
Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - MSV Duisburg 0:1
Der Rückschlag
Ausgerechnet im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen Duisburg muss FCK-Trainer Strasser den ersten Rückschlag in seiner Amtszeit hinnehmen. Nach der Heimniederlage gegen den Aufsteiger versacken die Roten Teufel auf dem letzten Tabellenplatz.
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Ein Hauch von Optimismus wehte vor dem Anpfiff über den Betzenberg: Dank "Jeff-Effekt" - vier Punkte aus zwei Spielen wurden als Aufwärtstrend bewertet - kamen 22.833 Zuschauer zum Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den MSV Duisburg. Das waren immerhin rund 3.000 mehr als zuletzt, von denen aber viele schon vor dem Anpfiff enttäuscht wurden: An der Westkurve gab es wieder Probleme mit den Drehkreuzen, viele Tageskarten wurden von dem neuen System nicht angenommen und an den Eingängen bildeten sich lange Schlangen.
Sichtbare Nervosität bei den Roten Teufeln
Jeff Strasser setzte zum dritten Mal in Folge auf die gleiche Startformation und wollte mit einem Heimsieg den Schritt von den Abstiegsplätzen machen. Doch von seiner Mannschaft kam nach zwei ordentlichen Auftritten gegen Fürth und St. Pauli: Nichts. Wenig Elan, kaum Torgelegenheiten, stattdessen sichtbare Nervosität bei den Roten Teufeln. Der Tabellen-15. aus Duisburg hatte von Anfang an mehr vom Spiel und hätte schon in der ersten Halbzeit verdient in Führung gehen können: Marius Müller verursachte einen Elfmeter gegen Cauly Oliveira Souza, den MSV-Routinier Moritz Stoppelkamp jedoch über das Tor hämmerte (38.). Dies hätte eigentlich der Moment sein können, wo ein Ruck durch die FCK-Mannschaft geht - aber Fehlanzeige.
Auf den Rängen war zu diesem Zeitpunkt schon Tristesse angesagt, aus der Westkurve kamen bei nasskalter Witterung nur noch vereinzelte Anfeuerungsversuche. Auch in der zweiten Halbzeit fand der FCK kein Konzept für das Spiel nach vorne, während die Gäste mehr und mehr gefährlich wurden. In der 67. Minute erzielte schließlich Dustin Bomheuer das 0:1 - nach einem Eckball, einer Standardsituation also, was eigentlich der Plan des Strasser-Teams gewesen sein sollte. Erst jetzt kam ein kleines Aufbäumen der Roten Teufel, es gab Bewegung nach vorne, Rudelbildungen, aber weiterhin keine zwingenden Aktionen.
Strasser: "Die Köpfe müssen oben bleiben"
"Heute ist das erste Spiel, wo ich kein Lachen im Gesicht habe. Aber trotzdem müssen die Köpfe oben bleiben", versuchte sich Jeff Strasser nach dem Schlusspfiff an seiner ersten Durchhalteparole als FCK-Trainer. Tatsächlich war die Niederlage gegen Duisburg verdient: 10:13 Torschüsse, 5:6 Eckbälle, weniger Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe, schlechte Passquote - ein Armutszeugnis. Strasser versuchte den Blick schnell nach vorne zu richten: "Wir haben jetzt zwei wichtige Spiele, wobei das gegen Regensburg sicher eine andere Priorität hat wie das [Pokalspiel] gegen Stuttgart."
Während die rund 1.500 mitgereisten MSV-Fans ihre Auswärtshelden feierten, wurden der Trainer und seine bedröppelte Truppe von den verbliebenen Fans in der Westkurve mit aufmunterndem Applaus verabschiedet. Die meisten Zuschauer hatten zu diesem Zeitpunkt jedoch das Fritz-Walter-Stadion schon verlassen.
Quelle: Der Betze brennt

Stimmen zum Spiel
Strasser: "Haben es dem Gegner leicht gemacht"
Der 1. FC Kaiserslautern hat durch die 0:1-Niederlage gegen den MSV Duisburg einen Rückschlag erlitten. Die Vorgaben ihres Cheftrainers setzte die Mannschaft nicht komplett um. Jeff Strasser zeigte sich nach dem Schlusspfiff deshalb zerknirscht.
Nach vier Punkten in den vergangenen beiden Partien waren beim FCK Hoffnungen auf die Trendwende gewachsen. Durch eine schwache Leistung im Kellerduell gegen den MSV Duisburg wurden diese vorerst beendet. Die Roten Teufel stecken weiter im Tabellenkeller fest, bleiben auf dem letzten Platz und zeigten alte Schwächen. "Wir haben uns heute etwas ganz anderes vorgenommen. Wir wollten aggressiv und mutig nach vorne verteidigen und spielen", fasste Strasser seine Vorgaben für die Mannschaft zusammen. "Aber über die gesamte Dauer haben wir nicht genug Druck nach vorne gemacht", fügte der Luxemburger an.
Der FCK ließ genau das vermissen, was ihn in den entscheidenden Phasen der beiden vergangenen Spiele ausgemacht hatte: Kampf, Leidenschaft und Wille. "Wir haben es dem Gegner durch viele einfache Ballverluste leicht gemacht", so Strasser. Auch offensiv liefen die Bemühungen der Pfälzer, abgesehen von einer Drangphase in den Schlussminuten, ins Leere. "Es ist nicht erst seit Kürzerem unser Problem, dass wir vorne nicht die allermeisten Chancen herausspielen", haderte Christoph Moritz am "Sky"-Mikrofon. "Das Schlimme ist, dass wir das 0:1 brauchen, um mal ein bisschen Zug zum Tor zu bekommen."
Strasser kritisiert Entstehung des 0:1
Tatsächlich wagte sich der FCK, unterstützt von Strassers offensiven Wechseln, erst nach dem Gegentor von Dustin Bomheuer mutiger nach vorne. Der Innenverteidiger hatte in der 67. Minute nach einem Eckstoß per Kopfball für das einzige Tor des Tages gesorgt und sich im entscheidenden Moment gegen Benjamin Kessel und Stipe Vucur durchgesetzt. "Es gibt eine klare Zuteilung, die in diesem Moment nicht gepasst hat. Wir verteidigen gegen den Mann und sind da zwei Schritte zu spät. Das sollte nicht passieren, daran müssen wir arbeiten", kritisierte Strasser. "Das Spiel war lange Zeit auf Augenhöhe. Schlussendlich entscheidet es sich durch eine Standardsituation."
Der Druck vor dem kommenden Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg, das nach der Pokalpartie gegen Stuttgart am Mittwoch ansteht, ist angesichts von sechs Punkten nach elf Spielen noch größer. Der FCK steht am Tabellenende und droht den Anschluss zu verlieren. "Sehr einfach ist die Situation nicht", sagte ein nachdenklicher Strasser. "Die drei verlorenen Punkte von heute müssen wir schnellstmöglich woanders holen."
Quelle: Der Betze brennt
