Neues vom Betzenberg

"Wir stehen wieder auf": Wut und Trotz am Betze

Foto: Eibner/Neis

Den Kopf hängen lassen oder weiter Vollgas geben? Beim 1. FC Kaiserslautern herrscht nach dem bitteren 2:2 gegen den FSV Zwickau weiterhin Kampfeswille. Der Zorn richtet sich abermals gegen den Schiri, der Blick geht schon voraus aufs nächste Spiel.

"Dass wir in der 94. Minute nicht so das Tor kassieren dürfen, das wissen wir selbst. Aber ich gehe mal davon aus, wenn wir mit elf Spielern auf dem Platz gestanden hätten, dann hätten wir wahrscheinlich eher das 3:1 gemacht als das 2:2 zu kassieren. Umso bitterer ist es dann halt, dass wir immer wieder unter Schiedsrichter-Fehlentscheidungen leiden müssen und der Gegner davon profitiert. Das nervt ganz, ganz extrem." FCK-Trainer Marco Antwerpen hatte den Hauptschuldigen für den Nackenschlag im Nachholspiel schnell ausgemacht: Schiedsrichter Patrick Hanslbauer. Der 30-jährige Student aus der Nähe von Nürnberg hatte Mittelfeldspieler Anil Gözütok nach 75 Minuten vom Platz gestellt, was nicht nur Antwerpen als übertriebene Entscheidung bewertete: "Er ist natürlich mit gestrecktem Bein oben in der Luft, aber er will nur zum Ball und sieht den Gegenspieler gar nicht. Der Gegenspieler macht dann eine Kopfverletzung daraus, dabei ist er nur an der Schulter getroffen worden, wie man deutlich sehen konnte. Da gibt es normal eine Gelbe Karte und dann geht es weiter - eine Rote Karte ist das niemals."

Hercher: "Wahnsinn, das ist keine Rote Karte"

Und so kam es, wie es gegen diesen Gegner in der 3. Liga schon so oft gekommen ist: Die aufopferungsvoll kämpfenden Roten Teufel hatten zunächst das 0:1 durch Ex-Lautrer Manni Starke kassiert (60.), drehten die Partie dann aber durch Philipp Hercher (64.) und ein Zwickauer Eigentor (75.) - ehe in der fünften Minute der Nachspielzeit ein allerletzter Freistoß den Weg in den Strafraum und über Umwege schließlich ins Tor fand (90.+5). Dem FCK gehen damit zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf durch die Lappen.

"Wahnsinn, das ist keine Rote Karte", pflichtete auch Torschütze Philipp Hercher seinem Trainer bei. "Wir haben ein insgesamt gutes Spiel gemacht, sind nach dem zu diesem Zeitpunkt aber nicht unberechtigten Rückstand zurückgekommen. Wir haben uns in jeden Zweikampf gehauen, die Emotionen waren super von uns. Ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Dann nur mit einem Punkt dazustehen, ist sehr, sehr ärgerlich. Aber es hilft nichts ... wir müssen weitermachen und am Samstag die drei Punkte in Lübeck holen."

Zuck: "Die letzte Aktion ... und dann so ein Billard-Tor"

"Es ist gerade ganz schwer. Da müssen wir wieder ein dickes Ding schlucken, die letzte Aktion, und dann so ein Billard-Tor", machte auch Hendrick Zuck aus seinem Herzen keine Mördergrube. Es war nicht der erste späte Niederschlag für die Roten Teufel in dieser Saison. "Aber es hilft nichts. Wir haben heute alles rausgehauen. Genau das müssen wir gegen Lübeck auch machen, und dann gewinnen wir dort - das ist gar keine Frage."

Dabei sah es in einem spannenden Drittliga-Spiel lange gut aus für den FCK, wie Trainer Antwerpen mit Blick auf das große Ganze resümierte: "Wir hatten in der ersten Halbzeit schon gute Torchancen, mussten aber auch selbst immer bei den Standardsituationen von Zwickau aufpassen, was deren fast einzige Waffe ist. In der zweiten Halbzeit waren wir zunächst zu passiv und haben dann folgerichtig auch das 0:1 kassiert. Aber die Reaktion, die wir dann gezeigt haben, war wieder überragend. Mit der Einwechslung von Nicolas Sessa waren wir spielerisch komplett überlegen, haben zwei Tore aus dem Spiel heraus gemacht." Aber dann sei es wieder der Schiedsrichter gewesen, der nicht gewollt habe, dass die Roten Teufel dieses Spiel gewinnen.

Antwerpen: "Wir lassen uns nicht unterkriegen und stehen wieder auf"

Wie geht es jetzt weiter? In der nun begradigten Tabelle hat der FCK drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Acht Spieltage sind noch zu bestreiten. Aufgeben kommt somit nicht infrage, wie Marco Antwerpen unmissverständlich unterstreicht: "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir stehen wieder auf und werden am Samstag in Lübeck wieder eine herausragende Leistung bieten."

» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen den FSV Zwickau

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Spielbericht FCK-FSV 2:2 | Nackenschlag in letzter Sekunde (Der Betze brennt)

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