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Spielbericht: FSV Zwickau - 1. FC Kaiserslautern 1:2
Endlich einmal durchgebissen
Nicht schön, aber wichtig: Der FCK feiert in Zwickau endlich den ersten Saisonsieg und verdient sich den Erfolg insbesondere mit den Tugenden, auf die es in der 3. Liga vor allem ankommt.
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Möglicherweise ist die prägendste Aktion des Spiels des 1. FC Kaiserslautern beim FSV Zwickau gar nicht der verwandelte Foulelfmeter von Marvin Pourié oder der selbstredend unglaublich wichtige Siegtreffer von Hendrick Zuck, sondern eher der Anpfiff, den Kevin Kraus nach knapp einer Stunde an Gegenspieler Marco Schikora verteilt. Assistiert von FCK-Torwart Avdo Spahic brüllt der Abwehrspieler sekundenlang auf den am Boden liegenden Zwickauer ein und geigt Schikora mehr als deutlich die Meinung für seinen Versuch, mit einer dreisten Schwalbe einen Elfmeter zu schinden.
Rauer Drittliga-Alltag: Um Schönheitspreise geht es nicht
Die Aktion des nicht als Lautsprecher bekannten Kraus steht sicher ein bisschen sinnbildlich für den Auftritt der gesamten Mannschaft. Endlich einmal trotzt die mit hohen Ansprüchen in die Saison gegangene, aber nach acht Spielen immer noch sieglose Truppe allen Widerständen und lässt sich auch von einem mit allen Mitteln kämpfenden Gegner nicht den Schneid abkaufen. Einen Schönheitspreis gibt es für den 2:1-Erfolg bei den Westsachsen zwar nicht, der ist im rauen Drittliga-Alltag aber ohnehin überbewertet.
Dass sie grundsätzlich immer mal wieder einen guten Ball spielen können, zeigen die Lautrer ja auch im ersten Durchgang im coronabedingt leeren Stadion in Zwickau. Was fehlt, ist allerdings die von Trainer Jeff Saibene im Vorfeld geforderte letzte Überzeugung. Der absolute Wille, das Leder auch über die Linie zu drücken. Natürlich packt Zwickaus Schlussmann Johannes Brinkies in der 20. Minute gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden Daniel Hanslik eine ganz starke Fußabwehr aus. Andererseits muss man so eine hundertprozentige Möglichkeit aber auch einfach mal reinmachen.
Schiri-Assistent schaut genau hin: Elfmeter für Lautern
Statt mit einer Führung im Rücken gehen die Roten Teufel so mit einem torlosen Unentschieden in die zweiten 45 Minuten, in denen sich das Geschehen anfangs mehr und mehr vor den Kasten von Schlussmann Spahic verlagert. Nicht wenige der leidgeprüften FCK-Fans sehen in dieser Phase wohl schon den nächsten Rückstand auf ihr Team zukommen, als ein Tritt auf den Fuß von Kenny Prince Redondo den Gästen die erneute große Möglichkeit zur Führung verschafft. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger lässt die Aktion zwar zunächst weiterlaufen, wird dann aber von seinem Assistenten auf das Foul des Zwickauers hingewiesen.
Marvin Pourié, schon vorher an fast allen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt, lässt sich durch die Proteste der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und verwandelt sicher links unten zur Lautrer Führung. Mit seinem dritten Treffer in seinem siebten Spiel unterstreicht der Neuzugang aber nicht nur sein Potential als Torjäger, mit seiner Präsenz und seiner Körpersprache scheint er auch die dringend zu besetzende Position eines echten Führungsspielers ausfüllen zu können. Zu beobachten ist das wiederholt bei Pouriés gestenreichen Anweisungen an die Mitspieler, aber auch bei seinem bemerkenswerten
Interview nach dem Schlusspfiff, in dem er nicht zum ersten Mal deutliche Worte in Sachen Mentalität und Einstellung findet.
Standard wieder schlecht verteidigt, aber dann sticht Joker Zuck
Wie brüchig das Selbstvertrauen nach wie vor ist, zeigt in Zwickau ja gerade die Phase nach dem 1:1-Ausgleich durch ein Kopfballtor des von Kraus zusammengefalteten Schikora nach einer Ecke in der 77. Minute. Die Roten Teufel wackeln nach dem wieder einmal schlecht verteidigten Standard und können froh sein, dass Spahic kurz vor Schluss gegen FCK-Schreck Ronny König auf dem Posten ist. Fast muss man hoffen, dass die Mannschaft zumindest den einen Punkt mit nach Hause nimmt, als über die linke Seite mit Adam Hlousek und Redondo ein weiterer gut gespielter Angriffszug gelingt. Joker Zuck donnert das Leder nach der Hereingabe aus kurzer Distanz schließlich zum Siegtreffer in die Maschen.
Ist damit der Knoten endlich geplatzt? Oder ist der umjubelte Dreier nicht mehr als ein glücklicher Sieg bei einem biederen und ebenfalls nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzenden Gegner? Zumindest haben sich die Lautrer in einem typischen Drittliga-Spiel endlich einmal durchgebissen. Daran gilt es anzuknüpfen am kommenden Wochenende gegen den direkten Nachbarn im Tabellenkeller 1. FC Magdeburg. Der hat am Samstag ebenfalls hart umkämpft mit 2:1 gegen den amtierenden Meister Bayern München II gewonnen. So läuft das eben in der 3. Liga.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Ingo
Vorherige Meldungen ab 15:51 Uhr:

2:1 in Zwickau: Lautern holt ersten Saisonsieg
Der 1. FC Kaiserslautern hat am 9. Spieltag endlich den ersten Saisonsieg eingefahren. Dank Toren von Marvin Pourié und Hendrick Zuck gewannen die Lautrer beim FSV Zwickau mit 2:1 (0:0).
Der erst kurz zuvor eingewechselte Zuck traf in einer hitzigen Schlussphase in der 86. Minute zum umjubelten Siegtreffer. Zuvor hatte Pourié den FCK mit einem verwandelten Foulelfmeter mit 1:0 in Führung gebracht (56.). Marco Schikora gelang per Kopf nach einer Ecke der zwischenzeitliche Ausgleich (77.).
Schon im ersten Durchgang hätten die Gäste eigentlich in Führung gehen müssen, als Daniel Hanslik völlig freistehend an FSV-Schlussmann Johannes Brinkies scheiterte (20.). In der 13. Minute verzog Hanslik aus spitzem Winkel. Kurz vor der Pause prüfte Kenny Prince Redondo Brinkies mit einem Schuss auf die kurze Ecke.
Die ersten Minuten nach Wiederbeginn gehörten allerdings eher dem FSV. Unter anderem konnte Hikmet Ciftci gegen Felix Drinkuth in höchster Not gerade noch klären (47.). Nach der Führung durch Pourié wurde die Partie zunehmend hitzig. Die Lautrer wackelten nach dem 1:1 bedenklich, hatten dank Zuck dann aber das bessere Ende für sich.
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Quelle: Der Betze brennt
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Ergänzung, 17:05 Uhr:

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Stimmen zum Spiel
Erleichterte Teufel: "Haben uns endlich belohnt"
Der Bann ist gebrochen! Der 1. FC Kaiserslautern hat durch das 2:1 gegen den FSV Zwickau endlich den ersten Saisonsieg eingefahren. Die Erleichterung ist groß, doch der Fokus wird auch schon wieder nach vorne gerichtet.
Es sah schon wieder ganz nach einem Unentschieden aus. Doch kurz vor dem Ende erlöste der eingewechselte Hendrick Zuck mit seinem Siegtreffer den FCK. "Es war ein Spiel auf Messers Schneide. Die Jungs haben alles gegeben und sich am Schluss endlich belohnt. Ich habe es eben schon in der Kabine gemerkt, die Erleichterung bei den Jungs ist natürlich riesig", resümiert ein glücklicher Jeff Saibene kurz nach Ende der Partie. Allerdings bemängelt der FCK-Trainer auch, dass seine Mannschaft die Torchancen nicht früher und effektiver genutzt hat: "Wir hätten Zwei oder Drei zu Null führen müssen. So wurde es am Ende nochmal eng. Aber wir haben Moral gezeigt, hatten das Quäntchen Glück auf unserer Seite und sind so natürlich sehr sehr happy heute."
Saibene sieht vor allem die jüngste Trainingsarbeit fruchten: "Das 2:1 von Hendrick Zuck war sehr gut herausgespielt. Der Pass hinter die Abwehr, die Hereingabe von Kenny Redondo, das haben wir so oft angesprochen und einstudiert. Schön, dass wir es endlich einmal umgesetzt haben." Zufrieden geben will der Coach sich damit aber nicht: "Wir müssen jetzt dranbleiben und nächste Woche nachlegen."
Torschütze Pourié: "Zum ersten Mal ein gemeinsames Ziel erkannt"
Auch der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, Marvin Pourié, war am Mikrofon von "Magenta Sport" naturgemäß besser gelaunt als noch vergangenen Montag nach dem 0:0 gegen Rostock. "Es fühlt sich überragend an, wenn du endlich den ersten Sieg einfährst. Wie wir als Mannschaft heute trotz des 1:1-Ausgleichs wiedergekommen sind, das zeugt von einer großen Moral. Glückwunsch an die ganze Mannschaft. Auf diese Leistung heute können wir stolz sein", so der 29-Jährige, der einen Foulelfmeter in der 56. Minute kaltschnäuzig zur ersten Führung genutzt hatte.
Doch auch Pourié sieht keinen Grund für Selbstzufriedenheit: "Ich habe heute das erste Mal das Gefühl gehabt, dass wir als Mannschaft gemeinsam an einem Ziel gearbeitet haben. Das kann nur der erste Schritt gewesen sein. Die Saison ist noch lang, aber wir haben die Qualität zu zeigen, dass der Knoten jetzt wirklich geplatzt ist."
» Zum Video: Die Pressekonferenz nach dem 2:1-Auswärtssieg in Zwickau
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 08.11.2020:

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Torschützen werden belohnt: Die Noten aus Zwickau
Nach dem 2:1-Auswärtssieg beim FSV Zwickau ist die Freude und Erleichterung beim 1. FC Kaiserslautern groß. Dabei honorieren die Fans vor allem den Beitrag der beiden Torschützen.
Der Joker hat gestochen: Ausgerechnet der sonst oft in der Kritik stehende Hendrick Zuck war es, der in der 86. Minute - knapp eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung - den erlösenden 2:1-Siegtreffer im Geisterspiel in Zwickau geschossen hat. Diese ultimative Wiedergutmachung seines vorherigen Fehlers beim 1:1-Ausgleichstreffer schlägt sich auch in seiner Benotung nieder. Die FCK-Fans bei Der Betze brennt belohnen den 30-jährigen Mittelfeldspieler mit einer Durchschnittsnote von 2,6, was ihn zum insgesamt drittbesten Roten Teufel macht. Keeper Avdo Spahic, der mehrmals in hoher Not parierte, wird noch etwas besser bewertet (2,2).
Am besten schneidet aber auch gestern wieder Marvin Pourié ab. Mit seinem Elfmetertor in der 57. Minute sorgte er nicht nur für die zwischenzeitliche Führung, er war auch wieder der Leader auf und neben dem Platz. Von den FCK-Fans erhält er dafür eine 2,1. Die Journalisten bewerten Pourié mit einer 3,0 etwas zurückhaltender, sehen dagegen Kapitän Carlo Sickinger und den zweifachen Vorbereiter Kenny Prince Redondo (jeweils 2,0) als beste FCK-Akteure..
» Zur kompletten Notenübersicht: FSV Zwickau - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Zwickau können noch bis heute, 15:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FSV-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt

