Anderen Realitätsverlust vorzuwerfen und dann selbst unter eben jenem leiden macht einen natürlich nicht sonderlich glaubwürdig.salamander hat geschrieben: [...]
Oh je, Realitätsverlust.Am besten aber:
"Uns überholen Vereine, die eine andere Sponsorenlandschaft haben. Wo Mäzene, Investoren oder große Firmen hinten dran stehen, was wir alles nicht haben. "
Ja, uns haben gerade Karlsruhe und Darmstadt überholt. Die haben natürlich ganz andere Möglichkeiten, alleine, was die Stadien angeht.![]()
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Was nämlich an der Aussage so lächerlich sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Die Feststellung, dass der FCK aufgrund struktureller Nachteile zunehmend durchgereicht und von anderen Vereinen überholt wird, ist grundsätzlich vollkommen richtig. Verschließt man vor diesen Entwicklungen die Augen und schwelgt in Erinnerung an alte Zeiten, als man diese Nachteile noch kompensieren konnte, dann wird man nicht glücklich werden und sich in Fatalismus flüchten. Wer von der Grundannahme ausgeht, dass unser 1.FCK in die Bundesliga gehört (qua Geburtsrecht), bei dem wird sich nie Zufriedenheit einstellen, der wird IMMER den Trainer und den Vorstand in Frage stellen müssen, für den wird die Mannschaft IMMER versagen. Eine konstruktive Auseinandersetzung und realistische Einschätzung der Lage bzw. der Arbeit des Teams wird man mit dieser Sicht der Dinge jedoch nicht liefern können. Dies sieht man mehr als deutlich an deinen zahlreichen Beiträgen hier, die stets auf das selbe hinauslaufen: es ist eine meist inhaltslose Kritik, die meist darin wurzelt, dass die Kontratsfolie deiner kritischen Ansichten der BUNDESLIGIST Kaiserslautern ist, den es in dieser Form aber nicht mehr gibt (und geben kann; die Zeiten haben sich eben geändert).
Das perfekte Beispiel dieser verklärten Sicht auf die Realität ist nun der oben zitierte Ausschnitt. Damit beweist du doch, dass du mit der Einschätzung der Lage scheinbar überfordert bist - sehr viel mehr als ein Stefan Kuntz, der sich der veränderten Spielregeln im deutschen Fußball durchaus bewusst ist und daher weiß, wie unglaublich schwer es ist, mit Kaiserslautern in diesem Umfeld erfolgreich zu sein.
Es ist richtig, dass Kaiserslautern zunehmend von Vereinen überholt wird, die strukturell einfach bessere Möglichkeiten haben: Hoffenheim, Ingoldstadt, Leipzig sowieso, aber auch Städte wie Mainz und Freiburg bieten für die dortigen Vereine einfach größere Möglichkeiten. Das ist Fakt! Diese Aussage nun mit Verweis auf Darmstadt und den Karlsruher SC widerlegen zu wollen, ist in zweierlei Hinsicht fragwürdig.
(1.) Zum einen geht es hierbei nicht um einzelne Platzierungen am Ende irgendeiner beliebigen Saison. Kern dieser Aussage war doch, dass langfristig und dauerhaft gewisse Vereinen gegenüber Kaiserslautern Vorteile haben würden. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen "HAHAHA, KSC und Darmstadt haben uns mit noch weniger Möglichkeiten überholt" zeigt doch, dass man das Gesagte einfach nun verstanden hat. Es wird immer Vereine geben, die über ihren Möglichkeiten spielen und überraschende Erfolge feiern. Darmstadt mag in dieser Saison den Aufstieg schaffen, das sagt aber dennoch nichts über ihre langfristigen Möglichkeiten aus. Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen und behaupten, Darmstadt habe als Bundesliga-Standort Hamburg überflügelt?! Wenn man nun also sagt, Darmstadt habe den FCK mit noch weniger Möglichkeiten überholt, macht man es sich schlicht zu einfach. Eine solche Aussage eignet sich freilich hervorragend zu plakativer und populistischer Kritik!
(2.) Während ich meinen ersten Punkt überwiegend auf Darmstadt beziehe, möchte ich in meinen zweiten Punkt darauf hineweisen, dass uns mit dem KSC eben kein Verein "überholt" hat, der uns eigentlich strukturell überlegen sein sollte. Karlsruhe hat glaube ich mehr als dreimal soviele Einwohner wie Kaiserslautern und liegt in einer Metropolregion im strukturstarken Baden-Württemberg. Was den Sponsorenpool angeht, dürfte es dort tatsächlich mehr Möglichkeiten geben als im eher tristen Kaiserslautern. Natürlich haben wir vermeintlich bessere Möglichkeiten, was unser Stadion angeht. Aber zum einen ist dies nur einer von vielen Faktoren, die über Standort Vor- und Nachteil entscheiden, und zum anderen sollte auch der Letzte FCK-Fan begriffen, dass unser Stadion gegenwärtig mehr eine Bürde für uns ist. Mit dem Verkauf des Fritz-Walter-Stadions hat sich unser größter Vorteil (der uns lange ermöglicht hat, diese strukturellen Schwächen teilweise zu kompensieren), in einen gewaltigen Nachteil verwandelt. Auch das lässt sich nicht leugnen! Natürlich bietet der Verweis auf unser prunkvolles Stadion und Kaiserslautern als WM-Standort wieder hervorragende Anknüpfungspunkte populistische Kritik, mit einer realistischen Einschätzung hat dies jedoch nichts zu tun.
Dass auch der Rest deines Kommentars eine sehr eigenwillige Einschätzung der gegenwärtigen Lage ist, haben ja bereits andere User vortrefflich aufgezeigt. Wer die fußballerische Weiterentwicklung der Mannschaft und einzelner Spieler nicht anerkennt, der legt es entweder darauf an, Schwarzmalerei zu betreiben, oder dem fehlt einfach der nötige Sachverstand, um sich qualifiziert zu diesem Thema zu äußern. Da ich dir Letzteres nicht unbedingt vorwerfen möchte, gehe ich davon aus, dass du nunmehr so viel Freude an der Position als "knallharter Kritiker" gefunden hast, dass du aus dieser Rolle einfach nicht mehr rauskommst und somit gar nicht mehr in der Lage bist, gewisse Situationen objektiv zu analysieren.

