Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon schello » 12.02.2020, 16:00


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Im Blickpunkt
Wieso hat das FCK-Team seinen Schwung verloren?


Nach der umjubelten Serie von fünf Siegen in Folge hat der 1. FC Kaiserslautern nun seit fünf Pflichtspielen (inklusive Pokal) nicht mehr gewonnen. Was sind die Gründe dafür? DBB-Gastautor Schello stellt zu dieser Frage einige Thesen zur Diskussion.

Nicht einmal zwei Monate ist es her, dass die FCK-Mannschaft mit den rund 2.500 mitgereisten Fans in München ausgelassen den fünften Sieg in Folge feierte. Vier Spieltage später wurde sie nach dem Heim-Unentschieden gegen Preußen Münster von Teilen der Westkurve ausgepfiffen. Aber was ist dazwischen passiert?

Nach dem 1:1 bei der SpVgg Unterhaching gingen viele FCK-Fans positiv gestimmt in die Winterpause. Schließlich holte die Mannschaft 16 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Spielen. Und auch am letzten Spieltag des Jahres hätte der FCK das Auswärtsspiel gewinnen und dadurch ganz nahe an den Relegationsplatz heranrücken können. Doch auch das Remis tat der Euphorie rund um den Betzenberg keinen Abbruch.

Im Trainingslager in der Türkei wollte Trainer Boris Schommers vor allem die Schwachstellen der Mannschaft verbessern. Gerade bei Standardsituationen war der FCK in der Hinrunde ziemlich ungefährlich gewesen. Eckball- und Freistoßvariationen wurden einstudiert. Auch auf den Spielaufbau und den Torabschluss legte der Trainer bei den Einheiten viel Wert. Die zwei Testspiele gegen den FC Aarau und MTK Budapest konnte der FCK deutlich für sich entscheiden (4:1, 5:0). Neben guten spielerischen Ansätzen bestaunten die mitgereisten Anhänger aber vor allem viele Tore. Neben dem Platz zeigten sich die Spieler gelassen. Es wurde viel gelacht und die eine oder andere Wette (Bauchplatscher in den kalten Hotelpool) eingelöst. Auch die Generalprobe gegen den Regionalligist FK Pirmasens wurde klar und deutlich mit 3:0 gewonnen.

Euphorie auf dem Betze und Schommers' Systemänderung

Am ersten Spieltag nach der Winterpause waren die Vorzeichen klar. Gegen Großaspach, einen klaren Abstiegskandidaten, wollten Spieler, Trainer aber auch die rund 17.000 FCK-Fans den Schwung der vorangegangenen Wochen mitnehmen und weiter Boden im Kampf um die Aufstiegsplätze gutmachen. Zwar hielten sich die Verantwortlichen mit dem Thema Aufstieg zumindest öffentlich noch zurück, doch bei den Fans war die Rechnung schnell aufgestellt. Gegen Großaspach muss ein Sieg her und wenn man dann in Ingolstadt gewinnt, ist der FCK wieder oben dabei. Um variabler zu sein, hatte Schommers in den Wochen zuvor auch ein neues 4-3-3-Spielsystem einstudieren lassen. Das vor der Winterpause so erfolgreiche 4-4-2 musste dafür weichen. Überraschend für viele war in diesem Zusammenhang wohl die Reservistenrolle für Timmy Thiele. Im Vergleich zur Siegesserie vor der Winterpause stand Simon Skarlatidis gegen Großaspach in der Startformation. Weil er in der Vorbereitung der Topscorer seines Teams war, lautete die Begründung von Coach Schommers. Gegen tief stehende Aspacher war der FCK über weite Strecken der Partie die deutlich bessere und aktivere Mannschaft. Die einstudierten Ecken wurden zweimal brandgefährlich, lediglich die Latte rettete in beiden Versuchen für die Gäste. Probleme gab es vor allem im Spielaufbau und beim Torabschluss, so reichte eine Großzahl von Torchancen nicht, um das Spiel zu entscheiden. Ein erster Rückschlag für den FCK im neuen Spieljahr. Auch Trainer Schommers sprach nach dem Spiel von einer guten Leistung, aber zwei verlorenen Punkten.

Sechs-Punkte-Spiel in Ingolstadt: Erneute Überraschung in der Aufstellung

Auch wenn die Verantwortlichen des FCK die Wichtigkeit des Spiels in Ingolstadt nicht dramatisieren wollten, war doch jedem klar: Gewinnt der FCK beim FCI schrumpft der Vorsprung auf den Tabellenzweiten auf fünf Punkte zusammen. Wird das Spiel verloren sind es direkt elf Punkte Rückstand. Rund 1.800 Fans begleiteten ihre Mannschaft nach Bayern immer noch euphorisiert. Schließlich hatte die eigene Mannschaft seit sieben Spielen nicht mehr verloren. Und auch in Ingolstadt legte der FCK gut los, hatte die besseren Chancen und größeren Spielanteile. Schommers tauschte im Vergleich zum Aspach-Spiel Skarlatidis mit Lucas Röser. Letzterer war bislang in dieser Saison wenig bis gar nicht in Erscheinung getreten(14 Einsätze, null Tore, eine Vorlage), tauchte aber überraschend nicht auf seiner gewohnten Position im Sturmzentrum auf, sondern sollte das Flügelspiel der Roten Teufel beleben. Erneut wählte Schommers das 4-3-3-System mit Pick im Sturmzentrum und Jannik Bachmann als Abräumer vor der Abwehr. Nach dem 1:1-Ausgleich durch den eingewechselten Thiele war sich ein Großteil der FCK-Anhänger sicher, dass die Mannschaft das Spiel noch dreht. Hatte man doch zuvor fast nur auf ein Tor gespielt und zum Teil wieder leichtfertig Großchancen vergeben.

Angetrieben vom lauten Gästeanhang spielte der FCK weiter nach vorne, doch in der 93. Minute bestrafte der Tabellenzweite eine Unachtsamkeit in der Lauterer Defensive zum 1:2. Fassungslosigkeit im Gästeblock, aber auch bei Trainer und Mannschaft, machte sich nach Abpfiff breit. "Eine bittere Niederlage, aber wir können aus dem Spiel sehr viel mitnehmen’", resümierte Schommers.

Keine Pokalüberraschung und der erneute Rückschlag

In der Hinrunde konnte der FCK nach Niederlagen in der Liga im DFB-Pokal dicke Ausrufezeichen mit Siegen gegen Mainz und Nürnberg setzen. Danach sah es zumindest nach 45 Minuten auch im Achtelfinale aus, denn das Team von Boris Schommers konnte den frühen Rückstand in eine 2:1-Pausenführung drehen. Am Ende jubelten aber die Düsseldorfer. Der FCK hatte in der zweiten Halbzeit nur noch wenig entgegen zu setzen und verlor am Ende gegen den überlegenen Bundesligisten doch recht deutlich mit 2:5.

Nur vier Tage später wollten die rund 18.000 Zuschauer endlich den ersten Heimsieg im neuen Jahr sehen. Ohne die verletzten Thiele und Röser hatte der FCK wie in den Partien zuvor deutlich mehr Spielanteile, tat sich aber enorm schwer, gegen ganz tief stehenden Gäste die passenden Lösungen zu finden. Den Rückstand durch Luca Schnellbacher konnte Christian Kühlwetter zwar ausgleichen, mehr Tore sollten an diesem Samstag aber nicht fallen. Hendrick Zuck vergab in der zweiten Halbzeit noch die große Chance zum Sieg. Nach 90 Minuten gab es zum ersten Mal seit längerer Zeit auch wieder unüberhörbare Pfiffe von der Westkurve. Einige Spieler und auch der Trainer zeigten dafür Verständnis.

Warum schafft es der FCK vor allem zu Hause nicht, zu gewinnen?

Bleibt der Erfolg aus, wird extern und auch intern immer die Frage gestellt: Was läuft eigentlich falsch?

Betrachtet man die drei Ligaspiele nach der Winterpause, hat der FCK viel Aufwand betrieben, aber viel zu wenige Punkte gesammelt. Ein Grund dafür könnte das neue 4-3-3-System sein. Es erfordert gerade nach Ballverlusten ein schnelles Defensiv-Umschaltspiel. Dies wäre dem FCK gegen Großaspach schon fast zum Verhängnis geworden, als nach Abspielfehlern nahezu die komplette Offensive aufgerückt war und der Gast einige gefährliche Konter fahren konnte. Auch in Ingolstadt wählte Trainer Schommers diese offensive Spielweise. Nach dem Spiel musste er sich eingestehen, dass die Restabsicherung mit einem "Sechser" vor dem 0:1 zu wenig war. Das gleiche Bild zeigte sich auch gegen Münster. Ein offensiv aufgestellter FCK, der anrannte und sich ein Konter-Tor einfing.

Die Frage, die sich nach den drei Auftritten in der Liga stellt, ist: Begreift die Mannschaft das neue System und ist sie mit ihren Spielertypen überhaupt dafür ausgelegt?

Fraglich ist, ob Hendrick Zuck, der vor der Winterpause meistens über links kam, überhaupt in dieses System als einer von drei "Sechsern" reinpasst. Oder interpretieren er und Carlo Sickinger ihre Positionen gar als typische "Achter" oder sogar als weitere Außenspieler? Florian Pick, der wohl die beste Hinrunde seines Lebens spielte, sollte zuletzt meistens als Mittelstürmer fungieren oder wie zuletzt gegen Münster als "Zehner" oder hängende Spitze. Ist es für ihn nicht besser, wenn er sein Tempo über außen ausspielt und dann mit ein zwei schnellen Bewegungen in Richtung Tor ziehen kann, so wie in der Hinrunde, als er elfmal traf? Stattdessen fällt auf, dass es einem Simon Skarlatidis über außen schwer fällt in Eins-gegen-Eins-Duelle zu gehen. Ist er nicht ein gelernter Spielmacher und prädestiniert für einen Platz im Zentrum des Spiels? Ähnliches gilt für Lucas Röser, der Schwächen im Defensiv-Umschaltspiel aufweist, trotzdem gegen Ingolstadt und auch gegen Düsseldorf auf dem Flügel eingesetzt wurde.

Große Probleme hat der FCK weiterhin in der Chancenverwertung und bei Standardsituationen. Zählt man den Elfmeter gegen Düsseldorf nicht dazu, hat der FCK 2020 noch kein Tor nach einer Standardsituation erzielt, obwohl zahlreiche Ecken und Freistöße erarbeitet wurden. Auch der Spielaufbau erwies sich gegen die tief stehenden Mannschaften als zu behäbig. Gerade gegen Münster versuchte sich Jannik Bachmann oft zwischen die Innenverteidiger Kevin Krauß und Lukas Gottwalt fallen zu lassen. Jedoch war dann fraglich, wer als Anspielstation im Zentrum dienen sollte. So bekam der FCK wenig Tiefe ins Spiel, versuchte viel über außen zu spielen. Dafür braucht es allerdings im Zentrum einen Spieler, der sich auch in der Luft durchsetzen kann. Oder als zweite Option Spieler, die mit Schnelligkeit auf die Grundlinie vordringen und den Ball in den Rücken der Abwehr spielen.

Was kann der FCK noch erreichen?

Im Vergleich zu den ersten 14 Spieltagen hat der FCK sich als Mannschaft deutlich weiterentwickelt. Es sind kleine Stellschrauben, an denen Trainer Schommers drehen muss. Schafft es der FCK auch mal wieder, in den entscheidenden Momenten in Führung zu gehen, werden ihm auch wieder Siege gelingen. Verbessert sich die Chancenverwertung und das Umschaltspiel, schafft man es das eine oder andere Standard-Tor zu erzielen, ist auch eine Serie wie vor der Winterpause nicht unrealistisch. Woche für Woche zeigen auch die weiter oben stehenden Aufstiegskandidaten, dass sie nicht konstant punkten können. Jedoch beträgt der Rückstand des FCK auf den Relegationsplatz 3 schon neun Punkte, während der Abstand nach unten wieder geschrumpft ist. Um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen, sollte die Mannschaft am Samstag die drei Punkte in Braunschweig einfahren.

(Gastautor Johannes alias "Schello" ist 22 Jahre alt und seit neun Jahren Dauerkartenbesitzer beim FCK. Er besucht fast alle Heim- und Auswärtsspiele der Roten Teufel, außerdem trainiert er eine A-Klasse-Mannschaft und besitzt die dafür nötige Trainerlizenz.)

Wie ist Deine Meinung? Teilst Du die Einschätzung von Gastautor Schello oder siehst Du andere Gründe für die nachlassenden Ergebnisse der Roten Teufel? Diskutiere diese Fragen mit anderen FCK-Fans im DBB-Forum.

Quelle: Der Betze brennt



Beitragvon Flo » 12.02.2020, 16:39


Nachdem ich jetzt vier Spiele im neuen Jahr gesehen habe, mache ich die "Sieglos-Serie" am neuen System fest. Nach dem Testspiel gegen Pirmasens war das für mich eine Option, um mal den Gegner zu verwirren. Dass das jetzt aber ständig gespielt wird, damit hätte ich nicht gerechnet, denn dazu fehlt dem FCK einfach die Schnelligkeit auf den Flügeln. Das ist jetzt offensichtlich.

Simon Skarlatidis ist technisch sicher gut, aber für die Seite zu langsam, was zur Folge hat, dass er wenig Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnt. Wenn Timmy Thiele wegbricht, wie in den letzten beiden Spielen, fehlt komplett die Dynamik, um mal des Gegners Abwehr aufzureisen. Gerade gegen tiefstehende Gegner wie Aspach oder Münster fehlt mir der richtige Mittelstürmer. Das ist Florian Pick halt nicht. Da flanken Alexander Nandzik, Philipp Hercher und Co. Bälle rein, aber wer sol sie verwerten? Die Idee Lucas Röser auf dem Flügel zu bringen, hat sich mir auch noch nicht erschlossen.

Die Konteranfälligkeit ergibt sich dann halt wie von Schello beschrieben durch die mangelnde Absicherung auf den Sechserpositionen von selbst. Es kommt sicher auch auf die personelle Besetzung an, aber in Braunschweig würde ich mal gerne wieder ein 4-4-2 sehen. Das hat mir vor der Winterpause gut gefallen und war bei den fünf Siegen vor allem auch erfolgreich. Nämlich mit Grill - Schad, Kraus, Hainault, Hercher - Kühlwetter, Sickinger, Bachmann, Zuck - Pick, Thiele
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Beitragvon iceman65 » 12.02.2020, 18:25


Ich finde das 4-3-3 nicht schlecht, aber die Spieler spielten auf den falschen Positionen.
Pick sollte wie @schello schon schrieb über links kommen, Thiele über rechts und mit einem potenzieller Mittelstürmer, zB. Röser oder bjarnason. Dies bedeutet aber, das von den AV mehr Flanken kommen sollten. Allerdings mit Pick und Thiele als Sturmpartner läuft das Spiel eher als Konterspiel. Picks part als 10er hätte Kühlwetter oder Skarladitis übernehmen können und halt mit zwei defensiven Mittelfeldspieler.
Gut, hört sich nach reichlicher Überlegung eher 4-2-1-3 an.



Beitragvon ExilDeiwl » 12.02.2020, 18:33


@Flo: Was ja im Prinzip die Aufstellung von Ende letzten Jahres ist, wenn ich mich nicht irre. Ja, warum nicht? Mit Nandzik und Ciftci haben wir noch zwei Zugänge, die ebenfalls gut in die Mannschaft passen. Gut, Ciftci hat sich eine Auszeit genommen, aber Nandzik hat mir gerade in der ersten HZ gegen Münster gut gefallen. Den sehe ich durchaus als Alternative zu Hercher und ich finde, er hat eigentlich mit seiner Schnelligkeit durchaus gute Impulse gesetzt. Wäre also durchaus eine Überlegung wert.



Beitragvon Rheinteufel2222 » 12.02.2020, 19:53


Das System spielt sicher eine Rolle. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Gegner uns jetzt wieder etwas ernster nehmen als zu Beginn der Siegesserie, wo wir auf einem Abstiegsplatz standen.

So etwas kann dann auch schnell zu einer negativen Kettenreaktion führen. Zuerst hast du einfach mal Pech (gg. Großaspach), dann kommen Fehler dazu (Ingolstadt), dann geht das gerade erst wieder aufgebaute Selbstvertrauen langsam flöten und dann musst du auch noch höllisch aufpassen, dass es in der Mannschaft nicht zu gegenseitigen Schuldzuweisungen kommt.

Keine Ahnung, wie weit wir auf dieser Spirale mittlerweile gekommen sind, aber ein Sieg gegen Braunschweig wäre ganz klar das Beste, was passieren könnte, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon SEAN » 12.02.2020, 20:56


Rheinteufel2222 hat geschrieben:Das System spielt sicher eine Rolle. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Gegner uns jetzt wieder etwas ernster nehmen als zu Beginn der Siegesserie, wo wir auf einem Abstiegsplatz standen.

Klar wird man ernster genommen, wenn man aus 6 Spielen 16 Punkte holt. Es ist auch gut, wenn man ein anderes System eintrainiert. Man sollte aber nicht stur darauf beharren, wenn die Siege ausbleiben. Wir haben jetzt 4 Spiele im Jahr 2020, 2 Pleiten, 2 Unentschieden, keines im System wie vor der Winterpause.
Boris Schommers hat sich den Kader zu Beginn seiner Amtszeit ganz genau angekuckt, für mich zu lange, aber das lassen wir mal dahin gestellt. Er hat ja dann die Kurve bekommen, und die Mannschaft auf den richtigen Weg gebracht. Ich hoffe nur, das er jetzt nicht genau so lange sein neues System durchzieht bis es funktioniert, oder bis er merkt, das es eben nicht mit dem Spielermaterial klappt. Schöne Spiele ist das eine, Ergebnisse das andere. Der Idealfall ist beides, geile Spiele und souveräne Siege. Wir sind aber nicht Bayern, PSG, Liverpool oder Barca, wir stecken im Überlebenskampf. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das kann auch Bedeutung bei der Sponsoren und Investorensuche haben. Als Geschäftsmann würd ich im Moment lieber in einen Verein investieren der Punkte holt, sich in der Tabelle hocharbeitet und perspektiven für den Aufstieg (in der nächsten Saison) zeigt, als in einen Verein zu investieren der zwar schön spielt, aber am Ende vielleicht noch zusehen muss, ob der die dritte Liga hält. Die Spirale, die Du ansprichst, ist verdammt gefährlich! Es sind gerade mal 6 Zähler auf den viertletzten, kann die Mannschaft Abstiegskampf? Sie waren zwar schon auf Platz 18, aber das war recht früh in der Saison. Jetzt sind gute 60% der Saison gelaufen, da wird die Zeit und die Luft enger, die Nerven liegen schnell blank, und dementsprechend wird es dann auch von den Rängen kommen....Ich befürchte es wird verdammt eng, wenn wir nicht die Kurve bekommen, und zwar ganz schnell....
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Chrisss » 12.02.2020, 21:37


Flo hat geschrieben:Simon Skarlatidis ist technisch sicher gut, aber für die Seite zu langsam, was zur Folge hat, dass er wenig Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnt.


War Skarla lt. Kicker-Wertung nicht einer der besten Außenbahn-Spieler der letzten Saison oder so?

Mir stellt sich nach deiner Bewertung die Frage: Auf welcher Position könnte Skarla dann überhaupt spielen in unserem System?



Beitragvon Shiro » 13.02.2020, 06:23


SEAN hat geschrieben:
Rheinteufel2222 hat geschrieben:Das System spielt sicher eine Rolle. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Gegner uns jetzt wieder etwas ernster nehmen als zu Beginn der Siegesserie, wo wir auf einem Abstiegsplatz standen.

Klar wird man ernster genommen, wenn man aus 6 Spielen 16 Punkte holt. Es ist auch gut, wenn man ein anderes System eintrainiert. Man sollte aber nicht stur darauf beharren, wenn die Siege ausbleiben. Wir haben jetzt 4 Spiele im Jahr 2020, 2 Pleiten, 2 Unentschieden, keines im System wie vor der Winterpause.
Boris Schommers hat sich den Kader zu Beginn seiner Amtszeit ganz genau angekuckt, für mich zu lange, aber das lassen wir mal dahin gestellt. Er hat ja dann die Kurve bekommen, und die Mannschaft auf den richtigen Weg gebracht. Ich hoffe nur, das er jetzt nicht genau so lange sein neues System durchzieht bis es funktioniert, oder bis er merkt, das es eben nicht mit dem Spielermaterial klappt. Schöne Spiele ist das eine, Ergebnisse das andere. Der Idealfall ist beides, geile Spiele und souveräne Siege. Wir sind aber nicht Bayern, PSG, Liverpool oder Barca, wir stecken im Überlebenskampf. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das kann auch Bedeutung bei der Sponsoren und Investorensuche haben. Als Geschäftsmann würd ich im Moment lieber in einen Verein investieren der Punkte holt, sich in der Tabelle hocharbeitet und perspektiven für den Aufstieg (in der nächsten Saison) zeigt, als in einen Verein zu investieren der zwar schön spielt, aber am Ende vielleicht noch zusehen muss, ob der die dritte Liga hält. Die Spirale, die Du ansprichst, ist verdammt gefährlich! Es sind gerade mal 6 Zähler auf den viertletzten, kann die Mannschaft Abstiegskampf? Sie waren zwar schon auf Platz 18, aber das war recht früh in der Saison. Jetzt sind gute 60% der Saison gelaufen, da wird die Zeit und die Luft enger, die Nerven liegen schnell blank, und dementsprechend wird es dann auch von den Rängen kommen....Ich befürchte es wird verdammt eng, wenn wir nicht die Kurve bekommen, und zwar ganz schnell....


Wenn Spieler selbst die 1000%igen Großchancen kläglich verstolpern, dann liegt das nicht am System, das diese Großchancen ja auch erst so ermöglicht hat, sondern an fehlender individueller Klasse... uns fehlt einfach seit längerem ein zuverlässiger Chancenverwerter...
Wen tun wir fressen?! Die rot-weiß-roten Essen!
Wen tun wir lynchen?! Die FC-Bayern-München!
Wen machen wir zur Sau?! Den H-S-V!
Und dann und dann und dann - kommt Ajax Amsterdam!
Aaaa-jax ist zum putzen daaa, Aaa-jax ist zum putzen daaa - Aaajax ist zum putzen da - haut sie auf die Schnauze!



Beitragvon Iller-Teufel » 13.02.2020, 06:48


Als mögliche Ursache sehe ich noch etwas ganz anderes. Was geht in den Köpfen der Spieler vor, wenn jetzt mit der Debatte um die Stadionpacht die Insolvenz des Vereins im Raum steht? Mir strahlten einige Spieler Verunsicherung und mangelndes Selbstvertrauen aus, insbesondere gegen Münster hat sich meiner Meinung nach kaum ein Spieler getraut Mal etwas zu versuchen. Wenn mein Arbeitgeber mit Insolvenzgerüchten in Verbindung gebracht würde, wäre ich auch verunsichert. Und zeitlich passen ruhige Phasen im Verein und gute Spiele auch relativ gut zusammen und umgekehrt. Wobei das vermutlich nur die angesprochenen Taktischen Probleme und das Problem der individuellen Stärken und Schwächen nur unterstützt hat.
Pfälzer kämpfen mit Leidenschaft, siegen mit Freude und verlieren mit Respekt aber aufgeben - NIEMALS. :doppelhalter: :doppelhalter:



Beitragvon ExilDeiwl » 13.02.2020, 08:23


Ich bin offen gestanden unschlüssig, welchen Einfluss die Systemumstellung auf die magere Ausbeute hat. Der Artikel auf Block4.2, in dem Eric Scherer analysiert, weshalb es eigentlich nicht an der Systemumstellung, sondern an der Chancenverwertung lag, ist meines Erachtens sehr lesenswert und er könnte die These durchaus widerlegen, dass das 4-3-3 nichts für unsere Mannschaft ist. Den Reflex, wieder das 4-4-2 zu fordern hatte ich auch.

Möglicherweise schafft die Systemumstellung eine gewisse Verunsicherung, die sich auf den Torabschluss auswirkt. Aber nur dort? Das Fußballspiel unserer Mannschaft ist doch recht ansehnlich geworden, will sagen: vor dem Torabschluss (also Spielaufbau) klappt doch einiges auch im 4-3-3 recht gut. Unsere Mannschaft spielt sich Chancen heraus in diesem System. Ich erinnere mich an Zeiten, wo wir im Spiel mal ein paar Halbchancen hatten (wohlwollend gemeint), aber kaum wirklich Torgefährliches. Ich könnte mir vorstellen, dass der Kopf jetzt wieder aus unterschiedlichen Gründen dazu kommt. Wir haben das Jahr 2019 sportlich gesehen nahezu optimal abgeschlossen. Das gibt Selbstvertrauen. Die Vorbereitung lief super. Trotz auch da schon bekannter Schwierigkeiten in Sachen Finanzierung und Lizenz. Also auch hier eigentlich eine Quelle für Selbstvertrauen. Und dann kommen im Spiel, trotz gutem Spielaufbau, trotz Dominanz Torabschlüsse dazu, dich einfach nicht klappen. Zunächst mal Pech, eine Unkonzentriertheit, ein gegnerischer Keeper, der das Spiel seines Lebens macht und Bälle pflückt, die er sonst möglicherweise durchlässt.

Und dann fängt das Denken wieder an, das Selbstvertrauen bröckelt, es kommen wieder Unsicherheiten dazu und einer, der eh kein Topscorer ist, jagt den Ball aus kurzer Distanz über die Latte, statt darunter. Vielleicht hätte unser Lauf etwas früher beginnen müssen, um noch mehr Selbstvertrauen zu tanken, oder um das neue 4-3-3 vielleicht schonmal anzutesten. Vielleicht wäre das eine oder andere dann besser gelaufen. Vielleicht. Vielleicht wäre unserer Mannschaft ein 4-4-2 leichter gefallen. Aber wir wären dadurch sicher auch leichter ausrechenbar gewesen.

Und ich glaube, genau daran will Schommers arbeiten: Sicherheit in mehreren Systemen. Spieler nicht nur auf der einen für sie scheinbar optimalen Position bringen. Darauf kann sich nämlich jeder Gegner einstellen. Ich finde, Schommers arbeitet schon an den richtigen Stellen mit der Mannschaft. Ggf. experimentiert er ein wenig zu viel und sollte noch einmal einen Schritt zurück zu Bewährtem gehen. Also weniger Positionsrochade. Wenn dann ein wesentlicher Unterschiedsspieler, der in Teilen der Anhängerschaft gar nicht als solcher erkannt wurde, wieder zur Verfügung steht und nicht unglücklich ausfällt, hat die Mannschaft auch etwas weniger zu kompensieren.

Ich bin auf Samstag gespannt, den Braunschweig ist 4 Punkte vor uns, aber die haben zuletzt auch nicht geglänzt. Ich glaube nicht, dass die „den Bus parken“ werden wie Münster zuletzt. Ich rechne mir gegen Braunschweig durchaus Chancen aus, ein 4-4-2 könnte da durchaus wieder gut passen. Aber nicht, weil das 4-3-3 so schlecht geklappt hätte (im Ergebnis ist das so, aber nicht in der Spielweise), sondern weil es vielleicht besser auf den Gegner passt. Wie gesagt, ich bin gespannt.



Beitragvon helu » 13.02.2020, 13:28


Das Problem ist, warum ändere ich mein System und meine Mannschaft wenn ich Erfolg habe.Für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar.Was will Schommers damit bezwecken? :oops: :teufel2:Sofort zurück zum altem System,dann kommt auch der Erfolg wieder :daumen:



Beitragvon MäcDevil » 13.02.2020, 14:40


Die Chancenauswertung ist einfach miserabel. Vor dem Tor agieren Spieler mit "krummen Füssen" und fast ohne Torriecher. Wenn ich sehe wie die Bälle vor dem gegnerischen Tor ins Nirvana fliegen kann ich nur den Kopf schütteln. Wir reden hier (noch) von Profifußball!
Fazit:Man muss Im Sommer wieder Spieler austauschen und Spieler verpflichten die das Tor treffen. Die Torausbeute reicht nicht für den Aufstieg. Problem ist die Abschlussschwäche!
...und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!" ...und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!



Beitragvon raIDen » 13.02.2020, 16:15


Einige unserer wichtigsten Spieler sind nicht gut aus der Winterpause gekommen. Vor allem Pick und Sickinger, aber auch z.B. Schad. Die sind kaum wiederzuerkennen... Daran mache ich es fest, dass wir den Schwung verloren haben.

Was ich aber am wichtigsten finde: Pick MUSS über Außen kommen!

Genervt bin ich davon, dass wir es nicht schaffen, unser Offensivspiel auf den Stürmertypen auszurichten, der auf dem Platz steht! Wenn ich mit einem Röser starte oder im Spiel einen Bjarnason einwechsle, muss ich mein Offensivspiel anpassen. Da kannst du nicht genauso weitermachen wie immer. Wir haben viele verschiedene Stürmertypen und jeder braucht andere Bälle. Da muss einfach mehr gehen als "Bjarnason kommt, ab jetzt hoch und weit...". Das ist zu wenig, das muss man trainieren! So ist es einfach nur verschenktes Potenzial.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten (Zitat Albert Einstein)



Beitragvon ChrisW » 13.02.2020, 17:41


Wir sind bis zum 16er eine 3. Liga Spitzenmannschaft und im 16er eine Schülermannschaft. Besser postierte Mitspieler werden vorm Tor übersehen und 100%ige Chancen nicht genutzt. Bei Standards sind wir mittlerweile wieder genauso schwach wie zu grausamsten Zeiten, da unsere IV vorne 100 Kopfbälle für ein Tor braucht und hinten gerne mal die Leute blank stehen lässt. Unter MF und SH waren wir einfach nur schlecht und haben Spiele mit Glück gewonnen. Mit BS ist das Spielerische deutlich verbessert, aber vorm eigenen Tor und vor dem des Gegners sind wir individuell zu schwach und das Matchglück fehlt dem FCK sowieso schon seit Jahren.



Beitragvon fckhighlander » 13.02.2020, 18:25


Am schlimmsten finde ich den brutalen Abriss der Euphorie!
Hätte, hätte....
es ist so ärgerlich......
Ich war heute im Stadion ( wegen einer Schulung) und viele der Seminar Teilnehmer saßen mit mir kurz draußen im Stadion und fragten sich,
wie so ein Verein, so abstürzen konnte. :?:

Ich gebe FLO mit seiner Einschätzung recht.
Scotland the brave🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿



Beitragvon oskarwend » 13.02.2020, 19:39


Wenn ein Trainer und eine Mannschaft nach langem erfolglosen Anlauf irgendwann das ideale System gefunden haben, das zu ihnen passt, wo sie sich wohlfühlen und mit dem sie für alle sichtbar unglaublichen Erfolg haben...

Wenn in der Mannschaft plötzlich einer alles für den anderen gibt...

dann verändert ein erfahrener Trainer nichts bis wenig, höchstens Kleinigkeiten, Ergänzungen

aber neue Spieler für die Stammformation reinzukaufen und vorallem das erfolgreiche System komplett umzustellen, das sind die Trainerlehrgangs-Kopfwürste eines jungen, idealistischen, aber unreifen Trainers, der noch viel lernen muss.



Beitragvon KL74 » 14.02.2020, 07:53


Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass wir bei der Siegesserie einen glücklichen Lauf hatten und die Mannschaft wieder das spielt, was sie eigentlich kann. Wir FCK Fans tendieren ja sehr gerne dazu alles schwarz oder weiß zu sehen. Am Anfang der Saison waren wir Abstiegskandidaten, nach der Siegesserie ging es eigentlich nur noch darum ob wir als Erster, Zweiter oder eben in der Relegation aufsteigen. Jetzt sind wir auf einmal wieder mitten drin im Abstiegskampf. Um ehrlich zu sein, glaube ich, wird es uns ergehen wie vielen ehemaligen Erst- oder Zweitliga Mannschaften. Wir werden für viele Jahre in der 3. Liga spielen. Sorry bin kein schwarzmaler o.ä. sondern nur Realist. Der erste Schwung vom neuen Vorstand ist auch mehr oder weniger weg. Von Sponsoren hört man auch nichts mehr. Ich hoffe ich täusche mich in allen Punkten. Wäre super



Beitragvon Seb » 14.02.2020, 10:47


Ich denke, das Problem ist Kopfsache. Hätten wir gegen Aspach nicht so unglücklich Punkte liegen lassen, stünden wir heute sicher ganz anders da. Ebenso hat der Tiefschlaf gegen Ingolstadt dazu beigetragen, dass die Luft irgendwie raus ist.




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