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Klatt im Interview: "In der 3. Liga wird es schwer"

Der 1. FC Kaiserslautern kämpft gegen den Zusammenbruch. Nun geht auch noch Finanzchef Michael Klatt, der den Klub im Sommer vor der Pleite gerettet hat. Wir fragen ihn: Ist der FCK überhaupt noch zu retten?

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Finance: Herr Klatt, vor einem Jahr hat der FCK seine Profiabteilung in eine eigene Kapitalgesellschaft ausgegliedert, die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA. 92 Prozent der Mitglieder votierten damals dafür. Trotzdem formieren sich nun Stimmen gegen den möglichen Investor Flavio Becca. Warum?

Michael Klatt: Aus meiner Sicht liegt das an der Veränderung der Organisationsform. Das Ziel, Geld zu generieren, damit der Verein wirtschaftlich besser dasteht und sportlich wieder erfolgreicher sein kann, teilen viele. Dies erklärt die hohe Zustimmung für ein mehr oder weniger abstraktes Ziel. Offenbar gibt es aber unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie genau man dieses Ziel erreicht.

Finance: Wie kommt das?

Klatt: Nach meinem Erleben haben sich viele nicht mit den Konsequenzen beschäftigt, die eine Ausgliederung strukturell mit sich bringt. Und ich glaube auch, dass - nachdem uns Flavio Becca für die Lizenz sehr schnell geholfen hat - es nun manchen irritiert, dass es vergleichsweise lange dauert, bis sein Engagement für den Verein zu neuem Eigenkapital führt. Dass der Prozess sich zieht, hängt wohl auch damit zusammen, dass wir von Burgfrieden zu Burgfrieden eiern.

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Finance: Sie selbst standen für das "Vier-Säulen-Modell", das neben einem Ankerinvestor, regionalen Investoren und stillen Gesellschaftern auch den Fans und Mitgliedern eine gewichtige Rolle als Anteilseigner an dem ausgegliederten Profibetrieb einräumt. Ihnen wird jedoch angekreidet, dass die Säule für Fans und Mitglieder immer noch nicht "offen" ist.

Klatt: Dafür ursächlich ist die Frage der Unternehmensbewertung. Es dauerte eben länger als vorgesehen, diese mit dem Hauptinvestor final zu klären. Zweitens konnten wir die zweite Anleihe und das Crowdlending deutlich sicherer für die Kapitalgeber auflegen. Eine Eigenkapitaleinzahlung birgt das größte Risiko eines Ausfalls. Hier war es am FCK-Management, die Frage zu beantworten, welches Risiko es Kleinstaktionären zumuten will.

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Quelle und kompletter Text: Finance Magazin

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