rot hat geschrieben:Ich bin wütend. Ich bin so wütend, dass ich gar nicht weiß, wohin mit mir.
[...]
Wieso verlieren wir seit Jahren bei fast jedem Einwurf, Eckball, Freistoß den Ballbesitz? Wieso versteckt man sich bei eigenem Ballbesitz hinter Gegenspielern, anstatt sich anzubieten? Wieso braucht der Mensch im Tor gefühlt Stunden, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen, selbst bei Rückstand? Wieso schlägt er seine Abstöße und Abschläge fast immer auf den kleinsten Mann auf dem Platz (oder ins Seitenaus)?
[...]
Ob das, was wir da heute gesehen haben, irgendwas mit Taktik zu tun hat, vermag ich nicht zu beurteilen (auch wenn ich eher „nein“ vermute, oder sogar hoffe). Aber Wille und Kampf waren über den Großteil der Zeit definitiv nicht zu sehen. In Momentaufnahmen von Einzelnen – ja, aber ganz sicher nicht als Kollektiv. Das wird zwar keiner der Gemeinten lesen, aber raus muss es nun trotzdem: Ihr solltet Euch schämen! Aber das werdet Ihr nicht tun, weil es Euch nicht wirklich interessiert, [...]
Wir sind schon so weit unten, dass die, die versuchen sich gegen das Elend zu stemmen, es nicht nur mit dem primären Problem, sondern auch noch mit der sekundären Problematik zu tun haben. Auf jeden Funken Hoffnung und Positivität (siehe bspw. 40.000 gegen Sandhausen) regnet es Unmengen Zynismus und man wird für seinen Kampfgeist auch noch belächelt.
[...]
Dieser Verein, unser 1. FCK, leidet im Grunde an einer kollektiven Form der Depression. Aber wenn „aufgeben“ ernsthaft zu unserem Repertoire gehören würde, wären wir vermutlich alle nicht hier. [...]
Da lebt noch jemand!
Guter Post!
Da er sonst im Zynismus-Trommelfeuer untergegangen wäre, muss ich ihn verkürzt nochmal posten.
Die Fragestellungen nach dem Wieso und dem Warum, klar, dass fragen wir uns alle. Eigentlich ist der FCK eine reine Psycho-Kiste.
Gerade die einfachen Sachen funktionieren nicht. Die einfachen Stärken an dem sich eine Mannschaft notfalls aufrichten kann. Sei es nun Standards, oder immer wieder der selbe Spielzug der einem Sicherheit oder den Glaube verleiht, gerade wenn man merkt das man spielerisch keinen Stich macht. Die zwei kongenialen Partner, die eine Abwehr aus den Angeln heben kann oder einfach den unachtsamen Moment ausnutzt. Halfar allein, ein armes Schwein. Zimmer allein, ebenso.
Gestern das war symptomatisch. Man achte nur mal auf die Reaktionszeiten bei Pässen und beim Anbieten zwischen uns und Bochum. Freiburg war noch schlimmer. Das geht alles zu schnell für uns, sprich wir sind 'lahmarschig'. Kein Wunder das man dann immer zu spät kommt und gerade mal wieder ins Leere läuft oder im entscheidenden Moment hinter dem Gegner steht.
Kämpfen. Das tun sie, eigentlich alle. Aber verzweifelt und für sich allein. Ohne Überzeugung. Zufall und Einzelaktion ist alles was wir noch können. Vielleicht reicht die eine Aktion diesesmal noch für den Klassenerhalt, aber im Moment muss man echt Angst haben, dass die Jungs komplett den Faden verlieren. Die Körpersprache sagt eigentlich schon alles.
Deine Ansprache an die Spieler, da musste ich beim Lesen nochmal aufmerken. Die Phrase kennt jeder von uns, gestern z.B. von Gauß wiederholt, vom Trainer teilweise mantraartig vorgegeben.
Das was um und im Verein passiert wird ausgeblendet.
Man bekommt es unweigerlich mit, aber man versucht es auszublenden und zu ignorieren. Klar, man ist Spieler und man muss fokussiert bleiben.
Und das ist schlicht gesagt: Scheiße! Eine merkwürdige Berufsauffassung dazu. Da ist es kein Wunder, dass man vor den Fans und ihrem 'Anspruchsdenken' Angst bekommt.
So verhält sich ein Arbeitnehmer nur, wenn er damit rechnet den Arbeitsplatz zu wechseln. Ansonsten würde er sich für alles interessieren und engagieren was im Verein passiert. Da reichen nicht die Plattitüden in Interviews und die Aussendung auf Fan-Treffen.
Da tauche ich als Spieler unverhofft in der Kurve auf wenn ich verletzt/gesperrt bin, da tauche ich umvermittelt bei den Nachwuchsmannschaften auf, da glänze ich durch individuelles Training und Eigeninitiative im Vereinsleben etc., irgenwas halt. Das scheint es aber nicht zu geben. Oder ich bin blind, taub..
Für mich sind die Akteure fast unsichtbar und unfassbar. Viel Egotrip und ein Verein dem nichts besseres dazu einfällt als der Hinweis das der Fußball sich verändert habe, hat eigentlich schon kapituliert.
Mein Verein, meine Regeln.
Allerdings ist diese Situation ziemlich ambivalent, wie uns die Causa Löwe verdeutlicht hat.
Da befinden wir uns in der Signalgebung deutlich bei einem One-Way-Ticket. Fans beschuldigen Spieler, aber umgekehrt, was erlauben Löwe? Nur zur Erinnerung, ein dreckiger Sieg und unsere Reaktion darauf...
Die Einheit wurde beidseits (von mir aus auch von drei Stellen, wenn man sich noch von der Vereinsführung abgrenzen will) gekündigt.
Man kann vieles auf die momentane Situation beziehen, aber es scheint keiner an die Front zu wollen. Die, die es könnten, werden gehen oder werden gegangen. Eine fatale und gefährliche Situation.