kadlec hat geschrieben:Ein Weißer, ein Schwarzer und ein Affe begegnen sich zufällig im Zoo. Alle drei machen Affengeräusche. Wer ist nun der Rassist und wer wählt die AFD?
Das Beispiel mag grotesk erscheinen, spiegelt aber die gesellschaftliche Situation in unserem Land ganz gut wider.
Dazu drei Statements.
Gegen Rassismus zu sein, hat mit Politik prinzipiell nichts zu tun. Wer unsere Verfassung kennt und wenigstens die ersten drei Artikel des Grundgesetzes gelesen und verstanden hat, der weiß, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz findet, und der sollte auch wissen, dass Rassisten außerhalb der Verfassung stehen.
Das gilt für alle Menschen, unabhängig davon, ob sie sich für politisch oder unpolitisch halten. Unpolitisch zu sein, ist kein Freibrief für Rassismus. Daher hat der FCK richtig gehandelt.
Leider wird der Begriff Rassismus oft politisch aufgeladen und als Kampfbegriff missbraucht, um Menschen mit anderer politischer Gesinnung zu stigmatisieren und auszugrenzen. So werden z.B. Gegner der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel häufig als Rassisten beschimpft.
Ich kann aber aus guten Gründen gegen diese Politik votieren, ohne ein Rassist zu sein. Sicherlich gibt es Leute, die in erster Linie aus rassistischen Gründen dagegen sind, aber das schließt natürlich nicht aus, es auch aus anderen - und nur aus anderen Gründen zu sein. Differenziert wird leider kaum noch.
Das gilt auch für die Parteienpolitik. Rassisten gibt es vermutlich in allen Parteien. In der politischen Mitte wahrscheinlich weniger als an den gesellschaftlichen Rändern. Die größte Zahl an Antisemiten findet man wohl in der Schnittmenge von Linkspartei, AFD und Islamisten. Antisemitismus in der Linkspartei und bei den Islamisten wird in den Medien aber selten diskutiert. Meist steht die AFD im Mittelpunkt der Debatte.
Dabei wäre es grundsätzlich auch möglich die AFD zu wählen, ohne gleich ein Rassist zu sein. Allerdings verwischen hier die Grenzen zur Zeit sehr schnell, weil auch antiliberale, rassistische und antidemokratische Positionen mittlerweile vermehrt und ungefiltert in die Partei einfließen. Das gilt aber für alle Parteien am politischen Rand, auch für die Linkspartei, die in den Medien oft unkritisch durchgewinkt wird.
Gegen Rassismus, aber für eine faire politische Diskussion.
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