Im Blickpunkt: Pressekonferenz zur Investoren-Entscheidung

"Das Dubai-Angebot hat zu viele Fragen offen gelassen"

"Das Dubai-Angebot hat zu viele Fragen offen gelassen"


Regionale Investoren statt Dubai-Gruppe: Die Entscheidung hinsichtlich des ersten größeren Investoren-Einstiegs bei der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA ist gefallen. Wir haben die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz zusammengefasst.

- Fotogalerie | Pressekonferenz zur Investoren-Entscheidung beim 1. FC Kaiserslautern
- Pressemeldung | Vertrag mit Regionalen Investoren vor dem Abschluss

Die Gruppe der sogenannten Regionalen Investoren mit Giuseppe Nardi, Klaus Dienes, Peter Theiss, Dieter Buchholz und Axel Kemmler soll als strategischer Partner bei den Roten Teufeln einsteigen. Im Gespräch - aber noch nicht offiziell bestätigt - ist die Einlage von Eigenkapital in Höhe von 8,3 Millionen Euro, für die im Gegenzug 25 Prozent der Aktien-Anteile überschrieben werden. Nicht durchsetzen konnte sich in der heutigen Abstimmung das Angebot einer Investorengruppe aus Dubai um Horst Peter Petersen, die nach DBB-Informationen zuletzt rund 16,6 Millionen Euro für 75 Prozent der Anteile geboten haben soll (siehe Chronologie im DBB-Forum). (Anm. d. Red.: In diesem Absatz stand zuerst die Summe von "rund 16 Millionen Euro" beim Dubai-Angebot, diese hat sich in unseren Recherchen weiter verfestigt und konkretisiert auf die nun mit Nachkommastelle genannten "rund 16,6 Millionen Euro für 75 Prozent")

Auf einer Pressekonferenz im Fritz-Walter-Stadion haben sich FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt, FCK-Beiratsvorsitzender Markus Merk und der gerichtlich bestellte Sachwalter Andreas Kleinschmidt zu den Gründen für die Entscheidung, den weiteren Zeitplan und die Bedeutung für das laufende Insolvenzverfahren geäußert.

Sachwalter Andreas Kleinschmidt über...

... die Entscheidung des Gläubigerausschusses: "Die Entscheidung sieht so aus, dass der vorläufige Gläubigerausschuss die Geschäftsführung beauftragt hat, mit der Gruppe der Regionalen Investoren finale Verhandlungen über den Abschluss einer Investorenvereinbarung zu führen und abzuschließen. Diese Vereinbarung ist dann die Grundlage für einen von den Gläubigern anzunehmenden Insolvenzplan."

... das Abstimmungsergebnis im Gläubigerausschuss: "Das Ergebnis war einstimmig."

... die Bedeutung der Entscheidung für das weitere Insolvenzverfahren: "Es ist die erste große Hürde. Denn nur mit einem Investor kann hier weiter im Profibereich Fußball gespielt werden. Ich bin sehr optimistisch, dass wir auf dieser Basis eine vernünftige Verständigung mit den Gläubigern hinbekommen."

Beiratssprecher Markus Merk über...

... die Bedeutung der Entscheidung für das weitere Insolvenzverfahren: "Das heute ist ein großer Schritt nach vorne. Wir haben jetzt ein Spiel gewonnen, aber noch lange keine Meisterschaft."

Sachwalter Andreas Kleinschmidt über...

... die Gründe für die Entscheidung des Gläubigerausschusses: "Die Hauptaspekte für die Entscheidung zugunsten der Regionalen Investoren waren die große und solide Transaktionssicherheit, eine große Nachvollziehbarkeit des Engagements, eine Konzeption, die in die Struktur des FCK passt (Stichwort Vier-Säulen-Modell; Anm. d. Red.) sowie der gelassene Raum für weitere zusätzliche Investoren in der Zukunft. Demgegenüber hat das Dubai-Angebot zu viele Fragen offen gelassen, insbesondere was die Struktur und die Zusammensetzung der eigentlichen Investoren angeht. Nicht abschließend geklärt werden konnte auch die Transaktionssicherheit sowie die Vereinbarkeit des sportlichen Konzepts mit verbandsrechtlichen Regularien."

... mögliche weitere Verhandlungen mit den Investoren aus Dubai: "Wenn die offen gebliebenen Fragen geklärt werden, gibt es natürlich eine theoretische Möglichkeit. Ob diese praktisch umsetzbar ist, kann ich nicht beurteilen."

... den aktuellen Stand zum vom FCK angepeilten Schuldenschnitt: "Beide Angebote hatten die Verständigung mit den Gläubigern als Prämisse. Auf der Basis der heutigen Entscheidung setzen wir die Gespräche mit den Gläubigern nun fort. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auf dieser Basis zu einem Ergebnis kommen."

Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt...

... die Öffnung der Fan-Säule: "Das Vier-Säulen-Modell ist für uns eine bindende Orientierung. Entsprechend werden wir uns zum richtigen Zeitpunkt mit der Öffnung der Fan-Säule beschäftigen."

... die Diskussionen um den künftigen Hauptsponsor: "Wir haben einen Hauptsponsor und der heißt Layenberger. Er hat einen gültigen Vertrag. Wir werden in den Gesprächen mit den Investoren über das Thema sprechen. Bis dahin gilt, was vertraglich festgelegt ist." (zuletzt kursierten Medienberichte, laut denen der neue Investor Dr. Theiss auch wieder FCK-Hauptsponsor werden und damit Layenberger ablösen möchte; Anm. d. Red.)

... die Auswirkungen der Entscheidung auf den Profikader: "Zum jetzigen Zeitpunkt spielen die Avancen anderer Klubs an unsere Spieler keine Rolle. Alle Spieler werden bei uns ins Training einsteigen und dann schauen wir, was die nächsten Wochen bringen. Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht verpflichtet, aus einer Notsituation heraus Spieler verkaufen zu müssen."

Beiratssprecher Markus Merk über...

... die große Unruhe der vergangenen Wochen: "Dass wir jetzt ein unabhängiges neutrales Votum bekommen haben, das kann ich persönlich sagen, das entlastet ungemein. Wir haben eine unfassbare Geschlossenheit in den Gremien. Auch wenn es in den letzten Tagen etwas anders aussah. Es ist wichtig, dass man in den Gremien kontrovers diskutiert. Wenn aber etwas zu kommunizieren ist, müssen wir mit einer Stimme sprechen. Wir brauchen Ruhe, um die positive Fortführungsprognose zu gewährleisten. Da werden wir uns auch intern unterhalten müssen. Störfaktoren von innen können wir uns nicht erlauben."

Sachwalter Andreas Kleinschmidt über...

... die große Unruhe der vergangenen Wochen: "Das gehört wahrscheinlich zu einem vitalen Vereinsleben dazu. Und es darf jeder seine Meinung haben. Ich denke, auch die Fans wollen eine sachliche und neutral zustande gekommene Entscheidung."

... die Kritik, dass das Geld der Regionalen nach der nächsten Saison aufgebraucht ist: "Die Frage ist ja, für wieviele Saisons wollen Sie das Budget schon auf den Tisch gelegt bekommen? Sie werden keinen finden, der Ihnen das Geld bis zur Champions League auf den Tisch legt. Wichtig ist, dass die weitere Entwicklungsmöglichkeit offen bleibt."

... die Chance, dass die Planinsolvenz noch zurückgezogen werden kann: "Für die Kapitalgesellschaft sehe ich diese Option nicht, da hier unmittelbar erhebliche Summen an Verbindlichkeiten zu begleichen wären. Beim e.V. - für den ich allerdings nicht sprechen kann - sehe ich die Hoffnung, dass mit dieser Entscheidung eine Insolvenz vermieden werden kann."

... die Risiken im weiteren Verfahren: "Wir sind noch nicht am Ziel. Noch nicht gelöst ist die Gläubiger-Frage und theoretisch kann es daran noch scheitern. Aber das sehe ich nicht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ans Ziel gelangen."

Beiratssprecher Markus Merk über...

... Flavio Becca als möglichen Investor: "Flavio Becca ist bei uns kein Thema. Es gab in den letzten Wochen viele Gespräche, aber seit Januar oder Februar diesbezüglich mit Flavio Becca keine Kommunikation mehr."

» Zum Video: Pressekonferenz zur Investoren-Entscheidung beim FCK

Quelle: Der Betze brennt | Autor: Ingo

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Konkrete Angebote von potentiellen Investoren an den FCK

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