Neues vom Betzenberg

 

Banf und Klatt informierten über Ausgliederung

Die Vereinsführung des 1. FC Kaiserslautern hat am Mittwochabend erneut ihre Pläne zur Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung präsentiert. Am 03. Juni 2018 werden die Vereinsmitglieder darüber diskutieren und anschließend eine Entscheidung treffen.

Etwa 110 Zuhörer, darunter überwiegend Fans und Mitglieder, aber auch Vereinsmitarbeiter sowie einige wenige Journalisten waren bei dem Informationsabend im Presseraum des Fritz-Walter-Stadions anwesend. Dort präsentierten der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf und der Vorstandsvorsitzende Michael Klatt das Konzept zur geplanten Ausgliederung - die Präsentation ist ebenso wie die unter anderem in den Fanregionen schon mehrfach vorgestellten Details auch online unter zukunft.fck.de abrufbar. Im Anschluss an den Vortrag konnten die anwesenden Zuhörer noch eigene Fragen stellen.

Gespräche mit Investoren laufen, stehen aber nicht vor dem Abschluss

"Viele denken, nach der Ausgliederung wird sofort alles gut", räumte der Aufsichtsratsvorsitzende Banf ehrlich mit einem kursierenden Irrglauben auf. "Aber die eigentliche Aufgabe geht erst nach der Ausgliederung los. Dann haben wir die Möglichkeit, Geld einzusammeln." Bei vielen Gesprächen mit potentiellen Investoren sei man im ersten Schritt stehen geblieben, aber manche Gespräche hätten auch schon den zweiten oder dritten Schritt erreicht, so Banf weiter.

"Die Ausgliederung ist ligaunabhängig", bekräftigte auch der Vorstandsvorsitzende Klatt, dass selbst im Falle einer Zustimmung am 03. Juni nicht sofort frisches Geld in eine schlagkräftige neue FCK-Mannschaft für die 3. Liga investiert werden könne. Dies sei frühestens bei den Wintertransfers im Januar 2019 möglich, außerdem wolle man mit den erhofften Einnahmen auch die im August 2019 fällige Betze-Anleihe (ca. 6,5 Millionen Euro; Anm. d. Red.) zurückzahlen. Der Großteil der erhofften Investorengelder solle aber tatsächlich im sportlichen Bereich landen.

Vier-Säulen-Modell: Ein Großinvestor und daneben kleinere Geldgeber

Die Idealvorstellung der Vereinsführung für den vorgestellten "Lautrer Weg" lautet wie folgt: Ein großer Ankerinvestor kauft die Hälfte der zu veräußernden Anteile, beispielsweise für 25 bis 30 Millionen Euro, so Banf und Klatt. Und die andere Hälfte wird an Fans und regionale Sponsoren und einen stillen Gesellschafter verkauft - das sogenannte "Vier-Säulen-Modell". Der Einstieg von Fans in diesem Modell ist allerdings frühestens für Ende 2018 vorgesehen, weil das hierfür erforderliche Wertpapierprospekt noch nicht fertiggestellt wurde.

"Einen Investor aus Dubai würde unser Modell abschrecken", glaubt Banf, der prognostiziert, dass die Vorgehensweise des FCK künftig auch Nachahmer bei anderen Klubs finden könnte. Die Entscheidung, welche Investoren ausgewählt oder gegebenenfalls auch abgelehnt werden, läge nach erfolgreicher Ausgliederung in den Händen von Aufsichtsrat und Vorstand.

Zwischengeschalteter Beirat bleibt weiterhin ein Streitthema

Als höchst umstritten erwies sich in der Fragerunde einmal mehr der zwischengeschaltete Beirat, welcher einem Großinvestor mehr Einflussmöglichkeiten geben soll und diese auf Seiten der Vereinsmitglieder einschränken würde. Banf verteidigte dennoch das Lautrer Modell, welches im eigens eingerichteten Arbeitskreis Ausgliederung vorbesprochen und anschließend von der Vereinsführung abgesegnet wurde: "Ich sage nicht, das ist das Allheilmittel, das Beste, der einzige Weg. Aber es ist der beste Weg, den ich kenne."

Die exakte Beschlussvorlage, über die im Juni abgestimmt wird, wurde den FCK-Mitgliedern mit der Einladung zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung bereits zugestellt. Darüber hinaus liegt der ausführliche Business-Plan inklusive aller juristischen Unterlagen zur beantragten Ausgliederung seit dem 16. April 2018 zur Einsicht auf der FCK-Geschäftsstelle aus.

» Info-Video der FCK-Vereinsführung zum Thema Ausgliederung:

Quelle: Der Betze brennt

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