Neues vom Betzenberg

 

Elfter Neuzugang: Das ist Wolfgang Hesl

Wolfgang Hesl kommt von den Würzburger Kickers und mit viel Erfahrung auf den Betzenberg, um als Backup die beiden jungen Nachwuchstorhüter zu fördern. Der Routinier im Porträt.

Als der 1. FC Kaiserslautern in der Spielzeit 2014/15 fast aufgestiegen wäre, gehörte Wolfgang Hesl zu den eher unangenehmen Gegenspielern: Im Hinspiel sorgte der Torhüter der SpVgg Fürth mit für die erste Saisonniederlage der Roten Teufel und im Rückspiel hätte er ihnen fast noch ein Ei ins Nest gelegt. Im Spielbericht von Der Betze brennt wurden die letzten Sekunden aus dem Fritz-Walter-Stadion wie folgt archiviert: "Ein gellendes Pfeifkonzert, ein Hagelschauer von Bechern, Feuerzeugen und was sonst noch greifbar war, vergeblich versucht mit Schirmen abzufangen. Und dann für einen Sekundenbruchteil die ultimative, zerfetzende Stille, der Showdown: Zweimal war der Fürther Keeper Wolfgang Hesl mit nach vorne geeilt. Als der Ball das zweite und letzte Mal in den Lautrer Strafraum segelte, klatschte Hesl, etwa zwei Meter vor der Linie stehend, der Ball an die Brust. Tobias Sippel stand wie vom Donner gerührt, unfähig zu reagieren. Alles hielt den Atem an - und dann kam da ein roter Teufelskerl (War es Ring? War es Orban? Völlig egal!) und drosch den Ball weit, weit, weit weg. Und dann war Schluss."

Gescheiterte Relegation gegen den HSV

Wolfgang Hesl hat in seiner Fußballerkarriere schon viel gesehen. Viele Vereine, viel Freude, aber auch viel Leid. Eins der Highlights in der Karriere des mittlerweile 32 Jahre alten Keepers wird sicher sein erster Bundesligaeinsatz für den Hamburger SV am letzten Spieltag der Saison 2007/08 gegen den Karlsruher SC sein. Genau dieser HSV dürfte aber auch für einen der tristesten Tage in der Karriere Hesls gesorgt haben. Über die SV Ried und Dynamo Dresden landete er zu Beginn der Spielzeit 2012/13 bei der SpVgg Fürth: Nach dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Bundesliga verpasste das Kleeblatt am Ende der Spielzeit 2013/14 in der Relegation gegen besagten HSV den direkten Wiederaufstieg. Zwei Unentschieden (1:1 und 0:0) gegen den Bundesliga-Dino waren zu wenig.

Zu Saisonbeginn oft Stammkeeper, aber viele Rückschläge

Das Scheitern in der Relegation gab der Karriere des Torhüters eine eigenartige Wende. In jede Saison ging Hesl als Stammkeeper, war aber bei nahezu keiner seiner nachfolgenden Stationen unumstritten. Auch weil er sich den einen oder anderen Patzer erlaubte. Als Arminia Bielefeld im März 2017 gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga spielte, erwischte es ihn aber doch. Der damalige DSC-Trainer Jürgen Kramny zog beim Spiel in Nürnberg Daniel Davari Hesl vor.

Pikant: Kramny wurde danach beurlaubt, doch auch Kramnys Nachfolger hielten vorerst an Davari fest. Erst in den letzten drei Spielen kam Hesl wieder zum Einsatz und schaffte den Klassenerhalt mit der Arminia. Trotzdem wechselte er nach der Saison zum Absteiger Würzburger Kickers. Dort war er von FWK-Trainer Stephan Schmidt als Leistungsträger und Führungsspieler auserkoren. Als Schmidt entlassen wurde, verlor Hesl unter Nachfolger Michael Schiele seinen Stammplatz erneut. Trotzdem ließ sich der Keeper nicht hängen und blieb weiter engagiert. Das imponierte auch Trainer Schiele: "Wenn man sieht, wie er trainiert und wie er sich von der Bank einbringt, das zeigt seine Qualität", sagte der Coach Ende Oktober über den gebürtigen Nabburger.

Beachtliche Elfmeterquote

Wie bereits in Fürth und Würzburg wird Hesl in Kaiserslautern erneut mit vielen jungen Spielern zusammenarbeiten. Vorgesehen ist für ihn dabei zunächst die Rolle als "Backup" hinter den Nachwuchshoffnungen Jan Ole Sievers und Lennart Grill. Hesl gilt als sehr emotional, sehr extrovertiert und kann - durchaus auch von der Bank aus - ein Leader innerhalb einer Mannschaft sein. Auf dem Platz hat er seine Entschlossenheit mehrmals unter Beweis gestellt. Ob sich mit ihr auch seine beachtenswerte Elfmeterquote erklären lässt? 34 Prozent aller Strafstöße landeten nicht in seinem Kasten.

Seine langjährige Erfahrung als Profi soll nun in Kaiserslautern einer der Faktoren bei der Mission Wiederaufstieg werden.


FCK-Neuzugang Wolfgang Hesl; Foto: Imago

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Quelle und kompletter Text: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Torhüter Wolfgang Hesl wird ein Roter Teufel (Pressemeldung FCK)

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