Neues vom Betzenberg

 

Littig: "Später die richtigen Schlüsse ziehen"

Zwei Tage nach seinem erzwungenen Rücktritt hat sich heute Michael Littig erstmals öffentlich geäußert. Der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern bedankt sich bei seinen Unterstützern, respektiert aber auch die Argumente seiner Kritiker.

"Heute geht es mir hier nur darum, mich bei allen ganz herzlich für Ihren Einsatz und ganz persönlich für die wirklich vielen persönlichen und weiter motivierenden Ansprachen ganz herzlich zu bedanken", schreibt Littig in einem persönlichen Statement. Nachtreten will der beim FCK mit großen Ambitionen angetretene, aber letztendlich gescheiterte IT-Unternehmer nicht. Er blickt wie folgt auf die turbulenten letzten Wochen zurück und mit einem Satz auch auf die Zukunft voraus: "Viele haben sicher alles gegeben, um eine Lösung zu finden. Haben sich für Lösungen eingesetzt und viele mussten schwere und weitreichende Entscheidungen treffen. Ganz gleich in welche Richtung: viele handelnde, viele Fans und Mitglieder mussten sich zum Teil ohne Detailkenntnisse eine Meinung bilden und sind, je nach persönlicher Kenntnis zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. So gab es auch einige Anschreiben an mich, die mir den Rücktritt nahegelegt haben. Auch viele der dort angeführten Argumente muss man respektieren. Es ist immer gut und wichtig, dass Menschen sich einbringen und Positionen vertreten. Ich hege daher aktuell keinen Groll! Mehr kann und möchte ich heute nicht sagen. Sicher muss bei Gelegenheit einiges aufbereitet werden, aber dann primär, um die Erfahrungen zu werten und die für die Zukunft richtigen Schlüsse zu ziehen!"

Erfüllte Rücktrittsforderung sorgt für heftige Kontroversen beim FCK

Michael Littig war am Donnerstag nach der 3:2-Entscheidung im FCK-Beirat für den Einstieg von Flavio Becca von allen Ämtern zurückgetreten. Damit erfüllte er eine Forderung aus dem sogenannten "Letter of Intent", der Absichtserklärung, die neben Kapitalgeber Becca auch die FCK-Vertreter Patrick Banf, Martin Bader und Michael Klatt unterschrieben hatten (siehe DBB-Interview mit Klatt: "Beide Angebote hatten Vorteile und Nachteile"). Diese Rücktrittsforderung hatte vereinsintern für heftigste Kontroversen gesorgt: Kritiker werten sie als Erpressung und sehen das Vereinswohl nachhaltig beschädigt, wenn potenziellen Investoren derartige Druckmittel gestattet werden. Auch die Vereinsgremien Ehrenrat, Vorstand, Rechnungsprüfer und Vereinsrat hatten sich zuvor einstimmig gegen die Rücktrittsforderung ausgesprochen. Befürworter sehen den Littig-Rücktritt hingegen als notwendiges Übel und erhoffen sich davon genau das Gegenteil, nämlich dass damit endlich Ruhe beim FCK einkehrt.

» Zum kompletten Statement von Michael Littig auf Facebook

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Becca sticht pfälzische Investoren aus - Littig tritt zurück

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