
Vorbericht: SpVgg Fürth - 1. FC Kaiserslautern
Abwärtstrend gegen Abstiegskampf
Zweites Liga-Auswärtsspiel in Folge für den FCK. In Fürth hat das Funkel-Team die nächste Chance, im Endspurt einen Dreier in der Fremde einzufahren. Es wäre noch kein entscheidender, aber ein eminent wichtiger.
17. gegen 16. Das sind die Platzierungen der SpVgg Fürth und des 1. FC Kaiserslautern in der Rückrundentabelle. Nur der SV Wehen Wiesbaden, der dann folgende Gegner des FCK, hat im Jahr 2024 noch weniger Punkte geholt. Während die Roten Teufel zuletzt gegen drei Aufstiegskandidaten nicht gewinnen, sich aber zumindest aus dem ganz üblen Negativstrudel des Winters befreien konnten, nahm selbiger in den vergangenen Wochen in Fürth richtig Fahrt auf. Die Franken sind derzeit eine der formschwächsten Mannschaften der Liga, haben sich aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, den Klassenerhalt aber dank der guten Vorrunde schon praktisch sicher. Wenn man wie die Betze-Buben tief im Abstiegskampf ist, sollte man die nötigen Punkte gegen so einen Gegner holen, auch wenn der sprichwörtlich angeschlagene Boxer im Sport gefährlich ist. Aber für die Roten Teufel zählen keine Ausreden mehr. Es zählt jeder Punkt! Anpfiff im Sportpark Ronhof ist am Freitag um 18:30 Uhr.
Was muss man zum 29. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Gut mitgespielt und doch verloren. Durch die beiden Niederlagen gegen die Top-Teams aus Düsseldorf (1:3) und Hamburg (1:2) steht der 1. FC Kaiserslautern, der als Tabellen-17. nach Fürth reist, im Ronhof unter Druck. Bis Platz 12 sind es zwar nur drei Punkte, aber wenn man unten raus will, braucht es Siege. Entscheidend werden wohl die drei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten werden, aber auch auswärts würde der eine oder andere Zähler definitiv nicht schaden - und wenn’s nur für das angeschlagene Nervenkostüm mancher Fans wäre. Friedhelm Funkel verfährt jedenfalls weiter nach der Taktik: "Nur keine Panik!" Der 70 Jahre alte Trainerfuchs hat schon viel heftigere sportliche Situationen mitgemacht - und die meisten davon gemeistert.
Marlon Ritter wird nach seiner schöpferischen Pause beim HSV in Fürth wieder von Beginn an auflaufen. Hinten rechts steht Jean Zimmer wieder zur Verfügung, aber auch Hamburg-Pechvogel Almamy Touré bleibt dort eine Option, Zimmer könnte dann nach vorne rücken. Torhüter Julian Krahl laboriert weiter an einer Handverletzung und wird auch in Fürth von Robin Himmelmann vertreten. Funkel will sich auf keinerlei Torhüter-Diskussion einlassen, zumal Himmelmann zwar schon Unsicherheiten zeigte, aber in seinen drei bisherigen Einsätzen tatsächlich noch keinen wirklichen Bock schoss. Kenny Redondo war unter der Woche krank und wird gegen seinen Ex-Klub auch nicht zum Einsatz kommen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Sieben Niederlagen aus den vergangenen neun Partien. Die SpVgg Fürth befindet sich im freien Fall. Nach dem 19. Spieltag stand das Kleeblatt noch mit 35 Zählern auf dem zweiten Platz. Seitdem gab es aber nur noch vier Punkte, sodass die seit fünf Partien sieglosen Fürther vor dem Heimspiel gegen den FCK nur noch Neunter sind. Auch am vergangenen Wochenende konnte das Ruder nicht rumgerissen werden. Es gab die nächste Pleite, 0:2 beim Tabellenletzten in Osnabrück. Aber Vorsicht: Nach dem 2:0-Hinspielerfolg auf dem Betze starteten die Fürther eine Serie, die sie nach oben stürmen ließ.
Die zuletzt angeschlagenen Niko Gießelmann und Tim Lemperle stehen wieder zur Verfügung. Spielmacher Julian Green, der in dieser Saison schon an elf Toren beteiligt war, fehlt dagegen mit Sprunggelenkproblemen. Luca Itter laboriert weiter an Schambeinproblemen.
Frühere Duelle
Am Freitag kommt es zum 26. Duell beider Klubs. Bislang ging der FCK 15 Mal als Sieger vom Platz, das bereits erwähnte 0:2 in der letzten Begegnung im Fritz-Walter-Stadion war eine von acht Niederlagen gegen die Spielvereinigung. In der vergangenen Spielzeit gewannen die Roten Teufel beide Partien mit 3:1.
Fan-Infos
Die Gastgeber erwarten etwa 15.000 Zuschauer. Das komplette Gästekontingent von 2.300 Karten ist vergriffen. Es werden keine Tageskassen mehr geöffnet. Auch in den umliegenden Blöcken dürften sich einige FCK-Fans mit Tickets eingedeckt, sodass gut und gerne 4.000 rot-weiße Schlachtenbummler im Ronhof dabei sein dürften.
FCK-Fans, die Karten außerhalb des offiziellen Gästeblocks erworben haben, können über den Laubenweg ins Stadion gelangen und dafür den Eingang Süd 2 nutzen. Fürth weist darauf hin, dass Gäste-Fanartikel auf der Haupttribüne und Gegengerade unerwünscht sind. Auf der Nordtribüne sind gegnerische Fanartikel verboten. Weitere Informationen, unter anderem zur Anreise und rund um das Spiel findet ihr in den vom FCK veröffentlichten Fan-Infos. Stadionöffnung ist um 17:00 Uhr.
O-Töne
FCK-Trainer Friedhelm Funkel: "Ich habe es am Beginn meiner Trainertätigkeit schon gesagt und das wird sich bestätigen: Es wird am letzten Spieltag entschieden, welche Mannschaft 16., 15. oder 14. wird. Bis dahin wollen wir punkten, aber wenn wir jetzt ein Spiel gewinnen, heißt es noch lange nicht, dass wir dann die Klasse gehalten haben. Es wird bis zum 34. Spieltag gehen und wer da die Nerven nicht verliert, wird in der Liga bleiben."
Fürth-Trainer Alexander Zorniger: "Fußballerisch haben wir eine kurze Woche hinter uns. Wir haben Dinge angesprochen, haben an Dingen gearbeitet. Wir gehen positiv an die Sache ran. Dazu gibt es auch keine Alternative, auch wenn die letzten Wochen nicht so gut gelaufen sind."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
SpVgg Fürth: Urbig - Meyerhöfer, Jung, Dietz - Asta, Wagner, Consbruch, Petkov - Hrgota - Sieb, Srbeny
Es fehlen: Green (Sprunggelenksprobleme), Itter (Schambeinprobleme), Körber (Schulterverletzung)
1. FC Kaiserslautern: Himmelmann - Zimmer (Touré), Tomiak, Elvedi, Puchacz - Niehues, Kaloc - Tachie, Ritter, Opoku - Ache
Es fehlen: Klement (muskuläre Probleme), Krahl (Handverletzung), Redondo (grippaler Infekt), Zuck (Kreuzbandriss)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 09.04.2024:

Freitag, 18:30 Uhr: Mit voller Kraft am Ronhof bestehen
Die Englische Woche ist vorbei, der Endspurt geht weiter: Für den 1. FC Kaiserslautern steht mit aufgeladenen Akkus und fast vollzähligem Personal die Auswärtsaufgabe bei der SpVgg Fürth an.
Am Ronhof können nach jetzigem Stand bis auf eine Ausnahme alle Roten Teufel wieder mitwirken, die letzte Woche teilweise ersetzt werden mussten. Ragnar Ache fehlte gegen Düsseldorf und Saarbrücken, Jean Zimmer und Kenny Redondo standen in Hamburg nicht im Kader, Marlon Ritter wurde in der Hansestadt zunächst geschont. "Wir hoffen, dass Redondo nach seiner Muskelverhärtung am Dienstag wieder ins Training einsteigen kann. Zimmer sowieso nach seinen Knieproblemen, die waren nicht schwerwiegend", erklärte Friedhelm Funkel mit Blick auf den Team-Status. Somit fehlt vom Stammpersonal voraussichtlich nur Julian Krahl, auf dessen Rückkehr der FCK-Trainer nächste Woche hofft.
Außer Krahl wohl alle Stammkräfte dabei - Fürth im steilen Abwärtstrend
Die Fürther haben sich nach sieben Niederlagen in den letzten neun Spielen endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, werden mit 39 Punkten aber auch mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun bekommen. Zuletzt gab es ein 0:2 bei Schlusslicht Osnabrück. Ganz anders die Lage beim FCK: Nach den schweren Liga-Partien gegen die Aufstiegskandidaten Hannover (1:1), Düsseldorf (1:3) und Hamburg (1:2) sind die Roten Teufel auf Platz 17 gerutscht und brauchen weiter jeden Punkt. Mut machen kann vielleicht die historische Statistik, in der bei bisher 25 Aufeinandertreffen mit Fürth 15 Siege des FCK stehen. Letzte Saison gab es einen 3:1-Erfolg.
Der Betze-Ticketshop meldet für den Gästeblock am Ronhof "ausverkauft", es werden also mindestens 2.000 - eher aber wohl noch deutlich mehr - Fans mitreisen. 14.000 Karten für das rund 16.600 Zuschauer fassende Stadion sind bisher verkauft. Ein öffentliches Training gibt es diese Woche am Dienstag um 15:00 Uhr auf Platz 4, die Pressekonferenz ist für Donnerstag um 13:00 Uhr angekündigt.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 11.04.2024:

Funkel: "Wer die Nerven behält, wird in der Liga bleiben"
Die Nerven behalten! Das ist die Devise von Friedhelm Funkel angesichts von Tabellenplatz 17 und noch sechs ausstehenden Spielen. Der FCK-Trainer geht vor der Auswärtspartie in Fürth von einem Rennen bis zum letzten Spieltag aus.
"Ich habe es bei meiner Vorstellung schon gesagt und das wird sich auch bestätigen: Es wird sich erst am letzten Spieltag entscheiden, welche Mannschaft 16., 15., 14. wird. Bis dahin wollen wir punkten. Wenn wir jetzt ein Spiel gewinnen, heißt es noch lange nicht, dass wir die Klasse gehalten haben. Das wird bis zum 34. Spieltag gehen und wer da die Nerven nicht verliert, wird in der Liga bleiben", prognostiziert Funkel vor dem Match seines 1. FC Kaiserslautern bei der in einer Ergebniskrise hängenden SpVgg Fürth (Freitag, 18:30 Uhr, Sportpark Ronhof). Das Kleeblatt musste zuletzt sieben Niederlagen in neun Spielen einstecken, während die Roten Teufel meist gute Leistungen zeigten, aber nur wechselhaft punkteten und jüngst ebenfalls zwei Mal verloren. Funkel: "Ich hoffe natürlich, dass wir den Negativlauf der Fürther ausnutzen können. Aber dafür gibt es keine Garantie. Somit hoffe ich und bin auch fest davon überzeugt davon, dass meine Mannschaft so wie in den letzten Spielen auftreten wird. Das Einzige, was wir besser machen müssen, um zu punkten, ist unsere Chancen in Tore umzumünzen. Ansonsten gibt es überhaupt nix zu beanstanden an der Leistung der Mannschaft: Sie ist gelaufen, hat sich Torchancen erarbeitet - nur wenn das nicht der Fall wäre, würde ich mir größere Sorgen machen."
Redondo ist krank, Krahl bald zurück, Schiri aus dem Saarland
Neben den schon länger verletzten Julian Krahl - der nächste Woche ins Training zurückkehren soll und wie gehabt von Robin Himmelmann ersetzt wird -, Philipp Klement und Hendrick Zuck wird auch Kenny Redondo gegen seinen Ex-Verein noch einmal ausfallen. Der Flügelstürmer konnte wegen eines grippalen Infekts nicht trainieren, soll aber rechtzeitig fürs übernächste Spiel gegen Wehen wieder fit sein. Ragnar Ache, Jean Zimmer und Marlon Ritter sind nach ihren (Teil-)Ausfällen in der zurückliegenden Englischen Woche wieder voll einsatzbereit.
Der Gästeblock ist mit 2.300 Karten ausverkauft, weitere FCK-Fans werden in den umliegenden Bereichen erwartet. Schiedsrichter der Partie ist der 39-jährige Wirtschaftsinformatiker Patrick Alt vom Sportverein Illingen (Saarland).
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei der SpVgg Fürth
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Fürth folgen heute Abend im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 12.04.2024:

Gegner-Check Fürth: Das Kleeblatt welkt im Fallwind
Mit der SpVgg Fürth hat der 1. FC Kaiserslautern das bislang zweitschlechteste Rückrundenteam vor der Brust. Da könnte was gehen. Wie es gelingen kann? Wir blicken auf die Stärken und die Schwächen des Kleeblatts.
So lief's seit dem Hinspiel: Anfang November trafen sich beide nach DFB-Pokal-Spielen unter der Woche. Die Fürther waren gegen Viertligist Homburg rausgeflogen, die Lautrer hatten Bundesligist Köln besiegt. Kleeblatt-Coach Alexander Zorniger rotierte im dritten Spiel dieser Woche personell tüchtig durch, hatte beim Pokal-Aus einige Leistungsträger geschont und musste dies zunächst bitter bezahlen. FCK-Coach Dirk Schuster war der Meinung, die Belastung sei mit unveränderter Startelf zu bewältigen, seine Spieler seien schließlich Profis. Woraufhin die Gäste auf dem Betze 2:0 gewannen. Die Pfälzer leiteten damit ihren Negativlauf ein, der nach heutiger Lesart zwei Wochen zuvor mit dem 3:4 in Düsseldorf begonnen hatte. Die Franken dagegen begannen sich weiter zu stabilisieren. Nach einem eher mauen Saisonstart mit nur einem Sieg in den ersten sechs Partien hatten sie danach nur noch gegen den HSV verloren. Nach ihrem Auswärtssieg in Kaiserslautern blieben sie noch sieben weitere Spiele ungeschlagen, in fünf davon holten sie einen Dreier. Am 19. Februar, nach einem 2:1-Sieg gegen das Überraschungsteam aus Kiel, stand das Kleeblatt auf Rang 2. Der Aufstieg schien durchaus realistisch. Doch was geschah dann? Der Faden riss. In den neun Spielen danach hagelte es sieben Niederlagen, das Remis gegen den Hamburger SV vor zwei Wochen kam nach einhelliger Kritikermeinung nur mit viel Glück zustande. Einziger Stimmungsaufheller in diesen trüben Wochen war ein 2:1-Sieg im Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg. Zuletzt setzte es eine 0:2-Niederlage beim Tabellenletzten Osnabrück.
Das hat sich geändert: Was sind die Gründe für den Absturz? Die Spielvereinigung stellt den jüngsten Kader der Liga, sein Durchschnittsalter liegt bei 23,9 Jahren. Dass ein so junges Team im Lauf einer Saison einbricht, kann vorkommen. Zumal von den erfahrenen Kräften, die den Jungspunden Halt geben könnten, immer mal welche ausfielen oder weiter ausfallen, etwa Innenverteidiger Gideon Jung, die Linksverteidiger Niko Gießelmann und Luca Itter oder Achter Julian Green. Auch Talente wie Abwehrspieler Maximilian Dietz und Stürmer Tim Lemperle mussten vorübergehend pausieren. Und mit einer Startelf, die ständig geändert werden muss, ist es nun mal schwer, auf dem Feld die Kompaktheit herzustellen, die das laufintensive Spiel von Alex Zorniger erfordert. Der Trainer formiert nach wie vor bevorzugt eine Dreier-Abwehrkette, vor allem, wenn er dem zentralen Abwehrchef Damian Michalski Jung und Dietz zur Seite stellen kann. Bei Bedarf, und durchaus auch mal von Beginn an, stellt er aber Viererkette um, da seine Außenverteidiger Oussama Haddadi und insbesondere Simon Asta als Schienenspieler ebenso gut einsetzbar sind. Dreh- und Angelpunkt im Fürther Spiel ist nach wie vor Kapitän Branimir Hrgota auf der Zehn, mit acht erzielten Treffern und fünf Torvorlagen bislang auch in dieser Spielzeit bester Scorer des Teams.
Gewinner und Verlierer: Während einer sportlichen Talfahrt "Gewinner" zu küren, ist nicht so ganz einfach. Insgesamt gut entwickeln sich auf jeden Fall der bereits erwähnte Innenverteidiger Dietz sowie die Freiburger Leihgabe Robert Wagner auf der Sechser-Position. Und seit Beginn der Rückrunde führt Zorniger den erst 18-jährigen Stürmer Leander Popp mit Kurzeinsätzen ans Profiteam heran. Gut gelaufen war die Saison ebenso für den 21-jährigen Angreifer Armindo Sieb, der seit dem 2:1 gegen Nürnberg am 23. Spieltag neun Treffer und zwei Assists auf dem Konto hat. Danach allerdings ist nichts Zählbares mehr hinzugekommen. Mehr erwartet haben sich Fürther sicher von Stürmer Dennis Srbeny. Der 29-Jährige, der bis 2023 in Paderborn aus Torjäger und Vorbereiter recht erfolgreich war, muss sich beim Kleeblatt weiter hinten anstellen. Jomaine Consbruch, die als Toptalent gehandelte Sommer-Verpflichtung aus Bielefeld, ist ebenfalls noch nicht richtig durchgestartet. Nur vier Startelf-Einsätze bislang.
Zahlenspiele: Angesichts eines solchen Leistungseinbruchs nach 19 Spieltagen ist es nicht sehr aufschlussreich, Mittelwerte anzuführen, die über den gesamten Saisonverlauf erhoben worden sind. Fakt ist: In der Rückrundentabelle steht Fürth bislang auf dem vorletzten Rang. Schlusslicht ist übrigens Wehen, was mit Blick aufs kommende Wochenende schon mal gut wissen ist. Der FCK ist allerdings Drittletzter dieses Rankings. Nach den ersten 19 Spielen wies das Kleeblatt ein Torverhältnis von 30:21 auf, in den letzten neun Partien eines von 8:20. Die Gegentrefferquote hat sich also fast verdoppelt, die Trefferquote ist von durchschnittlich 1,56 pro Spiel auf 0,9 gesunken. Da sollte es dem FCK, verdammt noch eins, doch endlich mal gelingen, seinen eigenen Gegentreffer-Schnitt von zwei pro Partie herunterzuschrauben. Und im Angriff die Wirklichkeit an die Wahrscheinlichkeit anzupassen. Denn nach wie vor weist kein anderes Team der Liga eine so krasse Differenz zwischen xGoals und tatsächlich erzielten Buden aus. 44 sind's "in echt", 53 müssten es den Computerberechnungen zufolge sein, da sollte langsam mal die "Regression zur Mitte" einsetzen, von der die Datenanalyse-Freaks so gerne reden. Zu beachten ist allerdings: Dass Passspiel der Fürther Flachpassfreunde bewegt sich auch in schlechten Zeiten auf gutem Niveau, lag selbst in den Spielen, die verloren gingen, zwischen 83 und 88 Prozent. Lautern dagegen hat's nicht so mit Präzision: Die Passgenauigkeit der Pfälzer liegt weiterhin bei 77,8 Prozent. Nur Rostock ist schlechter (77,1 Prozent).
Fazit: Auch wenn ergebnistechnisch beim FCK nicht unbedingt ein Aufwärtstrend zu erkennen ist: Im Vergleich zu den Gastgebern am Freitag sprechen die Zahlen für Lautern. Was, natürlich, nichts heißen muss. Hoffnung machen sollten nicht Statistiken, sondern die Leistungen der vergangenen Wochen. Auch die jüngst verlorenen Spiele gegen Düsseldorf und Hamburg waren über weite Strecken gut anzusehen. Spannend wird sein, für welche Besetzung in der Offensive er sich entscheidet. Beim HSV-Spiel hatte Friedhelm Funkel Kenny Redondo, Marlon Ritter und Jean Zimmer eine Pause gegönnt, und von den Nachrückern machte vor allem Aaron Opoku seine Sache gut, war an nahezu allen Torchancen seines Teams beteiligt, und davon gab es einige. Redondo fällt weiter aus, weil er sich unter der Woche einen grippalen Infekt zugezogen, also könnte Opoku im Team bleiben. Die lobenden Worte, die Funkel in der PK zum Spiel über Tobias Raschl fand, lassen aber auch vermuten, dass er auf den laufstarken Ex-Fürther ebenfalls nicht verzichten will. Wenn außerdem Zimmer und Ritter und die Startelf zurückkehren sollen, wird's also eng. Bei den Gastgebern schwächelte zuletzt die linke Abwehrseite, das gilt es gegebenenfalls auszunutzen. Haddadi gilt da auch nur als Drittbesetzung hinter den weiter fehlenden Itter und Gießelmann. Ansonsten bleibt nur, das alte Lied anzustimmen: Haltet die Seiten dicht. Irgendwie.
Quelle: Der Betze brennt
