ExilDeiwl hat geschrieben:Bei Dividende in Höhe der Pacht würde es gar keinen Sinn machen, außer der Investor stellt uns deutlich mehr Geld zur Verfügung, als das FWS heute in den Büchern noch Wert ist. Sonst wäre es tatsächlich nur eine Umschuldung zu gleichen Konditionen, was uns nicht weiterhelfen würde. Es muss auch für uns was dabei heraus kommen, nicht nur für den Investor...
Und das ist die Krux mit einem Investor, genau das wird so gerne übersehen.
Ein reiner Finanzinvestor ist in erster Linie seiner Rendite verpflichtet, denn das ist sein Geschäftsmodell, es muss also etwas für ihn herauskommen. Da er im Falle des FCK Risikokapital zur verfügung stellt, sogar mehr als bei einer "sicheren Geldanlage".
Die Alternative habe ich auch aufgezeigt, dass ist, wenn die Rendite nicht monetär, sondern mehr ideell gesehen wird, sei es Image- oder Werbegründe. Dann sind wir aber nicht weit vom Sponsor/Partner entfernt, den wir ja mit Karlsberg haben oder mit der DVAG hatten. Layenberger wäre so einer vielleicht gewesen, da sie regional verbunden sind und ihren Werbeetat enorm ausgebaut haben, aber es ist einfacher einen Kunden zu verlieren, als ihn wiederzugewinnen.
Kuntz hatte mit Theis (Allgäuer Latschenkiefer) ja mal so einen möglichen Kandidaten an Land gezogen, aber die finanzielle Ausstattung des Partners hatte leider ein langfristiges Engagement in der notwendigen Höhe nicht zugelassen, so blieb es halt bei einem kurzfristigen Sponsoring.
Ich finde diese ganze Diskussion leider sehr oberflächlich geführt. Denn die wahren Interessen der einzelnen Gruppen und Personen verbergen sich hinter Scheinargumenten.
Zum einen ist diese verlogene Argumentation, privatwirtschaftliche Organisationen würden effektiver arbeiten. Von der Idee her erst mal garnicht so falsch, es kommt halt nur darauf an zu fragen - für wen. In der heutigen Zeit der breit gestreuten AG's sind das in erster Linie die Manager bis hinein in den oberen Mittelbau der Organisation.
Ich habe 20 Jahre internationaler Großkonzern hinter mir und weis genau das alle nur um das goldene Kalb tanzen und ein Großteil der eingesetzten Energie in erster Linie dem wohlgenährten Erhalt der eigenen Position dient.
Im Fußball ist der FCB doch das beste Beispiel, denn wo wären Rummenige &Co denn heute ohne ihren Vorstandsposten beim FC Bäh….
Auch beim FCK geht es doch eigentlich nur um einen Platz an den nun vakanten Fleischtöpfen. Die Diskussion um die Privatisierung ist doch nur aufgesetzt.
Klatt - ich find denn Mann eigentlich wohltuend gut - hat schnell eingesehen, dass es schwierig ist, ohne harte Einschnitte das strukturelle Defizit des FCK zu schließen. Er kann gar nicht so schnell die Löcher stopfen, wie das Geld hindurchrinnt. Das Geschäftsmodell Bretzel statt Schnittchen hilft da leider nicht viel.
Gries hat schnell gecheckt, dass die Bäckermeister der Westpfalz die Einnahmeseite nicht so schnell verbessern können, wie sie durch den Zuschauerschwund zurückgeht. Ich glaube, neben der "Eigenwerbung" und Imagebildung des FCK war die Bustour zur Sponsorenwerbung nicht sonderlich erfolgreich. Jetzt versucht man es auf der anderen Seite der Nahrungskette.
Es erinnert mich ein wenig an die Situation der Fischer vor Kreta: weil die Sardinen ausbleiben, geht man jetzt auf die Jagd nach Thunfischen, die ja soviel Geld auf dem Fischmarkt bringen, vergisst aber, Thunfische fressen Sardinen . Bei solchen Kapitalanlagemodellen verdienen eigentlich nur die, die die Modelle vertreiben, fragt mal die Zahnärzte in Lautern, wie viele Gebisse in Schiffsanleihen und ostdeutschen Gewerbegebieten versenkt wurden.
Und dabei fällt mir wieder der Aufsichtsrat ein, der mit seinen guten Kontakten in die Londoner Finanzbranche bei seiner Wahl geworben hatte, so wie der Professor, der seine Stimmen mit seinen Ideen für die Stadionnutzung sammelte und dessen eheliches Beratungsbüro später die Rechnungen für die Planungen des Fröhnerhofes ausstellte.
Dabei sollte Herr Gries eigentlich beste Kontakte haben, um die wirklich großen Sponsoring und Werbetöpfe abzugreifen, immerhin stellen ehemalige Arbeitgeber von ihm bedeutende Etats der Werbebranche.
Doch die Sanierung des FCK wird damit auch nicht gehen, solange das Geld schneller ausgegeben wird, als es reinkommt.Es gilt die Stärken des FCK wieder zu wecken.
Was wir brauchen ist begeisternder Fußball, der die Zuschauer anzieht, der uns ins obere Drittel der Liga bringt, der Identität weckt und die Menschen sich wieder mit dem FCK identifizieren lässt. Das heißt nicht "Aufstieg Subito", aber es muss glaubhaft sein. Das geht mit jungen Spielern wie Koch oder Pollersbeck aus der eigenen Jugend besser , als mit den Moritz oder Kerks dieser Welt. Wir brauchen auf und neben dem Platz eine Kultur, bei der das Spiel und das Ergebnis wichtiger ist als der Facebook Auftritt oder die Frisur - bei Spielern und Fans.
Gestern Abend konnte, wer wirklich zuhören wollte, bei Flutlicht erfahren, was in dem Kader nicht stimmt. Da scheint für die Akzeptanz in der Mannschaft das Kriterium mehr zu sein, wie gut man Poker spielt oder dass man in der Lage ist, sich auf einen Stuhl zu stellen und ein Liedchen zu trällern, als das fussballerische Können und der Willen alles zu geben.
Die Jungs haben den Knall nicht gehört!
Ich nehme nur als Beispiel die obigen Namen, 2 von denen stellen kostenmäßig ein genauso großes Paket, wie die angeblich lebensnotwendige Mietreduzierung des FWS. 30 statt 25 Tausend Zuschauer im Schnitt (und das ist nicht utopisch) wären ebenso die Schließung der von Kuntz zugegebenen Finanzlücke von 1,5 Millionen.
Der FCK hat ein Bewirtungsbudget von 1 Million im Jahr unter S&F aufgebaut, da werden die Bretzeln alleine keine substatielle Reduktion bringen, aber es gibt da sicher Potential.
Kosten senken, Einnahmen erhöhen, beides nur moderat, würde die Lücke, die heute durch Talentverkäufe geschlossen wird, ebenfalls schon decken. Investitionen in die Jugend und das Vertrauen in eigene Spieler würde den Etat ebenfalls entlasten.
Wenn man wirklich privates Kapital zur Anschubfinanzierung braucht, sollte man zuerst einmal in der eigenen Fan- und Mitgliederbasis nachfragen, das Potential ist da, es muss nur geweckt werden.