
Vorbericht: SV Sandhausen - 1. FC Kaiserslautern
Nachlegen!
von Thomas
Der 1. FC Kaiserslautern ist als Tabellenführer in den 2. Spieltag der neuen Saison gegangen und möchte das natürlich auch bleiben. Aber dafür muss er eine Hürde überspringen, die bisher zwei Mal zu hoch war: Beim SV Sandhausen soll der erste Sieg am Hardtwaldstadion her.
Die Ausgangslage
Was für ein Saisonauftakt für die Roten Teufel! Das 3:2 gegen 1860 München wird den über 40.000 dabei gewesenen Zuschauern noch lange im Gedächtnis bleiben und hat für große Euphorie gesorgt. Aber es zeigte auch noch einige Schwächen auf, immerhin lautete der Zwischenstand 0:2 und keiner gab mehr einen Pfifferling auf den FCK. Die Lehre aus der vergangenen Saison muss nun sein, dass auf einen großen Sieg nicht schon wieder eine große Niederlage folgt.
Weniger Freude hatten die Sandhäuser zum Saisonauftakt. Bei Aufsteiger Darmstadt 98 am Böllenfalltor musste die Elf von Alois Schwartz eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen, das Aufbäumen in Unterzahl kam im Gegensatz zum FCK zu spät.
Das Personal
Never change a winning team? Beim FCK könnte diese alte Fußballweisheit am Sonntag Gültigkeit behalten, aber freilich mit der grandiosen Formation aus der zweiten Halbzeit gegen die Löwen: Das würde Kevin Stöger (für Alexander Ring oder Ruben Jenssen) ebenso in die Startelf spülen wie Marius Müller (für den gesperrten Tobias Sippel, auf der Bank sitzt erstmals Julian Pollersbeck). In der Abwehrkette hingegen behielte demnach Jean Zimmer seinen Stammplatz vor dem wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrten Michael Schulze. Definitiv fest steht schon jetzt, dass der FCK erneut mit einer Ein-Stürmer-Taktik auflaufen wird.
Der Gegner
Sandhausen ist eine echte FCK-Filiale, viele aus Lautern Weggeschickte haben im Hardtwald ihre neue Heimat gefunden. Neben Cheftrainer Alois Schwartz sind hier insbesondere Denis Linsmayer (letzte Saison laut „Kicker“ zweitbester defensiver Mittelfeldspieler der Liga) und Andrew Wooten zu nennen. Wooten brennt nach der Verbannung auf die Bank zum Saisonauftakt auf seinen ersten Einsatz. Verzichten muss Schwartz auf seinen erfahrenen Linksverteidiger Timo Achenbach, der in Darmstadt per Handspiel den spielentscheidenden Elfmeter verursachte und obendrauf noch die Rote Karte sah.
Das letzte Spiel
Das war nix vor einem Jahr: Am 14. September 2013 unterlag der FCK dem SVS an einem ganz bitteren Samstagmittag mit 0:1, Frank Löning sorgte kurz vor dem Abpfiff für die Entscheidung in einem Spiel Marke „schlechtes Null-Null“. Für Interimstrainer Oliver Schäfer bedeutete diese Pleite das Ende der Chef-Träume, drei Tage später stand Kosta Runjaic erstmals auf dem Trainingsplatz.
Fan-Infos
Das Hardtwaldstadion in Sandhausen wird zurzeit gemäß den DFL-Anforderungen auf 15.000 Plätze ausgebaut, gegen den FCK werden 13.500 Zuschauer hinein passen. Eines ist dabei sicher: Von den 10.000 erwarteten Besuchern werden - wie auch in den beiden Vorjahren - die meisten Rote Teufel sein. Passend zum Spitznamen der FCK-Truppe haben die Fans zu einer Mottofahrt aufgerufen: Alle Auswärtsfahrer sollen in roten Betze-Trikots die Reise nach Sandhausen antreten (siehe: Alle im Trikot nach Sandhausen).
O-Töne
Auf einen gelungenen Saisonstart hofft, wie nicht anders zu erwarten, FCK-Trainer Kosta Runjaic: „Ein neues schweres Spiel kommt auf uns zu und es wird sicherlich ein anderes Drehbuch geben. Aber wir haben eine erfolgreiche Woche gestartet und wollen sie auch erfolgreich beenden.“
Der langjährige FCK-Nachwuchsspieler Denis Linsmayer, auf der SVS-Homepage als „Senkrechtstarter aus der Pfalz“ betitelt, denkt vor dem Spiel am Sonntag erstmal an das vergangene Jahr zurück: „Dort haben wir es beim 1:0-Erfolg vorgemacht. Gegen ein ähnliches oder auch besseres Resultat hätte ich nichts einzuwenden.“ Wir aber schon, Linsi!
Daten und Fakten
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Voraussichtliche Aufstellungen
SV Sandhausen: Riemann - Stiefler, Olajengbesi, Hübner, Paqarada - Linsmayer, Kulovits - Kuhn, Bieler, Thiede - Wooten (Gartler)
Ersatz: Knaller, Kister, Pfertzel, Zillner, Kratz, Bouhaddouz, Gartler
Es fehlen: Achenbach (Rot-Sperre), Jovanovic (Kreuzbandriss), Tüting (Muskelfaserriss im Oberschenkel), evtl. Kratz (Sprunggelenkverletzung), evtl. Zillner
1. FC Kaiserslautern: Müller - Zimmer (Schulze), Torrejon, Heintz, Löwe - Karl - Matmour, Jenssen, Stöger, Gaus - Lakic
Ersatz: Pollersbeck, Heubach, Orban, Fomitschow, Ring, Mugosa, Hofmann
Es fehlen: Sippel (Rot-Sperre), Riedel (Prellung), Osei-Kwadwo (Virusinfektion), Zellner (Reha), Alushi, Hajri, Occean (alle nicht berücksichtigt)
- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.
Quelle: Der Betze brennt

Ergänzung, 19:24 Uhr:
Rote Teufel kommen: Polizei sieht "Spiel mit Brisanz"
(...) "Das [Sandhausen gegen Kaiserslautern] ist ein Spiel mit Brisanz", sagt Polizeisprecher Klump. "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet." Und die "Brisanz" zeigt sich auch an der Zahl der Polizisten. Wie viele genau eingesetzt werden, wollte Klump nicht verraten. Ein Einsatzschwerpunkt wird der Bahnhof sein, wo zwei Sonderzüge aus Kaiserslautern ankommen. Nur so viel: Die Zahl sei "der Lage angepasst". Sie wird wohl ähnlich hoch sein wie vor einem Jahr. Als die "Roten Teufel" an Ostern 2013 im Hardtwaldstadion gastierten, waren es über 300 Beamte. Etwas weniger könnten es aber sein, denn Fankrawalle gab es letztes Mal keine und es werden "nur" 10.000 Zuschauer erwartet. Bis Donnerstag wurden knapp über 8000 Karten verkauft, 3500 davon gingen nach Kaiserslautern. Wobei sich wohl auch viele Lautern-Fans unter die Sandhäuser mischen werden. Nur in den A-Blöcken sind Fanutensilien der Gäste verboten. Letztes Jahr waren es 12.000 Fans, das Stadion ausverkauft. Nun wäre Platz für rund 13.000, da das Stadion weiter ausgebaut wurde.
(...)
Eine besondere Regelung gibt es im Stadion: Die Sandhäuser Fans erhalten "Vollbier", die Anhänger des 1. FCK nur alkoholfreien Gerstensaft. "Das Unfallrisiko ist sonst viel höher", sagt Ordnungsamtschefin Sherman. Schließlich solle niemand betrunken vor einen Bus oder auf die Bahngleise fallen. (…)
Quelle und kompletter Text: Rhein-Neckar-Zeitung


