Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Thomas » 13.12.2016, 18:17


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Kummt Senf druff
Fehlende Gier


Warum steht der 1. FC Kaiserslautern kurz vor der Winterpause im unteren Tabellendrittel und nicht im oberen? Eine These: In einer Liga, wo Spiele häufig über Kleinigkeiten entschieden werden, fehlt manchmal der unbändige Wille.

Rückblick, September 2016: Der 1. FC Kaiserslautern steht vor dem Heimspiel gegen den selbstbewussten Aufsteiger Dynamo Dresden mit dem Rücken zur Wand. Im DFB-Pokal ausgeschieden, in der 2. Bundesliga auf dem letzten Platz, mit nur zwei Punkten und 1:8 Toren. Doch der erhoffte Befreiungsschlag gelingt, gegen Dresden zeigen die Roten Teufel eine starke Leistung und siegen durch Tore von Jacques Zoua (2) und Osayamen Osawe mit 3:0. Die Wende zum Guten?

Mitnichten. Schon drei Tage später werden die FCK-Fans auswärts beim 1. FC Heidenheim auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Schon nach zwei Minuten liegt das Team von Tayfun Korkut zurück, am Ende steht eine deutliche 0:3-Niederlage nach drei individuellen Fehlern in der Hintermannschaft: Stipe Vucur, Tim Heubach und Patrick Ziegler hatten gedanklich zu langsam agiert. Auf der anderen Seite wurden die wenigen eigenen Chancen liegen gelassen. Lag es an mangelnder Konzentration? Vielleicht zu viel abgefallener Druck nach der Erleichterung gegen Dresden? Fakt ist: Bei Heidenheim wirkte jeder Spieler bis unter die Haarspitzen motiviert, geradezu gierig auf den Sieg – und bei Lautern nicht.

Je höher der Druck wurde, desto besser spielte der FCK

Wenige Wochen später war der Druck wieder gewaltig geworden und die zwei FCK-Gesichter zeigten sich diesmal über mehrere Spieltage hinweg: Gegen den VfL Bochum gewann der FCK mit 3:0 und ausgerechnet Osayamen Osawe, der von den Fans nach seinem Paris-Ausflug noch mit Pfiffen empfangen worden war, wurde mit drei Toren zum umjubelten Helden des Tages. Es folgten die 1:0-Siege bei der SpVgg Fürth und zuhause gegen Union Berlin. Im Gegensatz zu manchen Partien am Anfang der Saison hatte der FCK hier das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite, aber vor allem auch eines: Den nötigen Biss. Das Bild des schlammverschmierten Marcel Gaus steht exemplarisch für den erzwungenen Kampfsieg gegen Union.

Der FCK hatte das Tabellenende hinter sich gelassen und Hoffnungen geschürt, in den folgenden vier Spielen gegen Abstiegskandidaten weiter zu klettern. Doch nach der Entspannung in der Länderspielpause folgte bei 1860 München ein müdes 1:1, in dem die Roten Teufel den schwachen Gegner zwischen der 60. und 85. Minute komplett in Ruhe ließen und erst ganz am Schluss noch mal vor das gegnerische Tor stürmten. Man könne mit dem Punkt leben, wenn er im nachfolgenden Derby gegen den Karlsruher SC durch einen Sieg veredelt werde, sagte FCK-Trainer Tayfun Korkut nach dem Remis in München.

Doch auch gegen den KSC folgte nur ein 0:0-Unentschieden, diesmal mit Pech: Der FCK war klar die bessere Mannschaft, aber Marcel Gaus vergab eine "Hundertprozentige" und Jacques Zouas vermeintlicher Siegtreffer wurde vom Schiedsrichter zurückgepfiffen – eine umstrittene Entscheidung. Sowas kann passieren. Abhaken, nach vorne schauen, hieß es danach schnell.

Sind die FCK-Spieler zu schnell zufrieden – oder zu kurz unzufrieden?

Aber die Frage möge erlaubt sein: Viele FCK-Fans haben sich sicher noch bis Montag, Dienstag, Mittwoch über das missglückte Derby gegen den KSC geärgert. Wäre das nicht auch für die FCK-Spieler die bessere Reaktion gewesen als das Kahn'sche "Mund abputzen, weiter machen"? Natürlich ist es für Fußballprofis ratsam, eher nach vorne zu schauen als zurück, das gilt vor allem während der 90 Minuten eines Spiels. Aber auch wenn man sich mal ein, zwei Tage über sich selbst ärgert, anstatt alles sofort abzuhaken, kann man daraus Motivation für die nächste Aufgabe ziehen.

"Ich spüre bei den Jungs den Hunger, die zwei verlorenen Punkte gegen Karlsruhe wieder reinzuholen", wurde passenderweise Sportdirektor Uwe Stöver nach dem Derby im Kicker zitiert. Aber was folgte, ist bekannt: Zwei mangelhafte Nullnummern beim FC St. Pauli und gegen Erzgebirge Aue, in denen von "Hunger" wenig zu sehen war. Symbolhaft dafür steht Zoltan Stiebers neben das Tor getretener Elfmeter am Millerntor.

Nuancen entscheiden über Sieg und Niederlage

Es ist unstrittig, dass gegen die beiden Tabellenletzten mehr hätte herausspringen müssen. Auch Coach Korkut konstatierte genervt: "Wir wollen Schritte nach vorne machen. Aber im Moment stehen wir." Aber warum eigentlich? Wieder hatte es so gewirkt, als ob einzelne Spieler – nicht alle! – mit dem Erreichten schon wieder ganz gut leben könnten, so nach dem Motto: Wir sind doch seit sieben Spielen ungeschlagen, warum sollten wir uns da morgen noch über das Spiel von gestern ärgern?

Abschließend noch mal zurück zum eingangs erwähnten Heimspiel gegen Dresden: Die SGD hatte zuvor gegen die Spitzenteams aus Leipzig (DFB-Pokal) und Hannover gewonnen, ballerte kurz darauf Stuttgart mit 5:0 aus dem eigenen Stadion. Aber beim 0:3 gegen den FCK, der kurz zuvor noch selbst 0:1 gegen Stuttgart verloren hatte, war Dynamo chancenlos. Dieser Quervergleich macht deutlich, was auch in fast allen Hinrundenspielen der Roten Teufel sichtbar war: In der zweiten Liga geht es diese Saison noch enger zu als sonst und in fast jedem Spiel sind es Nuancen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Da kann der hundertprozentige Wille bei jedem einzelnen Spieler der entscheidende Faktor sein. Die Qualität der Lautrer Mannschaft ist eigentlich gut – aber manchmal fehlt die unbändige Gier nach dem nächsten Sieg.

Diskutiere mit uns im DBB-Forum: Müssten die Roten Teufel noch entschlossener auftreten? Oder hat es andere Gründe, dass der FCK zurzeit nicht von der Stelle kommt – liegt es beispielsweise am Trainer oder sind vielleicht die Spieler einfach nicht besser? Wir sind gespannt auf Deine Einschätzung.

Quelle: Der Betze brennt
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon kotteschul » 13.12.2016, 18:42


Klasse Analyse @Thomas :!:

Fehlende Gier kann auch mit zu viel Harmonie im Mannschaftsgefuege gleich gesetzt werden. Da wo sich keiner auf die Füsse tritt, ist man schnell selbstzufrieden. Es fliegen keine Fetzen, keine motivationsfördende Reibungspunkte sind sichtbar!

Und da endet meine Analyse beim Trainerfachmann TK, der nun in die (Motivations-)-Trickkiste fassen muss und den Spielern die Gier nach Erfolg eintrainieren muss! Ansonsten sind wir nach Foda, KR, 5Stck beim naechsten Supercoach der nicht motivieren kann.



Beitragvon ExilDeiwl » 13.12.2016, 19:03


Thomas hat geschrieben:Im Gegensatz zu manchen Partien am Anfang der Saison hatte der FCK hier das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite, aber vor allem auch eines: Den nötigen Biss.


Dieser Teil, die Sache mit dem nötigen Biss zeigt m.E. Das Manko der letzten Spiele sehr gut. Es fehlte der Biss. In meinen Augen eine Frage der Selbstmotivation. Wir haben doch drei Spiele am Stück gewonnen. Wir haben inzwischen die beste Defensive der Liga. Die Gegner sind doch alle hinter uns in der Tabelle und liegen quasi am Boden. Wir haben Union geschlagen! Alles Punkte, aus denen man vielleicht unterbewusst das Fazit ziehen kann: wir machen das schon ganz locker. Wir müssen nicht so viel geben.

Ich glaube, es wäre gar nicht nötig gewesen, seine Defensive zu vernachlässigen und alles blind nach vorne zu werfen, um Torgefahr auszustrahlen und letztlich auch Tore zu erzielen. Mit mehr Biss, mehr Aggressivität in die Zweikämpfe gehen, mit mehr Mut und Siegeswillen nach vorne gehen. Damit wäre m.E. mehr drin gewesen gegen unsere letzten vier Gegner. Dann stünden wir vielleicht zwei, drei Plätze weiter oben, könnten auch mal zwei Spiele gegen die ersten Rückrundengegner verlieren, ohne gleich wieder Angst vor den Abstiegsplätzen haben zu müssen. Und das Spiel gegen Pauli, die selbst eine Menge Biss hatten, wäre zu einer rassigen Zweitligapartie geworden. Kampf und Gegenkampf. Ja, möglicherweise hätte Polle dann nicht bereits seine achte weiße Weste in dieser Saison erhalten. Aber who cares. Saisonziel ist nicht, dass unser Torwart die meisten weißen Westen in der Saison holt, sondern möglichst weit oben in der Tabelle zu stehen.

Stattdessen bleibt, dass wir unzufrieden sind, dass die Diskussionen, die wir vor Wochen schonmal abgelegt hatten jetzt wieder hoch kommen. Dass wir uns Gedanken machen müssen, wie unsere Offensive endlich wieder in Szene gesetzt werden kann und die erspielten Chancen dann auch mal verwertet werden.

PS und off topic: was ist eigentlich mit @wkv los? Letzter Beitrag ist Wochen her, letzte Anmeldung hier 10 Tage. Nur Urlaub?



Beitragvon PhP » 13.12.2016, 19:38


Volle Zustimmung zum Artikel.

Aber um das Positive zu sehen, mal rein hypothetisch:

Ist es nicht evtl. sogar besser, die Saison im grauen Mittelfeld der Tabelle zu beenden, statt auf Platz 4 oder krachend in der Relegation für die 1.Liga zu scheitern? So frei nach dem Motto: Weniger Aufmerksamkeit erregen, die Mannschaft beisammen halten und nächste Saison super eingespielt und punktuell verstärkt wieder voll angreifen!

Wenn wir wieder knapp am Aufstieg scheitern würden, würde doch die Mannschaft wieder auseinandergekauft...

Bleibt nur zu hoffen, dass wir uns diese Mannschaft ohne Verkäufe überhaupt leisten können. Ich blicke nicht so ganz optimistisch auf die Zeit nach der Winterpause. Wann kam da zuletzt mal eine richtige Reaktion von uns?



Beitragvon Baru » 13.12.2016, 20:14


Wie ich finde sind das Bedauerliche an der aktuellen Situation gar nicht die mageren Ergebnisse, gerade gegen die drei Letzten der Tabelle wäre mehr drin gewesen. Es ist die Art und Weise, wie diese zustande gekommen sind. Denn diese Art und Weise verstärkt die viel zitierte Taubheit weiter Teile unserer Fanszene. Wer soll sich auch mit dieser Spielweise, wie sie Betze-untypischer kaum sein könnte, identifizieren?

Vor der Saison hatte ich geschrieben, das wichtigste Ziel dieser Saison muss sein, dass wir "wieder Betze werden", dass Identifikation zurückkehrt. Doch davon sind wir im Moment traurigerweise meilenweit von entfernt. Das Tragische dabei ist, dass die Mannschaft mutlos und uninspiriert vor sich herdümpelt und nicht ihr Bestmögliches zu geben scheint, kaum Leidenschaft und Einsatz an den Tag legt. Doch ganz genau das ist es doch, was wir sehen wollen, wenn unser FCK spielt!

Wenn zum Derby gegen Karlsruhe nur noch 28.000 kommen, finde ich das schon ein bedenkliches Signal. Wir Fans wären ja zum großen Teil bereit, den steinigen Weg mitzugehen. Doch ohne Kampf und Leidenschaft auf dem Feld fällt dies schwer. Dabei hätte das so trotz durchwachsenem sportlichen Abschneiden eine gute Saison werden können. So scheint diese schon fast wieder gelaufen. Schade und unnötig zugleich.



Beitragvon Rubert 1848 » 13.12.2016, 20:53


PhP hat geschrieben:Ist es nicht evtl. sogar besser, die Saison im grauen Mittelfeld der Tabelle zu beenden, statt auf Platz 4 oder krachend in der Relegation für die 1.Liga zu scheitern? So frei nach dem Motto: Weniger Aufmerksamkeit erregen, die Mannschaft beisammen halten und nächste Saison super eingespielt und punktuell verstärkt wieder voll angreifen!

Wenn wir wieder knapp am Aufstieg scheitern würden, würde doch die Mannschaft wieder auseinandergekauft...


Mensch, jetzt hast du unseren Geheimplan öffentlich gemacht. Das grenzt an vereinsschädigendes Verhalten.
Scheiß TuS Koblenz



Beitragvon Thomas » 14.12.2016, 00:01


PhP hat geschrieben:Ist es nicht evtl. sogar besser, die Saison im grauen Mittelfeld der Tabelle zu beenden, statt auf Platz 4 oder krachend in der Relegation für die 1.Liga zu scheitern? So frei nach dem Motto: Weniger Aufmerksamkeit erregen, die Mannschaft beisammen halten und nächste Saison super eingespielt und punktuell verstärkt wieder voll angreifen!

@PhP:
Auch ne interessante These! Ist natürlich nicht ganz realistisch, z.B. weil für die Fernsehgelder jeder Tabellenplatz wichtig ist und weil eine Mannschaft glaube ich nicht so gezielt schlecht oder auch gut spielen kann - denn so weit entfernt sind die Abstiegsplätze nun auch wieder nicht, um solche Spielchen mit dem Feuer zu treiben.

Aber im zweiten Gedanken: Ich sehe es so wie Du, wenn der Kern der Mannschaft zusammen bliebe und ein paar gezielte Verstärkungen kämen (nächstes Jahr gibt es ja vier, fünf Millionen mehr Fernsehgelder), dann könnte das nächstes Jahr eine gute Saison werden. Jedes Jahr dieses sich neu einspielen müssen kostet doch auch Punkte. Voraussetzung wäre aber auch da natürlich, dass die Mannschaft dann in jedem Spiel vollstes Vollgas gibt und nicht nur in jedem zweiten.

Baru hat geschrieben:Vor der Saison hatte ich geschrieben, das wichtigste Ziel dieser Saison muss sein, dass wir "wieder Betze werden", dass Identifikation zurückkehrt. Doch davon sind wir im Moment traurigerweise meilenweit von entfernt. Das Tragische dabei ist, dass die Mannschaft mutlos und uninspiriert vor sich herdümpelt und nicht ihr Bestmögliches zu geben scheint, kaum Leidenschaft und Einsatz an den Tag legt. Doch ganz genau das ist es doch, was wir sehen wollen, wenn unser FCK spielt!

@Baru:
Ebenfalls gutes Stichwort! Hatte ja unser Spielberichtschreiber Dominic Bold diese Woche schon angeschnitten, ich zitiere mal: "Denn wenn es in dieser Saison ein übergeordnetes Ziel gibt, dann lautet dies, den Besuch eines Heimspiels wieder zu einem lohnenden Erlebnis zu machen. Gestern war es ein verschwendeter Nachmittag."

Gegen Karlsruhe hätte es einfach einen Derbysieg geben müssen, Pech hin oder her. Ähnlich gegen Aue: Die Rheinpfalz hat in den letzten Wochen mehrfach geschrieben, dass zu wenige Zuschauer zu den Heimspielen kommen, auch hier bei uns im Forum wird das bei jeder Bekanntgabe von Verkaufszahlen aufs Neue bemängelt. Stimmt ja auch - aber andererseits, wen sollte ein Spiel wie gegen Aue dazu motivieren, auch gegen Würzburg wieder hochzukommen?

Noch weiter gedacht: Wenn wir die vier unnötigen Unentschieden in vier Siege verwandelt hätten, wären wir sogar schon an den Aufstiegsplätzen dran. Ist natürlich unrealistisch, plötzlich jedes Spiel zu gewinnen, aber einzeln betrachtet wäre es in jedem dieser Spiele möglich gewesen. Das meinte ich mit "Gier", was ja eigentlich ein negativ behafteter Begriff ist. Selbst zwei Niederlagen und zwei Siege wären besser gewesen als vier Unentschieden. Aber leider gelingt es der Mannschaft noch nicht, vor allem jene Spiele zu gewinnen, wo es zuschauermäßig besonders wertvoll wäre (z.B. auch gegen Hannover oder Stuttgart vor >40.000).
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Baru » 14.12.2016, 00:40


Thomas hat geschrieben:
Aber im zweiten Gedanken: Ich sehe es so wie Du, wenn der Kern der Mannschaft zusammen bliebe und ein paar gezielte Verstärkungen kämen (nächstes Jahr gibt es ja vier, fünf Millionen mehr Fernsehgelder), dann könnte das nächstes Jahr eine gute Saison werden. Jedes Jahr dieses sich neu einspielen müssen kostet doch auch Punkte. Voraussetzung wäre aber auch da natürlich, dass die Mannschaft dann in jedem Spiel vollstes Vollgas gibt und nicht nur in jedem zweiten.


Leider schätze ich die Chancen nicht sehr hoch ein, dass die Mannschaft zusammen bleibt. Verträge laufen zum Beispiel aus bei Heubach, Ewerton (wohl sicher weg, ist ja nur ausgeliehen), Gaus oder auch Ring. Und die wenigen, die sich in dieser Saison mehr oder weniger in den Vordergrund spielen (Pollersbeck, Mwene, Görtler) werden wohl kaum zu halten sein, wenn Angebote anderer Vereine reinkommen, zumal der FCK finanziell ja leider auch auf Ablösesummen angewiesen ist.
Und zusätzliches Fernsehgeld bekommt ja leider nicht nur der FCK, was die zusätzlichen Einnahmen wieder egalisiert. Eher verleirt der FCK weiter Boden in der TV-Tabelle, oder?


Thomas hat geschrieben:
Die Rheinpfalz hat in den letzten Wochen mehrfach geschrieben, dass zu wenige Zuschauer zu den Heimspielen kommen, auch hier bei uns im Forum wird das bei jeder Bekanntgabe von Verkaufszahlen aufs Neue bemängelt. Stimmt ja auch - aber andererseits, wen sollte ein Spiel wie gegen Aue dazu motivieren, auch gegen Würzburg wieder hochzukommen?


Ich denke auch, dass hier beide Sichtweisen richtig sind. Einerseits kommen (unabhängig von den Ergebnissen und der Spielweise) zu wenige Zuschauer. Hier sind alle gefordert, auch in dieser sauren Gurkenzeit dem Betze die Treue zu halten. Andererseits ist natürlich auch genauso die Mannschaft dafür verantwortlich, die Leute zum Stadionbesuch zu motivieren.
Beides bedingt sich gegenseitig, wie ein Teufelskreis, ist leider derzeit nicht ausreichend vorhanden und wird dem Potential unseres FCK bedauerlicherweise nicht gerecht.



Beitragvon Thomas » 14.12.2016, 01:19


Baru hat geschrieben:Leider schätze ich die Chancen nicht sehr hoch ein, dass die Mannschaft zusammen bleibt. Verträge laufen zum Beispiel aus bei Heubach, Ewerton (wohl sicher weg, ist ja nur ausgeliehen), Gaus oder auch Ring. Und die wenigen, die sich in dieser Saison mehr oder weniger in den Vordergrund spielen (Pollersbeck, Mwene, Görtler) werden wohl kaum zu halten sein, wenn Angebote anderer Vereine reinkommen, zumal der FCK finanziell ja leider auch auf Ablösesummen angewiesen ist.
Und zusätzliches Fernsehgeld bekommt ja leider nicht nur der FCK, was die zusätzlichen Einnahmen wieder egalisiert. Eher verleirt der FCK weiter Boden in der TV-Tabelle, oder?

Deswegen schrieb ich "der Kern der Mannschaft" sollte zusammen bleiben. Die von Dir aufgezählten Spieler würde ich einzeln fast alle für ersetzbar halten, nur dürfen eben nicht zu viele auf einmal gehen. Und danach käme dann die Sache mit den Fernsehgeldern ins Spiel: Bestehende Spieler spielen noch zu "alten" Konditionen (also mit ihrem alten, billigeren Vertrag), neue Spieler werden die "neuen" Konditionen fordern. Je weniger neue Spieler man dann holt, desto besser wird 2017/18 das Preis-Leistungs-Verhältnis im Kader - jedenfalls rein theoretisch gedacht.

Dann noch ein paar gezielte Verstärkungen dazu, etwa einen guten Linksverteidiger, Sechser, Flügelspieler und Stürmer (nur mal so als Beispiele), und das würde sich doch eigentlich gut anhören. Aber um hier nicht zu weit abzuschweifen und aufs Thema zurückzukommen: Auch der Ehrgeiz bei den Spielern muss vorhanden sein, das ist das A und O. Die Eingespieltheit wäre dann nur ein weiteres Puzzleteil.

Abschließend noch kurz zu Deiner Frage mit den Fernsehgeldern: Im Moment kann man das noch nicht abschätzen und es hängt von der Endplatzierung des FCK und der Konkurrenten ab. Aber für nächste Saison ist die neugeregelte TV-Verteilung (mit 20-Jahres-Wertung, Nachwuchsförderung usw.) voraussichtlich sogar vorteilhaft für den FCK und wir könnten sogar Braunschweig wieder überholen. Vor zwei Wochen war dazu eine Berechnung im Kicker, laut dieser stünden wir jetzt auf Platz 4 der TV-Geld-Tabelle in der 2. Bundesliga.
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon reklov » 14.12.2016, 04:37


Ja, ich bin beim Autor, mir haben auch die Gier und der unbändige Wille, das Spiel zu gewinnen, gefehlt. Aber ich habe auch gesehen, dass ein Heubach unbedrängt einen hohen Ball ins Aus oder zurück in die gegnerischen Reihen köpft, statt ihn für den Torwart durchzulassen oder zu kontrollieren und gezielt abzuspielen. Ich habe gesehen, dass sich auf den Flügeln keiner frei lief, dass keiner den Ball in den freien Raum spielte, wo der Mitspieler vor dem Gegenspieler hinlief. Unser Hauptproblem ist aber das defensive Mittelfeld. Ziegler ist, wie früher Karl, ein recht guter Zerstörer, aber er kann keinen sinnvollen Spielaufbau einleiten. Vielleicht sollte man Koch mal auf der 6 spielen lassen.



Beitragvon playball » 14.12.2016, 11:00


Für mich ist und bleibt der Trainer der Hauptverantwortliche. Punkt.

Immer wieder das gleiche Thema. Standards. In 6 Monaten ist man nicht in der Lage, einen Eckball oder einen Einwurf einzustudieren. Halt. Gegen Aue gab es in der 90sten Minute mal einen Einwurf auf Sechzehnerhöhe, der entgegen allen taktischen Vorgaben in den Sechzehner geworfen worden ist. Bezeichnend, dass keiner da war, der ihn per Kopf verlängern konnte, trotzdem war dies das erste mal in dem Spiel, dass Torgefahr herrschte.

Genau wie die Zuschauer bei den Ecken mittlerweile gelangweilt reagieren, so reagieren die Spieler. Körpersprache beim Eckball gleich Null. Was ging normalerweise ein Ruck durchs Stadion, wenn der FCK eine Eckball hatte und auch gegen Aue hätten mit Osawe, Zoua, Koch und Heubach kopfballstarke Leute im Team und damit die Chance, was zu machen. Aber entweder werden die Ecken kurz gespielt oder gelangweilt halbhoch auf den kurzen Pfosten, während die Stürmer gelangweilt am 11 Meter Punkt stehen und ohne Bewegung den eigenen Raum zu machen.

Freistösse von uns sind genauso harmlos und man hat keinen Bock mehr, auch nur annähernd hinzugucken. Kein Wunder, dass das Stadion leer gespielt ist.

Eckball für den Gegner. 11 Leute hinten. Man ist nicht mal in der Lage, einen Konter zu fahren, weil kein schneller Mann vorne bleibt. Welch ein taktisches Desaster.

Und zum Thema Bock der Mannschaft. Man sieht, dass die keinen Bock hat. Der Spassfaktor ist weg. Und hier gibt es für mich Gründe. Erstens die oben beschriebenen Ecken und Einwürfe. Da dies alles planlos ist, gibt es keinerlei Motivation, hier noch etwas rauszuholen und sich reinzuhängen. Die kurzen Eckbälle bleiben eh hängen und Stieber ist ansonsten nicht in der Lage, einen gescheiten Eckball zu bringen.

Dann gibt es ein klares Hierarchieproblem. Ob ich die Leute mag oder nicht spielt keine Rolle, aber Hierarchien sind das A und das O eines Teams. Als Kadlec und Wagner vom Trainer Rausch 1995 untergraben wurden und Brehme und Hollerbach intern die „Leader“ sein sollten, brachen Kadlec und Wagner zusammen, danach die ganze Mannschaft. Als Rehhagel beide wieder unantastbar machte, war schlagartig der alte Glanz der beiden zurück und auch der Mannschaft. Dazu einen gezielten Sforza Transfer und schlagartig war die Hierarchie da und die Truppe stand. (Mit Zukäufen von Djorkaeff oder Basler und dem Abgang Kadlecs wurde diese Hierarchie wieder zerstört und der Abstieg begann erneut).

Und im Juni vor Trainingsstart war Halfar der Leader der Mannschaft. Spieler der Saison und unser Hoffnungsträger. Trainer und Presse stilisierten aber in Kürze Moritz und Frey zu den Führungsspielern und Frey wurde sogar zum „Königstransfer“ erhoben. Klich übernahm urplötzlich eine faktische Führungsrolle und überragte in der Vorbereitung. Dann hat man versucht, einen Robert Pich stärker zu machen als er war. Folge: Frey und Moritz waren die Mittelfeldstrategen, Halfar wurde als hängender Stürmer mehr oder weniger geopfert. Es war ein Krampf, zuzusehen.
Klich wurde überraschend schnell verkauft, Frey entpuppte sich als junges Talent aber bei weitem kein Führungsspieler und bei Moritz sagte der Trainer selbst nach einigen Spieltagen zu Journalisten, dass "Moritz Zeit brauche, um in Liga 2 anzukommen". Dadurch war die komplett aufgezwungene Hierarchie über den Haufen geschmissen.

Dann die Einstürmer Taktik. Bis zum Erbrechen wurde mit einem Stürmer gespielt, Halfar als verzweifelte hängende Spitze, bis der Druck der Fans irgendwann zu gross wurde und endlich ein zweiter Stürmer aufgeboten worden ist. Hier hatten die Fans über den Trainer „gesiegt“. Was für die Fans ein „endlich zweiter Stürmer“ war, kann mitunter in einer Mannschaft als Gesichtsverlust aufgenommen werden. Stimmungen sind sehr fragil und man weiss, dass die Seitenscheitelfraktion auf dem Platz nicht unbedingt den Charakter hat, Dinge offen anzusprechen. Naja, die Seitenscheitelfraktion an der Trainerbank hat ja oftmals auch nicht den Charakter, Kritik konstruktiv aufzunehmen, wobei ich hier die Trainergeneration generell anspreche, weniger Herrn Korkut.

Irgenwann wurde auch Halfar wieder nach hinten beordert auf „seine“ Position, doch dann kam die Verletzung. Just in dem Moment fing Moritz, der Halfar – ich hab es in einem anderen Beitrag bereits erwähnt – sichtlich boykottiert hat auf dem Platz, an, das Heft etwas mehr in die Hand zu nehmen, und es wurden auch mal Bälle verteilt. Leider ist dies nach Halfars Rückkehr schlagartig wieder vorbei. Ich kann nicht an Zufälle glauben. Zwei potentielle Alphatiere funktionieren nicht. Das ist ein alter Hut, von Charles Darwin bereits erforscht und von Kate Ludeman und Eddie Erlandson fürs Management vertieft. Alpha Tiere muss man wirken lassen und man kann keine diversen Alpha Tiere nebeneinander herlaufen lassen. Ein potentielles drittes Alpha Tier, Zoltan Stieber, dieses Alpha wird durch die Trikotnummer 10 eindrucksvoll demonstriert, macht das Chaos im Mittelfeld komplett perfekt. Für die zweite Liga fast ein genialer Spieler, doch in dem Triumvirat im Mittelfeld der finale Chaosgeber.
Und diese Führungsspieler funktionieren nicht. Halfar, Moritz und Stieber sollten die Jungen, insbesondere Mwene, Koch, auch einen Heubach, wenn er spielt, und mit Sicherheit auch einen jungen Osawe führen. Doch diese Jungs sind führungslos, da es keine Hackordnung gibt. Aliji und Gaus haben mit sich selbst zu kämpfen und können kaum diese Führung übernehmen. Osawe ist der Hoffnungsträger, aber sorry: der Junge ist noch ein Bub und bei allem Talent gehört dem auch mal beigebracht, die Tasche zu tragen oder ansonsten mal klein anzufangen. Doch auch hier ist keiner da, der auf den Jungen aufpasst. Der Ausflug nach Paris kann nur passieren, wenn so ein Bub verloren ist und „ausreissen“ muss. Hätte ein junger Norbert Eilenfeldt oder Dieter Kitzmann bei Briegel oder Neues so ein dummes Zeug gemacht?

Es stimmt offenbar nicht in der Truppe und es gibt keine Hierarchie und auch keinen Zusammenhalt. Osawes Ausflug nach Paris war ein Indiz, desweiteren muss es wohl mit Ring eine Verwerfung gegeben haben. Andere Spieler sind sichtlich lustlos und Sympathien und Antipathien untereinander scheinen einem während des Spiels ins Auge zu springen.
Man kann natürlich argumentieren, dass wir auf einem guten Weg sind, bzw waren und einige Spiele gewonnen haben. Ok, einmal ein Feuerwerk gegen Dresden, das machte Spass. Aber gegen Bochum und gegen Fürth gewannen wir aufgrund einiger Geistesblitze Osawes. Gegen Bochum machte er zwei Tore mehr oder weniger im Alleingang, in Fürth ebenso nach einem Aussetzer deren Innenverteidiger. Das war nicht sonderlich herausgespielt, sondern Glück des Tüchtigen – auch wenn dies endlich mal erzwungen war. Sicherlich, die Abwehr steht endlich einmal, mit Ewerthon und Koch steht das Gerüst in der Mitte, das ist mehr als tauglich und vor allem noch nicht perfekt eingespielt. Hier sollte noch weiter Stabilität kommen. Aber nach vorne. Diese Lustlosigkeit kotzt einem doch an und es wird von mal zu mal schlimmer.

Und fast noch schlimmer: ich sehe keinerlei Verbesserungsanzeichen. Und das macht mich unzufrieden. Ich sehe, dass die Mannschaft nicht alles aus sich herausholt. Ich sehe, dass der Trainer viele Grundlagen generell ignoriert und dadurch die Mannschaft nicht an die Grenzen gehen kann. Und ich sehe, dass ich das nicht alleine so sehe, nicht zuletzt deswegen interessiert ja keine Sau mehr den Betze - wenn 20.000 einfach nicht mehr auf den Betze gehen, dann hat das Gründe. Die Lust gegen Hannover war da, auch gegen Stuttgart, aber man hat die Zuschauer vergrault. Regelrecht vergrault.

Die Ausreden kann man eh nicht mehr hören. Zu Saisonbeginn war der Kader nicht komplett. Dann waren es die Verletzten. Dann waren es die (einzelnen) ausgelassenen Torchancen. Immer gab es eine andere Schönrederei. Wenigstens wurde nach Aue vereinzelt Klartext geredet, trotzdem hab ich nicht das Gefühl, dass hier etwas passiert. Ich erwarte eher einen weiteren schleichenden Niedergang. Ich bleib dabei. Der Trainer kann dem Team nichts vermitteln und vor allem kann er eins nicht: Fehlende Gier herauskitzeln.



Beitragvon SEAN » 14.12.2016, 11:53


playball hat geschrieben:Für mich ist und bleibt der Trainer der Hauptverantwortliche. Punkt.
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Ich erwarte eher einen weiteren schleichenden Niedergang. Ich bleib dabei. Der Trainer kann dem Team nichts vermitteln und vor allem kann er eins nicht: Fehlende Gier herauskitzeln.

Ich geb Dir in deinem Post fast in allem volle Zustimmung, aber der markierte Bereich ist mir zu einfach. Natürlich ist der Trainer für das "leibliche Wohl" der Mannschaft verantwortlich, aber ich denk man muß auch mal die Umstände betrachten.
Im Vorstand, Aufsichtsrat und im Betreuerteam ist mit Gerry ein einziger geblieben, der die "Werte" des Betzenberg lebte und noch lebt, vieleicht sogar mitgeprägt hat.
Was vor längerem schon gesagt wurde, nicht zuviel ehemalige in die Führung, man sprach ja oft von Vetternwirtschaft, ist offenbar auch nicht der ganz richtige Weg. Es ist nicht einer da, der mal auf den Tisch haut, die Werte vorlebt, hohes sportliches Ansehen in der Fanbasis hat.
Die Geisböcke müssen oft herhalten als Beispiel, wie gut man mit einem tollen Trainer und einem klasse Manager wie Schmadtke erfolgreich arbeiten kann. Das stimmt auch, ist meiner Meinung aber auch nicht der Schlussstrich unter der Geschichte. Dort ist nach vielen problemen ein Toni Schumacher als Vizepräsident installiert worden. Ein ehemaliger Spieler, der die Fangemeinde eint, seriös arbeitet, und im Gegensatz zu einem seinem Vorgänger in der Chefetage, Wolfgang Overath, ein Teamplayer ist und nicht so "mächtig" wie dieser ist. Overath war ein Kuntz des FC, beide sind schlußendlich gescheitert.

Was ich gerne hätte wär ein ehemaliger Topspieler von uns als Teammanager, nah an der Mannschaft, nah am Vorstand, nah an den Fans, der sich auch mal die Mannschaft intern vornimmt, ohne über die Stränge zu schlagen, ohne sich in die sportliche Arbeit einzumischen. Haber traue ich das nicht zu, dem fehlt schon das nötige karisma.
Das sind schwere Voraussetzungen für einen Kandidaten, und ich weiß nicht, ob wir überhaupt so einen ehemaligen haben. Aber ich bin überzeugt, das uns so eine Person richtig helfen würde. Ich glaube, das der Vorstand sowas nebenbei mit Markus Merk vorhatte, als man ihn als Repräsentant für den FCK haben wollte.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon harryyy » 14.12.2016, 11:56


Fehlende Gier trifft es schon ganz gut; ich finde fehlende Risikobereitschaft trifft es noch besser. Natürlich ist eine stabile Defensive die absolute Basis.

ABER: ich muss doch differenzieren: spiele ich auswärts oder zuhause, spiele ich gegen ein Topteam oder ein eher anfälliges Team. Aus meiner Sicht müsste unsere Devise in JEDEM Heimspiel der zweiten Liga lauten: WIR geben den Takt an! WIR setzen den Gegner von Anfang unter Druck, WIR attackieren früh, etc. etc.

Aber wann sehen wir diese Haltung mal auf dem Platz ? Höchst selten, und eben nicht mal gegen den Tabellenletzten. Stattdessen viel zu viel Abwarten, ängstliches Hin und Hergeschiebe: nur ja keinen Fehler machen als höchstes Gebot. Und diese Haltung kotzt mich an, bei Trainern und Spielern.

Wenn wir wirklich grundsätzlich Vollgas geben würden, dann würden wir vielleicht mal ein Gegentor mehr kassieren, aber dafür drei schießen. Und vielleicht würde mal ein Spiel ganz blöd laufen, und es ging mal in die Hose. Aber lieber ein 4:2, 3:1, 2:0, 2:2 und mal ein 1:3 als 0:0, 0:0, 1:1, 0:0, 0:1, 1:0, ....

Die Jungs könnten das, es liegt nicht daran, dass sie zu schlecht wären, in kürzeren Phasen zeigen sie durchaus, was in dieser Hinsicht möglich wäre, aber dann geht's schnell wieder zurück in den alten Trott.

Tayfun, beherzige das alte Betze-Credo: Tayfun, LASS endlich DIE TEUFEL LOS !!!



Beitragvon WernerL » 14.12.2016, 15:37


Gierige, gallige und hungrige Spieler kann man kaufen indem man diese vorher über Leistungs-Kennzahlen ermittelt.
Dann bleibt die Frage ob man diese bekommt und das kann der FCK durchaus!
(Mainz kauft z. B. aggressive Spielertypen ein, passend zur Spielweise!)

Dieses sind aber auch Spielertypen die Bock auf Karriere haben wie ein Lewandowski.
D. h. für den FCK, dass sie nach Leistungsschüben wegehen und nächste Schritte machen möchten, d. h. mehr Geld verdienen.

Wenn der FCK Fan das möchte geht vieles, aber hier sind aber auch viele immer wieder sehr sauer wenn diese Spieler dann auch weg möchten.
Spieler die bleiben möchten haben sich aber im Gegensatz dazu vielleicht in ihrer Komfort-Zone eingerichtet und können die letzten 2-3% dann eben nicht mehr bringen die den ganz großen Erfolg verheissen!

Mentalität schlägt Klasse!
„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ [George Bernard Shaw]



Beitragvon Technorunner » 16.12.2016, 12:53


Der Autor des Artikels hat das ganz gut analysiert, im allgemeinen bringen von Haus aus Profis immer nur die Leistung, die gerade so ausreicht, um das Maximale herauszuholen. Mit möglichst wenig Input viel rausholen.
Das geht aber auch nur so lange gut, wie der Kader technisches Potential beinhaltet, d.h. wenn die meisten oder gar alle Spieler runde Füße haben, dann müssen sie kämpfen oder sie steigen ab. Bestes Beispiel war Darmstadt 98 in der letzten Saison: Dort waren vornehmlich Kämpfer am Werke, Schuster hat sie dazu gebracht, 90 Min. lang alles zu geben und das hat zum Klassenerhalt gelangt. Mit diesem durchschnittlichen Kader die Klasse im Oberhaus zu halten war schon großes Kino. Das geht aber nur, wenn alle mitmachen. Und das taten sie auch.
Und bei uns ?
So richtig kämpfen sehe ich ÜBER 90 MINUTEN nur den jungen Koch, Görtler und mit Abstrichen Gaus und Osawe. Das ist zu wenig, um die 0 % Kämperfraktion um Moritz, Stieber, Vucur etc. zu kompensieren. Jetzt könnte man sagen, dass unsere beiden vermeintlichen Edeltechniker aus der ersten Liga ja durch ihre Fertigkeiten am Ball diese Defizite ausgleichen könnten. Denkste.
Die beiden kämpfen nicht und bringen für das Spiel nach vorne auch nichts essentielles auf die Reihe. Torgefahr ? Sehe ich bei beiden keine. Selbst bei Standards kommt nichts.
Entweder müssen Moritz und Stieber ihren Arsch hochkriegen und kämpfen oder aber so spielen, wie wir das von ihnen erhofft haben. Ansonsten können wir diese beiden Bremsklötze auch durch Ring und Halfar ersetzen. Die rennen wenigstens ein paar Meter mehr ...
Virtute, non verbis ... :teufel1:



Beitragvon Rückkorb » 16.12.2016, 13:46


@Sean hat im Prunkthread geschrieben, dass das Mittelfeld nicht zusammen spielt. @playball macht dies an Moritz fest, der Halfar boykottiere.

In der Tat war es so, dass das Problem Moritz-Halfar weniger zu Tage trat, als Halfar verletzt nicht spielte. Ich teile auch @playballs Analyse, dass es falsch war, Halfar als Stürmer nach vorne zu schicken. Halfar kann und muss das Spiel lenken, was er auch letzte Saison gut gezeigt hat.

Eine Gier kann aber nur entwickelt werden, wenn auch die gemeinsamen Abläufe stimmen. Wenn aber gegeneinander gespielt wird, brauchen wir über Gier erst gar nicht nachdenken, zumindest geht es dann offensichtlich um eine andere Gier.

Wenn ich Halfar wäre, würde ich mir das so nicht bieten lassen. Da muss eine Klärung her, was auch Sache des Trainers ist. Sonst würde es mich nicht wundern, wenn Halfar im Winter weg wäre.
Auch das kann ein Rückkorb noch aufladen.



Beitragvon ExilDeiwl » 16.12.2016, 17:46


Vielleicht sehe ich sowas nicht, mag auch daran liegen, dass ich die Spiele i.d.R. nur vorm TV sehen kann. Aber woran mavht Ihr das fest, dass Moritz Halfar boykottiert (haben soll) und dass es ein Problem mit Ring gegeben haben muss?

Was ich gesehen habe ist, dass Moritz starke Spiele geliefert hat, als Halfar verletzungsbedingt nicht im Kader war. Aber ist das zwingend ein Zeichen des Boykotts oder ggf. eines der Unsicherheit Moritz' wenn Halfar spielt? Boykott ist ja schon ziemlich heftig, insofern sollte es da schon starke Indikatoren geben, wenn man so eine Vermutung äußert.

Wäre nett, wenn mir das jemand näher erläutern würde. Danke! :daumen:



Beitragvon MäcDevil » 17.12.2016, 09:13


Täglich grüsst das Murmeltier...Das Problem mit der Offensive hat der FCK schon jahrelang. Ein Lichtblick war damals Lakic. Was momentan wieder sehr auffällig ist die fehlende Cleverness vor dem Tor - schlecht Spielzüge !
Für mich scheint die Offensive manchmal Angst zu haben vor dem Tor des Gegners. Wie heisst es so schön: es fehlen die "Brecher-Typen" die keine Angst haben auch gefault zu werden. Ich hoffe, dass eventuell Zoua bald so ein Spieler wird...wir werden es wohl in der Rückrunde sehen.
...und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!" ...und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!




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