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Ex-Schiri Rafati beurteilt strittige Derby-Situationen

Ex-Schiri Rafati beurteilt strittige Derby-Situationen

Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Das Foul von Bachmann an Jänicke, die nicht gegebenen Elfmeter für Kaiserslautern, Saarbrücken, 1860, Wiesbaden, Magdeburg und Ingolstadt, die Platzverweise gegen Spahic und Dressel, das Foul von Sorge an Mölders und das nicht gegebene 1:0 für den KFC. Am 13. Spieltag hat sich Ex-FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati für liga3-online.de 13 Szenen genauer angeschaut.

1. FC Saarbrücken - 1. FC Kaiserslautern 1:1

Szene 1: Frei vor dem Tor kommt Tobias Jänicke (Saarbrücken) in Schussposition, wird von Janik Bachmann (Kaiserslautern) aber zu Fall gebracht. Schiedsrichter Franz Bokop belässt es bei Gelb. [TV-Bilder - ab Minute 21:05]

Babak Rafati: Jänicke wird angespielt und hat dadurch eine sehr aussichtsreiche Torchance, wird jedoch von Bachmann kurz vor dem gegnerischen Strafraum durch ein Foulspiel zu Fall gebracht. Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob die zwei anderen Verteidiger von Kaiserslautern noch hätten eingreifen können. Diese Frage ist zu verneinen, denn sie stehen relativ (!) weit weg, um noch eingreifen zu können. Jänicke hat nur noch den Torwart vor sich und hätte mit nur einem Schuss das Duell für sich entscheiden können. Auf der anderen Seite ist das Foulspiel nicht nur gelbwürdig: Bachmann nimmt die Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf, da der Einsatz mit offener Sohle im Bänder-/Knöchelbereich passiert. Das ist eine brutale Spielweise, sodass zwei Argumente für eine rote Karte gegen Bachmann sprechen. Eine Fehlentscheidung, nur Gelb zu zeigen.

(...)

Szene 4: Einen Kopfball von Tobias Jänicke (Saarbrücken) wehrt FCK-Keeper an der Strafraumgrenze mit dem Ellenbogen ab und sieht Rot. [TV-Bilder - ab Minute 2:55]

Babak Rafati: Eine äußerst diskussionswürdige Szene, die selbst mit einem Standbild nicht zu 100 Prozent aufzulösen ist. Bei einem langen Angriff von Saarbrücken will Jänicke den Ball an der Strafraumgrenze über den herausgeeilten Keeper hinwegköpfen, der sich etwa noch einen halben bis einen Meter innerhalb des eigenen Strafraumes befindet. Dabei reißt der Keeper beide Arme hoch und wehrt den Ball nach vorne ab. Ob der Kontakt noch innerhalb oder außerhalb geschieht, kann man nicht zweifelsfrei bewerten. Das besonders Schwierige ist, dass der Keeper die Arme nicht nur hochreißt, sondern auch noch mit einer Bewegung nach vorne und somit Anlass dazu gibt zu hinterfragen, ob der Ballkontakt mit Arm/Ellenbogen nicht vielleicht doch außerhalb des Strafraumes geschieht. Als Schiedsrichter ist es ratsam von solchen Szenen, bei denen man sich nicht sicher ist, die Finger zu lassen. Ich persönlich hätte es in diesem Fall laufen lassen. Wenn sich der Schiedsrichter allerdings sicher ist oder vielleicht sogar den Impuls von seinem Assistenten bekommen hat, der von der Seite den besten Blickwinkel hat, sollte man die Entscheidung akzeptieren.

Quelle: liga3-online.de

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