissen: Lautern verliert 0:3 gegen den Jahn
Der 1. FC Kaiserslautern verschläft gegen Jahn Regensburg den Start in beide Halbzeiten und unterliegt deutlich mit 0:3 (0:1). Nach zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage gehen die Lautrer wieder als Verlierer vom Platz.
FCK-Trainer Dirk Schuster schickte gegen den Jahn die gleiche Startelf auf den Platz, die am vergangenen Spieltag ein starkes 1:1 beim Hamburger SV geholt hatte. Robin Bormuth spielte neben Kevin Kraus und Boris Tomiak in einer Dreierkette, während Kenny Redondo an die Seite von Terrence Boyd in die Spitze rückte. Ungeachtet aller taktischen Überlegungen legten die Roten Teufel dann aber einen kompletten Fehlstart hin. Nach einem ersten Lattenkracher der Regensburger durch Kaan Caliskaner (6.), brachte Andreas Albers die Gäste in der 8. Minute in Führung. Wieder Caliskaner traf nach einem Schnitzer von Kraus erneut Aluminium (11.).
Der FCK konnte also froh sein, nicht schon früh deutlich in Rückstand zu liegen. Nach rund einer Viertelstunde kamen die Gastgeber aber besser in der Partie an und erspielten sich ein optisches Übergewicht. Ein immer wieder ungenaues Passspiel und ständige Verzögerungen der Gäste ließen aber kaum einen richtigen Spielfluss aufkommen. Philipp Klement hatte in der 15. Minute den ersten gefährlichen Abschluss, scheiterte aber ebenso wie Boyd nach gut einer halben Stunde an Dejan Stojanovic (34.). Kurz vor der Pause wurde der Jahn noch einmal gefährlich. Andreas Luthe parierte einen Schuss von der Strafraumgrenze von Albers (43.).
Mit Wiederbeginn wechselte Dirk Schuster aus, brachte Aaron Opoku für Kraus und änderte auch die Grundformation zurück auf eine Viererkette. Den besseren Auftakt in die Halbzeit hatten aber wieder die Oberpfälzer, als Luthe gegen einen Kopfball von Caliskaner eine Glanzparade auspacken musste (46.). Nach einer Ecke in der 57. Minute schlug es dann zum zweiten Mal ein. Albers gewann das Kopfballduell und bugsierte die Kugel ins kurze Ecke zum 0:2. Noch war genügend Zeit, um wieder einmal nach einem Rückstand zurückzukommen. Allerdings waren die Bemühungen der Lautrer an diesem Nachmittag meistens untauglich für eine erfolgreiche Aufholjagd. Die beste Chance im zweiten Durchgang hatte Boyd, dessen Kopfball in der 73. Minute erneut von Stojanovic pariert wurde. Statt des Anschlusstreffers durften auf der Gegenseite die Gäste sogar noch ein weiteres Mal jubeln. Prince Owusu traf in der 85. Minute zum 0:3-Endstand.
Durch die zweite Saisonniederlage verpassten es die Lautrer, den Vorsprung auf Rang 16 auf 9 Punkte zu vergrößern. Nach einer kurzen Woche geht es für die Mannschaft vom Betzenberg schon am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel beim FC Hansa Rostock (18:30 Uhr) weiter.
Wie bewertest Du die heutige Leistung der Roten Teufel? Hier geht's zur Spielerbenotung zum Heimspiel gegen Jahn Regensburg.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Jahn Regensburg 0:3
Ergänzung, 16:54 Uhr:

Stimmen zum Spiel
"Schuss vor den Bug": FCK nach Lehrstunde selbstkritisch
Der 1. FC Kaiserslautern muss nach sieben Spielen wieder eine Niederlage hinnehmen. Nach der 0:3-Klatsche gegen Jahn Regensburg herrscht Selbstkritik am Betze, aber auch die Hoffnung auf die richtigen Lehren.
Schuster: "Der Jahn hat uns gezeigt, wie 2. Bundesliga geht"
Es war ein gebrauchter Tag im Fritz-Walter-Stadion: Zu viele Fehler im Aufbauspiel und in der Defensive, und nach vorne fehlte das Quäntchen Glück. Waren sich die Roten Teufel nach dem starken 1:1 beim HSV der drei Punkte gegen Außenseiter Regensburg im Vorfeld vielleicht schon zu sicher? Dirk Schuster hält das nach der zweiten Heimniederlage der Saison und dem Ende der Ungeschlagen-Serie durchaus für möglich: "Der Jahn hat uns gezeigt, wie 2. Bundesliga geht. Sie haben es unglaublich abgerotzt und clever runtergespielt und waren das Quäntchen willensstärker als wir. Wir müssen in die Fehleranalyse gehen, auch bei uns im Trainer-Team, ob wir nach dem HSV-Spiel ein paar mehr Impulse hätten setzen müssen. Wir waren das erste mal so ein wenig der Favorit und haben es nicht geschafft, das in positive Energie zu verwandeln. Es war ein völlig verdienter Sieg für den Jahn", so der FCK-Coach selbstkritisch. Zum Spielverlauf selbst sagte der 54-Jährige: "Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass wir nicht gut im Spiel waren. Wir hatten Glück, nicht noch eher in Rückstand zu geraten. Das Gegentor war die Quittung für eine schläfrige erste Viertelstunde. Wir haben nicht ansatzweise das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Auf der anderen Seite war es vielleicht auch ein guter Schuss vor den Bug, auch wenn wir heute relativ ernüchtert sind, wie die Niederlage zustande kam."
Bormuth: "Man hatte nie das Gefühl, dass wir nah dran sind"
Wie schon gegen Hamburg formierte sich der FCK auch gegen den Jahn mit einer Dreier-/Fünferkette in der Abwehr, wodurch Robin Bormuth wieder in der Startelf stand. Der Innenverteidiger gab nach Spielschluss seinem Trainer recht, die Niederlage könnte möglicherweise zur rechten Zeit kommen: "Mit 95 oder 98 Prozent geht es in dieser Liga nicht. Wir müssen zu 100 Prozent an die Leistungsgrenze rangehen. Am Freitag in Rostock können wir es wieder besser machen. Manchmal hat man keine Erklärung. Wir hatten nicht den Punch im vorderen Drittel, waren ein bisschen ideenlos. Und dann gewinnt Regensburg - verdient muss man sagen. Die erste Viertelstunde waren wir zu lethargisch. Da kann es auch 0:2 oder 0:3 stehen. Uns war klar, wenn wir ein Tor machen, dann brennt die Hütte. Aber man hatte heute nie wirklich das Gefühl, dass wir nah dran sind. Kämpferisch und läuferisch können wir uns nichts vorwerfen. Aber spielerisch müssen wir was drauflegen. Die Mannschaft will viel und dann kommt halt mal so ein Ergebnis zustande. Aber das gehört eben auch dazu. Haben wir gedacht, wir verlieren jetzt kein Spiel mehr? Das war der Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit."
Zuck: "Wir hätten noch zwei Stunden spielen können"
Deutliche Worte fand auch Hendrick Zuck, der die Leistung von sich und seinen Mannschaftskollegen nicht beschönigen wollte: "Man muss ehrlich sagen, dass wir nicht gut genug waren. Wir hätten wahrscheinlich noch zwei Stunden spielen können und hätten nicht getroffen." Den Kopf in den Sand stecken wollte der Vize-Kapitän mit Blick auf die kommenden Spiele aber nicht: "Es geht weiter. Heute haben wir auf den Deckel bekommen, so ist das nunmal. Wir müssen es analysieren. In Zukunft wäre es gut, einfach einmal selbst in Führung gehen."
Luthe blickt nach vorne: "Auswärtssieg am Freitagabend"
Auch Andreas Luthe war nach drei Gegentoren naturgemäß unzufrieden. "Wir sind nicht so im Spiel gewesen wie gewohnt und haben über das ganze Spiel unglaublich viele Chancen zugelassen. Die Räume waren viel zu groß und so hast du es auch irgendwie verdient, auch in dieser Höhe zu verlieren. So deutlich hat uns noch kein Team geschlagen, deswegen war es aber sicher außergewöhnlich. Erklären kann ich es mir noch nicht", gab der Schlussmann ehrlich zu. Doch auch der 35-Jährige wollte nicht alles Schwarz sehen: "Unter dem Strich war es trotzdem erst die zweite Saisonniederlage. Die Fans haben uns glaube ich gerade die richtige Botschaft mitgegeben: ‘Auswärtssieg’ am Freitagabend. Das sehe ich genauso."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19:20

Blick in die Kurve
Applaus statt Pfiffe: FCK-Fans haken Pleite zügig ab
Mit den bisherigen Leistungen in dieser Saison hat sich der 1. FC Kaiserslautern viel Kredit erspielt. Beim heftigen 0:3 gegen Jahn Regensburg muss die Mannschaft erstmals etwas davon in Anspruch nehmen.
Passend zum Spielverlauf wird auch die Stimmung im Heimspiel gegen Regensburg nicht lange in Erinnerung bleiben. Nach dem Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 0:2 versucht die Westkurve zwar über Minuten und mit ordentlicher Lautstärke eine Wende zu erzwingen. Schnell wird aber klar, dass es mit einem erneuten Comeback - wie schon in so vielen Spielen zuvor - an diesem Nachmittag eher nichts werden wird.
Dennoch gibt es schon vor und dann auch nach dem Schlusspfiff statt eines Pfeifkonzerts von den Anhängern aufmunternden Applaus und "Auswärtssieg"-Rufe. Zu "Olé Rot-Weiß" recken die im Stadion verbliebenen Fans trotzig ihre FCK-Schals in die Höhe. Wer immer fightet, mehrfach eine furiose Aufholjagd hinlegt und meistens auch gut spielt, hat sich eben einen Kredit erspielt, den man an einem gebrauchten Tag wie gegen den Jahn nun auch in Anspruch nehmen darf. Das sehen auch die Anhänger so, auch wenn sich das Fritz-Walter-Stadion nach dem Schlusspfiff zügig leert.


Die erneut stolze Zuschauerzahl auf dem Betzenberg von mehr als 33.000 Fans gegen einen Gegner aus der Kategorie "Graue Maus" ist ebenfalls Ausdruck des aktuell herrschenden Schulterschlusses zwischen Team und Fans. Besondere optische Highlights gibt es beim Kräftemessen mit den Oberpfälzern allerdings nicht zu bestaunen - und die ernüchternden 90 Minuten auf dem Platz taugen ebenfalls nicht für einen besonders stimmungsvollen Nachmittag auf dem Betze.
Zum Anstoß protestieren die FCK-Fans wie schon am vergangenen Wochenende in Hamburg für bezahlbare Eintrittskarten und gegen einen sogenannten Topspielzuschlag: "Herzlich Willkommen am Betzenberg. Hier rollt der Ball auch ohne Topspielzuschlag." Auch die bekannten Spruchbänder "Fuck PMG" und "Boycott Qatar" sind in der Westkurve zu sehen.

Aus Regensburg sind rund 600 Anhänger zusammen mit befreundeten Ultras der Stuttgarter Kickers - während gegenüber wie fast jedes Spiel einige VfB’ler mit dabei sind - nach Kaiserslautern gekommen und zeigen zum Einlaufen der Mannschaften ein rot-weißes Fahnen-Intro. Danach haben die Gäste reichlich Grund zum Jubeln und feiern nach dem Schlusspfiff mit ihren Spielern ausgelassen den in dieser Höhe wohl kaum erwarteten Auswärtssieg.

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Regensburg:
- Fotogalerie | 12. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Jahn Regensburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.10.2022:

Teufel enttäuschen: Die DBB-Noten zur Heimniederlage
Der 1. FC Kaiserslautern erlebt beim 0:3 gegen Jahn Regensburg einen rabenschwarzen Tag. Keiner der Roten Teufel weiß zu überzeugen, entsprechend schlecht fällt das Notenbild aus.
Am Ende hätte es auch gut und gerne mehr als drei Gegentore hageln können. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die FCK-Mannschaft nach der 0:3-Pleite gegen den Jahn mit schlechten Noten abgestraft wird. Boris Tomiak, zuletzt zweimal in Folge Teufel des Tages, war an zwei Gegentoren beteiligt und erntet nur eine Durchschnittsnote von 4,5. Noch unterirdischer wird er von den Journalisten bewertet: Während die "Rheinpfalz" an ihn eine glatte Fünf verteilt, straft ihn der "Kicker" sogar mit einer 5,5 ab. Nicht viel besser kommt Innenverteidiger-Kollege Kevin Kraus weg, der von Fans wie Journalisten eine 4,5 erhält. Der 30-Jährige musste zur Halbzeit in der Kabine bleiben, da Dirk Schuster auf eine Vierer-Abwehrkette umstellte. Doch auch die übrigen Lautrer heben den Notendurchschnitt nicht nennenswert an. Offensivspieler Philipp Klement schneidet bei den FCK-Fans gar am schlechtesten ab (4,6), auch der "Kicker" vergibt an ihn eine Fünf. Die "Rheinpfalz" sieht ihn dagegen gemeinsam mit Marlon Ritter (DBB: 4,4 / Kicker: 4,0) als besten Akteur (3,5).
Von "ausreichend" bis "mangelhaft": Kaum Lichtblicke gegen den SSV
Insgesamt sah das Notenbild der Roten Teufel in dieser Saison noch nie so schlecht aus. Zumindest in der Fan-Benotung bleibt den einzelnen Spielern aber eine Fünf erspart, während die Tageszeitung zweimal und das Sportmagazin gar fünfmal das Prädikat "mangelhaft" vergibt. Torwart Andreas Luthe (DBB: 3,7 / Rheinpfalz: 4,5 / Kicker: 4,5), der trotz dreier Gegentore durch ein paar Paraden eine noch höhere Niederlage abwenden konnte und Kenny Redondo (3,7 / 4,0 / 4,5) sind zwei der wenigen Spieler, die zumindest von den Fans eine Drei vor dem Komma erhalten.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - Jahn Regensburg

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Regensburg können noch bis heute, 15:15 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-SSV.
Quelle: Der Betze brennt
