Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Waldhof Mannheim

Kopf hoch, Brust raus!

Kopf hoch, Brust raus!


Es ist soweit! Erstmals nach 22 Jahren trifft der 1. FC Kaiserslautern in einem Liga-Heimspiel auf Waldhof Mannheim (Sonntag, 13:00 Uhr, Fritz-Walter-Stadion). Alle Lautrer müssen zusammenhalten, um gegen den Erzrivalen die drei Punkte einzufahren.

Das Derby kündigt sich schon seit Monaten an. Während FCK-Ikone Gerry Ehrmann im Februar noch flapsig fragte "Waldhof? Gibt es diesen Verein immer noch?", pöbelten im April bei der Aufstiegsfeier Mannheimer Fans gegen Fritz Walter: "Wir ziehen los, mit Schaufeln und mit Spaten, um Fritz Walter auszugraben." Dass es sich dabei nicht um eine Suff-Aktion handelte, zeigte sich im Sommer, als derselbe Spruch in der Kurpfalz auf Aufklebern platziert wurde. Bundesweite Beachtung fand zudem die Nacht-und-Nebel-Aktion, als Waldhöfer zwei der Fußballerfiguren am Elf-Freunde-Kreisel köpften. Man könnte noch vieles weiteres aufzählen, von Internet-Videos, (Lautern-)Schweinen oder Spruchbändern.

Braucht da wirklich noch jemand eine extra Motivation? Muss man noch jemandem erklären, warum es gegen Mannheim um mehr geht als nur um drei Punkte? Am Sonntag um 9:45 Uhr beim Fanmarsch vom Sankt-Martins-Platz, dann ab 13:00 Uhr beim Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion darf es kein Haarbreit mehr Platz geben zwischen allen, die es mit dem 1. FC Kaiserslautern halten. Dann gibt es nur noch ein einzig und alleiniges "Wir": Die Elf auf dem Platz und der zwölfte Mann auf den Rängen. Gemeinsam sind wir stark!

Was muss man sonst noch zum Derby wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Mit dem 5:3-Auswärtssieg in Zwickau haben die Roten Teufel rechtzeitig Selbstvertrauen getankt und so viele Tore in einem Liga-Spiel geschossen, wie seit fast neun Jahren nicht mehr. Die Tabellensituation ist zwar nach wie vor schlecht, zählt aber in einem Derby sowieso nicht. Wie in einem Pokalendspiel können Sascha Hildmann und sein Team am Sonntag alles gewinnen oder alles verlieren: Es geht um den Titel "Derbysieger"!

Personell ist zu erwarten, dass der Trainer seiner erfolgreichen Startelf erneut das Vertrauen schenkt. Das würde bedeuten, dass Kevin Kraus wieder in der Innenverteidigung aufläuft, Carlo Sickinger in der Mittelfeldzentrale und Timmy Thiele auf der rechten Außenbahn. Aber: Mit Simon Skarlatidis und Neuzugang Lucas Röser stehen zwei interessante zusätzliche Alternativen zur Verfügung, sei es für die Startelf oder als Joker. Verletzt passen müssen weiterhin Theo Bergmann und Andri Bjarnason.

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Auch die Waldhof-Buben haben mit dem 4:3-Heimerfolg gegen Duisburg eine glanzvolle Generalprobe hingelegt. Der von Bernhard Trares trainierte Aufsteiger ist saisonübergreifend seit 27 Liga-Spielen ungeschlagen und reist mit breiter Brust auf den Betzenberg - genau der richtige Zeitpunkt also, um die Waldhöfer mit dem Siegel "Derbyverlierer" zurück in die Kurpfalz zu schicken!

Verzichten müssen die Blau-Schwarzen auf Stammtorhüter Markus Scholz, der sich gegen Duisburg einen Kreuzbandriss zugezogen hat und vom unerfahrenen Timo Königsmann ersetzt wird. In sich hat es vor allem die Offensive der Mannheimer, die in der vergangenen 88 Tore produziert hat. Besonderes Augenmerk gilt hier Valmir Sulejmani (sechs Saisontore inklusive DFB-Pokal) und dem Ex-Lautrer Maurice Deville.

Frühere Duelle

Das bisher letzte Derby im Fritz-Walter-Stadion war eines der schönsten: Mit 5:0 brillierte der bereits als Bundesliga-Aufsteiger feststehende FCK am 26. Mai 1997 und schickte den Waldhof in die Regionalliga. Martin Wagner, zweimal Harry Koch, Olaf Marschall und Jürgen Rische erzielten vor 38.000 Zuschauern die Tore für die Roten Teufel. Weitere legendäre Duelle haben wir diese Woche in einem separaten DBB-Artikel zusammengefasst: Die Derby-Geschichte in zehn Akten.

Fan-Infos

Um die 40.000 Zuschauer werden für einen würdigen Rahmen sorgen, darunter knapp 5.000 Gästefans. Damit wird das Südwest-Derby eines der fünf meistbesuchten Spiele in der Geschichte der 3. Liga sein.

Die Lautrer Fangemeinde trifft sich schon frühmorgens am Sankt-Martins-Platz (Nähe Stiftsplatz & Hannenfass), von wo schon um 9:45 Uhr der Derbymarsch zum Betze hinauf starten wird. Im Fritz-Walter-Stadion ist eine gewaltige Choreographie geplant, zu der sich alle Zuschauer frühzeitig auf ihren Plätzen sollen. Außerdem gilt das gemeinsame Motto für alle, egal ob Jung oder Alt, Stehplatz oder Sitzplatz, Mann oder Frau: Alle in Rot!

Die Polizei wird am Derby-Tag mit einem Großaufgebot im Einsatz sein und - davon ist zumindest auszugehen - in der Stadt und im Stadion ein Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppen verhindern. Auch auf den Anreisewegen soll eine Fantrennung gewährleistet werden, wobei hier offene Augen und ein klarer Kopf bei allen FCK-Fans trotzdem nichts schaden können. Für den Elf-Freunde-Kreisel sind in den Zeiträumen von 10:40 bis 11:45 Uhr und von 15:40 bis 16:15 Uhr Sperrungen angekündigt, die anreisende Zuschauer in ihren Planungen berücksichtigen sollten. Also lieber im Stadion noch eine Bratwurst essen oder ein hoffentlich Siegesbierchen trinken - auch wenn es auf Anordnung der Polizei nur alkoholfreies gibt. Weitere Fan-Infos, auch zu zusätzlichen Zügen, hat der FCK auf seiner Website veröffentlicht.

O-Töne

FCK-Trainer Sascha Hildmann: "Ich bin als 14-, 15-Jähriger auch mit dem Zug nach Ludwigshafen gefahren und habe mir diese Spiele angeschaut. Jeder weiß, welche Bedeutung das Derby hat."

Betze-Stürmer Christian Kühlwetter: "Der Sieg und die Leistung aus dem Zwickau-Spiel geben uns Rückenwind. Wir wollen den Schwung mit ins Derby nehmen und den Betze am Sonntag zum Beben bringen!"

Waldhof-Coach Bernhard Trares: "Das ist das heißeste Derby, das Mannheim spielen kann. Da ist Brisanz drin, aber von der Vorbereitung her gibt es da keinen Unterschied und wir sind fokussiert auf das Spiel"

SVW-Angreifer Maurice Deville: "Natürlich wird es wieder ein schweres Spiel. Die Luft wird brennen, aber wir werden vorbereitet sein. Der Gegner wird versuchen, uns im eigenen Stadion zu beeindrucken. Das werden wir nicht zulassen.“

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Voraussichtliche Aufstellungen

1. FC Kaiserslautern: Grill - Schad, Kraus, Matuwila, Hercher - Bachmann - Thiele, Sickinger, Starke, Pick - Kühlwetter

Es fehlen: Bergmann (Virusinfektion), Bjarnason (Muskelbündelriss), Esmel (Kreuzbandriss), Spalvis (Knorpelschaden)

- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.

Waldhof Mannheim: Königsmann - Marx, Schultz, Seegert, Conrad - Christiansen, Schuster - Deville, G. Korte, Diring - Sulejmani

Es fehlen: Bouziane (Trainingsrückstand), Gouaida (Muskelfaserriss), Just, Scholz (beide Kreuzbandriss), R. Korte (Meniskus-OP), Weißenfels (Bänderriss)

Autor: Thomas

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