Spielbericht: FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern 2:1

Der Tiefschlag von Ingolstadt

Der Tiefschlag von Ingolstadt


Der 1. FC Kaiserslautern hat beim FC Ingolstadt die Chance, doch nochmal ins Aufstiegsrennen einzugreifen, vorerst verspielt. Der späte 1:2-Knock-Out bedeutet für die insgesamt stark aufspielenden Roten Teufel die erste Niederlage nach sieben Spielen.

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Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit als der ehemalige Lautrer Marcel Gaus auf dem linken Flügel zum Freistoß anlief. Gaus’ Hereingabe fand den Kopf von Mitspieler Thomas Keller, der aus fünf Metern zum 2:1-Siegtreffer für die Ingolstädter einköpfte. Riesiger Jubel beim Heimteam und seinen Fans, versteinerte Mienen auf der anderen Seite. Das war die Entscheidung und der Knock-Out in einer Partie, die der FCK nie im Leben verlieren darf!

Schommers überrascht: Lucas Röser erstmals in der Startelf

Denn in den 93 Minuten zuvor hatte der 1. FC Kaiserslautern alles im Griff. Vor allem in der ersten Halbzeit beherrschten er Ball und Gegner und zeigte dazu noch richtig schöne Kombinationen. Phasenweise war nicht zu sehen, wer als Tabellenzweiter und wer als Tabellenzehnter auf dem Platz war. Die beste Offensive der Liga, nämlich die des FC Ingolstadt, kam gar nicht zur Entfaltung. Nach rund zwölf Minuten hatten sich die Roten Teufel schon vier Ecken erspielt, alleine sie waren meist harmlos. FCK-Trainer Boris Schommers überraschte mit seiner Aufstellung mal wieder viele: Erst zum zweiten Mal seit seinem Wechsel aus Dresden im Sommer stand Lucas Röser im erneut praktizierten 4-3-3-System in der Anfangself. Anders als erwartet aber nicht als Mittelstürmer. Röser bekleidete zumeist die Position am rechten Flügel. Florian Pick spielte in der Mitte, Christian Kühlwetter beackerte die linke Bahn. Dafür musste der vor der Winterpause zum Seriensieger-Team gehörende Timmy Thiele erneut auf der Bank Platz nehmen.

1.800 FCK-Fans peitschen ihr Team nach vorne


 
Auch der Gästeblock war von Beginn an da und man merkte: Hier geht heute was! Rund 1.800 Fans hatten sich an diesem warmen Februar-Tag mit Bussen, Autos und dem Zug auf den Weg an die Donau gemacht und sich mit einem "You’ll never walk alone" auf den Anpfiff eingestimmt. Den FCK-Anhängern waren diesmal sämtliche Fahnen, Doppelhalter, Transparente und sonstigen Utensilien verboten worden, weil beim letzten Auftritt in Ingolstadt - dem Abschied aus der 2. Bundesliga - im Rahmen der Choreo ein paar Bengalos gezündet worden waren. Das unverhältnismäßige Materialverbot tat der tollen Anfeuerung aber keinen Abbruch. Wie viele FCK-Fans sich auch außerhalb des Gästeblocks mit Tickets eingedeckt hatten, war erstmals offensichtlich beim "Steht auf, wenn ihr Lautrer seid" nach rund 20 Minuten zu sehen. Der FCK-Support reichte auf der Gegentribüne fast bis zur Mittellinie.

Röser vergibt nach der Pause größte FCK-Chance

Auf dem Platz versäumte es die Schommers-Elf allerdings, den vielen Ballbesitz in Tore umzumünzen. Und so ging es mit einem 0:0 in die Katakomben. Für den FCK nach diesem Auftritt eigentlich zu wenig. Doch die beste Chance sollte erst noch kommen: Nach 55 Minuten steckte Kühlwetter zu Röser durch, doch Ingolstadts Keeper Fabijan Buntic konnte in allerhöchster Not parieren. Das hätte die Gästeführung sein müssen! Verzweifelte Gesichter in und um den Gästeblock. Sollte das schon wieder so laufen wie am Montag gegen Großaspach?

Nein, denn es kam noch schlimmer: Pick verlor in der Ingolstädter Hälfte den Ball - man hätte auch ein Foul pfeifen können - und die mutig aufgerückten Roten Teufel liefen in einem Auswärtsspiel in einen Konter. Ingolstadts Maximilian Thalhammer hatte auf der linken Seite Geschwindigkeitsvorteile gegenüber Janik Bachmann, brachte den Ball nach innen und der schon eingangs erwähnte Keller verwandelte aus dem Rückraum zur schmeichelhaften Führung für den Tabellenzweiten. Doch Mannschaft und Fans erholten sich schnell von diesem Gegentreffer. Die "Männer in weiß" drängten nun vehement auf den Ausgleich, Kühlwetter verpasste eine Hereingabe des für Röser eingewechselten Timmy Thiele nur knapp.

Thiele sorgt für Freudentänze bei den FCK-Anhängern

Nach 80 Minuten schien der Fußballgott dann aber doch ein Einsehen mit dem FCK und seinen Anhängern zu haben. Der ebenfalls eingewechselte Neuzugang Hikmet Ciftci spielte die Kugel auf den rechten Flügel, Gaus drosch über den Ball, dieser sprang Thiele vor die Füße und der Stürmer mogelte ihn, noch leicht abgefälscht, über die Linie. Tor! Endlich! Ganz lauter Jubel bei den FCK-Anhängern. Manche Fans spurteten vor Freude sogar ihre Sitzreihe entlang. Jetzt ist hier auch noch der Sieg drin, war der allgemeine Tenor. Und auf diesen drängten Thiele und Co. auch in der Folge. Zudem setzte Schommers mit der Einwechslung von Manfred Starke für Bachmann von der Bank nochmal ein Zeichen. Doch dann lief Gaus in der Nachspielzeit zum Freistoß an… 

Man muss nicht lange drumherumreden: Diese Last-Minute-Niederlage war ein Tiefschlag für Fans und Mannschaft und auf der Heimfahrt war das ein oder andere Frustbier nötig. Doch lange jammern gilt für beide Seiten nicht. Am Dienstag kommt schon Bundesligist Fortuna Düsseldorf zum DFB-Pokal-Spiel, für das schon über 30.000 Karten verkauft sind, nach Kaiserslautern. Und warum sollte dieses Mal nicht wieder das nötige Glück auf Seiten der Roten Teufel stehen?

Autor: Flo

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