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Neuzugang-Porträt

Die jüngere Version vom Bayern-Kim: Neuzugang Jisoo im DBB-Porträt

23.07.2025, 13:45 Uhr - Autor: Eric Scherer

Als - womöglich vorläufiges - Ergebnis seiner Suche nach einem "linken" Innenverteidiger präsentiert der 1. FC Kaiserslautern Jisoo Kim (20). Der Südkoreaner passt vielleicht nicht perfekt ins Profil, stellt auf jeden Fall aber eine interessante Lösung dar.

Titelfoto

Foto: Imago Images

Er ist erst 20 Jahre alt. Er hat noch kein A-Länderspiel bestritten. Dennoch ist er für sein Land bereits zu einer besonderen Rekord-Ehre gekommen. Jisoo Kim ist der jüngste Südkoreaner, der jemals in der Premier League zum Einsatz kam.

Es geschah am 27. Dezember 2024: In der 74. Minute bringt Thomas Frank, Manager des FC Brentford, in der Meisterschaftspartie gegen Brighton & Hove Albion für den verletzt ausscheidenden Innenverteidiger Ben Mee diesen jungen Südkoreaner. Viel zu reißen vermag der Debütant anschließend nicht mehr, die Partie endet 0:0. Immerhin aber gibt’s hinterher ein Lob vom Coach. "Jisoo Kim hat sich ohne jede Nervosität ins Team eingebracht", so Frank.

Damit war Jisoo in seiner zweiten Saison auf der Insel ein Stück näher an die erste Mannschaft der Bees gerückt. Endlich. Im ersten Jahr war er ausschließlich in deren U21-Team eingesetzt worden, bestritt für dieses 29 Einsätze und erzielte dabei einen Treffer. Immerhin. Dennoch darf man davon ausgehen, dass der junge Mann sich vorgestellt hatte, auf seiner ersten Auslandsstation schneller voranzukommen. In seiner Heimat hatte er sich schließlich schon längst als großer Hoffnungsträger profiliert.

Debüt mit 17, mit 19 bereits international gefragt



Bei seinem Debüt für seinen Heimatverein Seongnam FC war er erst 17 Jahre alt - und wurde so auch zum jüngsten Spieler, der jemals in der K-League gespielt. In der ersten Jahreshälfte 2023, also vor seinem Wechsel nach England, hatte er für die U20-Auswahl auf zwei großen internationalen Turnieren auf sich aufmerksam macht. Beim Asien Cup im März und bei der U20-Weltmeisterschaft im Mai erreichte er mit seinem Team jeweils das Halbfinale. Unter anderem stand er dabei gegen die Nachwuchsteams aus Italien (1:2) und Frankreich (2:1) über die volle Spielzeit auf dem Platz.

Seine Auftritte sollen damals auch Scouts von Bayern München auf den Plan gerufen haben. Der "FC Hollywood" entschied sich dann aber, Jisoos erfahreneren Namensvetter Min-jae Kim für bescheidene 50 Millionen Euro vom SSC Neapel zu transferieren.

Mit Südkoreas nunmehr 28-jährigem Topstar wird der Youngster öfter verglichen - und das nicht nur wegen seines für einen Asiaten ungewöhnlichen Gardemaßes von 1,92 Metern, mit dem berühmteren Kim sogar um zwei Zentimeter überragt. Sungmo Lee, einer der angesehensten Sportjournalisten Südkoreas, sagt über Jisoo Kim: "Er hat ähnliche Fähigkeiten wie Kim Min-jae und ist in der Lage, von hinten zu pressen. Er ist nicht nur ein großartiger Verteidiger, sondern kann auch zum Aufbauspiel aus dem Rückraum beitragen und gekonnt und präzise lange Pässe spielen."

Von den "Bees" gescoutet - auch eine Art Auszeichnung

Vorübergehendes Bayern-Interesse in der Vita stehen zu haben, macht sich sicher gut. Vom FC Brentford gescoutet worden zu sein, ist durchaus aber auch eine Art Auszeichnung. Die "Bees" haben sich in England neben Liverpool und Brighton & Hove Albion den Ruf erworben, sich das sogenannte Daten-Scouting erfolgreicher als alle anderen Klubs erschlossen haben. Eingeleitet hat die Entwicklung Klub-Eigner Matthew Benham, der zuvor im Wettgeschäft Millionen machte und seine in dieser Branche entwickelte "Moneyball"-Software fürs Fußball-Management modifizierte. Der Erfolg spricht für sich: Benham übernahm den Klub 2012 als Drittligist, 2021 zog er mit ihm in die Premier League ein.

Auf seiner Homepage beschrieb der Verein den Youngster anlässlich seines Aufstiegs in den Profi-Kader mit den Worten: "Kim ist ein selbstsicherer, aber ruhiger Spieler, der auf dem Platz durch seine Fähigkeit, unter Druck aus der Abwehr heraus zu spielen, Selbstvertrauen ausstrahlt, während er sich auch im Mittelfeld gut mit dem Ball bewegen kann."

Lob gab es auch von Jürgen Klinsmann, bis Februar 2024 Trainer der südkoreanischen Nationalmannschaft. Zu einem Trainingslager in England im September lud er auch Kim Il-soo ein. In den in diesem Rahmen ausgetragenen Länderspielen gegen Wales (0:0) und Saudi-Arabien (1:0) setzte er den Youngster zwar nicht ein, war aber von dessen Trainingsleistungen angetan. "Er ist ein sehr begabter junger Spieler, der sich noch entwickelt. Am Anfang war er etwas schüchtern, was ja auch zu erwarten war. Aber nach zwei oder drei Tagen kam er aus seinem Schneckenhaus heraus und es hat viel Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten."

2024/25 nur drei Kurzeinsätze bei den Profis

In der Premier League ging es nach seinem eingangs erwähnten Debüt für ihn jedoch nicht weiter. In der Saison 2024/25 kam es nur noch zu zwei weiteren Kurzeinsätzen, der zweite gegen Aston Villa im März dauerte nur eine Minute. Naja - wäre es für ihn besser gelaufen, wäre es einem deutschen Zweitligisten auch kaum möglich, ihn sich für ein Jahr auszuleihen. "Jisoo Kim zeichnet sich durch seine Beidfüßigkeit, Technik und seine Physis aus", sagt FCK-Sportdirektor Marcel Klos. "Wir sind davon überzeugt, dass er eine Verstärkung für unsere Defensive sein kann."

Das Datenmaterial, das für uns greifbar ist, kann lediglich mit Vorsicht genossen werden. "Wyscout" attestiert ihm eine Passgenauigkeit von 88 Prozent. Lange Bälle schlägt er zu 58,4 Prozent präzise, gewinnt 59,6 Prozent seiner Zweikämpfe, 58,6 Prozent seiner Kopfballduelle. Das liest sich recht ordentlich, basiert allerdings auf Zahlen, die im Rahmen von Kurzeinsätzen erhoben wurden und zum Teil schon über zwei Jahre zurückliegen. Daher verzichten wir an dieser Stelle auf unseren Vergleich mit Werten aktueller oder gerade verabschiedeter FCK-Spieler.

Noch keine große Lösung. Kann aber eine werden

Fazit: Schon klar, wie die große Lösung für die linke Innenverteidiger-Position, die sich viele wünschen, mutet Jisoo Kim nicht an. Aber Marcel Klos und andere FCK-Verantwortlichen haben in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass es aktuell schwierig ist, auf dem Markt jemanden zu finden, der perfekt ins gesuchte Profil passt.

Eine Möglichkeit ergibt sich womöglich erst wieder, wenn sich Ende August das Transferfenster schließt und es die berühmten "letzten Patronen" zu verschießen gilt, die der Klub sich solange im Budget-Gürtel behält. Insofern ist mit Jisoo Kim gut vorgebeugt. Falls sich gar nichts mehr ergibt, hat man mit ihm wenigstens eine Alternative in petto, die zumindest das Potenzial hat, die große Lösung zu werden.

Dass die Leihgabe motiviert zur Sache geht, davon kann man ausgehen: Jisoo Kim möchte sich weiter seine Nationalmannschaft empfehlen und mit ihr an den Asian Games 2026 im japanischen Nagoya teilnehmen.

Viel Videomaterial über ihn war auch nicht zu finden. Hier ein knapp zehn Minuten langes Highlight-Video, das wenigstens ein paar effektive Zweikampf-Aktionen zeigt. Und an ein, zwei Stellen blitzt auf, dass er durchaus auch den linken Fuß benutzen kann:

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- Beidfüßiger Innenverteidiger: Koreaner Jisoo Kim kommt von Brentford zum FCK