
FCK-Sanierung: Dirk Eichelbaum ist Generalbevollmächtigter
Die Verhandlungen zur Sanierung des 1. FC Kaiserslautern gehen in die finale Phase: Mit dem Stuttgarter Anwalt Dirk Eichelbaum ist ein neuer Generalbevollmächtigter in die Gespräche mit den Gläubigern involviert.
"Er kümmert sich um Sanierungsfragen bezüglich der KGaA", erklärte der FCK-Beiratsvorsitzende Markus Merk auf Anfrage. Zuerst hatte am Freitagabend die "Rheinpfalz" darüber berichtet. Eichelbaum agiert in enger Zusammenarbeit mit FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.
Generalbevollmächtigter verhandelt mit Quattrex und Co.
Damit bestätigt sich die Vorgehensweise der FCK-Verantwortlichen, über die Der Betze brennt schon im April berichtet hatte: Bei den Roten Teufeln wird keine Planinsolvenz angestrebt, sondern eine Sanierung in Zusammenarbeit mit einem externen Sanierungsberater - das ist Dirk Eichelbaum. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht verhandelt als Generalbevollmächtigter mit den FCK-Gläubigern wie Quattrex, Lagardere Sports und Flavio Becca über die rund 20 Millionen Euro hohen Schulden des Klubs. Können die Gesprächspartner sich auf einen teilweisen Schuldenerlass einigen, eventuell verbunden mit Gegenleistungen?
Weitere Hintergründe zum Thema "Sanierung" im DBB-Artikel von April:
» Fragen und Antworten zur angestrebten Sanierung und zur möglichen Planinsolvenz
Drei Möglichkeiten: Sanierung, Investor oder Insolvenz
Sollten die Sanierungsverhandlungen scheitern, bleiben dem FCK wohl nur noch zwei andere Auswege: Investor oder Insolvenz. Mit möglichen Investoren laufen schon seit vielen Monaten Gespräche, ein Abschluss wurde bisher aber noch nicht erreicht. Auch mit der regionalen Investorengruppe aus der Pfalz und dem Saarland, die eigentlich bis zu vier Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital angekündigt hatte, wurde noch keine verbindliche Einigung erzielt. Bei einer Insolvenz (Merk: "Der Notausgang nach dem Notausgang") hingegen würden die Verantwortlichen eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung gegenüber einer Regelinsolvenz klar bevorzugen. Mit Entscheidungen über die finanzielle Zukunft des FCK ist noch im Laufe dieses Monats zu rechnen.
Quelle: Der Betze brennt
FCK mit neuem Generalbevollmächtigtem
(...) Parallel zur schon länger währenden Suche nach strategischen Partnern, nach Großinvestoren, lotet der FCK weiter die Möglichkeiten eines Schuldenschnitts aus. Den vor allem ob der sportlichen Misserfolge der vergangenen Jahre dauerfinanzschwachen Traditionsklub plagen knapp 20 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Eichelbaum ist im Fußball kein Unbekannter. Er war von 2007 bis 2009 zweieinhalb Jahre Präsident der Stuttgarter Kickers.
Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz
Weitere Links zum Thema:
- Fragen und Antworten zur möglichen Planinsolvenz (Der Betze brennt, 04.04.2020)
Ergänzung, 08.06.2020:
Sanierung: Gespräche mit den Gläubigern laufen
Der Kampf des 1. FC Kaiserslautern ums finanzielle Überleben geht in die Endphase. Der Aufsichtsrat der FCK-Aktiengesellschaft trifft sich am heutigen Montag und wird über die nötigen Schritte beraten.
Eine Entscheidung, dass der Drittligist noch über eine Insolvenz abstimmen wird, wie die "Bild"-Zeitung berichtet, ist nach Informationen von SWR Sport allerdings ausgeschlossen. Im Gegenteil: Auf der Sitzung sollen die weiteren Schritte und Verhandlungsmöglichkeiten mit den Gläubigern besprochen werden.
» Zum Audio-Beitrag: SWR-Reporter Bernd Schmitt zur Finanzlage des FCK
Die Gespräche mit den Hauptgeldgebern des Vereines, der Stuttgarter Firma Quattrex, dem Sportvermarkters Lagardère und dem Luxemburger Unternehmer Flavio Becca, sollen in den kommenden Tagen sehr intensiv geführt werden. Das einzige Ziel ist die Abwendung der Insolvenz. (…)
Quelle und kompletter Text: SWR
Ergänzung, 09.06.2020:
Gläubiger ergreifen Initiative - Bewegung an der Investorenfront
FCK: Die große Chance des Neuanfangs
Zuletzt ist es ruhig geworden um den 1. FC Kaiserslautern. Doch im Hintergrund wird auf Hochtouren am finanziellen Überleben des Traditionsvereins gearbeitet. Welcher Weg dafür gewählt wird, entscheidet sich in wenigen Tagen. Derweil spüren die Gläubiger offenbar den größer werdenden Druck.
Um den heißen Brei muss man nicht herumreden: Die finanziellen Altlasten drohen den 1. FC Kaiserslautern in wenigen Wochen zu erdrücken, die Liquidität geht allmählich gegen Null. Nach Ablauf des Geschäftsjahres wartet zudem ein zu füllendes Millionenloch auf den FCK. Die Zeit drängt also. Im Grunde genommen gibt es nur noch zwei Szenarien: einen Schuldenschnitt oder ein Insolvenzverfahren. Und genau in die Frage, welche Option zum Zug kommt, ist nun neue Bewegung gekommen. Mit Dirk Eichelbaum, Fachanwalt für Insolvenzrecht, haben sich die Pfälzer zudem einen Experten in Sanierungsfragen ins Boot geholt. Der Jurist ist als Generalbevollmächtigter in die Gespräche mit den Gläubigern involviert.
Eben diese Gespräche haben nach Informationen des kicker unlängst eine Wendung erfahren. Denn einem Schuldenschnitt haben sich drei der größten Gläubiger, der Stuttgarter Finanzdienstleister Quattrex, der Sportvermarkter Lagardere und der Luxemburgische Darlehensgeber Flavio Becca bisher verwehrt. Doch diese Haltung wackelt unter dem offensichtlich größer werdenden Druck. Gibt es von deren Seite nämlich kein Entgegenkommen, bleibt dem FCK nichts anderes übrig als der Gang zum Insolvenzgericht. In einem dann angestrebten Insolvenzplanverfahren in Eigenregie wäre für das Trio so gut wie nichts zu holen. Der aufgrund der Corona-Krise vom DFB bis 30. Juni ausgesetzte Punktabzug bei Eröffnung eines solchen Verfahrens spielt dem Klub dabei in die Karten. Das alles scheint nun auch den Kapitalgebern in dieser Deutlichkeit zu dämmern. Jedenfalls sind die drei Gruppierungen nach kicker-Informationen nun von sich aus wieder an den FCK herangetreten. Intensive Verhandlungen stehen auf dem Plan. Wo das hinführt, werden die nächsten Tage zeigen. Dann müssen Nägel mit Köpfen her. (…)
Quelle und kompletter Text: Kicker
Ergänzung, 09.06.2020:

Sanierung: Harte Verhandlungsrunde auf dem Betze
Schuldenschnitt oder Planinsolvenz? Das Pokerspiel um die finanzielle Zukunft des 1. FC Kaiserslautern geht in die entscheidende Phase. Heute fand auf dem Betzenberg eine wichtige Verhandlungsrunde statt.
Nach Informationen von Der Betze brennt ist ein Treffen mit den Gläubigern am heutigen Dienstag zwar ohne Ergebnis, aber mit neuen Eckpositionen zu Ende gegangen. Mit den FCK-Verantwortlichen um Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und den Generalbevollmächtigten Dirk Eichelbaum saßen am Tisch: Die Vertreter der Quattrex-Sports AG, welcher der FCK knapp 10 Millionen Euro schuldet, des Luxemburger Unternehmers Flavio Becca (2,6 Millionen Euro) und von Vermarkter Lagardère Sports (rund 2 Millionen Euro). Verhandelt wurde und wird über die Sanierung des pfälzischen Traditionsvereins (siehe u.a. DBB-Meldung von Freitag).
Die drei Gläubiger hatten das Gespräch am Sonntag vorgeschlagen, nachdem sie wegen der drohenden (Plan-)Insolvenz des FCK offenbar doch kalte Füße bekommen hatten. Am Montag tagte der Aufsichtsrat der FCK-Kapitalgesellschaft in Vorbereitung dazu.
Gläubiger bieten Stundung an, aber der FCK sagt: "Das reicht nicht"
Bei dem heutigen Treffen ging es nach DBB-Informationen teilweise verbal hart, aber vor allem auch faktenorientiert zur Sache: Quattrex, Becca und Lagardère haben dem FCK ein schriftliches Angebot zur Stundung der Schulden um ein weiteres Jahr unterbreitet. Darüber hat am Abend auch die "Bild" berichtet, von der die Antwort der FCK-Verantwortlichen wie folgt zitiert wird: "Das reicht nicht."
Aus Vereinssicht ist dies logisch nachvollziehbar, denn wenn die Schulden bloß um ein Jahr verschoben würden, dann würden dem FCK viel drastischere Konsequenzen drohen: Bei einer Insolvenz im nächsten Jahr würden dem Verein laut DFB-Regularien sportlich existenzbedrohende neun Punkte abgezogen. Aktuell hingegen ist diese Bestrafung wegen der Corona-Krise bis zum 30. Juni 2020 ausgesetzt.
Das Gegenangebot des FCK lautet: Schuldenschnitt zu 90 Prozent
Die FCK-Verantwortlichen unterbreiteten den Gläubigern heute stattdessen folgendes Angebot: Ein Schuldenschnitt mit einer Quote von 90 Prozent, das heißt der FCK müsste nur noch 10 Prozent der offenen Schulden zurückbezahlen. Bei einer Insolvenz würde Quattrex, Becca und Lagardère ein noch höherer, nahezu kompletter Verlust ihrer Gelder drohen. Dieses Angebot wiederum lehnten die drei großen Gläubiger zunächst ab - sie wollen mehr als nur 10 Prozent bekommen.
Dabei sind Quattrex, Becca und Lagardère nicht als homogene Gruppe zu sehen, sondern als drei einzelne Gläubiger mit teils unterschiedlichen Interessen. Für Lagardère Sports wird beispielsweise eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem FCK weiterhin interessant sein, schließlich lässt sich mit der Sportvermarktung weiter viel Geld verdienen. Quattrex hingegen hatte vor einem Jahr sein Engagement nach Versprechungen der alten FCK-Führung nochmals aufgestockt und hadert nun mit dieser teuren Fehlentscheidung.
Es wird weiter gepokert - und der FCK hat ein gutes Blatt auf der Hand
Wie geht es nun weiter? In den kommenden Tagen wird weiter gearbeitet, weiter verhandelt, weiter gepokert. Der FCK hat ein gutes Blatt auf der Hand, auch wenn die letzten Karten noch nicht auf den Tisch gelegt sind. Nach jetzigem Stand könnte bis Anfang nächster Woche eine Entscheidung fallen, sofern keine neuen Verzögerungen auftreten. Wenn der Schuldenschnitt gelingt, dann werden eventuell auch bisher noch zurückhaltende Investoren ihr Interesse am - dann schuldenfreien - FCK verstärken.
Klar ist jedenfalls: Wegen des Stichtags am 30. Juni 2020 bleibt nicht mehr viel Zeit zum zocken. Wenn die Gläubiger nicht auf den Verein zugehen, wird der FCK mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung einleiten. Innerhalb von drei Monaten müsste dann ein Insolvenzplan erstellt und beim Amtsgericht vorgelegt werden.
Quelle: Der Betze brennt
